Namibia ist ein Vorbild in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Hier erfahrt ihr alles zu den Communal Conservancies und lest außerdem, wie und wo ihr selbst mit wenig Aufwand einen kleinen, aber sehr wichtigen Beitrag zum Thema Ökotourismus leistet.

Wenn es um Umweltschutz geht, ist Namibia ein echtes Paradebeispiel. Nach dem einfachen, aber besonders effektiven Motto „By the people, for the people“ sind hier in sogenannten Communal Conservancies viele Locals organisiert, die sich in Eigenregie und unabhängig vom Staat um Naturschutz, nachhaltigen Tourismus und viele Umweltprojekte im Land kümmern. Ein toller Ansatz, der Vorbild sein könnte für viele andere Länder.

Nachhaltiger Tourismus in Namibia

Communal Conservancy | Empfehlenswerte Lodges | Was ihr tun könnt

Communal Conservancy – Was ist das überhaupt?

Namibia hat eines der modernsten und innovativsten Schutzprogramme in Afrika. 26 Parks und Reservate helfen, seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten zu schützen, Populationen zu stabilisieren und zu einem gesunden Wachstum zu verhelfen. Das Besondere: Nicht nur auf Seiten des Staates gibt es Bemühungen, sondern auch in den lokalen Communities, die sich in ihrem eigenen Umfeld für eine ausgeglichene Balance zwischen Tourismus, den Bedürfnissen der Einheimischen und denen von Flora und Fauna einsetzen.

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Frei übersetzen lässt sich Communal Conservancy vielleicht am einfachsten mit „Gemeinschaftlicher Schutz“ – nicht der Staat als Oberhaupt legt die Maßnahmen hier fest, vielmehr sind es die Kommunen und Gemeinden in und um Naturschutzgebiete und Nationalparks, die zu ihrer Region passende Schutzmaßnahmen entwerfen, Konzepte für nachhaltigen Tourismus umsetzen und sich aktiv und in der Gemeinschaft für die Erhaltung der namibischen Natur stark machen.

By the people, for the people

Mehr als 1.000 Jobs konnten so in den Communities durch sogenannte „joint venture“ Einrichtungen bereits geschaffen werden – ein toller und wichtiger Beitrag für Gesellschaft und Umwelt. Noch vor knapp 30 Jahren war genau diese Entwicklung in keiner Weise vorhersehbar. Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven sorgten für Krisenstimmung – vor allem auf dem Land. Und auch der Schutz der fragilen Umwelt war kein Thema – die Wandlung, die Namibia in Sachen Nachhaltigkeit seither genommen hat, ist enorm.

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Campingplätze und Luxus-Lodges

Für Touristen sind ganz besonders die Community-Campsites und die vielen Lodges in den Schutzgebieten interessant, die mit den Communal Conservancies zusammenarbeiten. Denn wer als Selbstfahrer mit einem Camper oder einem Mietwagen unterwegs ist, kann entweder auf den Campingplätzen der Schutzgebiete oder sogar in luxuriösen Eco-Lodges residieren. Drei der Unterkünfte stelle ich euch hier genauer vor.

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Foto: Kulala Desert Lodge // Jürgen Goetz

Damaraland Lodge – einzigartiges Wüstenflair

Die Damaraland Lodge ist im Torra Conservancy gelegen und wird von einer lokalen Community betrieben, die sich mit Herzblut um Gäste, Lodge und Umgebung kümmert. Während man hier auf der Terrasse bei einem Glas Wein entspannt, kann man den Blick über die altehrwürdigen Täler bis zu den Brandenberg Mountains in der Ferne schweifen lassen. Luxuriöse, umweltfreundliche Häuser mit großzügigen Wohneinheiten, Kamin, Bar und und Pool erwarten Gäste hier.

