Der Norden Schwedens gilt mit seiner historischen Region Schwedisch Lappland nicht umsonst als wahres Paradies für Naturliebhaber. Endlose Wälder, traumhafte Seenlandschaften und verblüffende Naturphänomene, die daraus resultieren, dass wir uns schon ziemlich nördlich des Polarkreises befinden.

Bewohnt ist diese Region kaum, so lebt hier weniger als ein Mensch pro Quadratkilometer. Daher gilt die historische Region als Europas letzte Wildnis, hier lebt zudem Europas einzige Urbevölkerung: die Samen. Die Region ist auch für ihre diversen Gegensätze in den verschiedenen Jahreszeiten bekannt – im Sommer warme Temperaturen, im Winter meterhohe Schneeberge. Dazu im Winter wochenlange Dunkelheit, doch dafür im Sommer genauso einige Wochen, in denen es einfach nie dunkel wird. Ihr seht schon, diese Gegend ist wirklich etwas außergewöhnliches und sorgt damit immer wieder für wirklich spektakuläre Bilder. Ihr dürft gespannt sein, denn diese Bilder zeigen euch die Schönheit des Nordens in ihrer vollen Pracht!

Der Norden Schwedens – Natürliche Schönheit, die verzaubert

Sommer vs. Winter | Traumhafte Seenlandschaften | Polarnacht vs. Polartag | Polarlicht im Norden Schwedens | Die schwedischen Nationalparks

Der Norden Schwedens
Foto: Niclas Vestefjell/imagebank.sweden.se

Sommer vs. Winter im Norden Schwedens

Gebt’s zu: Wenn ihr den Namen Lappland hört, denkt ihr an Schnee, Schnee und noch mehr Schnee. Eventuell auch noch Eis. Doch an schöne Grünlandschaften mit idyllischen Seen denken doch sicherlich die Wenigsten von euch. Na gut, in Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens, liegt die Durchschnittstemperatur in 9 Monaten des Jahres um den Nullpunkt oder sogar deutlich darunter. Doch zwischen Juni und August gibt es auch hier einen Sommer – da wird es auch sogar schnell mal bis zu 30 Grad warm! Das warme Wetter sorgt für wunderschöne grüne Landschaften, die förmlich dazu einladen, sie wandernd oder mit Booten zu erkunden und mitten in der Natur zu campen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Wanderung an der Höga Kusten (Hohe Küste), einem Weltnaturerbe, oder auf dem Kebnekaise, dem mit nur 2104 Metern höchsten Berg Schwedens? Oder eine Runde schwimmen in den zahlreichen Seen? Der Norden Schwedens ist einfach ein Paradies für Naturliebhaber und Abenteurer!

Im Winter jedoch dürften sich eure Vorstellungen über Lappland bewahrheiten. Ist der Sommer im August nämlich vorbei, folgt ein „kühlerer“ Herbst im September, wo das Thermometer auch gerne schon mal unter Null geht, ehe es ab Oktober frostig wird. Und mit frostig meine ich wirklich frostig; Temperaturen von bis zu -40 Grad Celsius sprechen da denke ich eine deutliche Sprache. Und lang ist der Winter auch noch, so steigt das Quecksilber oftmals erst im Mai wieder über den Nullpunkt. Der monatelange Frost und meterhohe Schneefall sorgen aber für wunderschöne Winterlandschaften und perfekte Skibedingungen – seht selbst…

Traumhafte Seenlandschaften

Schweden verfügt nicht nur über viele Kilometer Ostseeküste, nein, hier gibt es auch zahlreiche Seen. Ihr wollt eine Zahl? Okay, haltet euch fest, es sind ungefähr 100.000 Seen, die überall in Schweden wunderschöne Landschaften erzeugen! Unglaublich, oder? Die Gewässer stellen allerdings nicht nur ein Paradies für Schwimmer, Boot- und Kajakfahrer im Sommer dar, denn auch Angler kommen hier voll auf ihre Kosten. Im Winter dagegen frieren die Seen aufgrund der eisigen Temperaturen zu und bieten so oft sogar eine Eisfläche für Schlittschuhfans, Top-Kulisse inklusive. Zudem ist die Wasserqualität in Schweden fast überall sehr gut. Wenn das mal nicht einladend klingt. :)

Der Norden Schwedens
Foto: Anders Ekholm/imagebank.sweden.se

Polarnacht vs. Polartag

Für uns wirklich außergewöhnlich sind die Phänomene, die durch die Nähe Nordschwedens zum Nordpol entstehen. Da Kiruna als letzter Punkt der Zivilisation vor der endlosen Wildnis schon deutlich über dem nördlichen Polarkreis liegt, lassen sich hier einige Ereignisse besonders gut beobachten. Hierzu zählt zum einen die Polarnacht: Zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar wird es hier nicht mehr richtig hell, die Sonne steigt in dieser Zeit schlichtweg nicht vollständig über den Horizont. Hier gilt, je nördlicher desto länger dauert die Polarnacht. So dauert das Phänomen am nördlichen Polarkreis nur einen Tag, direkt am Nordpol dagegen etwa ein halbes Jahr lang an! Anstatt, dass es morgens hell und abends dann wieder dunkel wird, sind die Tage komplett in einen Mix aus purer Dunkelheit und einem unheimlichen schwarz-blauen Zwielicht gehüllt. Komplett dunkel bleibt es jedoch nur um den Nordpol, in südlicheren Gebieten sorgt die Lichtbrechung eben für ein dämmriges Zwielicht.

