Bei diesem besonderen Buchtipp geht es diesmal nicht um eine mitreißende Geschichte, die sich an einem besonderen Ort abspielt, sondern vielmehr um eine Weltreise, die euch an die verschiedensten Orte unserer Erdkugel bringt. Dr. Martin Krengel, 35 Jahre jung, ist Psychologe, Ökonom, Motivationsexperte und Buchautor. Er studierte Kulturpsychologie und Wirtschaftswissenschaften, hatte gerade seine Doktorarbeit verteidigt, als er so richtig hätte durchstarten können. „Aber halt, stopp mal… will ich das?“ Bei dem bloßen Gedanken, von nun an 30 Jahre zu arbeiten und noch mehr Verpflichtungen einzugehen, stellten sich ihm die Nackenhaare senkrecht auf. Er erinnerte sich an seinen Traum, den er schon immer gehabte hatte. „Einmal komplett frei sein. Um die Welt reisen. 100 Prozent ich sein.“ Ein Traum, den nicht gerade wenige Menschen haben. Doch wer traut sich das schon? Alles hinter sich lassen, nur das nötigste Hab und Gut einpacken und einfach mal in die weite Welt hinausgehen? Martin Krengel hat genau diesen Schritt gewagt – und gewährt in seinem Buch Stoppt die Welt, ich will aussteigen! auf eine kluge, witzige und sehr offene Art und Weise Einblicke in seine persönliche Weltreise. Bei einem kurzen Interview geht er auf seine Weltreise ein, erklärt mir, wieso so viele Menschen diesen Schritt nicht wagen und worin genau die Intention seines Buches liegt.

„Stoppt die Welt, ich will aussteigen!“

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Ich habe in jedem Land eine Lektion gelernt…“

Dr. Martin Krengel würde sein Buch nicht unbedingt als ein Aussteiger-Buch bezeichnen, sondern vielmehr als einen „Entwicklungsroman, verpackt in einen unterhaltsamen Reisebericht mit 5 Prozent Ratgeber-Anteil“. In seinem sogenannten Entwicklungsroman experimentiert er mit anderen Lebensstilen, möchte wissen, wie seine Freunde, die ausgewandert sind, in anderen Ländern leben, wie man in Südamerika beispielsweise trotz weniger Mittel so fröhlich und lebenslustig sein kann. Inspirieren lassen hat er sich von einem Buch mit dem Titel „Maries Reise“, in dem eine gerade mal 20-Jährige, zwischen Abitur um Studium, einmal um die Welt reist, um sich anzuschauen, was andere in ihrem Alter mit ihrem Leben anstellen. So hat sich auch Dr. Martin Krengel gefragt, was man denn beispielsweise mit um die 30 in dieser schnelllebigen Welt ohne Grenzen macht. „Ich habe in jedem Land eine Lektion gelernt und vermittle diese nun zwischen den Zeilen, damit auch die Leser an diesem Lerneffekt teilhaben .

Seiner Meinung nach traue sich kaum einer, den großen Traum zu leben, bei dem man sich neu finden kann und einen gewissen Arschtritt verpasst bekommt, so Krengel. Er will seine Leser nachempfinden lassen, wie es sich anfühlt, solch eine Reise zu unternehmen. Man bekommt einen Einblick in seine persönliche Reise, wie er sich gefühlt hat und den ganzen Prozess in Gedanken durchlebt hat. Denn es gibt immer eine Differenz zwischen dem was man denkt bzw. erwartet zu erleben, und dem, was man dann tatsächlich erlebt.

Genre: „Unterhaltsamer Mutmacher“

Auf die Frage, welchem Genre Martin Krengel sein Buch zuordnen würde, antwortet er mit „Unterhaltsamer Mutmacher“ und spricht von einer Art „psychologischer Gebrauchsanleitung für’s Loslassen und Wagen“. Die Frage, die man auch bereits auf der Rückseite seines Buches lesen kann, lautet demnach „Wie fühlt es sich an, loszulassen und das Leben zu leben, das du leben möchtest?“. Die Antwort auf diese Frage findet sich zweifelsohne in seinem spannenden Reisebericht wieder.

Das Problem kultureller Schranken – „Die Pflicht kommt vor dem Spaß“

Dr. Martin Krengel bezeichnet sich selbst als Digitalen Nomaden, was bedeutet, dass man als Freiberufler oder Unternehmer unabhängig von Ort und Stelle weiterarbeitet. Man sucht sich sozusagen seinen Arbeitsort selbst aus – soweit eigentlich nichts Neues. Doch die Revolution daran sei, so Krengel, dass sich das ein Großteil der Menschheit heutzutage dank geringerer Reisekosten und Digitalisierung durchaus erlauben könne. Seiner Meinung nach arbeite man so vielleicht sogar ein Stück weit kreativer. Doch wenn das so einfach klingt, wo liegt denn dann das Problem? Was ist es genau, wovor die Menschen seiner Meinung nach am meisten Angst haben? Wieso gibt es nicht viel mehr Menschen, die sich auf solch ein Abenteuer einlassen?

