Kaum ist die Fußballweltmeisterschaft vorbei, steht Brasilien das nächste sportliche Großereignis bevor: Die Olympischen Sommerspiele 2016. Wie viele von euch wahrscheinlich bereits wissen, finden diese zum ersten Mal auf südamerikanischen Boden statt, genauer gesagt in der polarisierenden, brasilianischen Weltstadt Rio de Janeiro.

Rio ist eine Stadt der Superlative. Eine Stadt, die mich einfach jedes Mal aufs Neue fasziniert. Sei es die Stadt selbst, mit ihren beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, wie etwa der Christusstatue, der traumhafte Strand im Stadtteil Copacabana oder auch die Menschen selbst. Dieser Ort ist einfach nur beeindruckend. Die meisten von uns, seien wir mal ganz ehrlich, verbinden mit der zweitgrößten Stadt Brasiliens vor allem den weltweit berühmten und heiß begehrten Karneval in Rio. Die ganze Stadt erstrahlt in bunten Farben, ein Kostüm ist faszinierender als das andere.

Doch nun steht ein weiteres riesiges Ereignis vor der Tür, das zweifelsohne große Erwartungen an Rio aufkommen lässt. Da ich als euer Guru natürlich neugierig bin, wie es dort so aussieht und auch wie sich die Teilnehmer auf solch ein sportliches Event vorbereiten, habe ich exklusiv für euch mal nachgehorcht und sogar einen Sportler gefunden, der mit ziemlicher Sicherheit bei den Olympischen Sommerspielen 2016 dabei ist. Denn wer könnte sonst besser Bescheid wissen, als die Athleten selbst. ;)

JEWEL SAMAD  AFP
JEWEL SAMAD / AFP

Diskus-Riese Daniel Jasinski über Vorbereitung und Vorfreude auf Olympia

Wie die Atmosphäre in Rio bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in etwa sein wird, das kann man sich zurzeit nur versuchen vorzustellen. Riesige Stadien, tausende begeisterte Fans, die ihre Euphorie kaum noch zurückhalten können und teils weltberühmte Sportler, die sicherlich den einen oder anderen Adrenalinkick bekommen, und sich am liebsten von ihrer besten Seite zeigen möchten. Die Wettkämpfe sind eine große Herausforderung für alle Sportler, ganz egal um welche Sportart es sich handelt. Natürlich haben alle von ihnen besonders ein Ziel vor Augen: Eine Medaille zu gewinnen.

Daniel Jasinski ist einer der Athleten, die sich bereits seit Jahren auf die kommenden Sommerspiele vorbereiten und für das ganz große Ziel – eine olympische Medaille – trainieren. Moment mal, denkt ihr jetzt vielleicht, von dem haben wir ja noch nie gehört… Das ist auch kein Wunder, denn wer an Diskuswerfer denkt, hat eigentlich nur ein Gesicht vor Augen – nämlich dass von Robert Harting. Der hat Diskus als olympische Disziplin vor einigen Jahren so richtig bekannt gemacht. Diverse Weltmeisterschaften und auch eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London hat er bereits gewonnen.

Daniel Jasinski vom TV Wattenscheid 01 dagegen ist für die meisten von uns noch ein unbekanntes Gesicht. Dabei ist er der neue aufgehende Stern am Diskus-Himmel. Seine Vita liest sich mit 25 Jahren auch recht beeindruckend. 2011 und 2014 wird er Dritter bei den Deutschen Meisterschaften und auch bei den Europameisterschaften 2014 in Zürich landet er auf dem siebten Platz. 2013 siegt er beim Winterwurf-Europacup in Spanien. Die Richtung stimmt.

Dana
Foto: http://roberthoernig.com/photo/

Urlaubsguru: Hallo Daniel, schön, dass du Zeit für mich gefunden hast! Kannst du dich jetzt schon ganz konkret auf die Olympischen Spiele vorbereiten und wie sehr bestimmt Rio 2016 deinen Trainings- und Wettkampfalltag?

Daniel Jasinski: „Die Olympischen Spiele in Rio sind mein absolutes Ziel im kommenden Jahr. Ich glaube jeder Athlet arbeitet darauf hin, beim größten und wichtigsten Sport-Event der Welt dabei zu sein. Olympia in London hatte ich auch schon angepeilt. Das hat aber noch nicht geklappt, Rio habe ich jetzt fest im Blick. Es ist aber nicht so, dass ich verbissen jede Minute meines Trainings an Olympia denke. Meine Jahresplanung sieht in erster Linie vor, dass ich alle wichtigen Wettkämpfe bis zum kommenden Jahr verletzungsfrei bestreiten und mich dabei kontinuierlich verbessern kann. “

Die diesjährigen Weltmeisterschaften in Peking sind also „nur“ ein Zwischenziel?

„Ja, in diesem Fall schon. Wenn alles glatt läuft, bin ich in Peking dabei. Natürlich sind Europa- und Weltmeisterschaften ein echter Gradmesser für die Olympischen Spiele, denn hier trifft man in der Regel viele der Athleten, die dann auch in Rio dabei sind.“

Für die Weltmeisterschaft gibt es ja eine bestimmte Weite, die geworfen werden muss, um überhaupt eine Chance zu haben, teilzunehmen. Wie weit musst du werfen und hast du die Norm schon geschafft?

