Es ist soweit. Der zweite Teil von Theas Reisebericht zu ihrer Afrika-Tour ist endlich fertig. Während sie im ersten Teil in Südafrika unterwegs war und das berühmte Kap der Guten Hoffnung und die wunderschöne Flora und Fauna bestaunen konnte, geht es in Namibia viel weiter hinaus in die Wildnis… Viel Spaß beim Lesen und immer daran denken: Wenn ihr eure Reisegeschichten auch auf meinem Blog veröffentlicht sehen wollt, dann zögert nicht und schreibt mir eine Mail an redaktion@urlaubsguru.de.

Beeindruckende Aussichten am Fish River Coyon

Wir verlassen die asphaltierten Straßen von Südafrika und fahren mitten hinein in die staubige und einsame Landschaft Namibias. Die Umgebung hat sich komplett gewandelt. Es ist kaum mehr Grün zu sehen, dafür viele karge Büsche und vereinzelt streifen Antilopen und Strauße unseren Weg. Namibia ist Afrika für Anfänger. Dieses Land ist reich an Kultur, Geschichte und bietet seinen Besuchern ein ganzes Spektrum an wilden Tieren und imposanten Landschaften. Auf der anderen Seite ist es ein sicheres Reiseland und durch seine Historie bedingt auch von deutschen Einflüssen geprägt.

Unser erstes Highlight in Namibia ist der Fish River Canyon, mit einer Gesamtlänge von 160 km der zweitgrößte Canyon auf der Welt. Völlig beeindruckt stehen wir an der Kante und schauen in etwa 550 m tiefe Schluchten. Bei Käse und Wein genießen wir anschließend den spektakulären Sonnenuntergang über dem Canyon.

Fisher River Canyon

So heiß es tagsüber war, so kalt wird es, sobald die Sonne untergegangen ist. Haben wir uns am Nachmittag noch über die Hitze beklagt, so froh sind wir, dass wir am Abend unseren Pullover eingepackt haben.

Vom Fish River Canyon aus führt unser nächstes Ziel zur Düne 45, mitten in der Namib Wüste. Die Fahrt dorthin dauert ca. 11 Stunden und ist immer wieder von Zusammentreffen mit Oryx-Antilopen, Kudus, Springböcke, Strauße und Zebraherden begleitet. Die Düne 45 hat ihren Namen, weil sie die 45. Düne in der Wüstenkette ist und weil es genau 45 km von dieser Düne zum Parkeingang des Sesriem sind. Der Sesriem ist ein weiterer kleiner Canyon in der Namib Wüste.

Reisebericht Namibia: Düne 45

Zurück zur Düne 45. Als Tourist in Namibia ist es fast schon Pflicht die ca. 170 m hohe Düne vor Sonnenaufgang zu besteigen. Das bedeutet, dass man um 5 Uhr aufstehen muss, um dann in noch eisiger Kälte die gnadenlose Düne zu bezwingen. Der Aufstieg dauert eine gefühlte Ewigkeit und wenn man nach oben geblickt hat, scheint es, als wäre man keinen Schritt weiter vorangekommen. Doch letztendlich und pünktlich zum Sonnenaufgang sind wir am höchsten Punkt der Düne angelangt und werden mit einem spektakulären Sonnenaufgang über der Wüste belohnt. Bei diesem Anblick hat sich die Quälerei auf die Düne mehr als gelohnt. Der Rückweg geht auch etwas einfacher und schneller, da man so schnell runter rennen kann wie man will. Man sinkt bis zu den Knien in dem pulverfeinen roten Sand ein, dass ein Sturz nach vorne unmöglich ist.

