Nach einem aufregenden Aufenthalt in Südafrika und Namibia macht sich Thea im dritten Teil ihrer Reise durch Afrika auf nach Botswana. Dort wartet nicht nur ein Camp in der Wildnis, sondern auch ein Elefant in direkter Nachbarschaft. Außerdem wird ums Feuer getanzt und die Reisegruppe hat die Chance einen Revierkampf zwischen Nilpferd und Elefant zu beobachten. Viel Spaß beim Lesen!

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Botswana ruft und wir tanzen ums Lagerfeuer

Wir verlassen Namibia in Richtung Osten und tauchen tiefer in die faszinierende Welt Afrikas ein. Wir erreichen unser Camp in der Kalahari Wüste am späten Nachmittag. Nach dem Zeltaufbau und Umpacken der Rücksäcke erfolgt die übliche Inspektion der Sanitäranlagen. Dabei müssen wir feststellen, dass weder die Toiletten noch Duschen über den Vorzug einer Tür verfügen. Aber das stört uns nicht mehr großartig, daran haben wir uns nach 2 Wochen in Afrika bereits gewöhnt.

Am Abend steht für uns ein ganz besonderes Spektakel auf dem Programm. Eine Gruppe Buschmänner hat sich angekündigt, um mit uns am Lagerfeuer zu tanzen.

Zunächst wurden uns verschiedene Tänze der Jagd gezeigt, dabei gibt es für jedes erlegte Tier einen anderen Tanz. So wird beispielsweise je nachdem, ob ein Kudu oder eine Oryx Antilope erlegt wurde, ein anderer Tanz aufgeführt, während die Frauen um das Lagerfeuer sitzen und im Takt klatschen und singen. Die Männer haben eine Art Rassel um ihre Fußknöchel gebunden, die je nach Schrittfolge den Rhythmus vorgibt. Die Tänze sind lediglich Erben ihrer Kultur, die sie nach ihrer ursprünglichen Bedeutung nicht mehr tanzen, da in Botswana die Wilderei unter Strafe steht.

sonnenuntergang

Neben den Jagd-Tänzen, gibt es auch reine Unterhaltungstänze, die uns auch noch präsentiert werden. Dabei merken wir besonders, dass die Buschmänner großen Spaß an ihrem kulturellen Ritual haben. Am Ende wurden auch wir in den Tanz miteinbezogen, sodass wir gemeinsam mit den Buschmännern um das Lagerfeuer getanzt haben. Natürlich haben wir die Schritte überhaupt nicht beherrscht, sodass es von Außen betrachtet albern und unbeholfen ausgesehen haben muss. Dennoch war es für uns alle ein besonderes Ereignis und eine große Ehre. Denn wer kann schon von sich behaupten, mit Buschmännern um ein Lagerfeuer getanzt zu haben?

Mit dem Einbaum im Okavango-Delta

Unsere nächste Station ist Maun, eine mittelgroße Stadt am Okavango Delta. Wir erreichen das Camp am frühen Nachmittag, sodass wir genug Zeit haben, um zu Waschen und unser Gepäck fürs Okavango Delta zu packen. Dort werden wir eine Nacht in der Wildnis, ohne Strom und Wasser verbringen. Daher genießen wir unsere letzte Nacht auf einem sicheren Campingplatz mit fließendem Wasser, Toiletten und vor allem Duschen.

Am nächsten Tag brechen wir ins Okavango Delta auf. Zunächst sitzen wir alle noch ziemlich bequem in Motorbooten mit denen wir auf einer ca. 40 minütigen Fahrt auf dem Fluss zu der sogenannten Mokoro Station gefahren werden. Mokoros sind Einbaum-Boote, ähnlich wie Kanus, die mit Hilfe von langen Stangen von den Kavanger (ein namibischer Volksstamm) gesteuert werden. Früher wurden Mokoros aus den Leberwurstbäumen gefertigt, heute bestehen sie jedoch um die Abholzung der Bäume zu stoppen, aus Fieberglas.

mokoros

In jeden Mokoro passen zwei Leute plus den Steuermann/ Steuerfrau, die sogenannten Poler. An der Mokoro-Station steigen wir also paarweise mit unserem Tagesrucksack in die Mokoros um. Dabei werden unsere Matratzen so in die Mokoros gelegt, dass sie uns als Sitze dienen. Unsere Zelte und Küchenutensilien werden in einem extra Mokoro zum Camp gebracht. Die Boote sind unglaublich schaukelig, sodass wir uns während der ca. 1,5h Fahrt keinen Millimeter bewegen. Auch wenn das Wasser unglaublich klar ist, möchten wir doch nur sehr ungern damit in Kontakt kommen, wenn man bedenkt, dass wir mitten in der Wildnis sind und um uns herum potenziell Krokodile oder sonstige tödliche Gefahren sein könnten. Also versuche ich zu schlafen, was auch von der Müdigkeit her kein Problem ist, da wir jeden Tag um ca. 5 Uhr aufgestanden und quasi dauerübermüdet sind. Allerdings führt die Fahrt in dem Mokoro immer wieder durch dichtes Schilf, das mir gnadenlos ins Gesicht haut, sodass mit nichts anderes übrig bleibt als wach zu bleiben und die Fahrt mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit zu genießen.

