Der Konkurrenzkampf der Airlines ist so hart wie nie zuvor. Die sogenannten Billigairlines unterbieten sich preislich in jeder Saison mehr und mehr, der Markt ist heiß umkämpft. Nun scheint mit Air Berlin der erste Mitbewerber unter diesem Druck einzuknicken, es ist sogar von mehr als einer Millionen Euro Schulden die Rede. Was ist seit den Umstrukturierungsmaßnahmen geschehen und wie steht es mittlerweile um die beliebte deutsche Airline?

Die Airline Air Berlin schreibt seit Jahren rote Zahlen, die Schuldenlast von einer Milliarde Euro lastet schwer auf dem Unternehmen, an dem sogar die Luxusairline Etihad Airways Anteile besitzt. Legten die Reisenden vor Jahren noch viel mehr Wert auf Service und Qualität, geht der Trend immer weiter zum Sparen. Möglichst günstig soll ein Flug sein, Services wie kostenloses Essen, Getränke und Gepäck sind eher in den Hintergrund gerückt. So kommt es (zur Freude meiner Community) sehr oft vor, dass ich unglaublich günstige Flugangebote finde: Für 3€ nach Brüssel, für 30€ nach Kreta, und nach London kostet der Hin- und Rückflug auch selten mehr als 40€. Billigairlines wie Ryanair oder Easyjet machen es möglich! Für die zweitgrößte deutsche Airline Air Berlin heißt es bei solchen Preisen dann oft: mitziehen oder Kundenverlust. Es schien nur eine Frage der Zeit sein, als Air Berlin im September schließlich mitteilte, sich aus dem „Billigsegment“ verabschieden zu wollen und eine Umstrukturierung anzustreben. Doch rettet das die Airline am Ende auch vor dem wirtschaftlichen Ruin? Und was bedeutet die Umstrukturierung eigentlich genau für die Kunden?

Neuerungen bei Air Berlin Umstrukturierung
Was bedeutet die Umstrukturierung bei Air Berlin für die Kunden?

Umstrukturierung und Schuldenlast bei Air Berlin

Was passiert, wenn ein Unternehmen wie Air Berlin eine sogenannte Umstrukturierung plant, wurde im September bereits in Ansätzen vorgestellt. Im Fokus steht in erster Linie die Verkleinerung der Flotte auf ungefähr 75 Maschinen, die hauptsächlich von den Flughäfen Berlin und Düsseldorf aus starten sollen. Die restlichen Flugzeuge werden zu großen Teilen für die nächsten sechs Jahre an die Fluggesellschaft Lufthansa vermietet, um dann von der Tochterfirma Eurowings eingesetzt zu werden.
Übrigens: Für Kunden des Air Berlin Vielfliegerprogamms „Topbonus“ ändert sich laut Airberlin vorerst nichts. Alle Meilen behalten ihre Gültigkeit und können weiterhin gesammelt und für  künftige Buchungen genutzt werden. Das Einzige, was sich für die Vielflieger ändert, ist die Anzahl der Strecken und die verminderte Häufigkeit der Flüge, die Air Berlin nach der Umstrukturierung anbietet.
Auch die verbleibende Flotte von rund 70 Maschinen soll umstrukturiert werden: Rund 17 Flugzeuge sollen für den Langstreckenbetrieb verbleiben und da in erster Linie auf Businesskunden abzielen und 35 Flugzeuge werden für den sogenannten touristischen Betrieb, also die Pauschalurlaubsangebote von Air Berlin, bereitstehen. Generell möchte sich Air Berlin vom „Low Budget Reisen“ verabschieden, der Fokus wird eher auf Service und Komfort liegen, so das Unternehmen. Doch schon bald nach Bekanntgabe kamen diese ehrgeizigen Pläne ins Stocken, denn weder der Deal mit Lufthansa, noch die Partnerschaft mit TUI lief bis jetzt glatt und ist, hingegen der Erwartungen, noch nicht wirklich in trockenen Tüchern. In einem Zwischenbericht von Air Berlin wurde nun die hohe Schuldensumme von über 1 Milliarde Euro genannt. Zum Vergleich: Im letzten Jahr konnte die Airline noch ein deutliches Umsatzplus erzielen. Anstatt Schulden abzubauen und sich gestärkt zu etablieren, scheint Air Berlin weiter in die Miesen zu rutschen.
Neuerungen bei Air Berlin Umstrukturierung
Mehr Service, mehr Luxus, mehr Umsatz für Air Berlin?

Es bleibt abzuwarten, ob sich Air Berlin mit der Umstrukturierung noch einmal berappeln und auf dem stark umkämpften Markt der Fluggesellschaften bestehen kann, oder, ob der harte Konkurrenzdruck bald weitere Opfer auf dem deutschen Markt fordert. Die Airline bleibt jedenfalls zuversichtlich auch in den nächsten Jahren erfolgreich auf dem deutschen Markt bestehen zu können.

Wie ist eure Meinung über den Konkurrenzkampf der Billigairlines? Seid ihr froh, dass die Flugpreise immer günstiger werden, oder legt ihr mehr Wert auf Service und seid bereit, etwas tiefer in die Tasche zu greifen?