In den letzten 6 Monaten hat Mara im Rahmen des Praktikums ihres Lebens die weite Welt bereist. Fleißig berichtete sie von den verschiedensten Destinationen, ihren Erfahrungen und Highlights auf Reisen. Da sich ihre lange Reise nun so langsam aber sicher dem Ende zuneigt, habe ich mich nochmal mit ihr zusammengesetzt, um ein abschließendes Interview zu durchzuführen.

Letztes Jahr habe ich einen ganz besonderen Praktikumsplatz vergeben, das Praktikum deines Lebens. Mara setzte sich mit ihrer kreativen Bewerbung gegen rund 5000 Bewerber durch und reiste im letzten halben Jahr in meinem Auftrag rund um die Welt. Traumhafte Ziele wie die USA, Südamerika, die Malediven und beliebte Ziele in Europa standen dabei auf der Reiseagenda. Während ihrer Reisen hat uns Mara mit spannenden Reiseberichten und atemberaubenden Fotos auf Instagram versorgt. Nun neigt sich das Praktikum dem Ende zu und ich habe mir meine Praktikantin geschnappt, um mit ihr über ihre Erlebnisse und Erinnerungen an das wohl begehrteste Praktikum zu sprechen. Was Mara erlebt hat, welche Momente ihr besonders in Erinnerung geblieben sind und welche Highlights und Pannen die reiselustige Schwäbin in ihren Reiseberichten verschwiegen hat, erfahrt ihr jetzt im großen Abschlussinterview zum Praktikum deines Lebens.

In 29 Bildern um die Welt – Alle Stationen von Maras Praktikum bei Urlaubsguru.de

Mara, ich sehe, dass du immer noch eine Schiene am Arm trägst. Auf deiner Reise nach Bolivien hast du dir ja bei einem Sturz auf einer Mountainbike-Tour über die berüchtigte Straße des Todes eine Fraktur zugezogen. Wie geht es deinem Arm? Hat der Gips deine Reise beeinflusst?

Meinem Arm geht es schon viel besser, zum Glück wurde mir der Gips bereits auf der letzten Station meiner Südamerikareise in Rio de Janeiro abgenommen. Mit dem lästigen Gips hatte ich nämlich während der gesamten Reise durch Bolivien zu kämpfen und um ehrlich zu sein, wäre ich ohne meine argentinische Reisebegleitung Rodrigo sogar komplett aufgeschmissen gewesen, denn einfachste Dinge wie das Tragen meines Rucksackes und das Anziehen einer Jacke wurden zu einer schweren Aufgabe. Mir wurde zwar angeboten, meine Südamerikareise vorzeitig zu beenden, um den Arm zu schonen, doch das war für mich keine Alternative. Schließlich gab es noch so viel zu sehen und Bolivien hat mich wirklich stark beeindruckt!

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Mara auf der Straße des Todes in Bolivien. Bei der gefährlichen Abfahrt brach sie sich den Arm.

Apropos Reisebegleitung: Beim Reisen geht es natürlich auch immer darum, neue Kulturen und Menschen kennenzulernen. Auf deinen Reisen während des Praktikums hast du nicht nur viele Einheimische, sondern auch andere Reisende kennengelernt. Ist dir jemand besonders in Erinnerung geblieben?

Bei dieser Frage muss ich sofort an meine Reise nach Los Angeles denken. Auf dieser Reise habe ich die Webseite Airbnb ausprobiert und eine Unterkunft über das Portal gebucht. Empfangen wurde ich schließlich von Quinton, der mir nicht nur die Unterkunft vermietete, sondern ganz nebenbei auch noch von seiner Tätigkeit als Illustrator und Animator für Animationsfilme erzählte. Quinton hat sogar bei dem Disneyfilm „Unverfroren – Die Eiskönigin“ mitgewirkt. Wer erwartet schon, so eine spannende Persönlichkeit über ein Wohnungsportal für Reisende kennenzulernen?! Sowohl in Erinnerung als auch in Kontakt bleibe ich auch mit Tomy und Rodrigo, die ich in Peru kennengelernt habe. Während unserer gemeinsamen Reise, die, wie ihr wisst, auch durch Bolivien ging, sind mir die beiden so ans Herz gewachsen, dass sie mittlerweile wie Brüder für mich sind. Tomy hat mich besonders beeindruckt, da er einfach aus seinem geradlinigen Leben mit Studium und Job ausgestiegen ist, um nun die ganze Welt zu bereisen und vorhat, fünf Jahre lang in einem Boot einmal den Globus zu umrunden. Diese Sehnsucht nach neuen Orten kann ich sehr gut nachvollziehen.