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Die Frage ist schnell beantwortet: „Es sind die kulturellen Schranken. In Deutschland fühlt man sich wie in einer Art Zwangsjacke, alles ist sehr geregelt und auch effizient, die Pflicht kommt vor dem Spaß.“ So sei das größte Problem seiner Meinung nach, dass die Menschen stets Bedenken hätten. Sobald man sagt, man geht auf Weltreise, heißt es nicht „Oh geil!“, sondern „Ja, aber…“. „Die kulturellen Schranken machen es einfach zu schwierig und man gerät schnell ins Zweifeln.“, so Dr. Martin Krengel. Ob einige von euch sich hier vielleicht schon wiedererkennen? Gut möglich… Er selbst hat die Reise jedenfalls unternommen, und zwar für sich selbst, sein sogenannter „unterhaltsamer Mutmacher“ hingegen ist für die Leser gedacht, die sich von seiner Reise ja vielleicht doch inspirieren und ermutigen lassen!?

„Weit weg bist du verdammt nah an dir selbst“

Die ursprünglich geplante Idee für den Titel seines Buches war „Der große Traum“. Dr. Martin Krengel geht es darum, dass Menschen ihren Träumen trauen sollen, denn im Alltag würde man viel zu häufig einfach drüber hinwegsehen. „Die Reise ermöglicht einem, über die Träume nachzudenken, auch mal ohne Computer zu leben und die verdrückten Sehnsüchte zu erwecken. Viele wissen mit 30 oder auch 35 immer noch nicht, was sie genau wollen. Man sollte einfach mal in sich hinein horchen.“ Ein Zitat aus seinem Buch, das er nochmals mit auf den Weg geben möchte, lautet: „Weit weg bist du verdammt nah an dir selbst.“ Martin Krengel ist der Meinung, dass es auf solch einer Reise darum geht, seine inneren Schranken selbst zu finden. Er selbst ist nach seiner 1-jährigen Weltreise gefestigter denn je, weiß genau, was er nun will und was nicht. Doch er ist sich sicher, dass auch eine 3- bis 4-wöchige Reise bei vielen schon weiterhelfen kann.

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Und zum Schluss noch…

Die coolsten Menschen habe ich getroffen in…?

Fidschi. „Hier leben die entspanntesten und freundlichsten Menschen auf der Welt, die ich jemals kennengelernt habe. Und das, obwohl sie so gut wie nichts haben.

Der größte Kulturschock in…?

China.Ich sag‘ mal so: Wenn man in den Bus steigen möchte, die Busnummer in chinesischen Schriftzeichen angeschrieben steht, man nach Hilfe fragt und die richtige Nummer finden möchte und dir ein Einheimischer nur mit „Ja“ antwortet… Nach etwa 6 Stunden Busfahrt nimmst du ein Taxi und der Fahrer findet dein Hotel nach 1 Stunde immer noch nicht… Dann wird dir einfach der kulturelle Grund unter den Füßen weggezogen und es überkommt dich ein Gefühl der Angst und Unsicherheit. Obwohl ich Kulturpsychologie studiert hatte, muss ich sagen, dass mich hier der Schock richtig krass erwischt hat.

Diesen Moment werde ich nie vergessen. Ich war in…?

Tahiti. „Seit 3 Stunden saß ich einfach da, dauerentspannt und mit einem Bier in der Hand, genoss ich Digital Detox, meine Internetdiät. Die Sonne auf meiner Haut kitzelte jedes letzte Endorphin-Hormon aus mir heraus und ich kam in den Genuss einer tollen Szenerie, schaute auf die 700 Meter hohen, saftig grünen Vulkanberge, die sich aus dem Meer erheben. Und das Ganze machte ich 9 Tage lang.

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Muss man dazu noch vielmehr sagen? Freut euch auf einen tollen Reisebericht, oh pardon – einen „unterhaltsamen Mutmacher“, voller kurioser Abenteuer, stets begleitet von einer ordentlichen Portion Humor. Begebt euch auf eine kleine Reise durch dieses Buch, das bereits ab dem 30. September 2015 in den Bücherregalen stehen wird, und erfahrt, wie es sich anfühlt, einfach mal loszulassen und das Leben so zu leben, wie man es selbst möchte. Arschtritt inklusive, würde Martin Krengel nun wohl sagen.