Die Passagiere der Lufthansa müssen sich ab Mittwoch, den 23.11.2016, auf Flugausfälle einstellen, denn die Pilotenvereinigung Cockpit hat einen Streik bei der Lufthansa ausgerufen, der nun auch auf diese Woche Dienstag und Mittwoch ausweitet wird. In meinem Reisemagazin erfahrt ihr alle neuen Infos und Meldungen rund um den Streik.

Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hat die Lufthansa-Piloten ab Mittwoch, den 23. November 2016, zum Streik aufgerufen. Nachdem bereits in der letzten Woche am Mittwoch 876 Kurz- und Langstreckenflüge, am Donnerstag 912 Flüge und am Freitag über 800 Flüge auf der Kurz- und Mittelstrecke gecancelt wurden, werden am heutigen Dienstag, den 29. November 816 Kurzstrecken und am Mittwoch, den 30. November, die Kurz- und Langstreckenflüge der Lufthansa aufgrund des Pilotenstreiks gestrichen.

Grund für den 14. Streik in den letzten zwei Jahren sind die unterschiedlichen Vorstellungen von der Vereinigung Cockpit (kurz VC) und Lufthansa zu den Forderungen der Piloten hinsichtlich der Übergangsversorgung und Betriebsrente. Desweiteren fordert die VC eine bessere Vergütung, in Zahlen soll es um eine Tariferhöhung von 22% bis April 2017 gehen. Die VC argumentiert mit den hohen Gewinnen, die die Lufthansa seit Jahren einfährt. Das letzte Angebot der Airline, ein Gehaltsplus von 4,4% bis 2018, lehnte VC am Sonntag ab.  Das Verhältnis zwischen der Lufthansa und der Pilotenvereinigung Cockpit gilt seit Jahren als extrem zerrüttet, bereits seit 2012 ist der Tarifvertrag, um den es bei den aktuellen Verhandlungen geht, ausgelaufen. Von „Tarifflucht“ und „Verweigerungshaltung“ ist seitens der Vereinigung Cockpit die Rede.

Offensichtlich kommen beide Parteien seit Jahren nicht auf einen gemeinsamen Nenner, die letzten Verhandlungen scheiterten nun am vergangenen Mittwoch und gipfeln in einem erneuten Pilotenstreik bei der Lufthansa. Am Dienstag versuchte die Lufthansa noch den bevorstehenden Streik per gerichtlichem Eilantrag abzuwenden, dieser Antrag wurde abgelehnt. Besonders ärgerlich für die Fluggäste ist, dass auch die Tochtergesellschaft Eurowings in der letzten Zeit von Streiks betroffen ist. Das Kabinenpersonal, das ebenfalls eine höhere Vergütung und bessere Arbeitsbedingungen fordert, streikte bereits Ende Oktober und erneut im November. Alle Infos zum Streik bei Eurowings findet ihr ebenfalls in meinem Reisemagazin.

Pilotenstreik bei der Lufthansa
Viele Flugzeuge der Lufthansa heben am Mittwoch & Donnerstag nicht ab.

Alle Infos zum Pilotenstreik bei der Lufthansa auf einen Blick

  • Für Fluggäste der Lufthansa heißt es Nerven bewahren, denn am  Dienstag und Mittwoch bleiben viele Lufthansa-Maschinen am Boden. Ob dieser Streik der letzte diesen Jahres bleibt, steht noch nicht fest.
  • Zum Streik sind die Piloten der Lufthansa und der Lufthansa Cargo aufgerufen, gestreikt wird voraussichtlich bis Samstag.
  • Flüge, die von Germanwings, Eurowings, Air Dolomiti, Austrian Airlines, SWISS und Brussels Airlines durchgeführt werden, sind laut Lufthansa nicht betroffen.
  • Die Lufthansa arbeitet stetig an einem Ersatzflugplan und kümmert sich außerdem um Unterkünfte für die Gestrandeten.
  • Betroffen sind alle Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge der Lufthansa (am 29.11. nur die Kurzstrecke und am 30.11. auch die Langstrecke)
  • Passagiere, die von dem Pilotenstreik betroffen sind, sollen laut Lufthansa so gut es geht auf andere Airlines umgebucht werden.
  • Auf der Webseite der Airline könnt ihr euch online über alle gestrichenen Flüge informieren.
  • Alternativ könnt ihr euch unter der kostenlosen Servicehotline 0800 850 60 70 ebenfalls über den Flugstatus informieren.
  • Seid ihr betroffen, so habt ihr außerdem die Möglichkeit, euren Flug kostenlos zu stornieren.

Während die Lufthansa um Schadensbegrenzung bei den Kunden kämpft, versucht hingegen die Billig-Airline Ryanair ihren Vorteil aus dem Pilotenstreik der Lufthansa zu ziehen: Sie offerierte den betroffenen Fluggästen via Facebook eine „Rettungsaktion“ mit Alternativflügen ab 39,99€ ab Berlin, Köln und Hamburg. Ganz nach dem Motto „Des einen Leid, ist des anderen Freud“!

Diese Rechte habt ihr bei einem Streik

  • Sollte euer Flug wegen des Streiks gestrichen werden, habt ihr das Recht auf eine Alternativbeförderung. Eine Entschädigung oder Ausgleichszahlung steht euch erstmal nicht zu. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden und darauf hingewiesen, dass es sich hier um außergewöhnliche Umstände handelt, die von der Fluggesellschaft nicht kontrolliert werden können.
  • Jeder Passagier hat ein Recht auf Mahlzeiten und Getränke. Der Zeitpunkt, ab dem sich die Airline kümmern muss, hängt unter anderem von der ursprünglich vorgesehenen Flugzeit ab. Wer also einen Langstreckenflug geplant hatte, wird später versorgt als diejenigen, die nur 1500 km weit fliegen sollten. So soll allen Passagieren ähnliche Aufmerksamkeit zuteil werden.
  • Jeder Passagier hat ein Recht, kostenlos zu telefonieren, um seine Verspätung mitzuteilen oder seine folgenden Stunden zu organisieren.
  • Wenn der vorgesehene Flug auf den nächsten Tag verschoben wird, muss euch die Airline die Hotelunterbringung und den Transfer dorthin und zurück bezahlen. Sollte sich die Fluggesellschaft nicht ausreichend um euch kümmern, ist es ratsam, alle Belege der zusätzlichen Ausgaben aufzubewahren und nachträglich in Rechnung zu stellen.
  • Erst wenn der Passagier nachweisen kann, dass sich die Airline nicht ausreichend um Alternativen für ihre Fluggäste gekümmert hat, besteht im Einzelfall ein Anspruch auf Entschädigung.
  • Mehr zum Thema Fluggastrechte lest ihr hier.

Was haltet ihr von den Streiks bei den Airlines? Seid ihr genervt oder habt ihr Verständnis?

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