Wie zum Henker kann uns das entgangen sein? Selbst in Australien ist sie bekannt wie keine andere Tour auf der Welt. Aus Amerika kommen sie in Scharen, um das mitzuerleben. 18 Tage, 10 Länder, 50 junge willige Menschen, Joints, Shots und non-stop wilde, exzessive Partys. Die Contiki Tour durch Europa ist eine der bekanntesten und beliebtesten Touren der Welt. Sie verspricht innerhalb kürzester Zeit alle wichtigen Städte und Sehenswürdigkeiten in Europa abzuhaken, dabei Kultur und Tradition anzukratzen, und vor allem die geilsten Partys zu erleben, die Europa zu bieten hat. In einem exklusiven Interview mit einem ehemaligen Teilnehmer und einem aktiven Contiki-Reiseleiter habe ich so ein paar wirklich unglaubliche Behind-the-Scenes Sachen erfahren. Wie heiß es auf der Contiki Tour wirklich zugeht, welche exklusiven Qualifikationen die Reiseführer mitbringen müssen und ob Contiki tatsächlich die geilste Tour Europas ist, ja… glaubt mir, das wollt ihr wissen!

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„Du hast nur ein Leben“ – Die eskalierende Contiki Party-Tour für 18- bis 35-Jährige

„ …und plötzlich packt der sein Ding aus und pinkelt auf einen, der gerade schläft – viel zu geil.“ Auf der Website wirbt Contiki mit „One Life. One Shot. Make it count“. Schon seit 1962 gibt es den Reiseveranstalter, der behauptet, er biete die beliebtesten Bustrips der Welt an. Über 150 000 zwischen 18- und 35-Jährige verreisen jedes Jahr mit Contiki – hauptsächlich Australier, Neuseeländer, aber auch einige Südafrikaner, Kanadier und Amerikaner sind heiß auf die Party-Trips. Europa gilt dabei als top Reiseziel. Wo auch sonst kann man in zwei Wochen ein Dutzend Länder abklappern und doppelt so viele einheimische Schnäpse und Biere probieren? Grundidee von Contiki, oder auch die tiefrgündige Herzensangelegenheit: Du hast nur ein Leben – fülle es mit einzigartigen Erfahrungen und geilen Leuten. Buchen dürfen hier nur Leute zwischen 18 und 35, ob Single, Pärchen oder verheiratet spielt keine Rolle – das ändert sich während des Trips sowieso wohl häufiger ;-) Weltweit gibt es über 270 verschiedene Trips, die durch mehr als 50 Länder führen, in Australien, Neuseeland, Südamerika, USA und Kanada, Europa und Asien. Wählen kann man dabei nicht nur die Dauer des exzessiven Trips, normalerweise zwischen 3 und 46 Tagen, und die angesteuerten Länder bzw. Sightseeingspots, sondern auch die Art und Weise der Tour, ob Camping, Segeln oder Fahrradtouren, sowie den Grad des Komforts, Luxus oder Budget, wahlweise mit durchgelegenen Matratzen und Dreier-Betten.

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Alkohol, Partys und Sex – Erfahrungsbericht von der krassesten Party-Tour in Europa

„Bei Contiki geht es eigentlich nur um Trinken, Partying und Sex!“ Ben hat vor drei Jahren einen Trip mit Contiki gebucht und „es war der absolute Hammer!“ Der Australier ist 27, in der Blüte seines Alkoholiker-Lebens, wie es Contiki ja auch vorschreibt. In Australien ist Contiki weitläufig bekannt und berüchtigt für viel Alkohol, coole Partys und heiße Girls. „Jeder kennt jemanden, der schon einmal auf einem Contiki-Trip war.“ Ben entschied sich für den „European Whirl“ – 18 Tage, 9 Länder, „High Energy“.

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Ben im Kolosseum in Rom

Urlaubsguru: Was für Erwartungen hattest du an den Trip?
Ben: „Contiki ist bekannt für seine krassen Partys und, dass man ziemlich einfach neue Mädels und Jungs kennenlernt. Soziale Regeln, hieß es, soll es nicht geben. Um ehrlich zu sein, ich hätte niemals erwartet, dass es SO krass wird. 21 Tage lang war ich non-stop betrunken und/oder high – den ersten Drink musste man um 11 Uhr nehmen – das war die Regel.”

Was für Leute waren mit dir auf der Tour?
Die meisten waren Australier, aber auch zwei Südafrikaner, vier Koreaner und ein Neuseeländer – alle super jung zwischen 18 und 21 Jahre. Insgesamt waren wir knapp 50 Leute. Schon am ersten Tag hat man neue Freunde gefunden, zu einigen habe ich noch heute Kontakt.”