„Dieses Jahr liegt die Weite bei 65 Metern. Bei einem Wettkampf in Wiesbaden habe ich diese Weite schon gepackt. Da habe ich 65.98 Meter geworfen. Für Olympia wird die Weite dann aber im nächsten Jahr neu festgelegt und alle müssen sich neu beweisen.“

 

Du kommst ja viel herum. Wo warst du denn in den vergangen Monaten überall?

„Ja, das stimmt. Besonders viel reisen wir für die Trainingslager. Vor Weihnachten war ich beispielsweise erst in Südafrika und dann auf Lanzarote. Auf den Kanaren sind wir oft, weil da das Wetter häufig sehr viel besser ist als in Wattenscheid. ;) Leider gibt es nur sehr wenige Hallen, die sich zum Diskus-Training eignen. Deshalb müssen wir viel draußen trainieren. Und um bessere Trainingsbedingungen zu haben, fliegen wir dann oft in die Regionen, in denen es wärmer ist. In Südafrika hatten wir zum Beispiel zum Ende des Jahres 30 Grad und Sonne. Da macht das Training viel mehr Spaß. Bald geht es wieder los, nach Florida. Da bereiten wir uns dann auf die kommenden Wettkämpfe vor.“

Das hört sich ja traumhaft an. Habt ihr denn auch die Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen, oder seht ihr eigentlich nur die Trainingsanlagen?

„Das ist tatsächlich immer unterschiedlich. Manchmal, wie beispielsweise in Stellenbosch in Südafrika hatten wir Mietwagen und konnten einfach mal losfahren und die Umgebung erkunden. Das geht leider nicht überall.“

Warst du schon mal in Rio oder bist du, wenn alles klappt, zu den Olympischen Spielen zum ersten Mal am Zuckerhut?

„In Rio war ich bisher noch nicht. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich die Sportstätten 2016 auf jeden Fall von innen sehen werde.“

Da bin ich mir auch sicher. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen. Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute für die WM und Rio!

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Yasuyoshi Chiba / AFP

Das erwartet euch bei den Olympischen Sommerspielen in Rio

Stattfinden sollen die Olympischen Spiele planmäßig zwischen dem 5. und 21. August 2016. Somit laufen die Vorbereitungen natürlich bereits auf Hochtouren. Hier seht ihr zunächst ein Video, welches die verschiedenen Stadtteile Rios vorstellt und auch die verschiedenen Sportarten, die dort jeweils ausgeführt werden sollen. Sehr schön gemacht und auf jeden Fall einen Blick wert.

 

Einfach Wahnsinn, wie viel Aufwand solch ein sportliches Ereignis bedeuten kann, oder? Bleibt zu hoffen, dass all die Pläne rechtzeitig in die Tat umgesetzt werden können. Wie ihr im Video bereits erkennen könnt, verteilen sich die Olympischen Sommerspiele auf vier verschiedene Zonen innerhalb Rios. So finden in Barra di Tijuca beispielsweise Wettbewerbe in den Sportarten Boxen, Schwimmen und Basketball statt, im westlichen Stadtteil Deodoro können Zuschauer unter anderem beim Dressurreiten oder Fechten mitfiebern.

Im Stadtteil Maracana, welcher auch für das gleichnamige Fußballstadion bekannt ist, finden Wettkämpfe im Bereich Marathon, Leichtathletik und Rugby statt. Der wohl bekannteste Stadtteil Copacabana soll Schauplatz für Sportarten wie Rudern, Beachvolleyball und Straßenradfahren werden. Dies sind natürlich nur einige der insgesamt 28 Sportarten der Olympischen Sommerspielen, bei denen es nochmals 48 Einzeldisziplinen gibt. Nachdem 2012 in London die zwei Sportarten Baseball und Softball ausgeschieden sind, gehören im kommenden Jahr nun Golf und Rugby wieder mit dazu.

Also für mich sind schon einige Sportarten dabei, die ich mir zu gerne mal live ansehen würde. Die Stimmung muss in solch einer Stadt einfach nur genial sein, besonders wenn man sich an die WM 2014 zurückerinnert. Euphorie, Jubel und Begeisterung, aber auch Angst und Trauer – all diese Gefühlszustände vermischen sich in der Menge und sorgen für ein einmaliges und definitiv unvergessliches Erlebnis. Das offizielle Motto lautet übrigens „Paixao e Transformacao“, übersetzt „Leidenschaft und Transformation“.

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Yasuyoshi Chiba / AFP

Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn ihr wissen wollt, was ihr in dieser wundervollen Stadt noch alles erleben oder auch sehen könnt, dann schaut doch mal in meinem Artikel WM-Spielorte im Urlaubsguru Check: Rio de Janeiro. Dort findet ihr bestimmt den einen oder anderen hilfreichen Tipp.

 

Fotocredit für Daniel Jasinskis Foto: http://roberthoernig.com/photo/.