Mit bemalten Eiern, Schokohasen und Osterfeuer – so feiert man Ostern in Deutschland. Habt ihr euch schon mal gefragt, was die Schotten oder Finnen an Ostern so treiben? Ich habe euch die skurrilsten internationalen Oster-Traditionen rausgesucht! In Australien gibt es zum Beispiel Schoko-Beuteltiere und in Frankreich wird das größte Omelette der Welt verputzt. Ihr wollt noch mehr wissen? Ich zeige euch die spannendsten Osterbräuche der Welt!

Frankreich: Omelette der Freundschaft

Ein gigantisches Omelette aus über 5000 Eiern wird am Ostersonntag in der französischen Stadt Bessieres an die ganze Stadt und an schaulustige Touristen „verfüttert“. Diese Tradition stammt aus der napoleonischen Zeit. Angeblich hat Napoleon, während er an Ostern in Bessieres war, ein so gutes Omelette gegessen, dass er am nächsten Tag befahl, ein riesiges Omelette für das ganze Heer zuzubereiten. Dieser Brauch wurde seitdem so fortgesetzt und jeder, der heute zu dem Event kommt, darf ein Stück des riesigen Omelettes probieren. Das Omelette gilt als Symbol der Freundschaft und des kulturellen Austausches, sodass in mehreren Städten in den USA und Kanada ebenfalls an Ostern ein Riesenomelette zubereitet wird.

Foto: REMY GABALDA / AFP
Foto: REMY GABALDA / AFP

Florida: Unterwasser Ostereiersuche

Eine Ostereier-Suche der ganz speziellen Art findet auch dieses Jahr wieder auf den Florida Keys statt. Am Ostersonntag versteckt Kapitän Spencer Slate zahlreiche Eier im Tauchgebiet vor Islamorada. Der sogenannte „Underwater Easter Egg Hunt“ findet jedes Jahr an Ostern im kristallklaren, warmen Wasser an der Küste Floridas statt. Besonders lustig ist , dass Spencer über seiner Tauchausrüstung ein riesiges weißes Plüsch-Hasenkostüm trägt, während er die Eier für seine Kunden im Riff versteckt.

Ostereiersuche unter Wasser - Florida Keys
Foto: Bob Care/ AFP

Jeder, der an dieser riesigen Ostereisuche im Ozean teilnehmen möchte, kann am 5. April um 8.00 Uhr zur Tauchschule „Captain Slate’s Scuba Adventures“ kommen. Die Teilnahme kostet für Taucher mit Sauerstofftanks und Bleigürtel 65$. Schnorchler bezahlen 30$ und bekommen die Ausrüstung gestellt. So richtig lohnen kann sich das ganze Eiergesuche auch noch, denn wer das goldene Ei findet, bekommt einen Korb mit Geschenken als Belohnung. Die gesamten Einnahmen werden einer gemeinnützigen Einrichtung für bedürftige Kinder gespendet.

Osterhexen in Finnland

In Finnland ähnelt das Osterfest eher einem Halloweenfest. Die Osterhexe ist hier das Gegenstück zum deutschen Osterhasen, sodass viele Kinder als Hexen verkleidet mit bunter, altmodischer Kleidung und Sommersprossen im Gesicht durch die Straßen ziehen. Die kleinen Hexen laufen von Haus zu Haus, bringen bunt geschmückte Weidenkätzchen als Segen ins Haus, um die bösen Geister zu verjagen, und bekommen dafür Süßigkeiten. Um also von dem Zorn der Osterhexen verschont zu bleiben, sollte man sich am besten im Voraus gut mit Gummibärchen und Schokolade eindecken.

Kind Ostern Finnland

Schokobeuteltiere in Australien

In Australien werdet ihr euch wahrscheinlich schwer tun, an Ostern Schoko-Hasen zu finden. Da die Tiere hier eher als Plage angesehen werden, hat man sich entschlossen, Kaninchennasenbeutler, die sogenannten Bilbys, in Schokoform an Ostern zu verkaufen. Die kleinen Beuteltiere wurden von den eingeschleppten Kaninchen aus ihrem gewöhnlichen Habitat vertrieben und sind nun vom Aussterben bedroht. Die Schokolade soll die Menschen nun darauf aufmerksam machen und zum Schutz der Tiere aufrufen.

bilby

In England werden Bierfässer durch’s Dorf getreten

Am Ostermontag findet im englischen Dorf Hallaton etwas ganz besonderes statt. Der Tag beginnt mit einer Prozession und der Aufteilung eines extra dafür gebackenen „Hasen-Pies“ mit einem anschließenden gemeinsamen Essen. Direkt danach wird ein kleines Bierfass beim traditionellen „Bottle Kicking“ zunächst in die Luft geworfen, damit die Bewohner daraufhin der beiden benachbarten Ortschaften Hallaton und Medbourne mit gezielten Tritten und Würfen das Fass ins eigene Dorf bringen. Der Brauch des Kampfes um das Fass wurde erst recht spät zur Ostertradition. Alles begann während der normalen Osterfeier in Hallaton, als die Bewohner des Nachbardorfs vorbeikamen, um etwas von dem zur Verfügung gestellten Essen und Trinken zu stehlen. Es entstand ein Kampf, der zur Tradition wurde und heute in Form des „Bottle Kicking“ Spiels fortgeführt wird.

