Texas ist bei Rundreisenden noch ein echter Geheimtipp. Dabei gibt es hier einige Highlights zu entdecken, die ihr im Rest der USA garantiert nicht finden werdet. Kommt mit auf einen Roadtrip durch den Bundesstaat der Cowboys, erkundet Austin, entdeckt, wo es das beste Barbecue gibt und lasst euch vom Western-Charme verzaubern.

Meine Texas Tipps führen euch bei einem Roadtrip durch den wohl konservativsten, aber zugleich auch vielfältigsten Bundesstaat der USA. Ausgangspunkt unserer Reise ist die Hauptstadt Austin, danach geht es über Lockhart nach San Antonio und Bandera, ehe wir einen Halt in Lubbock und im Big-Bend-Nationalpark machen und den Urlaub in Texas gebührend ausklingen lassen.

Texas Tipps für euren Roadtrip

Austin | Lockhart | San Antonio | Bandera | LubbockBig-Bend-Nationalpark | Reiseplanung

 

Auf dieser Karte seht ihr alle wichtigen Stops auf eurem Roadtrip durch Texas nochmal genau eingezeichnet.

Hippes Austin

Keep Austin Weird“. Austins Bürger wünschen sich, dass ihre Stadt doch möglichst etwas seltsam bleibt. Genau diese Andersartigkeit macht Austin zu einer wahren Perle. Der Wahlspruch der Stadt wurde eigentlich ins Leben gerufen, um ein klares und deutliches Zeichen gegen das Niederringen lokaler Institutionen wie Brauereien und landwirtschaftliche Betriebe anzugehen. Mittlerweile schreibt sich den Slogan jedoch jeder Einheimische und auch Besucher auf die Fahne – doch was macht diese Stadt so einzigartig?

Austin-Airstream-trailer
Foto: Tricia Daniel/Shutterstock.com

Was macht Austin einzigartig?

Ganz einfach, das ist zunächst die überwältigende Anzahl an Food Trucks, die förmlich an jeder Ecke der Stadt zu stehen scheinen. Sogar ein ganzes Festival, das „South by Southwest“, ist den rollenden Verkaufsbuden und ihrer Essensvielfalt gewidmet. Warum versorgt ihr euch nicht an einem Wagen mit tollem mexikanischen Essen, um danach zur Congress Avenue Bridge zu wandern, wo allabendlich ein wahres Schauspiel stattfindet? Riesige Schwärme von Fledermäusen verlassen abends ihr sicheres Zuhause unter der Brücke, um die Nacht zum Tag werden zu lassen.

Im Warehouse District und in der Red River und Sixth Street reihen sich Bars an Clubs und Kneipen, sodass einem gepflegten Pub-Crawl nichts mehr im Wege steht. Wollt ihr den Abend in einem wahren Urgestein ausklingen lassen, empfiehlt sich ein Besuch des The Continental Club, der ältesten musikalischen Hochburg in Austin.

Nach einem herzhaften Pancake Frühstück könnt ihr den Tag bei einer kleinen Sightseeing- oder Shopping-Tour entspannt angehen lassen. Besucht doch einmal das State Capitol, was sogar vier Meter höher ist als das bekannte Capitol in Washington D.C..

Der Barton Springs Pool ist die perfekte Abkühlung

Von dort aus geht es in die 2ND Street, denn dort lassen sich die besten Schnäppchen machen. Wer danach eine Abkühlung braucht, steuert den Barton Springs Pool inmitten des Zilker Parks an. Der „natürliche“ Pool wird von einer Quelle gespeist und ist unter den Einheimischen der Hotspot, um mal so richtig auszuspannen. Sind eure müden Knochen wieder entspannt, geht es weiter ins 35 Meilen entfernte Lockhart.

