Idyllische Inseln mit Traumstränden, teils aktiven Vulkanen und tropischen Dschungeln. Das alles klingt so gar nicht nach dem Großstadttrubel, den ihr euch in Tokio vorstellt? Dann macht euch auf was gefasst, denn Tokio ist weitaus facettenreicher als man vielleicht meint. Aber seht selbst:

Schon 100 Kilometer südlich von Tokio, im Pazifik, trifft man auf das erste Inselparadies. Von dort geht es immer weiter in Richtung Süden, wo so manche Schätze auf euch warten, die die perfekte Erholung am Strand, beim Surfen und Tauchen oder beim Wandern entlang der Krater von noch aktiven Vulkanen bieten. Ob für nur einen Tagesauflug mit dem Speedboot oder für eine längere Reise ganz in den Süden auf die Ogasawara Inseln, wo allein die Anreise knapp 30 Stunden dauert: Die Inseln bieten jedem Urlauber und Tokioter die perfekte Grundlage für eine entspannte Auszeit. In diesem Artikel stelle ich euch 5 der schönsten Inseln Tokios vor.

Die schönsten Insel von Japans Hauptstadt Tokio

Izu-Oshima | Hachijojima | Niijima | Aogashima | Ogasawara Inseln

Traumhafte Izu Inseln

Die Izu Inseln sind eine Inselgruppe südöstlich der japanischen Hauptstadt Tokio und obwohl sie zwischen 100 und 350 Kilometern von der Stadt entfernt liegen, gehören sie offiziell noch zur Präfektur Tokio. Mehr als 100 verschiedene bewohnte und unbewohnte kleine Inseln erstrecken sich im Pazifik und bieten traumhafte Ausflugsziele für eine Erholung fernab der Metropole. Vom Trubel Tokios ist hier nichts mehr zu spüren. Die Inseln sind allesamt vulkanischen Ursprungs, mit teilweise noch aktiven Vulkanen und heißen Quellen, die eine beliebte Attraktion darstellen.

Izu Inseln, Tokio
Traumhafte Landschaft auf den Izu Inseln

Izu-Oshima

Izu-Oshima ist die größte und nördlichste Izu Insel. Da sie nur etwa 100 Kilometer südlich von Tokio liegt, ist sie ein beliebtes Ausflugsziel von Touristen und Tokiotern selbst, die eine kurze Pause vom Großstadttrubel brauchen.

Anreise nach Izu-Oshima:

  • Jetfoils: Mit den Highspeed Fähren erreicht ihr die Insel von Tokio’s Takeshiba Ferry Terminal in etwa zwei Stunden (7500 bis 8500 Yen One way)
  • Fähre: Die Autofähre fährt vom gleichen Hafen und braucht zwischen sechs und acht Stunden. Sie fährt ausschließlich über Nacht und kostet ab 4500 Yen aufwärts.
  • Flugzeug: 2-3 Flüge täglich vom Chofu Airport. Dauer: ca. 25 Minuten (für ungefähr 11800 Yen)

Besonders schön anzusehen ist die Insel im Februar und März, denn dann blühen hier die wunderschönen roten Kamelien. Aus den Pflanzen wird Öl gewonnen, was vor allem gern für die Haarpflege genutzt wird. In der Mitte der Insel befindet sich der 758 Meter hohe Berg Mihara, ein aktiver Vulkan, der allerdings das letzte Mal 1990 ausbrach. Ein enormer Ausbruch ereignete sich 1986 mit spektakulären Explosionen, was eine Evakuierung von 10.000 Menschen erforderte. Heute können Touristen den Vulkan besteigen und den Krater aus nächster Nähe betrachten. Wenn ihr mehr über die Geschichte des Vulkanes erfahren wollt, lohnt sich ein Besuch des Vulcano Museums. Außerdem befinden sich dank des Vulkans auch überall auf der Insel heiße Quellen, die ihr in öffentlichen Bädern zum entspannen nutzen könnt.

Der Berg Mihara auf Izu-Oshima

Wenn ich an einen Erholungsurlaub auf einer Insel denke, kommen mir zunächst Bilder von traumhaften Sandstränden und kristallklarem Wasser in den Sinn. Auch dafür seid ihr auf Izu-Oshima genau richtig: Ein kostenloses Schwimmbad und gute Ausstattung findet ihr am Kobo-hama Strand, der perfekte Ort um sich zu entspannen. Wenn ihr die Meeresbewohner des Pazifiks beobachten wollt, so eignet sich der Tama-no-hama Strand oder der Hafen Habu. Ihr möchtet die ganze Insel erkunden? Dann macht es Sinn, sich einen Mietwagen oder ein Fahrrad zu leihen, da öffentliche Verkehrsmittel hier sehr rar sind.

