Wie in jedem Jahr erhöht die Deutsche Bahn auch 2014 die Fahrkartenpreise. Das ist eigentlich nicht ungewöhnlich, denn darauf sind die Bahnexperten zu dieser Zeit des Jahres schon eingestellt. Dieses Jahr ist alles aber ein wenig anders. Denn die Deutsche Bahn hat seit einigen Monaten eine starke und nicht zu unterschätzende Konkurrenz, die gerade bei Sparfüchsen beliebt ist. Fernbusse erobern den Fernreisemarkt und bieten ein ausgedehntes Streckennetz und komfortables Reisen zu kleinen Preisen. Je nach Strecke zahlt man im Fernbus unter 10 Euro pro Fahrt und kann sich über kostenloses WLAN freuen. Es heißt, dass Fernbusse der Bahn jedes Jahr zwischen 50 und 100 Millionen Euro Umsatz streitig machen. Der Wettbewerb zwischen beiden Branchen ist also bereits in vollem Gange. Und die Bahn reagiert auf die Konkurrenz.

Preiserhöhungen gelten nicht für die 2. Klasse der Bahn

Entgegen aller Prognosen werden die Preise für Fahrkarten der 2. Klasse auf der Fernstrecke nicht erhöht. Für die 1. Klasse hingegen schon. Und auch die Preise für die Fahrten mit der Regionalbahn steigen. Was hat das für Gründe? Die Bahnfahrer, die am ehesten von der Schiene auf die Straße umsteigen, findet man vermutlich zum Großteil in der zweiten Klasse des ICE oder IC. Die Passagiere der 1. Klasse hingegen wollen vermutlich auf den Komfort und die Ruhe der schickeren Abteile nicht verzichten. Deshalb kann die Bahn hier auch problemlos die Preise erhöhen, ohne besorgt sein zu müssen, ob die Mehrkosten Kunden vergraulen könnten.

Die Konkurrenz durch die Fernbusse belebt das Geschäft auf den Langstrecken. Um den Wettbewerb im Regionalverkehr zu erhöhen, braucht es vermehrt die Angebote anderer privater Bahnlinien, um hier den Druck auf die Deutsche Bahn zu erhöhen. Denn auf regionaler Ebene können die Fernbusse nicht so viel ausrichten.

Bahnstreik

Foto: Tupungato/shutterstock.com