Rom ist einfach nur fantastisch. Wie ein einziges Freilichtmuseum präsentiert sich die Stadt ihren Besuchern und ich bin mir sicher, dass auch so mancher Römer noch gelegentlich ehrfürchtig den Kopf schüttelt, wenn er so durch die historische Stadt fährt. Imposanter als das Kolosseum ist eigentlich nur der Petersdom. Doch in Rom gibt es nicht nur ein Highlight, sondern gleich ein Dutzend. Ein Touristenmagnet ist der berühmte Trevi-Brunnen, in den Massen von Touristen ihre Taler werfen. Der Besuch am Brunnen erfolgt nach einem bestimmten Ritual. Geworfen wird die Münze mit der rechten Hand über die rechte Schulter. Dann, so heißt es laut Legende, kommt ihr eines Tages wieder zurück in die Ewige Stadt. Wer sich ein einen Römer oder eine Römerin verlieben möchte, der sollte gleich zwei Münzen in den Brunnen werfen. Wenn man diese neue Liebe dann auch noch heiraten will, dann sollte man drei Münzen investieren. Ich habe aber auch schon einige Touristen beobachtet, die einfach gleich ihr gesamtes Münzfach in den Brunnen entleert haben.

Der Trevi-Brunnen wird restauriert

Derzeit ist es allerdings nicht ganz so einfach, seine Taler im Brunnen zu versenken. Denn nach Jahren der Debatten und Ankündigungen ist nun die Restaurierung des Brunnens und des Palazzos beschlossen und in Angriff genommen worden. Einer der Hauptinvestoren ist die exklusive Modemarke Fendi. Um den Besuchern den Blick auf den berühmten Brunnen nicht verwehren zu müssen, während die Restauratoren arbeiten, wurde ein Laufsteg installiert, über den die Schaulustigen jetzt schlendern können.

Näher als jetzt kommen Besucher den altehrwürdigen Figuren im Brunnen vermutlich nie wieder, es sei denn, sie steigen in den Brunnen – und das ist ja bekanntlich verboten. Ihr habt hier eine ganz neue Perspektive auf den Brunnen und die gesamte Umgebung. Wenn ihr also in den nächsten Tagen in Rom seid, könnt ihr einmal über den Laufsteg flanieren und eine oder gleich mehrere Münzen investieren. Allerdings steht während der Restaurierung nur eine kleine Wanne bereit, in die ihr zielen müsst. Es soll aber auch schon vorgekommen sein, das die Glücksritter ihre Taler in den trockengelegten Brunnen geworfen haben.

Ein Haufen Geld

Wolltet ihr schon immer mal wissen, wer das ganze Geld bekommt, dass sich hier anhäuft und welche Summen da zusammenkommen? Denn die Münzen werden gleich schaufelweise aus dem Bassin geschüppt und gesammelt. Ich habe mich mal umgehört und bin auf die unterschiedlichsten Zahlen gestoßen. Gelegentlich ist von 100 000 Euro pro Jahr die Rede, doch auch über eine halbe oder gar eine ganze Million wird spekuliert. Der letzte Rekord lag bei knapp unter 900 000 Euro im Jahr, heißt es gelegentlich. Das ist eine wirklich außerordentliche Summe, die den Bedürftigen der Stadt zu Gute kommt. Denn die römische Regierung spendet jeden Cent, Penny oder Baht an die katholische Caritas. So tut jeder, der sein Kleingeld hier untergehen lässt, ganz einfach etwas Gutes. Denkt nur daran, dass der Laufsteg, den ihr derzeit nutzen müsst, nur zwischen 16 Uhr und 21.30 Uhr geöffnet ist.

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