Wochenlang durch ferne Länder fahren, die dortigen Kulturen kennenlernen und abends einfach an einem wunderschönen Ort stoppen und direkt dort übernachten… Was klingt wie ein absoluter Traum eines jeden Reiseverrückten, wird mit dem Rotel Wirklichkeit. Das Rotel ist – wie der Name es schon andeutet – ein Hotel auf Rädern. Genauer fahrt ihr hier mit alten umgebauten, hochstylischen Bussen oder LKWs um die Welt, ein gemütliches Bett immer mit an Bord. Aber nicht nur die Fahrt an sich ist ziemlich cool, die Routen, die von Rotel Tours angeboten werden, sind einsame Spitze. Wer Lust auf unvergessliche Einblicke in entfernte Länder hat, ist hier genau richtig.

Rotel Chile
Bild: facebook.com/roteltours

Entdeckt die Welt auf Rädern – mit dem Rotel!

Ihr habt noch nie etwas vom Rotel gehört? Eigentlich überraschend, denn Rotel Tours gibt’s schon seit ein paar Jahren. Gegründet wurde das Unternehmen nämlich schon im Jahr 1945 von Georg Höltl und ist damit ein wichtiger Bestandteil der boomenden Tourismusbranche in der deutschen Nachkriegszeit. In den Anfangsjahren beschränkten sich die Touren des Busunternehmens auf das Gebiet rund um die Heimat Passau, ehe ab 1950 auch Südeuropa auf dem Programm stand. Revolutioniert wurde das ganze ab 1959 mit der Erfindung des patentierten rollenden Hotels, womit die erste Reise direkt mal nach Jerusalem führte. Ein weiterer Meilenstein war die erstmalige Durchquerung der Sahara mit einem Bus im Jahr 1969, ein unglaublicher Erfolg und ein Merkmal der Einzigartigkeit des ganzen Projektes.

Rotel Palmen
Bild: facebook.com/roteltours

Genauso beeindruckend wie die Geschichte vom Rotel sind seine spektakulären Touren, die angeboten werden. Diese sind nicht auf einen oder wenige Kontinente beschränkt, nein, auf allen Kontinenten rund um den Globus (mit Ausnahme von Antarktika, doch wer weiß… ;) ) werden Reisen angeboten. Diese gibt’s sowohl im kleineren, als auch im großen Rahmen. So gibt es beispielsweise „kleinere“ Ausflüge durch Frankreich oder von München nach Rom, beide dauern jeweils knapp eine Woche. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch fast zweimonatige Reisen, wie z.B. die „Große Reise rund um Australien“, bei der ihr das ganze Land, also fast den kompletten Kontinent, in 50 Tagen einmal komplett umquert, ein paar Tage im Landesinneren mit dem berühmten Ayers Rock natürlich inbegriffen.

Das wirklich beeindruckende an diesen Routen sind vor allem die wirklich außergewöhnlichen, fast exotischen Strecken in touristisch oft überhaupt nicht erschlossenen Gebieten. Als Beispiel seien hier die Touren durch Nepal und Tibet oder sämtliche Bereiche des afrikanischen Kontinents genannt – wer kann schon behaupten, das alles mal bereist zu haben?! Ihr lernt hier vollkommen andere Kulturen kennen und erlebt wirklich unglaubliche Landschaften, so bezeichnet das Unternehmen seine Touren als „Studienreisen auf Campingbasis“ – ziemlich treffend. Und die unzähligen Eindrücke sind doch wohl schon Anreiz genug für eine solche Reise, oder? :)

Rotel Marokko
Bild: facebook.com/roteltours
Rotel Uganda
Bild: facebook.com/roteltours

