Kommt mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit und entdeckt Teotihuacán, die antike Stadt am Rande von Mexico City.

Mexiko ist weit mehr als Sonne, Strand und Meer. In dem Land schlummern unzählige, unerforschte Geheimnisse und es ist voll von bisher unentdeckten Höhlen und Ruinen. Vor Jahrhunderten und Jahrtausenden lebten große, florierende Kulturen in den verschiedensten Gegenden Mexikos und sagenumwobene Religionen wurden hier praktiziert, über die man bislang nur rätseln kann. Ein Besuch von einem dieser rundum magischen Orte wie den antiken Mayastädten Chichen Itza und Uxmal lassen einem wahrhaft das Blut in den Adern gefrieren und sind mehr als beeindruckend. Ein Muss also für alle Kulturinteressierten! Genau so wie Teotihuacán, die antike Stadt am Rande von Mexico City.

Die ist nämlich schon mehr als 2.000 Jahre alt und beheimatet zahlreiche faszinierende und aufschlussreiche Geheimnisse über die damalige Kultur. Teotihuacán existierte ungefähr zu der Zeit ab 100 vor Christus bis 750 nach Christus. Angefangen hatte sie als religiöse Stätte und wuchs dann mit der Zeit zur florierendsten Stadt der Neuen Welt heran.

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2.000 Jahre alte Stadt Teotihuacán am Rande von Mexico City

Besonders zu ihrer Blütezeit im 5. und 6. Jahrhundert war sie mit einer geschätzten Einwohnerzahl von damals stattlichen 125.000 die größte Stadt des präkolumbianischen Amerikas und die sechstgrößte Stadt der ganzen Welt. Doch noch bevor die Azteken im 14. Jahrhundert immer mächtiger wurden, ging das Reich Teotihuacáns unter. Man weiß bis heute nicht, warum die Einwohner damals die Stadt verließen, doch ein verheerender Brand ging mit dem Abwandern einher. Vielleicht also gab es einen Aufstand oder die Stadt wurde überfallen, die zu ihrer Zeit so mächtig war, dass sie über weite Teile Zentralmexikos herrschte.

Die Azteken fanden die Stadt verlassen vor und gaben ihr den Namen, den wir heute kennen: Teotihuacán. Das bedeutet übersetzt „Der Ort, an dem die Götter geschaffen wurden“ und beschreibt ziemlich genau, was die Azteken über die Stadt dachten, als sie sie zum ersten Mal sahen. Die Götter der Azteken sind nämlich mit denen der noch viel älteren Stadt identisch. Doch der ursprüngliche Name ist ebenso ein Geheimnis wie Details zu der Lebensweise, den Werten und der Kultur ihrer Einwohner.

Bereits seit ca. 100 Jahren forschen Wissenschaftler in der ehemaligen Siedlung, von der die Teile an der Oberfläche heute frei zugänglich und große Touristenattraktionen sind. Teotihuacán ist bekannt für seine architektonisch bemerkenswerten mesoamerikanischen Pyramiden (Sonnen- und Mondpyramide) und seine komplexen Wohnviertel, die Siedlungen von heute gleichen und in denen verschiedene Kulturen (wie Maya und Oxaca) lebten. Heute ist die Stadt besonders für Wissenschaftler höchst interessant. Sie erforschen nach und nach, was es mit den faszinierenden antiken Überbleibseln auf sich hat und wie die Bewohner damals wohl gelebt haben.

Teotihuacan Mexiko
Quelle: www.inah.gob.mx

Unterirdischer Tunnel bei Tempel war „Tor zur Unterwelt“

Vor ungefähr elf Jahren wurde unterhalb eines der Tempel Teotihuacáns, des „Tempels der gefiederten Schlange“ (dem Gott „Quetzalcoatl“ gewidmet, der zuständig war für die Fruchtbarkeit der Erde und für das Leben selbst) ein unterirdischer Tunnel gefunden. Seitdem wird in mühevoller Kleinstarbeit und mit hochmoderner Technik wie Scannern und Robotern Stück für Stück des 103 Meter langen Tunnels freigelegt und eingehend untersucht. Man entdeckte zum Beispiel, dass die damaligen Erbauer einen künstlichen Himmel schufen, indem sie funkelnde Steine und eine Art glitzerndes Pulver an die Höhlendecke und -wände gaben, die, einmal angestrahlt, dann durch die ganze Höhle zurückstrahlen.

