Überall auf der Welt kann man unvergessliche Reiseabenteuer erleben und ganz nebenbei noch etwas Gutes für den Umweltschutz tun. Von Safaris in Afrika über Löwen Treks in Indien bis zu Wanderabenteuern im Kongo – an vielen Orten kann man bedrohte Tierarten in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Mit diesen Touren hilft man bei der Finanzierung des Umweltschutzes direkt vor Ort. Die Einnahmen unterstützen zum Beispiel lokale Communities, Wissenschaftler oder Parkranger bei ihrer täglichen Arbeit in Nationalparks und Schutzgebieten. Ich habe für euch ein paar dieser beeindruckenden Touren herausgesucht und kann nur berichten, wie begeistert ich bin. Aber überzeugt euch selbst: So spannend habt ihr sicher noch nie der Umwelt geholfen!

10 Orte, an denen ihr vom Aussterben bedrohte Tierarten sehen und indirekt helfen könnt

1. Gefährdete Meersbewohner in Trinidad & Tobagao: Lederschildkröten

Die „Grande Riviere Nature Tour Guide Association“ ist eine gemeinnützige Community-basierte Organisation, die sich auf den Schutz der bedrohten Lederschildkröten am Strand von Grande Riviere spezialisiert hat. Man kann dort organisierte Touren mit ausgebildeten Tourguides zum Strand machen, um die Schildkröten bei der Eiablage beobachten. Von März bis August sind die Tiere hier zu finden. Neben den Schildkröten gibt es in Trinidad & Tobagao auch einige andere gefährdete Tierarten zu sehen, zum Beispiel den nur hier heimischen Pawi-Vogel.

Schildkröten Trinidad

2. Das Highlight Hong Kongs: Rosa Delfine

Sie sind das Maskottchen von Hongkong und die größte Naturattraktion der Stadt – doch die Chinesischen Weißen Delfine sind vom Aussterben bedroht. Die Wasserverschmutzung in Stadtnähe ist einfach zu groß und die Tiere haben kaum Überlebenschancen. Im Sha Chau und Lung Kwu Chau Marine Park im Westen der chinesischen Stadt leben nur noch eine Handvoll der beeindruckenden Meeresbewohner. Ihr könnt beim Schutz der Tiere helfen, indem ihr eine Bootstour entlang der Küste macht. Der Erlös geht an die Organisation Dolphinwatch, die für den Erhalt der rosa Delfine sorgt und außerdem habt ihr auch noch ein tolles Erlebnis. Und das Beste: Solltet ihr keinen Delfin sehen, dürft ihr kostenlos noch einmal mitfahren!

HongKong Pink Dolphins

3. Die letzten ihrer Art im Nashorn-Reservat im Süden Afrikas

Nashörner werden leider aufgrund ihres Horns, das in der traditionellen chinesischen Medizin als Potenzmittel gilt, unerbittlich gejagt. Das hat sogar dazu geführt, dass im afrikanischen Land Botswana das Nashorn 1993 als ausgerottet galt – In den letzten Jahren schaffte man es jedoch, Nashörner hier wieder anzusiedeln. Das Khama Rhino Sanctuary im Süden des Landes ist ein gemeinnütziges Wildlife-Projekt der örtlichen Bevölkerung zum Schutz der letzten überlebenden Nashörner. In einem streng (militärisch) bewachten Reservat in der Kalahari werden hier Breitmaul- und Spitzmaulnashörner nachgezüchtet, um anschließend wieder ausgewildert zu werden. Um den Tieren einen natürlichen Lebensraum zu bieten, leben hier auch über 300 andere Tierarten, wie Antilopen oder Schakale. Es werden Safari-Fahrten, Info-Abende und Rhino-Treks zu Fuß angeboten, man kann sogar auf dem Campingplatz oder in traditionellen Hütten im Reservat übernachten. Durch den Tourismus profitieren hier gleichermaßen die Anwohner wie die Natur.

Khama Rhino Sanctuary Botswana

4. Wilde Tiere in Deutschland: Wölfe im Wolfcenter Dörverden

Früher war der Wolf ganz selbstverständlich, sogar in unseren Wäldern zu Hause. Dann wurde er brutal ausgerottet. In Deutschland gibt es heute kaum noch Wölfe, doch langsam kehren sie zurück. Das Wolfcenter Dörverden in Niedersachsen hilft dabei, die Bevölkerung über freilebende Wölfe zu informieren, die sich in Deutschland langsam wieder ausbreiten. Neben Führungen durch den Park werden auch individuelle Seminare und Erlebnisse im Wolfsgehege angeboten. Der Eintritt kostet 12,50€ pro Person. Freilebende Wölfe könnt ihr in Deutschland mit etwas Glück, vor allem im Osten in der Lausitz oder im Bayrischen Wald beobachten.

