Ach, jetzt tut nicht so. Wir alle lieben sie doch, diese bunten Klatschzeitschriften, die in den Arztpraxen ausliegen und nur darauf warten, durchstöbert zu werden. Ganz vorne mit dabei die neuesten Faux-pas, Techtelmechtel und Schuh-Hut-Kombinationen aus den glamourösen Königshäusern der Welt. Ach, was hat Catherine denn heute wieder für ein bezauberndes Kleid an? Hat Prinz Albert zugenommen? Und wie läuft’s bei Kronprinzessin Victoria und ihrem bürgerlichen ehemaligen Fitnesstrainer Daniel so im Bett? Gut, inwieweit ich das für euch herausfinden kann, klären wir später… Dennoch möchte ich heute mal einen genauen Blick in das schwedische Königshaus legen. Welche Blamagen gab es in der Vergangenheit? Welche Intrigen, und wer hat schon mit wem geflirtet? Ja, wir tun es… lasst uns über Klatsch und Tratsch aus dem schwedischen Königshaus plaudern :-)

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Die schwedische Königsfamilie. © Kungahuset.se

Öffentliche Blamage statt Traumhochzeit – Trauriger Jahrestag für die Königstochter

Schrecklicher hätte es für Prinzessin Madeleine von Schweden damals nicht laufen können. Am 11. August 2009 verkündete sie freudestrahlend vor Fotografen, Kamera- und Pressemenschen im Schlossgarten von der Sommerresidenz Solliden, dass sie den stattlichen Anwalt Jonas Bergström heiraten werde. So glücklich hatte man sie selten gesehen, ausgelassen erzählte sie von seinem Antrag auf Capri. Kaum ging die Nachricht durch die Medien, stand ganz Schweden, ach, die halbe Welt auf dem Kopf und fieberte der Traumhochzeit entgegen. Dass diese jedoch nie stattfinden würde, dass sich das Leben der schönen Madeleine in den nächsten Monaten drastisch verändern würde, hätte damals keiner gedacht.

Monatelang hörte man kaum etwas von dem zukünftigen Brautpaar – kein Grund zur Sorge, dachten die meisten. Bis zu dieser tragischen Nachricht. Im April 2010 verkündete der Palast, dass Madeleine und Jonas ihre Verlobung gelöst hätten. Es dauerte nicht lange, bis der Grund für die Trennung in den Medien landete. Die schwedische Promi-Zeitschrift „Se og Hør“ berichtete, dass Jonas die Prinzessin mit der norwegischen (damals 21-jährigen) Handballerin Tora Uppstrøm Berg betrogen hatte. Im Ski-Urlaub soll es passiert sein. Dort sei er der hübschen Blondine näher gekommen und es kam zu Intimitäten.

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Prinzessin Madeleine setzt sich für Kinder auf der ganzen Welt ein. © Kungahuset.se

Wie Prinzessin Madeleine von dem Seitensprung erfuhr, ist nicht klar. Todtraurig zog sie aber ihre Konsequenzen, trennte sich von ihrem Verlobten und floh nach New York. In einem Interview mit der schwedischen Zeitung „Svenska Dagbladet“ sagte Madeleine später, dass sie im Nachhinein doch glücklich über das Liebes-Desaster mit Jonas sei. „Ich glaube daran, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Damals brauchte ich eine Veränderung und musste Schweden für einige Zeit verlassen. Ich muss sagen, dass ich dankbar bin, dass das passiert ist, weil ich sonst nicht hier sitzen würde und mit diesem wundervollen Mann verheiratet wäre“, erzählte sie. In New York lernte die Prinzessin nämlich ihren jetzigen Ehe- und Traummann, den Unternehmer Chris O’Neill kennen. Und daraus wurde dieses bezaubernde Vorzeige-Paar mit königlichem Charme…

Liebe gegen alle Konventionen – Königliche und Bürgerliche

Menschen auf der ganzen Welt gönnten es ihr von Herzen. Am 8. Juni 2013 heiratete das Nesthäkchen der schwedischen Königsfamilie, Prinzessin Madeleine, den britisch-amerikanischen Banker Christopher O’Neill. Bei strahlendem Sonnenschein gaben sich die beiden in der Kapelle des Stadtschlosses in Stockholm das Jawort. Tausende Schweden reisten an, um diesen Augenblick mitzuerleben. Und Madeleine sah umwerfend aus. Sie trug eine klassische weiße Robe mit Spitzenbesatz des italienischen Star-Designers Valentino, mit einer vier Meter langen Schleppe und einem noch längeren Schleier darüber. Als Christopher seine Braut erblickte, musste er mit den Tränen kämpfen.