Lockhart – Immer der Nase nach

Bei eurer Ankunft in Lockhart werdet ihr feststellen, dass die Stadt nicht gerade aus allen Nähten platzt – nur knapp 13.000 Einwohner nennen Lockhart ihr Zuhause. Dabei nennt sich die Stadt auch „Barbecue Capital of Texas“ und gehört gerade für Fleischfans deshalb unbedingt auf die Roadtrip-Bucketlist.

Lockhart Texas
Foto: Philip Arno Photography/Shutterstock.com

Das beste Barbecue der Stadt

Im Smitty’s Market bekommt ihr ein herrlich authentisches Flair und eines der besten BBQs der Stadt. Bestellt euer Essen direkt vor den feurigen Smokern, die vom Personal ständig mit frischem Holz befeuert werden. Ein ebenso authentisches BBQ bekommt ihr im Kreuz Market (hier hat die Familie des Smitty’s Market übrigens auch ihre Wurzeln), wo in einem roten Backsteinhaus das Fleisch vor den Augen der Kunden auf großen, hölzernen Rundtischen fachmännisch zerlegt wird.
Wer übrigens denkt, dass man bei der Bestellung eines BBQ nicht viel falsch machen kann, der irrt. Folgt den Hinweisen auf dem Eingangsschild des Smitty’s Market und ihr werdet garantiert nicht direkt als Touri abgestempelt. Dort lauten die drei goldenen Regeln: 1. Es wird nicht nach Soße gefragt (denn es gibt nichts zu verstecken); 2. Keine Gabeln (denn diese sind am Ende eures Arms); 3. Keine Scherze (was euch beim Anblick des Besitzers von alleine klar sein sollte).

Wenn ihr euch an diese eisernen Regeln haltet, sollte einem kulinarischen Hochgenuss nichts im Wege stehen. Habt ihr eine Übernachtung in Lockhart geplant, solltet ihr noch Zeit für den Besuch des Caldwell County Jail Museum finden, das einen Einblick in die Vergangenheit Lockharts gibt. Braucht ihr nach eurem BBQ-Gelage einen Ort, an dem ihr ein kleines Nickerchen machen könnt, bietet der Lockhart State Park einige sonnige, aber auch schattige Plätzchen.

San Antonio – Eine Stadt, viele Kulturen

Wenn ich San Antonio mit nur einem Wort beschreiben müsste, dann würde meine Wahl auf „bunt“ fallen, denn keine andere Stadt in Texas ist so stark von unterschiedlichen, kulturellen Einflüssen bestimmt wie San Antonio. Bei einem Spaziergang entlang der Flusspromenade kommt ihr an tropischen Pflanzen vorbei, überquert Brücken mit venezianischem Flair und könnt euch unter farbenfrohen Schirmchen ausruhen. An jeder Ecke könnt ihr euch förmlich an einen anderen Ort der Welt träumen; und das mitten in Texas!

Riverwalk in San Antonio
Foto: Foto: istock.com/David Sucsy

Spanisches Flair und entspannte Atmosphäre

Spanische Atmosphäre erfahrt ihr während der Besichtigung der fünf spanischen Missionen, von denen die Mission San Jose und die San Fernando De Bexar Cathedral die wohl schönsten und geschichtsträchtigsten Gebäude sind.

Wunderschönes Kontrastprogramm!

Und auch auf deutsche Einflüsse trefft ihr in San Antonio: Im King William District, der von Einheimischen zeitlich auch „Sauerkraut Bend“ genannt wurde, reihen sich wunderschöne, viktorianische aber auch italienisch und griechisch beeinflusste Villen aneinander, von denen eine schöner als die andere daherkommt. Das Kontrastprogramm war euch noch nicht stark genug? Dann besucht doch noch die Japanese Tea Gardens und taucht in malerisch gestaltete Grünanlagen ein, in denen Tempel und Bänke zum Verweilen einladen. Da kann man fast vergessen, dass man sich in Amerika und nicht in Asien befindet.