Ein Zelt mitten in der Wildnis

Im Camp angekommen, sucht sich jeder einen geeigneten Platz für sein Zelt. Danach folgt eine Sicherheitseinweisung durch die Poler, die auch die gesamte Zeit mit uns im Camp verbringen werden. Da wir uns in der freien Wildbahn befinden und uns kein Zaun oder sonstige Barrieren von wilden Tieren trennt, werden wir kurz darüber aufgeklärt, was zu tun ist, falls ein Löwe unser Camp besucht. Wir merken jedoch recht schnell, dass die Überlebenschancen für uns recht gering wären. Außerdem wird uns noch unsere „Toilette“ gezeigt, ein in die Erde gegrabenes Loch in einem angemessenen Abstand zum Rest des Camps. Als Zeichen, dass die „Toilette“ besetzt ist, dient eine Schaufel am Anfang des Wegs zum Loch. Wenn die Schaufel weg ist, ist das Loch besetzt, steht die Schaufel dort, ist das Loch frei. In der Dunkelheit ist es nur erlaubt, das Loch zu Zweit aufzusuchen. Ein Problem hat keiner mit dieser Form der Toilette, da sie hygienischer ist, als so manche öffentliche Toilette.

Besuch der Elefanten im Camp

Am späten Nachmittag komme auch ich in den Genuss jener Benutzung. Ich schnappe mir also die Schaufel, als Zeichen, dass die Tür zum Klo nun zu ist und stapfe todesmutig zum Loch. Da es wie gesagt, kein Zaun um unser Camp gibt, schaue ich mich zunächst um, ob sich nicht im Gebüsch ein Löwe oder Nashorn versteckt hat. In einiger Entfernung sehe ich dann tatsächlich etwas im Baum baumeln. Einen Löwen schließe ich aus, was es aber genau ist kann ich nicht sagen. Daher gehe ich erst mal wieder zurück zum Camp und hole mir professionelle Späh-Hilfe in Form meiner Schwester. Da stehen wir also und starren den Busch an, als plötzlich ein riesiger Elefant daraus hervorkommt. Wir trauen unseren Augen nicht. Doch es ist nicht zu übersehen, in ca. 50m Meter Entfernung steht ein riesiger Elefant und schaut uns an. Wir sind völlig aus dem Häuschen und holen den Rest der Gruppe. Zu dem einen Elefant hat sich noch ein zweiter dazu gesellt, die seelenruhig die Blätter der Bäume fressen und uns immer näher kommen. Am Ende sind die Elefanten bis auf 20 m an unser Camp ran gekommen.

elefantsonne

„Wenn wir rennen müssen, rennt mir hinterher!“

Nach diesem Elefanten Highlight nehmen uns die Poler auf eine Naturwanderung durch das Okavango Delta mit. Dazu fahren wir mit den Mokoros ein Stück weiter auf eine andere Insel. Dort haben wir uns in 5er Gruppen eingeteilt, wobei jede Gruppe zwei eigene Führer bekommen hat. Auch hier erfolgt zunächst eine Sicherheitseinweisung, da wir immer noch in der Wildnis sind. Die Kernaussage dabei ist: “Wenn wir rennen müssen, rennt mir hinterher. Rennt auf keinen Fall in die andere Richtung“. Voller Motivation wandern wir also los. Wir haben viele Löwenspuren gesehen und sogar zwei erlegte Zebras, doch glücklicherweise ist uns kein Löwe über den Weg gelaufen.

Abends sitzen wir wie jeden Abend vor dem afrikanischen Fernsehen, dem Lagerfeuer, grillen Marshmallows und bekommen eine Gesangs- und Tanzvorstellung der Poler geboten. Ein rundum gelungener und aufregender Tag im Okavango Delta neigt sich dem Ende zu. Am nächsten Morgen treten wir die Rückfahrt in unser Camp in Maun an, wobei zunächst wieder die Fahrt in den Mokoros erfolgt und danach der Umstieg in die Motorboote.

Elefant vs. Nilpferd – Revierkämpfe im Chobe Nationalpark

Ein weiteres Muss in Botswana ist neben dem Okavango Delta der Chobe Nationalpark. Der Park liegt in der Nähe der Grenze zu Sambia und ist für seine große Elefanten- und Büffel-Populationen bekannt. Wir unternehmen eine insgesamt 3-stündige Flussfahrt durch den Chobe Park. Neben Elefanten können wir hier nun endlich unsere Sammlung der „Big 5“ vervollständigen.

elefantenimwasser

Hunderte Büffel tummeln sich auf dem Gras, dicht neben Nilpferden und Krokodilen. Dabei bekommen wir ein ganz besonderes Schauspiel zu sehen, als sich ein Elefant und ein Nilpferd einen Revierkampf leisten. Das Nilpferd flüchtet über den Fluss ans andere Ufer und wägt sich schon in Sicherheit, als der Elefant kurzerhand auch in Wasser steigt und ans andere Ufer schwimmt. Dabei taucht er mit seinem ganzen Körper unter Wasser und hält zum Atmen nur noch seinen Rüssel über die Wasseroberfläche.

Auf der anderen Seite angekommen starrten sich Elefant und Nilpferd lange an. Das Nilpferd reißt sein riesiges Maul zur Bedrohung auf, davon ist der Elefant jedoch nicht so beeindruckt und geht weiter auf das Nilpferd zu. Das nimmt Reißaus und schwimmt zurück zum anderen Ufer. Der Elefant hat diesen kleinen Machtkampf für sich entscheiden können. Auf der Fahrt begegnen uns noch weitere Paviane, Affen, Büffel, Nilpferde und Krokodile, bis die Sonne schließlich hinter einer Herde Elefanten untergeht.

Hier geht es zu Teil 1: Südafrikas einzigartige Landschaften und raue Küsten

Hier geht es zu Teil 2: Wilde Tiere und fremde Kulturen in Namibia