Wer an Fußballprofis denkt, hat häufig ein klares Bild im Kopf. Teure Autos, hübsche Frauen und Urlaub auf einer Jacht vor Ibiza. Nach dem Training geht´s auf die Couch zum Videogames zocken und zum Essen trifft man sich beim aktuell angesagten Nobelitaliener. So stellen wir uns das Leben der Kicker gerne vor und dabei ist es egal, dass wir in den Zeitungen immer nur von den gleichen Spielern lesen, die mit neuen Autos oder auf einer teuren Jacht abgelichtet werden. Seien wir mal ehrlich – es reicht, um die meisten Fußballprofis in eine Schublade zu stecken. Dass es auch anders geht, beweist Neven Subotic mit seiner Stiftung, die in Äthiopien, einem der ärmsten Länder der Welt, Brunnen baut und so viele Dörfer mit dem einzigen Frischwasserzufluss der Umgebung versorgt. Ich habe ihn getroffen und ihn zu seinem Projekt, seinem Alltag und seinen Wünschen für die Zukunft befragt.

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Foto: PATRIK STOLLARZ / AFP

Die Neven Subotic Stiftung: 100% für Kinder in Afrika

Viele Stiftungen leben von prominenten Schirmherren, die der guten Sache ein Gesicht geben. Neven Subotic hingegen lebt für seine Stiftung. Das wird schon deutlich, als ich ihn frage, wie viel Zeit er in seine Stiftungsarbeit investiert. „Meine Tage bestehen aus Training, Interviews und Stiftungsarbeit.“ Wer Glück hat, kann ihn in Dortmund auch mal durch die Innenstadt schlendern sehen auf dem Weg zur Post. Es gibt viel Arbeit, denn es müssen Spendenquittungen geschrieben und Briefe beantwortet werden. Neven hängt sich rein und ist wie er sagt, von seinem Projekt „komplett überzeugt“.

Wir dürfen nicht vergessen, der Bundesliga-Profi ist gerade mal 26 Jahre alt. Jeder normale junge Deutsche in diesem Alter macht sich um vieles Gedanken – aber vermutlich nicht um die hygienischen Verhältnisse in den Dörfern und Städten von Äthiopien. Ich möchte deshalb wissen, wie es kam, dass Neven sich ausgerechnet dafür entschieden hat, Brunnen in Äthiopien zu bauen.

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Foto:facebook/NevenSuboticStiftung

Als ich mich entschieden habe, meine Bekanntheit für den guten Zweck zu nutzen, hatte ich mehrere Möglichkeiten. Natürlich ist es einfach, seinen Namen und die eine oder andere großzügige Spende für eine bereits bestehende Organisation herzugeben. Das ist auch gar nichts Schlechtes. Ich wollte aber wissen: Wem helfe ich mit meiner Stiftung  und  – auf jedes einzelne Kind bezogen – wo genau kommt mein Geld an?

Deshalb habe ich mich schlau gemacht über die ärmsten Länder der Welt. Dabei war es mir erst einmal ganz egal, ob meine Hilfe in Afrika oder in Lateinamerika benötigt wird. Es kam letztlich drauf an, wo Spenden aus Deutschland effizient und sinnvoll genutzt werden können, um den Menschen dort umfangreich helfen zu können. Man kann zum Beispiel nicht einfach in ein bettelarmes Land wie Somalia marschieren und einfach starten. Dort ist es derzeit einfach zu gefährlich. Da kommt die Hilfe nicht in dem Maße an, wie man sich das vielleicht wünscht. In Äthiopien hingegen habe ich die Chance gesehen, die Projekte, die wir uns vorstellen, auch umsetzen zu können.

Das Projekt 100% Hygiene – für uns selbstverständlich, in Äthiopien utopisch

Neven unterstützt mit seiner Stiftung den Bau von Brunnen. Rund  50% der Einwohner Äthiopiens haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Das ist so, als wenn 40 von 80 Millionen Deutschen plötzlich ihr Wasser aus dem nahen Fluss oder dem verschmutzten Teich in der Nähe schöpfen müssten. Für uns hier in Deutschland sind derartige Verhältnisse kaum vorstellbar, in Äthiopien ist das der Alltag.

Wasser ist der Quell des Lebens und entscheidet in Äthiopien häufig über Leben und Tod. Eins von zehn Kindern stirbt bereits vor dem 5. Lebensjahr und einer der häufigsten Gründe für den Tod ist verunreinigtes Wasser. Zu allem Überfluss gehen viele Mädchen in ihrer Pubertät nicht mehr in die Schule, weil es häufig keine getrennten sanitären Anlagen und kaum Privatsphäre für die Mädchen gibt.