Von der Düne aus geht es tiefer in die Wüste hinein ins Sossuvlei – Der Ort wo das Wasser endet. Das Sossuvlei ist eine riesige Salzpfanne in der Wüste. Da es mittlerweile früher Vormittag ist, ist die Wanderung zum Sossuvlei durch die Wüste bei gefühlten 40 Grad in etwa genauso anstrengend wie die Wanderung auf der Düne. Doch auch hier werden wir mit einer atemberaubenden Landschaft belohnt. Die Salzpfanne ist umringt von hohen roten Dünen und beherbergt Dutzende toter Bäume. Während unseres Wüstenmarsches werden uns Tipps verraten, wie man in der Wüste Wasser findet. Dennoch möchte ich niemals in der Lage sein, um diese Tipps anwenden zu müssen.Es herrscht eine drückende Hitze und wir sind alle glücklich genug Wasser mitgenommen zu haben. Nach diesen beeindruckenden Impressionen der Namib Wüste geht es zurück in die Zivilisation, nach Swakopmund.

Wüste in Namibia

Ein herzlicher Empfang im Township von Swakopmund

Swakopmund ist eine kleine Stadt an der Atlantikküste mit der Wüste im Rücken. Es ist eine sichere Stadt mit vielen deutschen Einflüssen, so kommt es nicht selten vor, dass man im Geschäft auf deutsch angesprochen wird. Doch wie jede afrikanische Stadt hat auch Swakopmund seine Townships, wo die ärmere Bevölkerung lebt. Auf einer Tour durch die Townships wird uns das Leben dort hautnah gezeigt. Dort leben drei Stämme Namibias, mittlerweile friedlich miteinander. Die Damara, Hereros und Himba. Bei insgesamt 7.000 Township-Bewohnern teilen sich jeweils zwei Häuser eine Toilette. Es gibt jedoch weder Strom, noch fließendes Wasser. In jeder Straße gibt es einen Brunnen, wo für 1 NAD (weniger als 10 Cent) Wasser gekauft werden kann. Doch bei all den Vorurteilen gegenüber solchen Townships, haben wir vor allem den Eindruck gewonnen, dass selbst dieser Stadtteil von Swakopmund sehr sicher ist und von Lebensenergie nur so strotzt.

Himba in Namibia

Uns wurde auch erzählt, dass manche sich sogar ein Haus in der Stadt leisten könnten, dort aber nicht hinziehen wollen, da ihre gesamte Familie und alle Freunde im Township wohnen. Bei einem Besuch in einer typischen Township-Bar konnten wir diese Einstellung nachvollziehen. Es herrscht eine freundliche und familiäre Atmosphäre und selbst wir als unübersehbare Touristen wurden freundlich empfangen. Uns wurde sogar eine Lehrstunde der Damara-Sprache gegeben. Die Damara-Sprache zeichnet sich durch die Klick-Laute aus und ist extrem schwierig zu erlernen. Die insgesamt vier verschiedenen Klicks werden entweder vor oder nach einem Wort gesetzt und je nachdem welcher Klick benutzt wird, ändert sich die Bedeutung eines Wortes komplett. Wenn man beispielsweise „Ich liebe dich“ sagen möchte, kann durch die Wahl eines falschen Klicks schnell „Ich töte dich“ daraus werden.

Wir verlassen Swakopmund weiter in Richtung Norden, fahren durch endlose Landschaften als seien wir in der Mitte vom Nirgendwo. Mitten aus dem Nichts tauchen immer wieder kleine Hütten und kleine Stände auf, an denen Mitglieder des Himba-Stammes Steine oder selbstgebastelte Schmuckstücke verkaufen. Für uns ist die ganze Szenerie so befremdlich, dass wir uns fühlen, als stünden wir vor einer anderen Art. Die Lebensweise dieses Stammes ist für uns so anders, dass sie von einem anderen Planeten kommen könnten. Beispielsweise benutzt dieser Stamm Sand zur Reinigung. Trotz allem sind wir fasziniert von diesen Menschen, die mit ihrer Tradition so tief verwurzelt sind, da nur sie das Geheimnis kennen, wie man in solch einer unwirtlichen Umgebung überlebt. Würde man einen von uns in diesem Nichts aussetzen, wären wir wohl verloren.

Die Big Five im Etosha Nationalpark

Unser nächstes großes Highlight in Namibia ist der Etosha Nationalpark. Der Park beherbergt so ziemlich jede Tierart Namibias, außer dem Nilpferd, Büffel und Krokodil, da diese auf stände Wasserplätze angewiesen sind.

