Nach ein paar schönen Tagen im bunten Mexiko geht es für Mara während ihrer Lateinamerika-Reise schließlich weiter ins faszinierende Peru. Was sie dort alles erlebt und wieso sie sich vom ersten Moment an in die Stadt Cusco verliebt hat, das erfahrt ihr hier.

Insgeheim hatte ich lange darauf gehofft, dann war es endlich soweit – und trotzdem kann ich es nach wie vor noch nicht so ganz realisieren, dass ich mich bereits inmitten meines Lateinamerika-Trips befinde. Nach einigen sonnigen Tagen im bunten Mexiko landete ich nach drei verschiedenen Flügen, über San Salvador und Lima, schließlich in Cusco.

Kaum in Cusco angekommen, wurde ich von einem frischen Lüftchen empfangen – kein Wunder, die Stadt Cusco liegt ja schließlich auf über 3400 m Höhe im peruanischen Andenhochland. Ich war abends angereist und nachdem ich im „Ecopackers“ (sehr empfehlenswert für Budgetreisende) eingecheckt und mein Gepäck abgeladen hatte, begann ich durch die Straßen Cuscos zu streunen und kam aus dem Staunen fast gar nicht mehr heraus.

Erste Eindrücke aus Cusco

Der erste Abend in Cusco

Selten hat mich ein Ort von der ersten Minute an so magisch angezogen wie Cusco. Alles war auf eine schöne Art so neu und fremd für mich, dass ich mich im Endeffekt bestimmt drei Stunden durch die Straßen habe treiben lassen und einfach die Stadt auf mich wirken ließ. Die kleinen verwinkelten Gassen, schief gelegtes Kopfsteinpflaster, zahlreiche bunte Häuschen, die mitunter sehr krumm die Gassen entlang der Berghänge säumten – die Kombination aus einer wunderschönen Kolonialstadt und der peruanischen Kultur.

Alles war auf eine schöne Art so neu und fremd für mich…

Das gesamte Stadtbild wurde von Peruanerinnen dominiert: Die Mütter, ihre Babys in bunten Tüchern auf den Rücken gebunden, die an jeder Straßenecke Snacks und handgemachte Produkte verkauften.

Alte Frauen, die in ihren traditionellen Gewändern mit solch einer majestätischen Ausstrahlung am Straßenrand saßen und das Geschehen beobachteten, ohne sich von dem Trubel aus der Ruhe bringen zu lassen, dass sie den Eindruck machten, als würde selbst ein Erdbeben sie nicht vom Fleck bewegen können. Generell fiel mir sofort auf, dass neben den üblichen Touristen erstaunlich viele Peruaner auf den Straßen unterwegs waren, sodass man tatsächlich das Gefühl hatte, eine peruanische Stadt wirklich erleben zu können, ohne regelrecht in Touristenströmen zu ertrinken und ohne, dass die peruanische Kultur dadurch kaum noch spürbar ist. Und als ich nach einer Weile am Treppenabsatz des Plaza de Armas im Stadtzentrum Halt machte und mich zum ersten Mal umdrehte, erblickte ich die Tausenden von Lichtern an den Berghängen, die Cusco umsäumten, und schmolz regelrecht dahin, so schön war es.

Während meiner restlichen Zeit in Cusco zog ich größtenteils mit Rodrigo und Tomaz (zwei lustigen Argentiniern, die ich an meinem ersten Abend dort getroffen hatte) durch die Straßen dieser wunderschönen Stadt.

