Jedes Jahr um diese Zeit regnet es Sternschnuppen in außergewöhnlicher Intensität und Pracht: Morgen, in der Nacht vom 12. auf den 13. August 2015 ist es wieder soweit. Die Zahl der Sternschnuppen nimmt zum Sommer stetig zu und erreicht in dieser Nacht ihr Maximum. Pro Stunde (!) zischen 100-150 Sternschnuppen über den Himmel! Auch heute Abend (Dienstag) sind es bereits 50-80 Meteore pro Stunde, die für ein Spektakel am Himmel sorgen. Knapp 300.000 Menschen folgen den News zur Sternschnuppen-Nacht auf Facebook. Wer aus Norddeutschland kommt, kann vorher mit einem Cocktail in der „Sternschnuppe“ in Lübeck in Sternschnuppen-Stimmung kommen.

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Sternschnuppen-Fans aufgepasst: Der Meteor-Schauer erreicht seinen Höhepunkt

Verantwortlich für den Meteoriden-Schauer sind die Reste eines verglühten Kometen: Komet 109P/Swift-Tuttle. Dieser Komet besteht aus gefrorenem Wasser, Gasen und Staub. Er umrundet die Sonne auf einer sehr langgestreckten elliptischen Bahn. Wenn er sehr weit von der Sonne entfernt ist, bleibt er sozusagen tiefgefroren. Kommt er dagegen näher an die Sonne heran, verdampft das Material an seiner Oberfläche – das feste Eis wird sofort gasförmig. Dabei wird auch der im Eis enthaltene Staub freigesetzt – es entsteht eine regelrechte Staubspur im All. Wie jedes Jahr im August kreuzt die Erde genau diese Staubspur des Kometen Swift-Tuttle. Die Staubteilchen des Kometen treffen dann mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre und verglühen dort. Auf der Erde ist dies als Sternschnuppe sichtbar. Die Meteore kommen auf eine Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometer in der Sekunde, das sind 216.000 Kilometer pro Stunde! Würde sich ein Raumschiff mit dieser Geschwindigkeit bewegen, wäre es in 1,5 Stunden auf dem Mond. Der scheinbare Ursprung dieses sommerlichen Meteorschwarms, auch Radiant genannt, liegt im namensgebenden Sternbild Perseus. Die Sternschnuppen im August werden somit auch Perseiden genannt.

Exkurs ins Weltall: Warum heißen Sternschnuppen eigentlich Sternschnuppen?

Früher dachte man dass eine Sternschnuppe ein Stückchen wäre, was von einem Stern abgebrochen und heruntergefallen ist. Dabei haben Sternschnuppen überhaupt nichts mit Sternen zu tun. Sternschnuppen sind Meteore (so werden Meteoride genannt die in die Lufthülle der Erde eindringen und anschließend verglühen). Das Leuchten der Meteore oder Sternschnuppen entsteht durch Reibungswärme an Luftpartikeln, wenn der Meteoroid durch die Atmosphäre rast. Durch den Zusammenstoß von beispielsweise zwei Asteroiden, entstehen viele Staubteilchen und Steinbröckchen die im Weltall herumschwirren. Diese werden dann Meteroide genannt. Bei großen Meteroiden kann es selten dazu kommen, dass diese nicht vollständig in der Atmosphäre verglühen und auf den Boden der Erde aufschlagen, dann nennt man sie Meteoriten.

Den Namen erhielten die Sternschnuppen etwa im Mittelalter, als Kerzenleuchter noch „ausgeputzt“ wurden. Das Wort „putzen“ hieß „snuppen“ und Schnuppen wurden die meist noch glühenden  Dochtreste genannt, die beim Putzen dieser Leuchter zu Boden fielen. Dies sah den Himmelserscheinungen sehr ähnlich, weswegen die Menschen damals dachten, dass Sternschnuppen sozusagen der Putzabfall der Sterne war, und nannten die vom Himmel fallenden leuchtenden „Sterne“ Sternschnuppen.

Tipps für die perfekte Sternschnuppen-Nacht

Erstmal: Gute Nachrichten!  In der Sternschnuppen-Nacht 2015 werden wohl ideale Sicht- und Wetterbedingungen herrschen: Sonne und Mond gehen zusammen um etwa 20 Uhr im Westen unter! Da wir Neumond haben, ist der Mond nicht zu sehen. Sollte die Nacht sternenklar sein, können die Sternschnuppen ein eindrucksvolles Schauspiel liefern. Es steht einem romantischen Picknick um Mitternacht also nichts mehr im Weg! Die beste Zeit, die Sternschnuppen zu sehen, ist zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens.

Ihr solltet euch an einem dunklen, möglichst wolkenfreien Ort aufhalten, der möglichst weit von bewohnten Gebiete entfernt ist. Je weiter man dabei von künstlicher Beleuchtung wie Straßenlaternen entfernt ist, umso besser. Auf dem Rücken liegend schaut ihr nun in Richtung Nordosten in den Himmel und genießt den intensiven Sternschnuppen-Schauer.

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Habt ihr euren Wunschzettel schon geschrieben? Der Aberglaube besagt, dass man sich bei jeder Sternschnuppe etwas wünschen darf – und dass jeder Wunsch in Erfüllung geht, wenn man ihn Niemandem verrät. Ich bin schon ganz aufgeregt und lege mich morgen Abend definitiv auf die Lauer!

PS. Wer in den nächsten Wochen keine Zeit hat, die Perseiden zu beobachten, kann sich auf November freuen. Dann erwarten uns die nächsten Sternschnuppen, die Leoniden. Sie regnen vom 14. bis zum 21. November auf die Erde nieder.