Wollt ihr sichergehen, dass ihr wirklich noch in den USA seid, solltet ihr am besten einer typisch amerikanischen Freizeitbeschäftigung nachgehen, nämlich ein Basketballspiel der San Antonio Spurs besuchen. Die äußerst erfolgreiche Basketball-Profimannschaft wirft regelmäßig Körbe im AT&T Center und heizt den Zuschauern in der Halle mächtig ein!
Apropos amerikanische Tradition: Unser nächster Halt wird euch garantiert in die Vergangenheit Amerikas zurück katapultieren, und zwar in die Zeit des Wilden Westens.

Bandera – Wo die wilden Kerle wohnen

Unser nächster Stop heißt Bandera. Hier hier ticken die Uhren noch etwas anders. Bandera ist Texas‘ Cowboy Capital und nahezu jeder Einwohner läuft mit Cowboystiefeln und -hut, Halstuch, Karo-Flanellhemd und Jeans herum.

Doch auch, wenn die Liebe für die Wild West Tradition ungebrochen ist – von der Viehzucht und dem Landbesitz allein kann kaum ein Texaner heutzutage noch leben. Banderas Einwohner haben sich deshalb das Interesse an ihrem Lebensstil zu Nutze gemacht und das Leben der Cowboys ziemlich anschaulich für Besucher nachempfunden.

Auf der Dixie Dude Ranch wird der Wilde Westen förmlich gelebt, ihr übernachtet in Holzhütten, esst an einem echten Lagerfeuer und könnt mit den Gastgebern spannende Tagesausflüge in die umliegende Gegend machen, denn mindestens einer hiervon ist im Zimmerpreis schon enthalten.

Wo Cowboys sind, da darf ein Saloon natürlich nicht weit sein. Auch diese findet ihr in Bandera – und sie sind zudem noch so herrlich schön authentisch gestaltet, dass ihr euch direkt einige Jahre zurück versetzt fühlt.

Darüber hinaus werdet ihr wohl bei den meisten eurer Besuche auf eine Liveband treffen, die euch mit Countrymusik in richtige Wildwest-Stimmung versetzen wird. Nach einer durchtanzten Nacht und einem herzhaften Frühstück in Banderas Wildnis geht es schon zeitig los, denn die nächste und vorletzte Etappe liegt einige hundert Meilen von Bandera entfernt.

Lubbock – Musik in euren Ohren

Seid ihr Fans von guter Musik? Dann nichts wie ab nach Lubbock. Keine Stadt in den USA ist so sehr mit den musikalischen Wurzeln des Rock’n’Roll verknüpft wie diese – kein Wunder, denn kein Geringerer als Buddy Holly lebte hier. Grund genug für mich, euch diese Stadt im Norden von Texas etwas genauer vorzustellen.

Habt ihr das Stadtzentrum erreicht, solltet ihr euch direkt auf den Weg zum berühmten Buddy Holly Center machen und einen Blick in das gut sortierte und wirklich spannende Museum des Künstlers werfen. Viele Familienmitglieder, Freunde und Wegbegleiter des Künstlers haben Erinnerungsstücke gesammelt und stellen diese hier gemeinsam aus. Das Center ist eine tolle Hommage an den berühmtesten Sohn der Stadt. Nebenan findet ihr außerdem die Buddy Holly Statue und den Walk of Fame von West Texas.

Musik liegt in der Luft

Seit dieser glorreichen Rock’n’Roll-Glanzzeit bringt Lubbock immer wieder neue Musik Legenden hervor. Von Waylon Jennings und Mac Davis bis hin zu heutigen Stars wie Josh Abbott und Natalie Maines oder den mit dem Grammy Award ausgezeichneten Dixie Chicks – hier liegt Musik förmlich in der Luft.

Wenn ihr echte Musikliebhaber seid, die den authentischen Sound von West Texas hören wollen, dann fahrt unbedingt in den Depot Entertainment District. Veranstaltungsorte wie The Blue Light Live und das Cactus Theater bieten euch Auftritte während der gesamten Woche. An Montagabenden kann man außerdem einige Nachwuchsmusiker bei der Singer/Songwriter Night sehen. Hier könnt ihr alte Klassiksongs und Tribute-Shows bestaunen und euch in die Welt der Texaner entführen lassen.