Schwarzer Vulkanstrand auf Izu-Oshima

Hachijojima

Von der größten Izu Insel geht es direkt weiter zu der zweitgrößten Insel: Hachijojima. Etwa 300 Kilometer vor der Küste Japans liegt die 70 Quadratkilometer große Insel und überzeugt mit zwei stillgelegten Vulkanen. Im Tal zwischen den beiden Vulkanen befindet sich die größte Stadt samt Flughafen, wobei „Stadt“ bei der kleinen Ansammlung von Häusern wohl übertrieben ist.

Anreise nach Hachijojima:

  • Fähre ab Tokio: Mit der Fähre braucht ihr 10-11 Stunden und zahlt circa 20.00 Yen
  • Flugzeug: 3 Flüge täglich vom Haneda Airport. Dauer: ca. 55 Minuten (für ungefähr 40.000 Yen)

Und das ist auch gut so, denn „Stadt“ hatten wir in Tokio ja bereits genug. Auf die Insel kommen die meisten Touristen, um zu entspannen, was am besten am schwarzen Vulkanstrand geht. Von dort solltet ihr unbedingt mit Taucherbrille ausgestattet im glasklaren Meer schnorcheln gehen, um die bunten Korallen und Fische zu beobachten. Mit Glück trefft ihr auf die riesigen Meeresschildkröten, die hier leben. Doch neben dem Strand hat Hachijojima auch eine einzigartige Flora und Fauna zu bieten. Zahlreiche Wanderwege führen durch die tropische Dschungellandschaft hinauf zu den beiden Vulkanen. Auf dieser Strecke fühlt ihr euch fast, als wärt ihr inmitten der Kulisse von Jurassic Park. Den besten Blick über die Insel habt ihr dann von dem Berg Nishiyama aus 854 Metern Höhe. Für den Aufstieg solltet ihr in etwa drei Stunden und vor allem gutes Schuhwerk einplanen, denn die 1280 Stufen, die ihr überwinden müsst, haben es in sich. Aber der Aufstieg ist es in jedem Fall wert und ihr werdet mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Die Vulkaninsel Hachijojima

Besonders malerisch ist die Insel übrigens am Abend, denn dann könnt ihr die schönsten Sonnenuntergänge bestaunen, die ihr euch nur vorstellen könnt.

Hier gibt es den schönsten Sternenhimmel

Und fast noch schöner wird es, wenn die Sonne dann vollends untergegangen ist und die Sterne anfangen zu funkeln. Da es auf der Insel nachts so gut wie keine Lichter gibt, könnt ihr bei klarem Wetter einen einzigartigen Sternenhimmel genießen und euch bei vorbeirauschenden Sternschnuppen etwas wünschen.

Wenn ihr schon mal hier seid, solltet ihr unbedingt das Shima Sushi (Insel-Sushi) probieren. Anders als im restlichen Japan wird dieses mit Senf anstatt mit Wasabi geschärft und ausschließlich mit dem Fisch zubereitet, der an der Küste Hachijojimas gefangen wird.

Hachijojima beim Sonnenutergang

Niijima

Ganz in der Nähe von Izu-Oshima befindet sich diese 24 Quadratkilometer kleine Insel. Niijima ist zwar nicht sonderlich groß, aber dennoch die drittgrößte Izu Insel.

Anreise nach Niijima:

  • Jetfoils: Mit den Highspeed Fähren erreicht ihr die Insel von Tokio’s Takeshiba Ferry Terminal in etwa zwei Stunden
  • Fähre: Die Autofähre fährt vom gleichen Hafen und braucht in etwa zehn Stunden. Sie fährt ausschließlich über Nacht (22.00 bis 8.00 Uhr)
  • Flugzeug: täglich vom Chofu Airport. Dauer: ca. 45 Minuten

Auch wenn Niijima in vielerlei Hinsicht ihren Izu Schwestern ähnelt und ebenfalls vulkanischen Ursprungs ist, so hat sie jedoch eine Besonderheit, die weltweit nur zwei Mal so zu finden ist – hier und in der Nähe von Sizilien. Und zwar Koga, ein Sandgestein, welches zu grünem Glas verarbeitet wird. Die außergewöhnliche Glaskunst könnt ihr euch in der Werkstatt mit eigenem Museum anschauen. Falls ihr die Insel im Herbst besucht, findet sogar gerade ein internationales Glaskunstfest statt, welches ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Koga wird außerdem dafür genutzt, um die beeindruckenden Moyai Statuen herzustellen, die an die Statuen der Osterinseln erinnern sollen.