Wie sieht ein typischer Tag bei Contiki aus?
8 Uhr Abfahrt mit dem Bus, 10.30 Uhr ekeliger, ohrenbetäubender „Wake-Up“-Song für alle, die verkatert in der Ecke lagen. Um 11 Uhr wurde angehalten und es gab die ersten Shots. Dann haben wir ein kleines Handout bekommen mit den geplanten Aktivitäten am Tag, ein paar wichtige Wörter in der lokalen Sprache, und um wie viel Uhr wir wo sein müssen.
Zwischen 15 und 18 Uhr sind wir dann in einer neuen Stadt angekommen, kurz ins Hotel und 30 Minuten später wieder rein in den Bus zum Sightseeing. Normalerweile klapperten wir die Hotspots zu Fuß oder mit einem Fahrrad ab, bevor wir uns um 20 Uhr zum Abendessen wieder trafen.
Ja, und dann ging’s richtig ab! Ohne Rücksicht auf Verluste :-D Häufig machten wir Pub Crawls, oder eine Mitternachts-Tour. Richtig cool war die „Espionage“ Tour in Berlin. Wir mussten Hinweise zu Leuten finden, die es damals schafften, aus Ostdeutschland zu fliehen – das brachte uns dann in die nächste Bar.
Vor 4 Uhr waren wir nicht zurück im Hotel. Unser Zustand, selbsterklärend ;-) Also, mehr als drei bis vier Stunden pro Nacht habe ich auf dem gesamten Trip nicht geschlafen. Im Bus wollte ich nicht schlafen, weil ich keine Sehenswürdigkeiten oder schöne Landschaften verpassen wollte.”

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Auf ein Bier in Berlin

Wie viel Alkohol ist geflossen?
Du hast keine Ahnung! 21 Tage lang war ich durchgehend betrunken. Das ging querbeet. In Prag gab es Absinth, in Italien Limoncello, in München Bier, Champagner in Paris, in Florenz tranken wir Wein und in den Schweizer Alpen Unmengen an Schnapps. In der Schweiz haben wir in einem nuklearen Bunker gefeiert, in Prag gab’s eine mega krasse Party in einem Kerker und direkt danach weiter auf ein Party-Schiff. In jeder Stadt hatten wir eine legendäre Party, das war sensationell.”

Das geilste Erlebnis auf der Tour?
Stoned in Amsterdam! Wir haben uns Hash Brownies gekauft und sind danach in eine Sex Show. Ich habe noch nie krasser über zwei Leute gelacht, die gerade Sex haben.”

Okay, Butter bei die Fische! Wie viele Ladys hast du abgeschleppt?
Ich hatte zu der Zeit eine Freundin. Reicht das als Antwort? :-)”

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Ben mit neuen Contiki-Freunden in Venedig

Der wohl geilste Job der Welt? Behind the Scenes als Reiseführer bei Contikis

Wie viel Ladys er schon kennengelernt hat, weiß Tony gar nicht mehr. Seit April dieses Jahres arbeitet er als Reiseführer bei Contiki Holidays, ist zuständig für einige Europa-Touren. Vor wenigen Monaten ist der Australier aus Sydney nach London gezogen. Selbst hatte er Jahre zuvor schon drei Contiki-Trips mitgemacht. Warum also nicht das Hobby zum Beruf machen? „Ich finde die Grundidee von Contiki einfach total cool. Reisen, Gleichgesinnte treffen, geile Partys feiern – was will man mehr?“ Wäre da nicht das Problem, dass man die alleinige Verantwortung übernimmt für 50 wild gewordene Partyhengste. Verschwindet einer und taucht in einem anderen Land wieder auf, fehlen nachts akut Kondome, wird fremd-gepinkelt… Jaa, alles schon passiert…

Urlaubsguru: Was für Qualifikationen braucht man, um Reiseführer bei Contiki zu werden?
Tony: „Man muss ein sehr sozialer Mensch sein, also mit vielen unterschiedlichen Menschen klar kommen, und man sollte verstehen, wofür Contiki steht, was sie antreibt.”

Wie wird man auf den Job vorbereitet?
„Um als Trip Manager zu arbeiten, macht man neun Wochen intensives Training in jedem einzelnen Land, das man später anfahren wird. Man lernt jede Menge über die Kultur, die Geschichte, und muss natürlich alle Sehenswürdigkeiten kennen.”

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Was für Leute buchen die Contiki-Tour?
„Alle Leute, die mit uns rumreisen, sind super aufgeschlossen, häufig aber auch komplett unerfahren in puncto Reisen. Es gibt einige, die stehen total auf Kultur und wollen einen Hotspot nach dem anderen abklappern, andere wiederum wollen nur Party von morgens bis abends – da gibt’s natürlich einige von, vor allem aus Australien.”