Unter dem Jubel Tausender Schaulustiger fuhr das Brautpaar nach der Trauung in der royalen Kutsche, in der schon Königin Silvia und Victoria als frisch Vermählte saßen, quer durch die Stockholmer Innenstadt bis zur Insel Riddarholmen in der Altstadt. Dort bestiegen Madeleine und Chris O’Neill ein Dampfschiff Richtung Drottningholm-Palast am Malärsee, dem Wohnsitz der Königsfamilie und dem Ort des Hochzeitsbanketts. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit feierten hier mehr als 400 Hochzeitsgäste. Die Königsfamilie legte bei dieser Hochzeit viel Wert auf Privatsphäre. Da sie auch die Kosten vollständig trug, war das mediale und öffentliche Interesse erheblich geringer als bei Kronprinzessin Victoria, die eine spektakuläre Hochzeit nur drei Jahre zuvor erlebte.

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Pompöse Hochzeit von Prinzessin Madeleine und Christopher O’Neill. © Kungahuset.se

Ein Märchen ist wahr geworden: Eine Kronprinzessin und ein Bürgerlicher – das gab es noch nie! Am 19. Juni 2010 heiratete Kronprinzessin Victoria ihren ehemaligen Fitnesstrainer Daniel Westling. Neun Jahre lang waren sie liiert, bis sie endlich den Schritt wagten – mit Zustimmung ihrer Eltern und des gesamten schwedischen Volkes. Auch sie heirateten in der Kapelle des Stadtschlosses in Stockholm, wo auch Königin Silvia vor 39 Jahren König Carl Gustaf das Jawort gab. Mehr als 300.000 Menschen reisten in die schwedische Hauptstadt, feierten die Prinzessin und den Prinz des Volkes. Die Hochzeit wurde auf der ganzen Welt im Fernsehen übertragen, Victorias Gelöbnis „Mit diesem Ring nehme ich dich, Daniel Olof Westling zu meinem Mann“ lösten Euphorie aus. Nur Minuten zuvor, als Daniel vor dem Stadtschloss auf seine Auserwählte wartete, war es Prinz Carl Philip, der ihm zur Seite stand, ihn mental unterstützte. Ob Carl damals schon daran dachte, dass auch er in nur fünf Jahren genau an dieser Stelle wieder stehen, und auf seine Traumprinzessin warten würde?

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Kronprinzessin Victoria und ihr bürgerlicher Daniel mit Tochter, Prinzessin Estelle. © Kungahuset.se

Man mag es mit einem traurigen und einem fröhlichen Auge sehen. Nun ist auch der Letzte der schwedischen Königskinder unter der Haube. Vor zwei Monaten gab Prinz Carl Philip seiner langjährigen Freundin Sofia Hellqvist das Jawort. Sie strahlte zu jeder Sekunde über das ganze Gesicht, er kämpfte während der Trauung unentwegt mit den Tränen. Prinz Carl Philip und die Yogalehrerin hatten sich 2009 über Freunde kennengelernt und sich sofort ineinander verliebt. Die Beziehung war in den ersten Jahren problematisch, mussten die Beiden lange um die Anerkennung ihrer Liebe kämpfen, weil es vielen nicht gefiel, dass Sofia früher als Bikini-Model gearbeitet hatte. Mittlerweile hat das schwedische Volk die schöne Sofia jedoch in ihr Herz geschlossen. Nach der Trauung fuhren beide in einer Kutsche durch die Straßen, bejubelt von Zehntausenden Schaulustigen. Um einen Blick auf das Prinzenpaar zu erhaschen, hatten sich einige Royal-Fans schon am Morgen mit Plakaten und Schweden-Flaggen an den Absperrungen aufgestellt. Am Abend feierten Carl Philip und Sofia mit ihren Gästen im Stockholmer Schloss.