Wolfcenter Dörverden

5. Die letzten Asiatischen Löwen im Gir Nationalpark

Bis jetzt dachtet ihr bestimmt, dass Löwen nur in Afrika leben, oder? Das tun auch die meisten, aber im Gir National Park auf der indischen Kathiawar Halbinsel, lebt die letzte übrig gebliebene Population Asiatischer Löwen. Mit nur noch 300 Exemplaren ist die Art extrem vom Aussterben bedroht und kann nur noch hier gesehen werden. Ebenso findet man im Park die größte Leopardenpopulation Indiens. Auch gibt es hier Krokodile, Antilopen, Schakale, Hyänen und jede Menge Vögel zu sehen. Das Lion Safari Camp bietet zudem tolle Übernachtungsmöglichkeiten und Safaris in dieses Gebiet an.

Gir Nationalpark Indien

6. Putzige Pandas im chinesischen Chengdu

Im Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding bekommen Besucher alles über den Schutz der Pandas erklärt und können die Tiere hautnah in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Die Panda-Station hat ein Programm speziell für Touristen entwickelt und zeigt, wie man Tourismus, Naturschutz und Forschung einfach unter einen Hut bringen kann. Panda Experten fungieren als Tourguides und zeigen den Touristen zum Beispiel, wie man Pandababys richtig füttert und was sie generell zum Schutz der Tiere tun können. Der Eintritt kostet umgerechnet gerade mal 9€ und kommt 1 zu 1 dem Schutz der Pandas zu Gute.

Chengdu Panda Research

7. Auf den Spuren des iberischen Luchs in Spanien

Der Iberische Luchs gilt als „vom Aussterben bedroht“. Die letzte Zählung ergab einen Bestand von weltweit 319 Exemplaren. Im westandalusischen Doñana-Nationalpark habt ihr die einmalige Gelegenheit, im Zuge einer geführten Tour, den einzigartigen Raubkatzen so nah wie möglich zu kommen. Auf einer mehrtägigen Tour wird mit den lokalen Guides die Umgebung nach der bedrohten Wildkatze abgesucht, und mit etwas Glück bekommt ihr sogar einen Luchs zu sehen. Auch wenn nicht, lohnt sich ein Besuch des Nationalparks, der mehrere Ökosysteme vereint. Wanderdünen gehen hier in ein Feuchtgebiet über, das auch zahlreichen Zugvögeln einen Lebensraum bietet.

Iberian Lynx

8. Der Kampf um einige der letzten Berggorillas

Die Berggorillas haben den Virunga-Nationalpark,  Afrikas ältesten Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo, berühmt gemacht. In den Virunga-Vulkanen an der Grenze zu Ruanda leben die stark bedrohten Menschenaffen. Ihr 790.000 Hektar großer Lebensraum muss gegen Ölkonzerne und Wilderer heftig verteidigt werden. Das ist eine schwierige Aufgabe, die viel Aufwand und Geld kostet. 270 Wildhüter versuchen tagtäglich das Überleben der Tiere zu sichern. Für Touristen bietet der Park sogenannte Gorilla Treks. Zu einem stolzen Preis von 400$ pro Person kann man einen Tag lang mit den Wildhütern verbringen und zu den Gorillas in die Berge wandern. Auf den Treks wandert man normalerweise 3-4 Stunden, abhängig davon, wo sich die Gorillafamilien gerade aufhalten. Die Menschenaffen sind hochintelligent und freundlich, sie sind absolut faszinierend zu beobachten. Ein Besuch der Gorilla Familie ist ein unvergleichliches Erlebnis, das euch auf jeden Fall begeistern wird.

Virunga Nationalpark

9. Freche Halbaffen: Lemuren auf Madagaskar

Im Andasibe-Mantadia Nationalpark auf Madagaskar kann man die seltenen madagassischen Lemuren in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Die neugierigen Tiere lassen sich super fotografieren und zeigen kaum Scheu vor Menschen, was das Erlebnis nur noch einzigartiger macht. Wunderschöne Orchideen findet man im gesamten Park und im Zuge einer geführten Wanderung kann man mit lokalen Guides die schönsten Fleckchen sowie eine Vielzahl an anderen Tieren sehen.

Andasibe Nationalpark Madagaskar Lemur

10. Hihi, Kaka und Takahe – bedrohte neuseeländische Vogelarten

Das „Sanctuary Mountain Maungatautari“ ist ein Ökoreservat auf der Nordinsel Neuseelands, das komplett von einem Zaun umgeben ist, um die sehr bedrohten Arten im Park zu schützen. Fledermäuse, Frösche, Reptilien und vor allem Vögel, wie der Hihi, der Kaka und das Nationaltier, der Kiwi, finden hier eine sichere Heimat. Hier können Touristen das ursprüngliche Neuseeland in einem Urwaldgebiet erleben. Über sehr schön angelegte Wege kann man auf geführten Touren durch den Park gehen und dem Vogelgezwitscher lauschen. Man kann auch auf eigene Faust in dem Gebiet umherwandern. Der Eintritt kostet umgerechnet ca. 12€ pro Person.

Kaka Maungatautari Nationalpark Neuseeland

Die Verbindung von Tourismus und Umweltschutz ist doch eine tolle Sache. Die lokale Bevölkerung profitiert von ihrer Natur, und der Lebensraum für viele Arten wird so erhalten. Also macht euch auf den Weg und tut etwas Gutes für den Schutz dieser bedrohten Tierarten!