Wer kennt sie nicht, die allseits beliebte Inka-Festung Machu Picchu? Seit 1985 gilt die peruanische Ruinenstadt aus dem 15. Jahrhundert offiziell als Weltkultur- und Weltnaturerbe. Jahr für Jahr erfreut sie sich mit tausenden von Besuchern allergrößter Beliebtheit und gilt längst nicht mehr als Geheimtipp.

Nun bekommt sie weiteren Zuwachs: Seit Neuem gehört die Anden-Hauptstraße Qhapaq Ñan, ein wichtiger Teil des präkolumbischen Inka-Straßensystems in Südamerika, mit auf die Liste des Weltkulturerbes. Mit ihren mehr als 6000km gehört sie zu den längsten Straßen aus dieser Zeit. Sie führt grenzübergreifend durch Ecuador, Chile, Kolumbien, Bolivien und Argentinien und galt zu Inka-Zeiten als wichtigste Verbindung zwischen Norden und Süden des Reiches. Die Straße wird allgemein auch als Säule der politischen wie wirtschaftlichen Macht der Inka bezeichnet und wurde zur Stabilisierung besagter Macht genutzt, beispielsweise durch Handel oder Entsendung von Truppen. Am Wegesrand gab es Vorratslager, Übernachtungsmöglichkeiten und Wohnsiedlungen genauso wie Militärposten. Der Nominierungsprozess begann bereits im Jahr 2001.

Zusätzlich wird die Listung Calakmuls auf den umliegenden Regenwald ausgeweitet. Die Ruinenstadt Calakmul, die bereits 2002 als Weltkulturerbe gelistet wurde, gehörte zu Maya-Zeiten zu den mächtigsten Städten des Reiches. Sie befindet sich im Süden Mexikos, tief im Regenwald der Tierras Bajas. Dieser Regenwald ist nun ebenfalls auf der Welterbeliste zu finden und genießt somit gleiches offizielles Ansehen und Schutz. Er gehört zum mittelamerikanischen Biodiversitäts-Hotspot, der sich von Zentral-Mexiko bis zum Panamakanal erstreckt. Somit wird das ganze Gebiet gleichzeitig Weltkultur- und Weltnaturerbe, wie es bereits Machu Picchu ist.

Artikelbild_Calakmul_Mexiko

Seit 1972 hat es sich das zuständige UNESCO-Kommittee zur Aufgabe gemacht, das sogenannt „Welterbe der Menschheit“ zu verwalten. Dieses setzt sich aus Weltkultur- und Weltnaturerbe zusammen, wobei manche gelisteten Orte wie bereits gezeigt beides sein können. Die Welterbe-Liste umfasst derzeit 1007 Denkmäler in 161 Ländern.