Das Smartphone haben viele von euch immer dabei – auch im Urlaub. Klar, man möchte schließlich seine schönsten Urlaubserinnerungen direkt mit Freunden und der Familie teilen. Ein schneller Urlaubsgruß hier, ein Facebookpost dort, und nach dem Urlaub kommt die dicke Rechnung mit den Roaming-Gebühren für das Surfen und Telefonieren im Ausland.

Nicht wenigen von euch wird dieses Szenario bekannt vorkommen, und wieder fragt ihr euch: „Warum ist das Telefonieren im europäischen Ausland nur so teuer?“. Genau diese Frage stellte sich auch die EU-Kommission und beschloss schließlich, die Roaming-Gebühren im europäischen Ausland abzuschaffen. Doch wie das mit Gesetzen und ihrer Durchsetzung immer so ist, Schlupflöcher gibt es fast überall. Was ihr zum Thema Roaming-Gebühren beachten müsst und was sich jetzt wirklich ändert, lest ihr jetzt.

Roaming-Gebühren im Ausland

Aktuelle Roaming-Gebühren

Musstet ihr euch früher noch vor jeder Reise durch einen Wust von Informationen und Tarifen eures Netzbetreibers lesen, um zu erfahren, wie teuer euch das Telefonieren und Surfen im Urlaubsland zu stehen kommt, wird dieses Prozedere nun durch einheitliche Aufschläge erheblich durchsichtiger. Seit dem 30.04.2016 gelten folgende Netto-Aufschläge:

  • 5 Cent pro Minute für abgehende Anrufe
  • 1,2 Cent pro Minute für eingehende Anrufe
  • 2 Cent pro gesendeter SMS
  • 5 Cent pro angefangenem Megabyte  

Als Aufschlag versteht sich hierbei das, was ihr maximal zusätzlich zu eurem Inlands-Tarif zahlen müsst, wenn ihr euer Smartphone im Ausland verwendet.

Der Plan für 2017

Im Juni nächsten Jahres kommt endlich die Abschaffung der Roaminggebühren im europäischen Ausland. Dann könnt ihr an eurem Urlaubsort unbeschwert zu den Konditionen eures Inlands-Tarifes telefonieren, surfen und simsen. Doch die Kommission hat sich jetzt dazu entschieden, den Netzbetreibern etwas entgegen zu kommen. Deswegen wurde jetzt ein Entwurf entwickelt, in dem festgelegt ist, dass der Handynutzer maximal 90 Tage ohne Zusatzkosten im EU-Ausland telefonieren und surfen kann. Die 90 Tage sollen den Bedarf für Privat- und Geschäftsreisende decken, der Netzbetreiber kann aber vom Handynutzer verlangen, dass er sich nach 30 Tagen ins Heimatnetz einwählt. Die Beschränkung soll verhindern, dass Kunden einen günstigeren Vertrag im Ausland abschließen. Bevor der Entwurf allerdings rechtskräftig wird, muss er mit der EU-Telekom-Regierungsbehörde, Berec und den einzelnen EU-Staaten besprochen werden. Ob diese Neuerung dann von Dauer sein wird, wird sich zeigen. Schließlich waren Roaming-Gebühren ein relativ lukratives Geschäft für die Netzbetreiber. Diese sollen, nach Abschaffung der Gebühren, die Möglichkeit bekommen, nachzuweisen, dass die entstandenen Kosten für die Nutzung eines anderen Netzes im Ausland nicht mit dem jeweiligen Inlands-Tarif gedeckt werden können. Es bleibt also abzuwarten, ob wir uns auch langfristig über den Wegfall der Roaming-Gebühren freuen können.

Achtung: In Ländern außerhalb der EU, wie zum Beispiel Ägypten, fallen weiterhin erhebliche Roaming-Gebühren an. Beachtet das, wenn ihr einen Urlaub außerhalb Europas macht.

Roaming-Gebühren Ausland Telefonieren

Puh, so ganz einfach ist das mit dem Wegfall der Roaming-Gebühren also doch nicht. Am besten erkundigt ihr euch direkt bei eurem Anbieter nach den neuen Konditionen, die nun für euren Vertag gelten. So vermeidet ihr unangenehme Überraschungen und dicke Rechnungen nach dem Urlaub. Die oben genannten geringeren Aufschläge gelten ja bereits schon europaweit. Eine weitere Alternative ist, dass ihr das Smartphone oder Tablet im Urlaub einfach ausgeschaltet lasst und euren Urlaub so in vollen Zügen genießt! :-) Wenn ihr auf Reisen nicht auf Facebook & Co. verzichten könnt, habe ich weitere Tipps für euch in meinem Reisemagazin.