Ein absoluter Guru Tipp ist ein Besuch des Moonlight Musicals Amphitheaters im Mackenzie Park. Im Frühjahr und Sommer könnt ihr hier an lauen Sommerabenden tolle Auftritte im Freien genießen, während hinter der Bühne der See im Mondschein glitzert. Eine tolle Atmosphäre, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Habt ihr dann genug von der Stadt, habe ich noch einen letzten, wirklich sehenswerten Ort für euch, der auf der perfekten Roadtrip-Route durch Texas nicht fehlen darf. Auf geht’s in den Big-Bend-Nationalpark.

Big-Bend-Nationalpark – Mutter Natur ganz nah

Der Big-Bend-Nationalpark gehört mit seinen 3.200 Quadratkilometern zu den größten Nationalparks der USA. Durchzogen wird er vom Rio Grande Strom, der gleichzeitig einen Teil der Grenze zu Mexiko bildet. Naturliebhaber, Wanderer und Tierfreunde werden hier alle gleichermaßen auf ihre Kosten kommen, denn der Park ist ein wahres Eldorado. Mietet euch doch mal ein Kajak und paddelt entlang des wilden Rio Grande durch einzigartige Landschaften.

Der Rio Grande ist der Grenzfluss zwischen Texas und Mexiko.

Wenn ihr aufmerksam seid, entdeckt ihr unterwegs vielleicht sogar noch das ein oder andere heimische Tier, wie den Kojoten, den Rotluchs, verschiedene Geierarten oder sogar den äußerst seltenen Puma. Die Tier- und Pflanzenwelt lässt sich natürlich nicht nur per Wasser erkunden, auch die eigenen Füße tragen euch über Stock und Stein quer durch den Nationalpark. Hierbei könnt ihr Höhenunterschiede von bis zu 1800 Metern miterleben, die zwar einerseits eure körperliche Verfassung ganz schön in Anspruch nehmen, euch aber andererseits die Chance geben, die unterschiedliche Flora und Fauna genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der so genannte Window Trail bietet auch Wanderern mit weniger Kondition einen tollen Ausblick auf den vor euch liegenden Park. Großartig ist auch die Tatsache, dass der Wanderweg sogar für Rollstuhlfahrer zugänglich und überwindbar  ist.

Desert Canyon Texas
Entdeckt Canyons im Big Bend Nationalpark.

Natur pur und viele Möglichkeiten

Der wohl schönste Ausflug im Park ist der zum Santa Elena Canyon. Kurios ist hierbei, dass ihr den Canyon auf dem Wasserweg bergauf „erpaddeln“ müsst, um ihn dann am Ende wieder hinab zu fahren; „Boomerang Trip“ bezeichnen Fachleute diese Besonderheit. Da ich euch ja schon von der vielfältigen Flora und Fauna vorgeschwärmt habe, muss ich euch auf diesem Wege den Lost Mine Trail ans Herz legen. So manch steiler Weg führt euch vorbei an Pinienwäldern und einschüchternden Felsformationen. Für welchen Trip ihr euch auch immer entscheidet: Plant ausreichend Zeit ein, denn wer hetzt schon gerne durch so eine beeindruckende Landschaft?!

Felsformationen im Big Bend Nationalpark

Plant eure Reise

So Cowboys, hier endet meine kleine Reise durch Texas auch schon. Das moderne Austin, das traditionsbewusste Lockhart und Lubbock und auch die Reise in die Vergangenheit nach Bandera machen einen Roadtrip durch Texas zu einem echten Highlight. Wahnsinn, was der Bundesstaat so alles zu bieten hat, oder? Hoffentlich habe ich den Abenteurer und Entdecker in euch geweckt, der nun auch unbedingt einmal nach Texas möchte. Bereuen werdet ihr es auf keinen Fall!

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