Brunnen und Toiletten für eine bessere Zukunft

Die Neven Subotic Stiftung baut Brunnen deshalb bevorzugt ganz in der Nähe von Schulen und sichert so vielen Kindern nicht nur Trinkwasser, sondern ihre wichtige und zukunftsweisende Schulbildung. Denn durch getrennte Toilettenräume haben dann viele Mädchen keinen Grund mehr, die Schule zu meiden.

Ich glaube, dass man die Wurzeln, also in dem Fall die Kinder, pflegen und stärken muss, um das Land weiterzubringen. Das bedeutet also, dass Grundbedürfnisse wie Nahrung und Bildung an erster Stelle stehen, wenn man einem Land und jedem einzelnen Kind oder Erwachsenen weiterhelfen möchte. Das Wasser ist ja da, doch es fehlen hier einfach die nötigen Hilfsmittel, um es über 50 Meter aus dem Boden an die Oberfläche zu bringen. Dabei helfen wir mit unserem Stiftungsvermögen.

Wasser pumpen Afrika
Foto: facebook/NevenSuboticStiftung

Ein erfahrenes und etabliertes Unternehmen ist vor Ort für den Bau der Brunnen zuständig

Die Planung und Ausführung erfolgt durch eine Firma, die bereits mehr als 8000 Brunnen weltweit gebaut hat und viel Erfahrung vorweisen kann. Meine Stiftung hat in den vergangenen zwei Jahren bereits 20 Brunnen gebaut. Jeder einzelne kostet rund 7500€ und kann nach dem Bau mindestens 10 bis 12 Jahre genutzt werden. Wir beziehen immer auch engagierte Dorfbewohner mit ein, die dann im Umgang mit der Technik geschult werden. So können wir sicherstellen, dass die Dorfbewohner selbst mit der Wartung vertraut sind. Wenn wir die Menschen direkt mit einbeziehen und ihnen Verantwortung zugestehen, gehen sie ganz anders mit den Brunnen um.

Am liebsten ist Neven regelmäßig selbst vor Ort und schaut sich die Fortschritte beim Bau der Brunnen selbst an. Freizeit ist allerdings rar gesäht und zwischen Bundesligaspielen und Champions League bleibt nur Zeit für die Stiftungsarbeit daheim in Dortmund. Im Sommer allerdings wird er gleich drei Wochen am Stück in Äthiopien verbringen. Wie ein Besuch aussieht, hat die Stiftung dokumentiert.

Neven möchte sich persönlich von den Fortschritten seiner Projekte überzeugen, denn nur so, so sagt er, kann er auch seinen Spendern ein gutes Gefühl geben.

100%ige Transparenz ist das Credo der Stiftung

Alle Spenden, die an die Neven Subotic Stiftung gehen, fließen zu 100% in meine Projekte. Das ist für mich ganz selbstverständlich. Alle Verwaltungskosten, aber auch Reisekosten zahle ich aus meiner eigenen Tasche. Mir ist diese hundertprozentige Transparenz wichtig, denn nur so kann man sich das Vertrauen meiner Spender langfristig erhalten und bestätigen. Alle Projekte werden akribisch dokumentiert und jeder Spender kann genau mitverfolgen, was mit seinem Geld passiert. Wer möchte, kann sich online genau informieren und bekommt Infos und GPS-Daten präsentiert. Und wer es noch genauer wissen will, der kann mir einfach eine E-Mail an info@nevensuboticstiftung.de schreiben. Dann kann ich gerne noch mehr aktuelle Infos präsentieren, das ist gar kein Problem.

FAcebook Foto
Foto: facebook/NevenSuboticStiftung

Ehrenamtliche Mitarbeiter und viel Engagement

Das ehrliche Engagement ist keinesfalls selbstverständlich und verdient den allergrößten Respekt. Alleine ist der Verwaltungsaufwand kaum zu stemmen, doch mittlerweile hat die Stiftung mehrere ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich abends und an den Wochenenden um die Belange der Stiftung sorgen. Bald soll es sogar einige Festangestellte geben. In jedem Satz merke ich, mit welcher Überzeugung Neven hinter seinen Projekten steht. Deshalb möchte ich wissen, wie er mit dem halbherzigen Interesse der Leute umgeht, die eigentlich viel mehr Kontakt zu ihm als Fußball-Profi suchen und sein Engagement in Äthiopien als Kontakt-Sprungbrett nutzen wollen.