Besonders beliebt ist die Insel allerdings aus einem anderen Grund, sie ist nämlich ein wahres Paradies für Surfer. Auf der Westseite der Insel, am Maehama Beach, bietet der Ozean perfekte Bedingen für das Windsurfen.

Wenn Surfen nicht so euer Ding ist und ihr euch lieber entspannen wollt, könnt ihr das am einsamen, weißen Sandstrand tun, oder aber an den heißen Quellen, wo ihr rund um die Uhr kostenlos baden und dabei wunderschöne Aussichten genießen könnt.

Das japanische Mekka für Surfer

Auf der Ostseite der Insel befindet sich der Habushi Beach, welcher in einem Naturschutzgebiet liegt und sich über 6,5 Kilometer am Rand der Koga Vulkanklippen erstreckt. An den Yunohama Onsen, welche sich am gleichnamigen Strand befinden, könnt ihr in heißen Quellen relaxen. Das Outdoor Bad ist in einem griechischen Style erbaut und man könnte sich nicht weiter entfernt von Tokio fühlen.

Ein kulinarisches Highlight ist auf Niijima der Kusaya, eine Spezialität, die hier ihren Ursprung hat. Kusaya ist getrockneter Fisch, der einen ziemlich intensiven Geruch hat und mit Sicherheit nicht jedermanns Sache ist, probieren solltet ihr ihn trotzdem mal!

Aogashima

Deutlich weiter südlich, etwa 358 Kilometer von Tokio entfernt, liegt die gerade einmal 6 Quadratkilometer große Insel Aogashima.

Anreise nach Aogashima:

  • Helikopter von Hachijojima: Ca. 20 Minuten für 11530 Yen
  • Fähre: Aogashima hat zwar einen Hafen, aber dieser ist oft schwer anzufahren und Fahrten werden häufig gecancelt. Dafür ist die Fähre bedeutend günstiger mit umgerechnet 12€. Von Hachijojima braucht man drei Stunden, von Tokio circa 13.

Sie ist 3,5 Kilometer lang und 2,5 Kilometer breit und hat stolze 160 Einwohner. Touristen verirren sich nur sehr selten hier her, weswegen alles noch sehr ursprünglich ist. Ihr dürft keinen ausgeprägten Tourismus mit großen Hotels und zahlreichen Restaurants erwarten, aber genau das macht den Charme der Insel aus. Mit Englisch kommt man, wie auf den meisten Izu Inseln, nicht sonderlich weit, also nehmt vorher am besten ein paar Japanisch Stunden. Zur Not kann man sich aber immer mit Händen und Füßen verständigen. Die Bewohner sind sehr bemüht und außerordentlich gastfreundlich.

Auch diese Insel ist eine Vulkaninsel, mit den letzten Ausbrüchen von 1781 bis 1785. Dennoch gilt der Vulkan bis heute als aktiv und die Insel war lange Zeit unbewohnbar. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wohnen die Menschen wieder hier und zwar in einer Siedlung auf der leicht abfallenden Ebene nördlich des Kraterrandes. Könnt ihr euch vorstellen inmitten eines aktiven Vulkanes zu wohnen? Ein bisschen beängstigend finde ich die Vorstellung ja schon, denn immerhin starb beim letzten Ausbruch die Hälfte der Bevölkerung, aber irgendwie auch total spannend.

Doch der aktive Vulkan hat trotzdem viele Vorteile für die Bewohner, so gibt es dort zum Beispiel eine große Gemeinschaftssauna, die mit der Geothermalwärme des Vulkans beheizt wird. Aufgrund dessen sind übrigens auch das Warmwasser und die Heizung auf der gesamten Insel kostenlos. Cool, oder?

Die Insel ist wahrlich atemberaubend!