Tausende antike Relikte haben die Forscher in den Jahren bereits gefunden. Statuen, Saatkörner, Töpfereien, Muscheln, Edelsteine und Tierknochen wurden in die drei Kammern entlang des Tunnels gegeben. Nahe des Eingangs, der sich ca. 18 Meter unterhalb des Tempels befindet, entdeckten die Forscher zahlreiche Opfergaben. Deswegen glauben sie, dass es sich bei dem seit rund 2.000 Jahren verschlossenen Tunnel mit seinen Kammern um die Gruften der damaligen Herrschaftseliten handelt und dass die lebenden Herrscher herkamen um Opfer darzubringen: „Das hier war einer der allerheiligsten Orte in ganz Teotihuacán, also glauben wir, dass die Mitglieder der Herrschaftselite hierher kamen um göttliche Unterstützung für ihren Herrschaftsanspruch einzuholen, die ihren Machtanspruch an der Oberfläche rechtfertigte,“ so Projektleiter Sergio Gomez.

Jetzt sind die Forscher erstmals bis zum Ende des 103 Meter langen Tunnels gelangt und können so schon eine etwas genauere Prognose abgeben. Das „National Institute of Anthropology and History (INAH)“ in Mexiko schätzt, dass der antike Tunnel das letzte Mal im Jahr 250 nach Christus benutzt und danach bis zur heutigen Zeit verschlossen wurde. Bisher wurden zwar noch keine Überbleibsel der damaligen Herrschaftseliten gefunden, aber man ist sich sicher, dass es sie gibt: „Wir haben noch nicht die Hoffnung verloren sie [die Überreste] zu finden und wenn sie da sind, müssen sie von jemandem sehr, sehr wichtiges sein,“ gab Gomez bekannt.

Mexiko Teotihuacan
Quelle: www.inah.gob.mx

Untersuchungen und mehr geheimnisvolle Ruinen sollen weiter Aufschluss geben

Bisher wurden erstmal nur 60 Zentimeter der neu gefundenen Kammern freigelegt und untersucht. Weitere Untersuchungen für mehr Aufschlüsse werden wohl noch ein Jahr lang dauern, doch wir können uns sicher sein, dass sie dann große neue Entdeckungen bereit halten! Zum Beispiel verspricht man sich noch mehr Einsicht darüber, wie die Herrschaftsstruktur und auch die Herrschaftsfolge geregelt war – zum Beispiel, ob diese erblich war. Auch heißt es, es gäbe noch viel, viel mehr solcher Ruinen zu entdecken. Die Rede ist von 95% der Ruinen, die bisher auf dem gesamten Areal noch nicht ausgegraben wurden.

Die Überbleibsel der uralten Kultur der Stadt Teotihuacán geben den Forschern rund um Sergio Gomez Stück für Stück immer mehr Auskunft darüber, wie das Leben vor so langer Zeit hier funktioniert hat. Eine 2.000 Jahre alte Kultur mit einer eigenen Religion, eigener Architektur, eigenen Gebräuchen… Das klingt alles sehr faszinierend! Ich bin sehr gespannt, was die Wissenschaftler am Ende über all das herausfinden können. Und wann wir die Ruine besuchen können! ;)  Solange, wie wir aber noch warten müssen, könnt ihr euch auf der Internetseite von „Universes in Universe“ umsehen, die haben wirklich viele Infos rund um die Ruinenstadt gesammelt! Zu dem Fund in dem alten Tunnel habe ich außerdem ein Video mit den offiziellen Bildern des Insttituts für Anthropologie und Geschichte in Mexiko gefunden. Viel Spaß!