Cusco – neue Freunde aus Argentinien und Canada (2)

Kulinarisches Peru

In Peru findet man so gut wie an jeder Straßenecke Stände, an denen Snacks oder traditionelle Mahlzeiten für wenig Geld verkauft werden. Ihr dürft Peru auf keinen Fall verlassen, ohne einmal Folgendes probiert zu haben:

  • 1. Choclo – Gegrillter Maiskolben – die Maiskörner sind in Peru bestimmt fünf Mal so groß wie unsere in Deutschland
  • 2. Empanada – Teigtaschen, in vielen verschiedenen Variationen gefüllt: z.B. Mit Fleisch, Käse, oder Gemüse
  • 3. Tamale – Tamale ist ein traditionelles südamerikanisches Gericht, bestehend aus Masa (Maisteig), der mit Fleisch oder Käse gefüllt und in Pflanzenblätter eingehüllt gedämpft wird. Mir hat die süße Variante am besten geschmeckt, bei der der Maisteig mit Zimt und Zucker verfeinert wird.

Mercado San Pedro

Auch dem „Mercado San Pedro”, dem turbulenten bunten Markt Cuscos, sollte man unbedingt einen Besuch abstatten. Neben schönen handgefertigten Souvenirs gibt es hier einfach alles, was essbar ist: unzählige Obstsorten, Nüsse, Gewürze, peruanischen Käse, Fleisch (in mehr oder weniger appetitlichen Formen dargeboten) oder auch süße Backwaren – es wäre einfacher aufzuzählen, was man dort nicht findet, als das komplette Angebot zu beschreiben. Wir haben auf dem Markt für umgerechnet 1 Euro ein üppiges peruanisches Mittagessen getestet. Dieses besteht meist aus Reis, frittierten Kartoffeln, Ei und dazu kommt dann noch Fleisch, Käse oder Gemüse. Das Gericht sieht auf dem Foto vermutlich nicht sonderlich appetitlich aus, geschmeckt hat es aber allemal!

Peruanisches Restaurant „Morena“

Wer dagegen mal Lust auf etwas Abwechslung zu dem eher simplen peruanischen Streetfood haben möchte, den würde ich ganz klar in das Restaurant „Morena“ schicken. Keine drei Minuten Fußweg vom Plaza de Armas entfernt liegt das von außen eher unscheinbare, von innen aber urgemütliche Restaurant, in dem sensationell leckere peruanische Küche auf Gourmetniveau angeboten wird. Ich übertreibe in keiner Weise, wenn ich sage, dass das „Morena“ für mich zu den zehn besten Restaurants gehört, in denen ich je war!

Mein Tipp: Dort solltet ihr unbedingt eines der bekanntesten Gerichte Perus probieren: Ceviche! Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt, weiß, dass ich dieses Fischgericht bereits in Mexiko probiert habe – aber die peruanische Variante von Ceviche hat die mexikanische sogar nochmal um Längen übertroffen!

Ich war zwar nur wenige Tage in Cusco, diese haben allerdings bereits ausgereicht, um mich regelrecht in diese Stadt zu verlieben. Ich habe etliche andere Reisende getroffen, von denen viele alleine in Cusco mehrere Wochen, manche sogar Monate verbracht haben – kein Wunder, Cusco ist so vielfältig und schlichtweg der perfekte Ausgangspunkt, um zahlreichen Aktivitäten nachzugehen, sodass einem hier nie langweilig wird. Ich war außerdem froh darüber, in der Regenzeit, die etwa von Januar bis April andauert, nach Peru gekommen zu sein, um so die Touristenhorden in der Hochsaison ab Juli meiden zu können. Es gab zwar immer wieder kurze starke Schauer, aber nicht wie mancherorts in Asien tagelange Regenphasen. Zudem schien die Sonne trotzdem viel und sorgte zumindest tagsüber dafür, dass man in Shorts und T-Shirt unterwegs sein konnte.

Cusco Impressionen (16)

Von Cusco ziehe ich jetzt weiter in Richtung Nordwesten, wo ich Teile des Urubamba Tals (“Heiliges Tal der Inkas”) erkunden werde, und von dort geht es dann schließlich weiter nach Aguas Calientes, von wo ich mich zur legendären Inkastätte Machu Picchu aufmachen werde! Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie sehr ich mich darauf freue!