Wie war es eigentlich für dich alleine zu reisen? Kam auch mal Heimweh auf?

So etwas wie Heimweh kenne ich eigentlich nicht. Dank meiner Freunde, die ich auf der ganzen Welt wiedertreffe, wie einen guten Freund, der in Dubai lebt, und neuen Bekanntschaften, hatte ich auf meinen Reisen während des Praktikums immer wieder jemanden an meiner Seite. Mein Tipp für Alleinreisende: Hostels oder Airbnb-Wohnungen sind eine tolle Möglichkeit, um schnell mit anderen Reisenden in Kontakt zu kommen und Reisebuddys zu finden.

Praktikum deines Lebens Interview
Auf ihren Reisen lernte Mara viele neue Freunde kennen.

…und schließlich habe ich mir immer wieder neue Herausforderungen, wie das Fahren mit einem TukTuk in Thailand, oder dem Bungeesprung in Las Vegas, einfallen lassen. Gekrönt wurden deine Reisen außerdem durch tolle Ausflüge, wie den Helikopterflug über den Grand Canyon, oder dem Hang Gliding in Rio. Da kam mit Sicherheit auch keine Langeweile auf, oder?

Der Helikopterflug war der Wahnsinn, aber was mir immer in Erinnerung bleiben wird, ist das Unterwassermuseum in Mexiko. Während des Tauchganges konnte ich die insgesamt 21 Werke des Künstlers Jason deCaires Taylor im MUSA Riff bestaunen, das war ein unerwartetes Highlight. Beeindruckt hat mich außerdem der Ausflug in die Salar De Uyuni, die Salzwüste in Bolivien. Die Landschaft ist einfach atemberaubend. Bolivien ist sowieso ein Land, in das ich unheimlich gerne noch einmal reisen möchte. Die unberührte Natur und die Menschen fernab des typischen Tourismus haben mich wirklich beeindruckt. Mein Plan ist es, irgendwann für mehrere Monate nach Südamerika zurückzukehren, da ich unbedingt Spanisch lernen möchte.

Damit hast mir schon fast meine nächste Frage beantwortet: Was war das tollste Reiseerlebnis während des Praktikums?

Ich habe während des letzten halben Jahres so viel erlebt, dass es mir schwer fällt, nur ein Erlebnis zu nennen. Lachen muss ich zum Beispiel, wenn ich an das Schnorcheln und die Selfies mit der Meeresschildkröte Jeffrey auf den Malediven denke.

Das ursprüngliche Leben war besser und entspannter als jedes Luxushotel.

Und auch an meine erste Reise nach Sri Lanka habe ich tolle Erinnerungen: Die großen Elefantenherden im Kaudulla Nationalpark gehören definitiv zu meinen Highlights des Praktikums.

Ich liebe sowieso alles, was mit Tieren und der Natur zu tun hat. Als ich zum Beispiel im Dschungel des Madidi Nationalparks unterwegs war und weder Laptop noch Kamera funktionierten, konnte ich für drei Tage mal so richtig abschalten. Das ursprüngliche Leben war besser und entspannter als jedes Luxushotel.

Ich habe dich im letzten halben Jahr zu über 30 Reisezielen geschickt. Du warst in Asien, Europa, Afrika und Amerika. Bei so vielen Flügen, Busreisen und Terminen geht doch bestimmt auch mal etwas schief, oder?