 

Guatemala: Teppiche aus Sägespänen und Blüten

Besonders farbenfroh wird das Osterfest in Guatemala begangen. Die Luft ist erfüllt von einer Mischung aus Blumenduft und Weihrauch. Violett gekleidete Menschen tragen in Begleitung einer Marschkapelle große Jesusskulpturen durch die Straßen. In Antigua wird das wohl größte Osterfestival der Welt gefeiert. Die ganze Stadt nimmt an dem riesigen Event teil und auch zahlreiche Touristen kommen extra für dieses Highlight dorthin. Jeden Abend spielen Bands außerhalb der Kirchen und die Leute versammeln sich zum Essen, Trinken und Spielen. Das Highlight, jedoch, ist etwas anderes: Die Jugendlichen der Stadt verbringen Wochen damit, einen gigantischen Blumenteppich in den Straßen auszulegen. Für ihr Kunstwerk verstreuen die Gläubigen mehr als 1.200 Säcke Sägemehl, um darauf unzählige bunte Blüten in besonders schönen Mustern zu verteilen. Die Muster sind inspiriert durch Maya-Symbole sowie biblische Bilder und Naturschauspiele, was die Vermischung von christlicher und Indio-Kultur besonders gut darstellt. Mit über 2 Kilometern Länge steht der Teppich sogar im Guinness Buch der Rekorde als längster Blumenteppich der Welt.

Foto: JOHAN ORDONEZ / AFP
Foto: JOHAN ORDONEZ / AFP

In Schottland rollen die Eier

In Schottland  wird mit großer Begeisterung das Eierrollen praktiziert. Hart gekochte Eier werden meist auf einer abschüssigen Straße so lange gerollt, bis die Schale völlig kaputt ist. Der Mitspieler, dessen Ei am weitesten gekommen ist, ohne zu zerbrechen, hat gewonnen. Auch wenn das ganze eher nach einer verrückten Spaßaktion klingt, ist doch ein religiöser Hintergedanke im Spiel. Das Rollen der Eier soll das Wegrollen der Steine vor dem Grab von Jesus symbolisieren. Die schottische Tradition wurde auch in anderen Erdteilen übernommen, so rollt beispielsweise US-Präsident Obama jedes Jahr an Ostern Eier durch den Garten des weißen Hauses.

 

Philippinen: Echte Kreuzigung

Die mit Abstand krasseste und umstrittenste Tradition ist wohl auf den Philippinen zu finden. Hier melden sich besonders gläubige Christen freiwillig, um sich, wie Jesus seinerzeit, ans Kreuz nageln zu lassen. Ja ihr habt richtig gelesen! Sich ans Kreuz binden und dann mit Nägeln festschlagen lassen, gehört zu diesem sehr fragwürdigen Karfreitagsritual auf den Philippinen! Dutzende Menschen lassen sich hier jährlich kreuzigen, Hunderte geißeln sich zeitgleich selbst mit Peitschen. Damit wollen sie an die Leiden Jesu erinnern und ihre Sünden wiedergutmachen. Die Zeremonie, die von der Kirchenspitze nicht gebilligt wird, findet jedes Jahr in San Fernando statt. Ob das noch mit dem eigentlichen Sinn des Osterfestes zu tun hat, ist fraglich.

PHILIPPINES-RELIGION-CRUCIFIXION-EASTER
Foto: NOEL CELIS / AFP

Griechenland: Chios Wettkampf der Feuerwerke

Beim sogenannten Raketenkrieg von Chios, der jedes Jahr in der Nacht zum Ostersonntag zwischen den Kirchen zweier Gemeinden stattfindet, geht es heiß her. Bei dem rituellen Ereignis beschießen sich die beiden Kirchen mit Feuerwerksraketen, während innen der traditionelle Gottesdienst stattfindet. Das Ziel dabei ist es, die Glocke der gegenüberliegenden Kirche zu treffen. Leider kommen viele Raketen dabei von der Schussbahn ab und verfehlen ihr Ziel. Einige Dorfbewohner beschweren sich schon, dass sie jedes Mal ihre beschädigten Häuser reparieren müssen. Dieser skurrile Brauch geht auf die türkische Besatzungszeit zurück. Als den Einwohnern das Feiern des Osterfestes verboten wurde, hatten die Kirchengemeinden die Idee, durch gegenseitigen Beschuss mit Feuerwerksraketen einen Krieg vorzutäuschen, woraufhin die türkischen Besatzer sich zurückzogen.

 

Jährlich werden bei dem traditionellen Feuerwerk von Chios 60.000 Feuerwerksraketen verschossen. Massenhaft strömen Besucher zu diesem feurigen Event, um Zeuge des Spektakels zu werden. Wenn ihr die Osterfeiertage in Griechenland verbringt, ist es auf jeden Fall ein empfehlenswert, das Erlebnis aus sicherer Entfernung zu betrachten.