Unser Camp befindet sich im Park und verfügt neben den Annehmlichkeiten von warmen und kalten Wasser, auch über ein ständiges Wasserloch zur Tierbeobachtung und den unfreiwilligen Besuch von wilden Schakalen. Doch mittlerweile hat man sich an Besuch von wilden Tieren im Camp gewöhnt. So hatten wir schon das Vergnügen mit Pavianen und Skorpionen.

Tierherde in der Wüste

Wie dem auch sei, unsere Mission besteht darin so viele Tiere wie möglich aufzusuchen. Am besten natürlich die „Big 5“. Dazu zählen Löwe, Nashorn, Elefant, Leopard und Büffel. Bis auf den Büffel haben wir also die Chance alle zu Gesicht zu bekommen. Die „Big 5“ haben ihren Namen nicht aufgrund ihrer Größe, sondern vielmehr angesichts ihrer Schwierigkeit sie zu jagen.

Am frühen Morgen beginnt die Pirschfahrt, wobei wir tatsächlich keinen Wecker gebraucht haben, da wir vom Brüllen des Löwen geweckt wurden, das so laut war, dass man hätte meinen können, der Löwe stünde direkt neben unserem Zelt. Voller Vorfreude beginnt also unsere Safari im Etosha Nationalpark.

Wir steuern das erste Wasserloch an und haben direkt Glück. Dort liegen zwei männliche Löwen, die das Wasserloch bewachen. In einiger Entfernung steht eine Herde Zebras, die ziemlich durstig ausschaut, doch die Löwen lassen ihnen keine Chance näher an das Wasserloch heran zu kommen. Notgedrungen müssen sie sich wohl eine andere freie Wasserstelle suchen.

Zebras in Namibia

Weiter geht die Fahrt durch den Park und wir sehen unser erstes Nashorn. Fast wollen alle vor Freude anfangen zu jubeln, bis wir ermahnt werden leise zu sein, da das Tier sonst fortlaufen könnte. Dennoch ist es faszinierend, diese vom Aussterben bedrohten Tiere zu sehen, zumal es im Park auch nur 20 Stück davon gibt.

Während unserer Safari sehen wir Hunderte Zebras und Antilopen, Dutzende Giraffen und Elefanten. Das unerwartetste Tier, das wir sehen, ist jedoch der Leopard. Keiner hat zu hoffen gewagt, dass wir ein solch scheues Wesen sehen werden. Zu unserem Glück lag jedoch einer davon schlafend am Straßenrand. Aufgeweckt durch unsere Kameras, verschwand er jedoch relativ schnell im sicheren Gebüsch. Dennoch ein absolutes Highlight.

In der Abenddämmerung sehen wir weitere Nashörner, sogar mit einem kleinen Baby-Nashorn und Elefanten-Familien. Die ersten Vier der „Big 5“ haben wir also tatsächlich schon sichten können.

Reisebericht Namibia

Ein Abstecher in die Hauptstadt Winhoek

Wir verlassen den Nationalpark in Richtung Windhoek, unserer letzten Station in Namibia. Hier dürfen wir unser Zelt nach langer Zeit wieder gegen ein Hotelbett und eine eigene Dusche eintauschen.

Namibias Hauptstadt ist nicht vergleichbar mit Swakopmund. Zwar lassen sich auch hier deutsche Einflüsse finden, jedoch längst nicht so ausgeprägt wie in Swakopmund. Auch ist hier die Kriminalitätsrate höher. Wir bekommen das am eigenen Leib zu spüren, als wir nicht mal zehn Minuten in einem Geschäft sind, versucht jemand unseren Rucksack zu öffnen. Jedoch haben sowohl wir, als auch der Sicherheitsdienst des Geschäftes das bemerkt, sodass nichts weiter passiert ist. Alleine nachts durch die Stadt laufen ist hier im Gegensatz zu Swakopmund daher undenkbar. Wir verlassen Windhoek am nächsten Tag in Richtung Botswana, wo das, laut unseres Guides, „richtige“ Afrika beginnt.

— Hier geht es zum ersten Teil der großen Afrika-Reise