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Prinz Carl Philip und seine frischgebackene Ehefrau Sofia. © Kungahuset.se

Klagen gegen deutsche Klatschpresse: Schwedisches Königshaus erhält über 400.000 Euro Schmerzensgeld

Angebliche Liebesaffären, erfundene Schwangerschaften, kurzfristige Heiratspläne… Klatschblätter auf der ganzen Welt lieben es, Gerüchte über Prominente zu verbreiten und Geschichten zu erzählen, die gerne an den Haaren herbei gezogen sind. Was für uns eine kleine, lustige Story zwischen Kaffee und Müsli ist, setzt den betroffenen Personen zumeist extrem zu. Augen zu und durch, halten es viele der VIPs – aber nicht das schwedische Königshaus. Seit Jahren gehen sie gegen gedruckte Lügen und Behauptungen gerichtlich vor – mit Erfolg.

2003 beginnt die Chronik der alljährlichen Jagd auf die gerissene Klatschpresse. Dabei im Mittelpunkt: Die deutschen Klatschblätter „Alles für die Frau“, „Schöne Woche“, „Neue Post“, sowie einige weitere. Man versuchte es zunächst mit eindringlichen Worten seitens des Pressesprechers des Hofes. Erfolglos. Es wurde weiter ‚berichtet‘. Schlagzeilen wie „Kronprinzessin Victoria heiratet Prinz Nikolaos von Griechenland“ und „König Carl Gustav hat Prinzessin Victoria eine ‚Liebesinsel‘ in der Nordsee geschenkt“ erzürnten die royalen Gemüter. Der Schwedische Hof engagierte den Hamburger Rechtsanwalt Matthias Prinz. Innerhalb von wenigen Wochen konnte dieser erste Erfolge erzielen. Die Klage des Hofes vor dem Landgericht Frankental gegen den Klambt-Verlag wurde aufgrund einer außergerichtlichen Einigung zurückgezogen. Der Verlag erklärte sich bereit auf die Titelseite der nächsten Ausgabe der Zeitschrift „Woche der Frau“ einen Widerruf dieser Behauptungen zu drucken. Außerdem druckte der Verlag eine öffentliche Entschuldigung.

Man glaube, die Presse würde aus der Geschichte lernen. Aber nichts da! Schon ein Jahr später, weiter in 2005, 2007 und letztmalig in 2009 ging der Krieg um die royalen Lügen weiter. Schnell ging es nicht mehr nur um eine Entschuldigung, sondern um Entschädigungen für die falschen Berichte. Vor allem Kronprinzessin Victoria und ihre Schwester Madeleine wurden immer wieder in den Mittelpunkt der erfundenen Gerüchte gebracht. Doch auch ihr Vater wurde zum Zielobjekt. In den nach Angaben des Anwalts mehr als 500 als frei erfunden angefochtenen Berichten war König Carl Gustaf XVI. unter anderem Ehebruch angedichtet worden. In Interviews zu dem juristischen Feldzug gegen die deutschen Klatschblätter sagte Königin Silvia, dass ihre Töchter, Kronprinzessin Victoria und Prinzessin Madeleine, stark unter den Fantasie-Berichten über ihre angeblichen Liebschaften, Trennungen und auch Schwangerschaften zu leiden hätten. Entschuldigungen reichen da schon längst nicht mehr.

2009 kam es dann zu einer Verurteilung. 400.000 Euro Schmerzensgeld ging an das schwedische Königshaus. Die Richter am Hamburger Oberlandesgericht befanden in ihrem Urteil, dass der zur Klambt-Mediengruppe in Baden-Baden gehörende Verlag vor allem Madeleines Persönlichkeitsrechte jahrelang „rücksichtslos“ verletzt habe, um eine Auflagensteigerung und Gewinnerzielung zu bezwecken. Eine Revision hatte das Gericht nicht zugelassen.

Wie die Hofsprecherin Anne-Christine Jernberg berichtete, hat die königliche Familie die Zahlung nicht etwa in die eigene Tasche gesteckt, sondern das gesamte Geld an wohltätige Einrichtungen weitergeleitet.

Ich kann ja verstehen, warum ganz Schweden so auf ihre Königsfamilie steht :-) Die sind halt so sympathisch. Glamour und Glitzer und dabei trotzdem so bodenständig und familiär. Aber was haltet ihr denn von dem schwedischen Königshaus? Blättert ihr gerne durch die bunten Bildchen, schaut euch Prinzessin Madeleines süßen Nachwuchs an, und die Bilder von Victorias Spaziergang durch ihren Märchen-Garten? Oder kommt Klatsch und Tratsch niemals in euren Kopf? Let me know :-)