Eine spannende Möglichkeit, Länder authentisch kennenzulernen

Nun fragt ihr euch bestimmt: Wie läuft das denn genau ab? Wie komme ich mit einem Bus nach Australien? Aber keine Sorge: Bei solch weit entfernten Touren fliegt ihr von eurer Heimat aus zu einem größeren Flughafen, wo das Abenteuer dann richtig startet. Von da aus beginnt dann eure alles andere als gewöhnliche Rundfahrt, in der Regel werden dabei interessante Städte oder andere spannende Ziele mit dem Rotel angesteuert, wobei die Reisen an sich mit den teils unglaublichen Landschaften schon ein einmaliges Erlebnis sind – der Weg ist eben auch das Ziel! Auch Wandertouren sind, je nach Reise, oft mit inbegriffen, ihr könnt also auch sportlich aktiv werden. Da es für das Unternehmen von sehr großer Bedeutung ist, die ursprünglichen Kulturen der Länder zu wahren, ist das Programm stark darauf abgestimmt, euch hier keine touristisch perfekten „Kunstwelten“ zu präsentieren, sondern ihr sollt Land und Leute wirklich kennenlernen – was eben oft nur relativ weit abseits der üblichen Routen möglich ist. Dazu zählt beispielsweise aber auch, manche Reiseabschnitte mit einer besonderen Bahnverbindung, wie z.B. der Tibetbahn, der höchstgelegenen Bahnstrecke der Welt, zurückzulegen.

Auch bei der Verpflegung wird von euren Reisebegleitern darauf geachtet, möglichst frisch und landestypisch zu kochen, da nach eigener Aussage die bereisten Länder und das Verständnis für ihre Kulturen gefördert werden sollen. Apropos Begleiter: Das Team besteht aus zwei sehr erfahrenen Guides pro Tour, einem Fahrer und einem Reiseleiter. Beide Begleiter sind deutschsprachig und stammen laut Aussage des Unternehmens sogar zum Großteil aus der Heimatregion von Rotel Tours, rund um die niederbayerische Stadt Passau. Beide Guides stehen euch sowohl mit Rat und Tat bei allen Fragen zur Seite, versorgen euch aber auch mit spannenden Vorträgen und Informationen über die fremden Länder und ihre Menschen.

Rotel Frauen
Bild: facebook.com/roteltours
Rotel in Sudan
Bild: facebook.com/roteltours

Wenn ihr dann den ganzen Tag unterwegs wart, kommt es abends sehr gelegen, dass die Schlafplätze innerhalb von nur fünf Minuten aufgebaut sind und ihr euch nach dem Abendessen, welches genauso wie das Frühstück und, zum Teil, das Mittagessen, im Preis inbegriffen ist, einfach in euer Bett fallen lassen könnt. Als „Parkplatz“ zum Übernachten werden meistens Campingplätze oder andere geeignete Plätze gewählt, doch häufig findet ihr eure Nachtruhe auch in der freien Natur, was nochmal etwas ganz besonderes ist. Die Schlafkabinen sind entweder fest im hinteren Teil des Fahrzeugs verbaut oder in einem Anhänger untergebracht und verfügen über je ein kleines Fenster am Kopfende, sowie ein Mückennetz und einen Vorhang an beiden Enden. Es handelt sich hier um „Doppelzimmer“, die ohne preislichen Aufschlag mittels Trennwand aber auch mühelos in Einzelkabinen verwandelt werden können.

Ohnehin beschreibt das Unternehmen die Reisen als „sehr gesellig“ und damit auch für Einzelpersonen sehr geeignet, da die Gruppengröße sich zwischen 20 und 40 Personen, durchschnittlich bei 24 Personen, bewegt, und damit nicht zu groß ist. Viele der Reisenden berichten über ihre Erlebnisse auf dem Reiseblog des Unternehmens, auch Bilder und Videos gibt es hier zu bestaunen. Da Wert darauf gelegt wird, Platz zu sparen, wird eure „große“ Reisetasche separat gelagert, ihr erhaltet an jedem dritten Tag Zugang zu ihr und könnt euch jeweils für die nächsten drei Tage die nötigsten Dinge in eine Extra-Tasche einpacken.

Rotel Uluru
Bild: facebook.com/roteltours

Komplett unabhängig die ganze Welt auf Rädern erleben und in den schönsten Landschaften der Erde nächtigen – es klingt wirklich wie ein Traum. So, nun genug geredet, wer von euch ist dabei? :)