Genau umgekehrt präsentiert sich der Polartag mit der Mitternachtssonne. Hier scheint im Sommer 24 Stunden lang die Sonne! Sie geht einfach nicht mehr unter und außer ein wenig Dämmerung bleibt es hier einfach Tag und Nacht hell. Ein wirklich krasses Phänomen, das man unbedingt mal gesehen haben muss, wie ich finde. Ihr solltet dabei möglichst euren normalen Schlafrhythmus ignorieren, bei der Helligkeit zu schlafen ist ohnehin äußerst schwierig. Stattdessen solltet ihr so lange wie möglich wach bleiben und einfach das Naturschauspiel genießen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Runde Mitternachtsgolf? Auf dem Björkliden Arctic Golf Course könnt ihr auf einer der nördlichsten Golfanlagen der Welt eine Runde spielen – bis zu 24 Stunden am Tag, eben solange es nicht dunkel wird. Oder ein bisschen mehr Action beim Rafting im Schein der Mitternachtssonne inmitten totaler Stille und mystisch wirkender Landschaften? Die Möglichkeiten sind prinzipiell grenzenlos und sorgen für ein ganz besonderes Erlebnis. Also: Vergesst euren normalen Schlafrhythmus und genießt die Tage einfach so wie es euch gerade passt!

Polarlicht im Norden Schwedens

Wohl DIE Gedankenverknüpfung schlechthin nach viel Schnee und Eis, wenn man an die Polargebiete denkt, ist die Aurora Borealis, besser als Nordlicht oder Polarlicht bekannt. Und nein, diese Lichter am Himmel sind nicht nur ein beliebtes aber irreales Hintergrundbild auf euren Computern oder Handys, sondern vielmehr ein weltberühmtes Naturwunder. Es tritt auch in Schwedisch Lappland auf, genauer gesagt im Zeitraum von September bis Ende März. Die Lichter entstehen, wenn geladene Partikel der Sonnenwinde die Erdatmosphäre erreichen und dabei auf Sauerstoffatome treffen, die dann zum Leuchten gebracht werden. Je nachdem in welcher Höhe das Leuchten auftritt, erscheint es rot oder grün, teils auch violett. Am besten beobachten lässt sich dieses legendäre Phänomen übrigens überall dort, wo absolut gar nichts los und damit auch kein Licht ist. Wenn also Polarlichter vorhergesagt wurden und ihr schön weit außerhalb, mitten im Nirgendwo, ein schönes Plätzchen gefunden habt, solltet ihr beste Sicht auf das Schauspiel haben. Eine andere sehr gute Möglichkeit, das Ganze zu beobachten, ist die Aurora Sky Station im Abisko Nationalpark. Hier fahrt ihr zunächst mit einem Sessellift hinauf zur Station mitten im komplett dunklen Park. Dort angekommen, gibt es eine Ausstellung zu Nordlichtern, ein Café und eben eine Aussichtsplattform, von wo aus ihr die Lichter bestens betrachten könnt – rundherum ist die Welt komplett düster.

Der Norden Schwedens
Foto: Lola Akinmade Akerström/imagebank.sweden.se

Die schwedischen Nationalparks

Doch wie kann in Schweden eigentlich so eine wunderbare Natur existieren, ohne dass diese durch menschliche Eingriffe ge- oder sogar zerstört wird? Die Antwort auf diese Frage sind wohl die zahlreichen Nationalparks. Und zahlreich ist so zu verstehen, dass Schweden für viele quasi ein einziger riesiger Nationalpark ist. Mit ihren insgesamt über 731.000 Hektar nehmen die 29 Nationalparks schließlich auch einen nicht gerade kleinen Teil der Gesamtfläche des Landes ein. Der älteste Nationalpark Schwedens wurde bereits 1909 gegründet und gilt als der erste Nationalpark Europas, es handelt sich hierbei um den Sarek Nationalpark. Er befindet sich ebenfalls in Schwedisch Lappland und besteht zu 90% aus unwegsamem Terrain und über 100 Gletschern – beste Vorraussetzungen also für erfahrene Wanderer und Abenteurer. Doch auch Fans von Waldparks oder Meeres- und Strand-Nationalparks kommen in Schweden voll auf ihre Kosten. Die Parks zeigen die Natur von ihrer ursprünglichsten Seite und sorgen für absolut unvergessliche Abenteuer. Warum also nicht einfach mal den Rucksack und die Wander-Ausrüstung schnappen und neben einzigartigen Landschaften auch extrem seltene Tiere wie Luchs, Braunbär oder Elch in freier Natur live zu Gesicht bekommen? :)

Der Norden Schwedens
Foto: Hakan Vargas/imagebank.sweden.se

Wahnsinn, wie vielfältig der Norden Schwedens ist, oder? Abenteurer und Naturliebhaber kommen hier ganzjährig garantiert auf ihre Kosten, zudem locken die wirklich unvergleichlichen Phänomene rund um den Polarkreis. Was gefällt euch besonders am Norden Schwedens? Oder habt ihr sogar eines der einzigartigen Naturphänomene mal live miterlebt?

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Titelbild: Staffan Widstrand/imagebank.sweden.se