Am vergangenen Wochenende kamen 50.000 Menschen zum bekannten Elektro-Festival Parookaville. Es wurde getanzt, gesungen und gelebt. Ich habe mich vor Ort genau umgeschaut und kann euch sagen – es war traumhaft.

Das Parookaville Festival in Weeze ist schon jetzt, beim zweiten Mal seit 2015, ein absoluter Renner. Innerhalb weniger Stunden waren alle Karten vergriffen, wer Glück hatte, konnte als Nachrücker auf der Warteliste noch Karten ergattern. Doch was macht den Reiz dieses Festivals aus? Warum wollen die Leute gerade hier unbedingt hin? Diesen Fragen bin ich am vergangenen Wochenende auf den Grund gegangen und kann euch jetzt schon sagen: Für mich fühlte sich das Wochenende auf dem Parookaville wie ein Kurzurlaub an. Wer hier herkommt, taucht ein in eine bunte, farbenfrohe und fröhliche Welt, in der alle Sorgen des Alltags keine Rolle spielen. Warum das so ist, verrate ich euch jetzt.

DSC03824

Heile Welt Parookaville

Schon bei der Ankunft in Weeze fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Der Weg führt entlang des Flughafens, vorbei an Urlaubern, immer weiter auf das Militärgelände. Vorbei geht es am umzäunten Festivalbereich auf den Parkplatz. Zutritt hat nur, wer ein Visa bekommen hat. Ist man erstmal drin, umfängt einen direkt eine zauberhafte Atmosphäre. Alle haben sich Mühe bei ihren Outfits gegeben, die Mädels tragen Blumenkränze, weite Röcke und Hippie Hotpants, die Jungs haben ihre coolste Sonnenbrille rausgekramt.

Aus den Boxen der unterschiedlichen Bühnen wummert der Bass und überall gibt es Sitzgelegenheiten und Hängematten, in denen man sich von anstrengenden Dance-Sessions im Schatten erholen kann. Holzschilder weisen den Weg zur festivaleigenen Kirche, zu den Food Courts oder zu den Getränke-Buden. Es ist friedlich, alle sind da um Spaß zu haben und es sich für eine paar Tage richtig gutgehen zu lassen. Was in der „echten“ Welt passiert, spielt hier eigentlich keine große Rolle.

DSC03901

Alles schön hier – und so blumig

Alle Streetfood Wagen, Bars, ja sogar die Zäune zu den Toiletten sind dekoriert, ummantelt und aufgehübscht – anders als bei normalen Festivals steckt hier die Liebe im Detail. Es gibt ein bunt funkelndes Riesenrad, einen Autoscooter und wer mutig ist, wagt einen Bungee Sprung. In der kleinen weißen Kapelle kann geheiratet werden – viele Bürger der Zeltstadt nehmen diese symbolische Ehe auf Zeit gerne an. Es ist eben ein anderes Leben, in das man hier schlüpft. Wer ein paar Minuten abschalten will vom Elektro Sound, bekommt rund um die Bühnen genug Möglichkeiten dazu.

Music, Love & Happiness

Zentrum der Taumwelt Parookaville ist die riesige Main Stage, auf der die Top DJs auftreten – wer schon einmal live davor stand weiß, wie beeindruckend diese riesige Bühne ist. Gerade, wenn es dunkel wird und mit einer krassen Lichtshow und Pyrotechnik gearbeitet wird, kann man sich dem Zauber kaum entziehen.

Staub, Penny und viele Gummipuppen im Camp

Das Camp des Parookaville Geländes ist schon jetzt, beim zweiten Mal, legendär. Eng und kuschelig geht es hier zu, aber das gehört ja bei einem Festival irgendwie mit dazu. Es hat lange nicht geregnet, deshalb kommt einem der Gang hinüber zum Zeltplatz ein bisschen vor wie eine Wanderung durch die Wüste.

DSC03669

Überall hängen Flaggen an den Zelten, aber auch kleine Nachrichten an die Mitcamper und Einhörner, Krokodile und Gummipuppen. Die gehören fast schon zum Inventar. Das Beste aber ist ein eigens für das Festival errichteter Penny Markt, der alles zu Ladenpreisen verkauft. Die Flasche Wasser kostet 19 Cent und auch gekühltes Bier gibt es hier für kleines Geld. Eine perfekte Idee, denn einkaufen muss jeder Camper mal. Sogar noch spät nachts herrscht hier ein Andrang wie an einem Samstag Vormittag in einer Großstadt.

Parookaville ist wie Kurzurlaub

Ein Besuch auf dem Parookaville ist Balsam für die Seele. Wer den heiligen Boden betritt, taucht ein in eine neue, fantastische und sorgenlose Welt, in der die Balance zu stimmen scheint. Ein paar Tage hier sind wie ein Kurzurlaub, der uns vergessen lässt, das außerhalb dieser Blumenwelt nicht alles so in Ordnung ist, wie wir es uns vielleicht wünschen würden. Und das ist es doch, was sich viele wünschen, oder?

Solltet ihr darüber nachdenken, nächstes Jahr selbst vorbeizukommen, kann ich euch nur sagen, es lohnt sich sehr. Viel Glück bei der Vergabe der Tickets. ;)