Aogashima ist bekannt für den Kartoffelschnaps, genannt Shochu, den man bei einer Tour durch die Destillerie probieren kann. Weitere Aktivitäten auf der Insel sind Wanderungen entlang des Kraters zu traumhaften Aussichtspunkten oder der vulkanische Ofen, der für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht, um hier sein Mittagessen zu steamen für ein Picknick der besonderen Art. Einen Strand hat die Insel allerdings nicht und der einzige Zugang zum Meer ist der Hafen, ein beliebter Spot für Angler. Die Insel ist wahrlich atemberaubend und überzeugt durch ihre wunderschöne grüne und vor allem unberührte Natur.

Einzigartige Flora und Fauna auf Aogashima

Ogasawara Inseln

Dieses paradiesische Weltnaturerbe befindet sich 1000 Kilometer weit entfernt von Tokio und dem Festland und ist ausschließlich mit der Fähre zu erreichen, da es auf den Inseln keinen Flughafen gibt.

Anreise auf die Ogasawara Inseln:

  • Fähre: Einmal die Woche fährt die „Ogasawara-Maru“ Fähre von Tokio zu den Inseln. Je nach Insel braucht ihr 25-30 Stunden. Ihr könnt entweder Kabinen im Voraus reservieren oder in den Tatami-Schlafsälen übernachten.

Für die Fährfahrt von Japans Hauptstadt braucht ihr bis zur Hauptinsel Chichijima circa 25 Stunden, zur Nachbarinsel Hahajima sogar 28 Stunden. Die Fähre fährt zudem nur einmal in der Woche und es ist jedes Mal ein Highlight für die Bewohner, wenn diese im Hafen einfährt. Denn das bedeutet neue Touristen, neue Lebensmittel und andere Bestellungen, die auf der Insel eintreffen. Da auf den Ogasawara Inseln fast nichts angebaut werden kann, sind die Bewohner auf die Fähre und ihre Lieferungen angewiesen und begrüßen die Ankommenden immer gebührend mit selbst gebastelten Plakaten, Tanz und Musik. Ihr werdet euch selten so willkommen fühlen, wie hier.

Wenn man die Insel betritt hat man nicht mehr das Gefühl, sich in Japan zu befinden. Nein, es herrscht vielmehr ein Feeling wie auf Hawaii. In diesem tropischen Paradies könnt ihr Wale beobachten und mit sehr zutraulichen Delfinen schwimmen, Schnorcheln und Surfen. Für einen ganz besonderen Ausflug könnt ihr eine Tour auf die unbewohnte Insel Minamijima machen. Die Besucheranzahl wird allerdings begrenzt, aus Respekt vor und zum Schutz der Natur. Die einsame Insel ist wie der Himmel auf Erden und das türkise Meer grenzt an weißen Sand. Hier könnt ihr auch den Einsiedlerkrebsen begegnen, die sogar als Naturdenkmal eingestuft wurden.

Außerdem solltet ihr euch die Wälder von Hahajima, der Tochterinsel Chichijimas, nicht entgehen lassen. Am besten wandert ihr mit einem ortskundigen Guide zum höchsten Berg der Ogasawara Inseln und genießt die Aussicht. Auf dem Weg lauft ihr entlang geschichtsträchtiger Kriegsschauplätze, riesigen Banyan-Feigen-Bäumen und exotischen Tier- und Pflanzenarten.

Hier erwarten euch echte Gänsehaut-Momente!

Ein besonderes Highlight der Insel sind die Nachttouren. Denn wenn es dunkel wird zeigt die Insel sich von einer ganz geheimnisvollen Seite. So könnt ihr den leuchtenden Pilz „Yakotake“, auch „green pepe“ genannt, suchen. Ich bin sicher, dass ihr dieses außerirdisch aussehende Spektakel so schnell nicht vergessen werdet. Und natürlich erstreckt sich ein atemberaubender Sternenhimmel über der ansonsten komplett dunklen Insel. Mit etwas Glück könnt ihr sogar Meeresschildkröten dabei beobachten, wie sie ihre Eier im Sand ablegen. Ein richtiger Gänsehaut-Moment!

Mit Delfinen schwimmen auf den Ogasawara Inseln

Tokios paradiesische Inseln

Na, seid ihr auch so überrascht, wie idyllisch es in Tokio sein kann? Wer eine Auszeit von der Großstadt braucht oder einfach nur die paradiesischen Landschaften vor Tokios Küste kennenlernen will, darf sich bei einer Reise nach Japan auf keinen Fall die traumhaften Izu Inseln und die tropischen Ogasawara Inseln entgehen lassen. 1000 Kilometer von Japan entfernt und dennoch in Tokio – verrückt, oder?

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