Die verrückteste Erfahrung auf einem Trip?
„Es gab Leute, die haben so hart gefeiert, dass sie im besoffenen Kopf in ein anderes Land abgehauen sind. Erst Tage später sind sie wieder zurück zur Gruppe gestoßen. Achja… und noch einer: Auf einem Trip packt ein Typ plötzlich sein Ding aus – generell nichts ungewöhnliches – aber dann ist er zu einem hin, der geschlafen hat, und hat ihn angepinkelt – ziemlich heftig sogar. Haha!“

Wie viele Mädels lernt du bei einem Trip mal näher kennen?
Geile Frage! Das kommt ganz auf den Trip an, den man macht und was für Leute dabei sind. Aber es ist alles möglich zwischen null und 2, 3, 4, 5… :-)”

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So viel kostet die krasseste Party-Tour Europas

Auf der Website wirbt Contiki mit Reisen für jede Budget-Größe. Zwischen 250€, etwa für einen 4-tägigen Camping-Trip zum Oktoberfest, und 5400€ – 45 Tage „Ultimate European Plus Egypt“ – ist alles dabei. Im Preis inklusive sind dann die Reiseleitung, Übernachtungen, die Busfahrt, einige Mahlzeiten sowie eine Auswahl an Programmpunkten, wie etwa spezielle Sightseeing-Touren, Bootsfahrten, Beer-Tastings oder ähnliches. Ben zahlte damals für seinen 18-tägigen Trip 2100 Australische Dollar, umgerechnet ca. 1500€ – Flug noch oben drauf. Laut Contiki könne man den gleichen Trip nicht für denselben Preis alleine organisieren und buchen. Das möchte ich aus eigener Erfahrung mal bezweifeln, doch der riesige Vorteil ist hier: Im Preis inklusive sind garantiert geile Partys, exklusive Party-Locations und neue Freunde für’s Leben oder wahlweise für eine Nacht :-)

„Sobald man auf der Tour ist, werden einem noch unzählige andere Aktivitäten angeboten, die man dann aber extra bezahlen muss“, erzählt Ben. „Dafür habe ich dann nochmal locker 500€ ausgegeben.“

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Scharfe Kritik an Contiki – Teuer, niveaulos, Abzocke

Sobald die Erinnerung zurückkommt und die Leber sich erholt hat, gibt es unter den ehemaligen Teilnehmern zumeist eine eindeutige Meinung zu Contiki. Entweder gibt es Bewertungen à la ‚wahnsinnig geil, geilste Zeit, immer wieder‘ – oder ‚die größte Abzocke, nie wieder, macht es bloß nicht‘. Dass Contiki bis heute, und das schon seit über 50 Jahren, zu den größten und beliebtesten Anbietern für Jugendreisen zählt, kommt nicht von ungefähr. Weltweit genießt Contiki einen guten Ruf, auch wenn er doch etwas stark Richtung Sex und Drogenkonsum abdriftet.

Dennoch findet sich auch jede Menge Kritik an den Angeboten von Contiki. Bemängelt wird etwa, dass kaum Aktivitäten im Preis inkludiert seien, und die interessantesten Sachen extra bezahlt werden müssen. Die Hotels lägen immer weit außerhalb des Zentrums, seien schlecht ausgestattet und mehr Absteige als bewohnbar. Nicht selten liest man von „Abzocke“ und „offensichtlich überteuerten Eintrittspreisen“. Ben, der selbst eine Contiki-Tour mitgemacht hat, und für zahlreiche Aktivitäten extra bezahlt hat, kann einigen Kritikpunkten zustimmen. „Viele Hotels sind tatsächlich ziemlich weit außerhalb“, erzählt er. „Vor allem Venedig war sehr enttäuschend. Um in die Stadt zu kommen, mussten wir super lange laufen und dann noch eine Fähre nehmen.“ Über den Mangel an Aktivitäten kann Ben absolut nicht meckern. „Es gibt non-stop Aktivitäten – man kann kaum alle davon wahrnehmen. Aber selbstverständlich muss man einige davon zusätzlich zahlen, und das kann zum Teil auch mal recht teuer werden, aber die sind dann auch wirklich genial.“ Dass man den Trip selbst günstiger machen könne, stimmt Ben voll und ganz zu. „Wenn man weiß, was man tun muss, wo die geilsten Locations sind und es die besten Drinks gibt, dann geht das bestimmt auch günstiger. Aber die meisten Australier haben keine Ahnung von Europa, also ist das die perfekte Möglichkeit.“

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Contiki Tours – Die krasseste Party-Tour Europas mit Kater-Garantie

Waren wir nicht alle mal jung und suchten das Abenteuer? Ich denke, Contiki ist eine ziemlich geniale Möglichkeit, Spaß und kulturelles Muss zu verbinden. Für Australier und Amerikaner, die erst einmal so gar keine Ahnung von Europa haben, ist das ein guter Einstieg in unseren so vielfältigen Kontinent. Dass man jetzt jeden Tag sturzbesoffen oder stoned sein muss, lass ich mal dahin gestellt, aber hey… der Erfolg spricht für Contiki.

 

Habt ihr schon einmal von Contiki Tours gehört oder vielleicht sogar einen Trip mitgemacht? Was haltet ihr von den Partytrips? Zu exzessiv oder doch ein Abenteuer für Körper und Geist?