Ich bin über jedes Interesse an der Neven Subotic Stiftung dankbar und freue mich, wenn sich jemand ernsthaft engagieren möchte. Allerdings frage ich Interessenten manchmal auch einfach direkt, wie sozial sie denn im täglichen Miteinander sind. Da kann sich jeder einfach mal selbst beobachten. Wer schon hupt, weil vor ihm jemand das Reißverschlussverfahren an der Baustelle nicht versteht oder ungeduldig wird, wenn eine Oma etwas länger braucht, um die Straße zu überqueren, der nimmt sich vermutlich auch nicht die Zeit, sich abends in seiner Freizeit noch hinzusetzen und Spendenquittungen zu falten und Dankesbriefe zu formulieren.“

Wasser
Foto: facebook/NevenSuboticStiftung

„Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er sich gerne einbringen möchte, das fängt schon vor der eigenen Haustür an. Es gibt genug alte Menschen in Seniorenheimen, die sich einfach mal eine Stunde in der Woche ein wenig Gesellschaft wünschen. Und in Dortmund gibt es Hunderte von unbegleiteten Flüchtlingen, die Unterstützung bei der Integration benötigen. Da kann sich jeder ganz leicht engagieren. Man muss es nur wirklich wollen. Wenn ich das Gefühl habe, dass jemand ehrliches Interesse an meiner Stiftung hat, bin ich der Letzte, der Hilfe ablehnt.“

Wer wirklich helfen will, kann das auf verschiedenen Wegen tun. Denn nicht nur einzelne große Spenden haben eine große Wirkung, sondern auch kleine regelmäßige Spenden werden gebraucht. „Mir ist es wichtig, dass alle Spender auf lange Sicht genau sehen können, wie wir ihre Gelder verwenden. Deswegen dokumentieren wir auch alle Fortschritte unserer Projekte ganz genau. Alle sollen sehen, dass bei uns jedes einzelne Kind zählt. Denn am Ende geht es  um jeden Jungen und jedes Mädchen, die durch den Zugang zu sauberem Trinkwasser und hygienischen Toiletten an der Schule gesünder leben können. Die Kinder können sich so voll und ganz darauf konzentrieren, in die Schule zu gehen und sind nicht damit beschäftigt, kilometerweit zu laufen, um Wasser zu holen. Um jedem Spender etwas Handfestes in die Hand zu geben, lassen wir die Spendenpostkarten beispielsweise von den Kindern in Äthiopien bemalen. Ein selbst gemaltes Bild von einem der Kinder sagt mehr als tausend Worte.

Zukunftspläne und der größte Traum

Als ich ihn darauf anspreche, was er sich für die Zukunft seiner Stiftung wünscht, kann man noch einmal mehr sehen, wie viel ihm sein Projekt und die Kinder bedeuten. „Ich arbeite das ganze Jahr dafür, in meinem Sommerurlaub Zeit mit den Kindern in Afrika zu verbringen zu können und zu sehen, wie sehr sich das Leben durch den Bau eines Brunnens für eine ganze Dorfgeneration verbessern kann. Der Kontakt mit jedem einzelnen Kind ist jede Mühe wert. Du schaust in die Gesichter und weißt, dass sich der Aufwand des ganzen Jahres tausendfach gelohnt hat.

Mein absoluter Traum wäre es, wenn ich vielleicht in einigen Jahren einmal eine E-Mail von einem der Kinder bekäme, die durch meine Stiftung und meine Projekte eine Chance auf eine bessere Zukunft  hatten. Vielleicht, weil sie sich gemerkt haben, dass wir vor Ort in Äthiopien zusammen über das Schulgelände spaziert sind oder weil sie noch wissen, dass ihr Brunnen von meiner Stiftung gebaut wurde – und sich jetzt einfach bedanken möchten. Das würde mich einfach sprachlos und glücklich machen.

Esel
Foto: facebook/NevenSuboticStiftung

Ich wünsche Neven und seiner Stiftung auch in Zukunft viel Erfolg und hoffe, dass auch ihr euch die Zeit nehmt und euren Freunden von dem Projekt 100% Hygiene und der Neven Subotic Stiftung erzählt. Projekte wie dieses verdienen eben doch mehr Aufmerksamkeit als ein Tabellenplatz in der Bundesliga oder die Frage danach, ob die nächsten Fußballschuhe grün oder pink sein sollen. Die äthiopischen Kinder freuen sich schlicht und einfach über fließendes und sauberes Wasser und die Möglichkeit, in die Schule zu gehen. Dabei sollten wir sie unterstützen, meint ihr nicht?

Teilt diesen Artikel bei Facebook so oft ihr könnt und macht mit ein paar Klicks noch viel mehr Leute auf dieses Projekt aufmerksam. Vielleicht möchte der eine oder andere ja schon länger für ein Projekt spenden und wusste bisher noch nicht genau, welche Organisation die richtige ist und wo das eigene Geld am sinnvollsten ankommt? Lest euch dazu einfach alle Infos zum Umgang mit den Spenden und zu Nevens 100%-Transparenz-Versprechen durch. Ich kann euch meine volle Empfehlung aussprechen.