Nkasa Lupala Tented Lodge – Elefanten vor der Tür

Wunderschön gelegen in den Wetlands, einem sehr fruchtbaren Gebiet am Kwando-Linyanti Fluss, liegt die Nkasa Lupala Lodge. Das sonst aride Namibia ist hier grün und fruchtbar, ein kompletter Kontrast zur kargen Wüste rund um die Brandenberg Mountains. Wasserbüffel, Flusspferde und viele andere Wildtiere tummeln sich in und am Wasser – und Gäste der Lodge sind Augenzeugen eines einzigartigen Naturschauspiels. Der kleine Nkasa Lupala Nationalpark ist eher unbekannt, wird aber auch bei Touristen immer beliebter. Die Lodge ist ein Joint Venture Projekt von Privatinvestoren und Mitgliedern des Wuparo Conservacy und beschäftigt zu 95% Einheimische aus der Region. Nachhaltiger Tourismus wird hier in allen Belangen groß geschrieben.

Grootberg Lodge – Den Adlern ganz nah

Wer einen Aufenthalt in der Grootberg Lodge bucht, wird mit einzigartigen Blicken in die Ferne belohnt. Insgesamt warten 16 Chalets auf Besucher, die sich an die Berge des Klip River Valley schmiegen. Regelmäßig kann man hier Adlern bei der Jagd zuschauen. Alle Mitarbeiter der gemütlichen Lodge sind aus der Umgebung und freuen sich, Gästen ihre Kultur, lokale Spezialitäten und ihr Land näher zu bringen. Hier, wo es vor wenigen Jahren noch viel Perspektivlosigkeit gab, finden viele Locals im Tourismus eine neue, erfüllende Bestimmung.

Wie Touristen einen Beitrag leisten können

Namibia ist längst ein Vorbild für viele andere Länder der Welt – wer sich also an den Bemühungen der Communal Conservancies des Landes beteiligen will, muss nicht lange suchen. Was ihr ganz einfach tun könnt, lest ihr deshalb hier:

  • Bucht Öko-Lodges: Im ganzen Land gibt es Projekte, deren Campsites und Lodges sich besonders bemühen Umwelt, Tourismus und Konsum in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen. Viele Unterkünfte versorgen sich nahezu autark, haben einheimische, namibische Angestellte und Besitzer und binden die lokalen Gemeinden rund um die schützenswerten Nationalparks und Reservate direkt in ihre Arbeit mit ein. Sucht also bei der Recherche nach passenden Unterkünften für eure Rundreise durch Namibia bevorzugt nach Unterkünften, die von Communal Conservancies betrieben werden.
  • Folgt nicht nur dem Touristenstrom: Auch abseits der bereits ausgetretenen Touristenpfade kann man in Namibia ganz Wunderbares entdecken – zum Beispiel in den oben genannten eher unbekannten Wetlands am Kwando-Linyanti Fluss. Es gibt ein kostenloses Infopaket, das ihr euch bestellen könnt, um euch schon mal einzulesen. Namibia ist keines dieser Länder, durch die man innerhalb weniger Minuten einen Roadtrip geplant hat – Vorbereitung ist hier das A und O.
  • Mehr Zeit – weniger Flüge: Wer ein so großes Land wie Namibia richtig genießen will, braucht Zeit. Damit ihr nicht unnötig auf Inlandsflüge zurückgreifen müsst, solltet ihr für eine Rundreise genug Reisezeit einplanen. Roadtrips gehören für mich zu den schönsten Beschäftigungen der Welt und wenn es eure Zeit zulässt, solltet ihr euch bemühen, auch längere Strecken lieber mit dem Auto oder dem Zug (z.B. dem luxuriösen Desert Express) als mit dem Flugzeug zurückzulegen. Der Weg ist immer das Ziel.
  • Schont Ressourcen: Namibia ist ein extrem trockenes Land. Deshalb ist es umso wichtiger für uns, mit den vorhandenen Ressourcen wie Wasser und Energie besonders sparsam umzugehen. Aber das gehört zu einem nachhaltigen Urlaub einfach mit dazu.

Wenn euch die Reiselust gepackt hat, dann könnt ihr euch hier das kostenlose Infopaket des Namibia Tourism Board bestellen.

 

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