Wenn ihr meine Reiseberichte verfolgt habt, erinnert ihr euch sicher an meine 15-stündige Busfahrt von Cochabamba nach Uyuni. Was ich in dem Reisebericht nicht erwähnt habe, ist, dass die Fahrt nur deshalb so lange dauerte, weil unser bolivianischer Bus einfach während der Fahrt zusammengebrochen ist. So standen Rodrigo und ich in der kalten bolivianischen Nacht irgendwo im Nirgendwo und warteten auf eine Möglichkeit, weiterreisen zu können. Irgendwann kam dann zum Glück ein anderer Bus vorbei, der uns mitnahm. Die restlichen Stunden der Reise verbrachte ich dann auf dem Schoß einer etwas beleibteren Bolivianerin, die mir einen Platz in dem völlig überfüllten Bus anbot. In dieser Nacht habe ich kaum ein Auge zugemacht. Dass Busse während der Fahrt zusammenbrechen, ist übrigens in Bolivien nicht gerade ungewöhnlich, sondern kommt einfach hin und wieder vor. Aber auch in solch abenteuerlichen Situationen versuche ich immer das Positive zu sehen: Der Sternenhimmel in dieser chaotischen Nacht war einer der schönsten, den ich jemals gesehen habe!

Das klingt wirklich mehr als abenteuerlich! Reisen ist eben mehr, als das Relaxen am Strand oder das Sightseeing in einer Großstadt. Es freut mich, dass ich in dir eine Praktikantin gefunden habe, die solche Situationen meistern und dem Ganzen sogar etwas Gutes abgewinnen kann. Apropos Gutes: Du liebst es zu essen und die kulinarischen Highlights deiner Reisen mit uns zu teilen. Damit hast du bestimmt nicht nur meiner Redaktion richtig Appetit gemacht. Was war das beste Essen auf deinen Reisen?

Mir schmeckt die thailändische Küche einfach immer wieder sehr gut. Seafood und leckeres Gemüse, frisch zubereitet und am Strand serviert. Mehr braucht es nicht, um mich essenstechnisch richtig glücklich zu machen. Ab und an darf es natürlich auch mal etwas Süßes sein. Das beste Gebäck gibt es meiner Meinung nach in Kopenhagen. Das Wienerbrødsstang geht mir seit der Reise in die dänische Hauptstadt nicht mehr aus dem Kopf. Wer es etwas deftiger mag, dem empfehle ich die bolivianische Jauita – die fluffig, salzige Käseteigtasche gehört zu den leckersten Dingen, die ich jemals probiert habe.

…Und schon wieder läuft mir das Wasser im Mund zusammen… Neben deinen Trips in Dschungel und Wüsten warst du natürlich auch in Großstädten unterwegs. Welche Großstadt ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

New York! Ich habe während meiner Zeit in der Stadt, die niemals schläft, eine Wohnung im Stadtteil Brooklyn bezogen und sofort gemerkt, dass dies ein pulsierender Stadtteil ist, in dem sich das Leben auf der Straße abspielt. Wie ihr sicher auf zahlreichen Fotos bei Instagram sehen, und auch in meinen Reiseberichten lesen könnt, bin ich ein riesengroßer Fan von Streetart. Besonders der Stadtteil Bushwick hatte in dieser Hinsicht viel zu bieten. Ich konnte sogar einige Graffitis meiner Lieblingskünstler Icy und Sot finden. Das war ziemlich cool.

Brooklyn, Graffiti (5)
Mara liebt Street Art. In Brooklyn wurde sie fündig

Das Praktikum deines Lebens geht nach einem halben Jahr zu Ende. Hast du schon Pläne für die kommende Zeit?

Eigentlich geht es für mich sofort wieder auf Reisen. Demnächst fliege ich nach Istanbul. Nach einer kleinen Städtetour geht es dann direkt weiter nach Tel Aviv, wo ich Freunde besuche und auf ein Festival mitten in der Wüste gehen werde. Und nach Israel kommt mich mein bester Freund aus Südafrika besuchen, mit dem ich dann die griechischen Inseln bereisen möchte.

Tja, meine Praktikantin ist eben eine richtige Weltenbummlerin. Liebe Mara, es war schön mit dir. Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft und weiterhin viel Spaß auf deinen Reisen rund um die Welt! Vielleicht schickst du mir ja mal eine Postkarte, wenn du dich in das nächste Reiseabenteuer stürzt!

Ein paar letzte Worte von Mara zum Praktikum ihres Lebens

Auch, wenn das Praktikum deines Lebens 2015 nun vorbei ist, versorge ich euch natürlich auch weiterhin mit Tipps und Tricks für eure nächste Reise. Schaut einfach in meinem Reisemagazin vorbei.