Sich einmal frei fühlen wie ein Vogel, den Wind an sich vorbeiströmen fühlen und einen einzigartigen Blick auf die Welt haben. Dieses atemberaubende Gefühl ist für professionelle Wingsuit Flieger Alltag.

Wenn ich mir so die vielen Wingsuit Flüge im Internet anschaue, dann schaudert es mich auf der einen Seite, weil die Menschen im Fledermauskostüm in rasanter Geschwindigkeit durch die Gegend flitzen, andererseits ist es einfach ein spektakuläres Bild, das schon ein wenig Sehnsucht nach Abenteuer und Adrenalin in mir erwachen lässt. Mehr Infos zum Thema Wingsuits und spektakuläre Videos, bei denen euch der Atem stocken wird, gibt es in diesem Artikel.

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Wow! Was für eine unglaubliche Aussicht!

Infos für Wingsuit-Neulinge: Fliegen wie ein Vogel

Falls ihr vielleicht gar nicht wisst, was sogenannte Wingsuit-Flüge sind, dann möchte ich euch das erstmal erklären. Wingsuits sind Flügelanzüge, die Fallschirmspringer und Basejumper anziehen, bevor sie sich in die Lüfte wagen. Das Besondere bei diesem Ganzkörper-Anzug ist, dass sie zwischen den Armen und Beinen Flächen aus Stoff haben und so ein wenig wie Fledermäuse aussehen. Durch den Luftstrom, der auf die Flügel wirkt, können geübte Fallschirmspringer in teils horizontaler Lage mit durchschnittlich 130 km/h durch die Luft gleiten. In den meisten Fällen wird hierbei eine Gleitzahl von 1:3 erreicht, was bedeutet, dass auf einem Meter Sinkflug 3 Meter Horizontalflug zurückgelegt werden. Da das Fliegen mit Wingsuits mit einem hohen Risiko verbunden ist, gibt es in Deutschland strenge Auflagen, was die Berechtigung, solch einen Wingsuit zu benutzen, angeht. Nur ausgebildete Fallschirmspringer, die mindestens 200 Fallschirmsprünge absolviert haben, dürfen zunächst einmal unter Anleitung mit einem Wingsuit fliegen. Außerdem ist für jeden Sprung eine Genehmigung erforderlich, bei der Absprung- und Landeplätze freigegeben sein müssen. Doch es ist kein Wunder, dass die Behörden so strenge Regelungen für Wingsuit Liebhaber eingeführt haben, schließlich gehört Wingsuit-Fliegen zu den gefährlichsten Extremsportarten der Welt!

 

Die Geschichte und Entwicklung des Wingsuit-Fliegens

Mit Flügeln zu fliegen, davon träumen die Menschen schon seit vielen, vielen Jahren. Den ersten wirklichen Versuch mit einem Fledermausanzug zu fliegen wagte Franz Reichelt, ein Österreicher, der 1912 vom Eiffelturm sprang – und verunglückte. Viele weitere Visionäre, bis heute mehr als 70,  ließen ihr Leben bei ihren Experimenten, den idealen Anzug herzustellen, der einen Menschen wirklich fliegen lässt. Im Jahre 1999 wurde dann endlich der erste leicht beherrschbare Wingsuit unter dem Namen „BirdMan“ in den Handel gebracht, der auch von durchschnittlichen Fallschirmspringern verwendet werden sollte.

Obwohl Wingsuit-Fliegen schon eine kleine Nische im Luftsport ausmacht, gibt es auch hier noch verschiedene Varianten: Beim Wingsuit-Base-Jumping springen die „Vogelmenschen“ nicht aus einem Flugzeug oder Helikopter, sondern von einem festen Untergrund, wie zum Beispiel einem Berg ab. Beim sogenannten „Proximity Flying“ geht es darum, möglichst dicht über Hänge und entlang der Grate der Berge zu fliegen und sich eben wie ein Vogel zu fühlen. Zwar ist diese Art des Wingsuit-Fliegens sehr riskant, aber dafür umso spektakulärer. Zum ersten Mal probierte sich im September 2011 Jeb Corliss im Proximity Flying in den Schweizer Bergen. Wem das noch nicht genug Kick gibt, der probiert halt die von Raketen betriebenen Wingsuits aus, die 2006 auf den Markt kamen. Bei diesen speziellen Anzügen ist im Beinflügel eine lenk- und regelbare Antriebseinheit integriert.

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Wingsuit Fans stürzen sich gern ins Abenteuer – ein ziemlich gefährlicher Sport!

Wer sich nun wirklich wortwörtlich ins Abenteuer stürzen möchte, der sollte erst einmal mit dem Fallschirmspringen beginnen, eine Lizenz erwerben, mindestens 200 Mal gesprungen und dann eine Wingsuit-Einweisung besuchen. Das hört sich vielleicht nicht allzu schwer an, aber ihr solltet Geduld mitbringen, denn bis ihr am lang ersehnten Ziel ankommt und an der Klippe eines Berges steht und eure Arme weit ausgebreitet habt, können gerne mal mehrere Jahre vergehen. Seid ihr trotz alldem richtige Abenteurer und bereit, das alles auf euch zu nehmen? Dann lasst es mich unbedingt wissen und haltet mich auf dem neuesten Stand, wie ihr diesen Prozess bis zu eurem ersten Wingsuit-Sprung meistert. Für all diejenigen, die lieber auf dem Boden der Tatsachen bleiben: Die waghalsigen Videos im Internet anzuschauen ist doch auch schon Action und Spannung genug…;)