Esel, Hund, Katze, Hahn – die Bremer Stadtmusikanten sind in unseren Köpfen das Wahrzeichen Bremens. Welche Geschichte die Trendstadt Bremen aber tatsächlich schreibt, erfahrt ihr hier. Eins kann ich euch verraten: Ihr werdet erstaunt sein, wie modern Tradition sein kann!

In unseren Köpfen gilt sie fest verankert als Zuhause der Bremer Stadtmusikanten. Doch die historische Hansestadt an der Weser steht für weitaus mehr als für die Bronzeplastik von Esel, Hund, Katze und Maus. Die ehemalige Handelsstadt hat sich im Zuge jahrzehntelanger Tradition nämlich zu einer dynamischen und hippen Großstadt gemausert, der man ihre langen Jahre weiß Gott nicht ansieht. Ganz im Gegenteil: Heute verspricht Bremen modernes Großstadtflair.

Bremen wie es leibt und lebt

Sinnbilder | Einzigartige Wahrzeichen | Wie ein offenes Buch

Bremen

Treffpunkt: zur guten Stube

Keine Frage, die Bremer Stadtmusikanten sind für viele das Sinnbild dieser ehrwürdigen Stadt. Beliebt wie eh und je ist das grimmsche Märchen, welches seit Jahrhunderten Einzug in deutsche Kinderzimmer erhält. Doch steht Bremen tatsächlich nur für diese Geschichte? Nein, zum Glück kann man sagen, dass Bremen für weitaus mehr berühmt ist, als für seine tierischen Freunde. Zur guten Stube, wie der Bremer zu sagen pflegt, trifft man sich gerne. Gemeint ist damit der Rathausplatz, der im Glanz eines der schönsten Rathäuser in ganz Deutschland strahlt. Bereits einige Jahre trägt dieses prachtvolle Gebäude auf dem Buckel und ist zum Erstaunen aller sogar seit dem Spätmittelalter vollkommen unversehrt und unverändert geblieben. Zusammen mit dem davor platzierten Roland, dem internationalen Symbol für Freiheit und Marktrecht, gehören beide Prachtstücke dem UNESCO-Weltkulturerbe an. Vielleicht kennt ihr die Roland-Statue bereits aus anderen Städten, doch könnt ihr bei diesem Exemplar sicher sein, dass es mit einem Alter von 600 Jahren nicht nur die älteste, sondern vor allem auch die prächtigste ist. Welches Wahrzeichen die Stadt nun am besten repräsentiert? Ich würde sagen, es ist ein hartes Kopf an Kopf Rennen.

So etwas gibt es kein zweites Mal

Was Sightseeing in Bremen angeht, dürft ihr euch auf etwas Außergewöhnliches gefasst machen. Nicht aber aufgrund der riesigen Anzahl an Sehenswürdigkeiten, die ihr abklappern könnt, sondern aufgrund von Vielfalt und Originalität. Kommt euch ein Chor von Hahnenkrähen, Miauen, Hundebellen und Eselslauten zu Ohren, sind nicht etwa die Bremer Stadtmusikanten zum Leben erwacht, sondern das Bremer Loch, eine Art Gully, freut sich über eine Münze, die wieder einmal in der doch etwas ungewöhnlichen Spendenbox gelandet ist. Der Erlös geht an die Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe und kommt Projekten für Menschen in der Stadt zugute.

Ebenso eigenartig mag euch der sogenannte Spuckstein erscheinen. Auf dem Domhof gehört das auf den Boden Spucken beinahe zum guten Ton – vorausgesetzt, man zielt auf den dafür extra ins Pflaster zementierten Spuckstein. Gesehen wird das Spucken auf diesen Fleck als ein Ritual, um seine Verachtung gegenüber der Mörderin Gesche Gottfried auszudrücken. Nachdem Gottfried 15 Menschen mit dem Giftstoff Arsen umgebracht hatte, wurde sie an genauer dieser Stelle des Domhofes öffentlich hingerichtet. Es war die letzte öffentliche Hinrichtung, die in Bremen stattfand.

Weniger makaber, dafür mit ähnlich hoher Bedeutung für Bremen, erinnert der Sieben-Faulen-Brunnen an folgende Geschichte: Als sieben Faule wurden die sieben Söhne eines Bauern bezeichnet, die sich zu fein waren, zu arbeiten. Stattdessen zogen sie in die weite Welt hinaus und eigneten sich in der Ferne Erfahrungen und Wissen an. Nachdem sie wieder nach Hause kehrten, wandten sie die erworbenen Fähigkeiten an und zeigten allen, dass sie ganz und gar nicht faul, geschweige denn dumm waren. Wie die Menschen früher aber nun mal waren, wollte niemand etwas davon wissen. Und so wurde die Legende über die sieben Faulen von Generation zu Generation weitergegeben – heute erinnert der Sieben-Faulen-Brunnen an die Bremer Söhne.

 

Menschen gedenken können die Bremer gut, so zählt auch die Bronze-Replik des von Loriot so geliebten Biedermeier-Sofas mit samt einer Statue seines geliebten Mopses zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sie steht vor dem Funkhaus Radio Bremen und soll an die Zusammenarbeit zwischen Künstler und Radio erinnern. Denn genau hier produzierte er die so erfolgreichen Sketche und Zeichentrickfilmchen Loriot I-VI – auf genau solch einem Biedermeier-Sofa.

Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos…

Doch in Bremen gibt es nicht nur ulkige Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem auch spezielle Viertel, die es sich unbedingt zu erkunden lohnt. Als allererstes kommt mir da zum Beispiel die Wasserpromenade Schlachte in den Sinn. Zentral gelegen, genauer gesagt nur wenige Schritte von der guten Stube entfernt, findet ihr eine bunte Flaniermeile vor. Neben unterschiedlichsten Veranstaltungen, die rund übers Jahr verteilt an der Promenade stattfinden, laden auch zahlreiche Cafés, Restaurants und Bars ein, die warmen Sommertage zu genießen. Rund um die Uhr tummelt sich die Menschenmenge an der Promenade, langweilig wird es hier selten. Wenn das Wetter mitspielt, finden sogar Events wie Drachenbootrennen, Ruderwettbewerbe und touristische Bootstouren auf dem Wasser statt. Auch das ehemalige Hafenviertel, heute Überseestadt genannt, ist als beliebte Flaniermeile bekannt, auf der sich ebenfalls alle Arten der Gastronomie niedergelassen und im Zuge moderner Architektur ein wirklich gemütliches Ambiente zaubern. Ein weiteres meiner Lieblingsviertel wird lustigerweise nur „Viertel“ genannt. Eine bunte Mischung aus Schicki-Micki-Restaurants, Szene-Kneipen und exklusiver Mode hat sich ergeben und zu einem Szene-und Kulturviertel gemausert – deswegen auch das Viertel. Was sich hinter dem Spitznamen versteckt, sind das Oster- und Steintor von Bremen.

Bremen

Wie ein offenes Buch

Natürlich war das noch längst nicht alles, was Bremen zu bieten hat. Eine Reihe klassischer Sehenswürdigkeiten warten hier selbstverständlich ebenfalls auf euch, ebenso wie weitere angesagte Stadtbezirke, Hotspots, Traditionen und und und… Bremen ist und bleibt einfach ein offenes Buch, eine unendliche Geschichte – wollt ihr sie erzählt bekommen, plant einen Städtetrip und macht euch ein eigenes Bild von meinen Worten!