Sicherheitsmaßnahme oder Humbug? Wer in Honolulu, Hawaii, den Blick aufs Smartphone richtet und eine Straße überquert, muss nun mit einer Geldstrafe rechnen.

Smombie – wie ein Lauffeuer verbreitet sich dieser Begriff derzeit in den Medien. Wurde es bereits 2015 zum Jugendwort des Jahres deklariert, dürfte es spätestens seit gestern in aller Munde sein. Als erste Stadt in den USA wurde nämlich am Mittwoch, den 25.10.2017, in Honolulu, Hawaii, ein Gesetz erlassen, das den Blick aufs Smartphone mit einer Geldstrafe verhängt. Was zunächst skurril klingt, hat einen doch sehr ernsten Hintergrund. Hier erfahrt ihr mehr.

Blick aufs Smartphone zieht Strafe nach sich

Über die Straße gehen und dabei auf sein Smartphone gucken wird ab sofort in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Hawaii teuer. Bis zu 35 US-Dollar, also rund 30 Euro, sollen Fußgänger ab sofort als Strafe büßen, wenn sie die Straße überqueren, ohne auf den Verkehr zu achten und stattdessen den Blick aufs Smartphone richten. Wiederholungstäter müssen sogar mit bis zu 99 US-Dollar Strafe rechnen. Der Clou: Telefonieren ist weiterhin erlaubt – vorausgesetzt, der Blick ist gen Horizont gerichtet. Verboten sind SMS-Schreiben und sonstige Aktivitäten an ähnlichen elektronischen Geräten, wie zum Beispiel Tablets, bei denen die Aufmerksamkeit auf den Bildschirm fokussiert wird. Ende Juli unterzeichnete Bürgermeister Kirk Caldwell dieses Gesetz, wenige Monate später ist es nun tatsächlich in Kraft getreten.

Smombies Gesetz Hawaii

Hintergründe des Smombie-Gesetzes

Vorgehen will die Stadt Honolulu damit gegen sogenannte Smombies, eine Komposition aus den Wörtern Smartphone und Zombie. Gemeint sind damit Menschen, die all ihre Umgebung um sich herum verblassen lassen und nicht mehr wahrnehmen, sobald sie aufs Handy schauen. Ihr reaktionsloses Verhalten in diesen Momenten wird gerne mit denen eines Zombies verglichen.

Knapp 6.000 Fußgänger sind im vergangenen Jahr überfahren worden

Was zunächst doch irgendwie witzig klingt, trägt leider eine traurige Wahrheit mit sich. Statistiken der Verkehrssicherheitsorganisation GHSA zufolge starben im vergangenen Jahr knapp 6.000 Fußgänger im Straßenverkehr. Dieser Wert ist erschreckende 22% höher als zwei Jahre zuvor. Forscher führen diesen Anstieg auf die vermehrte Nutzung von Smartphones und Co. zurück, was letztendlich dazu führte, dieses Gesetz zu erlassen.

Weitere skurrile Gesetze auf Hawaii

Dass es auf der Welt durchaus skurrile Gesetze gibt, die wir nicht immer auf Anhieb nachvollziehen können, habe ich euch bereits in meinem Reisemagazin vorgestellt. In Honolulu ist es zum Beispiel ebenfalls verboten, Vögel in öffentlichen Parks zu ärgern. Ihr schmunzelt bereits? Ein Staatsgesetz auf Hawaii besagt, dass Geldmünzen nicht in den Ohren getragen werden dürfen. Außerdem müssen Einwohner, die kein Boot besitzen, damit rechnen, bestraft zu werden. Also, wenn ich es mir recht überlege, finde ich das Smombie Gesetz im Vergleich zu den eben genannten Vorschriften doch irgendwie human, oder was meint ihr? Stimmt ab! 

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