Seltsame Funksprüche werden abgegeben, intakte, aber menschenleere Geisterschiffe treiben umher – ganze Flugzeuge verschwinden spurlos. Was hat es mit dem Mythos Bermudadreieck wirklich auf sich? Solltet ihr euch fernhalten oder es lieber doch erkunden?!

So manch einer glaubt an den Fluch, der über dem Bermudadreieck liegt und zweifelt nicht an dem mysteriösen Verschwinden von Flugzeugen und Schiffen. Unerklärliche Dinge treiben dort ihr Unwesen. Andere meinen, das sei alles erfunden und falsch interpretiert worden.

Ich finde, wir lassen heute beides gelten und schauen uns diese spannende Geschichte einfach mal an: Ob ihr lieber an Außerirdische oder den Golfstrom glaubt, ist euch überlassen.
Google Maps findet das Bermudadreieck auf jeden Fall.

Bermudadreieck – was geht hier vor?

Geschichte | Verschwundene Schiffe | Verlorene Flugzeuge | Erklärungen

Google Maps
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Der Mythos

Das Bermudadreieck wird auch das „Teufelsdreieck“ genannt und bereits Christoph Kolumbus erzählte 1492 von einem verrückt spielenden Kompass und seltsamen Lichtern über der Meeresoberfläche. Dieses Seegebiet des westlichen Atlantiks wird mit den Eckpunkten Miami, Puerto Rico und den Bermudas begrenzt. In diesem Bereich spielen sich schon seit die Menschen denken können, seltsame Dinge ab. Durch all diese Geschichten entstand der Mythos des Bermudadreiecks. So sollen dort Geisterschiffe ohne eine Menschenseele umhertreiben, Riesenwellen ganze Schiffe verschlucken und Flugzeuge die Kontrolle verlieren. Die Geschichten und deren Erzähler scheinen endlos.

Schiffe vom Meer verschluckt

USS Cyclops
Mit 11.000 Tonnen Fracht ist dieses Kohleschiff nicht leicht zu verlieren. Trotzdem verschwand es am 4. März 1918 nach dem Auslaufen aus Barbados spurlos. Die 306 köpfige Besatzung wurde samt ihres Schiffes auf der Fahrt im Bermudadreieck nie wieder gesichtet. Ebenso das Wrack. Bisher ist dies der größte Verlust auf See der Geschichte, in der Kriegshandlungen keine Rolle spielen.

Marine Sulphur Queen
Dieses Tankschiff verschwand 1963 samt ihrer Besatzung von 39 Mann. Es war während der Fahrt kein Funkkontakt möglich, wodurch die genaue Position nicht bestimmt werden konnte. Nachdem der Frachter nicht wie geplant ankam, schickte man einen Suchtrupp los, der sechs Tage lang nichts von der verschwunden Marine Sulphur Queen finden konnte. Erst nach drei Wochen tauchten ein Nebelhorn, Rettungswesten und andere Kleinteile auf. Das Schiff aber blieb verschwunden. 

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Flugzeuge am Himmel verschwunden

Flug 19
Die wohl bekannteste Geschichte des Bermudadreiecks ist das Verschwinden des Flug 19. Dieser Vorfall ereignete sich 1945 und ist bisher am besten dokumentiert worden, wodurch sich viele Verschwörungstheorien darauf berufen. Am 5. Dezember starteten fünf Flieger der US Navy – bekannt unter dem Namen Flight 19. Plötzlich gab es bei diesem Trainingsflug Probleme – der Kompass funktionierte nicht mehr und die fünf Piloten kamen von ihrer Route ab.

Ich weiß nicht, wo wir sind. Wir müssen uns bei der letzten Wende verirrt haben.

In ihren Funksprüchen gaben die Piloten an, dass sie den Weg verloren hätten. Als nach einiger Zeit der Funkkontakt komplett abbrach, schickte man ein Suchflugzeug, die BuNo. 59225 – doch auch hier brach der Kontakt ab und das Flugzeug verschwand. Zwar meldete ein Tanker eine Explosion in dem Gebiet, jedoch wurden niemals Wrackteile der verschwundenen Flieger gefunden.

Douglas DC-3
Ein weiteres ungeklärtes Verschwinden ereignete sich drei Jahre später. Am 28. Dezember 1948 startete die Douglas DC-3 von Puerto Rico Richtung Miami. Die 32 Insassen der Maschine kamen dort aber nie an. Obwohl es durchgehend Funkkontakt gab, blieb das Flugzeug wie vom Erdboden verschluckt. Selbst nach einer sechstägigen Suche in dem Meeresgebiet rund um den Golf von Mexiko konnte nichts gefunden werden.[/wrapper]

Old Navy fighter planes

Versuchte Erklärungen

Der Grund im Himmel
Weil das Gebiet des Bermudadreiecks sehr häufig von Hurrikanes heimgesucht wird und für seine schnellen Wetterumschwünge bekannt ist, könnten plötzlich auftretende Stürme für das Verschwinden verantwortlich sein. Nur wenige Funksprüche weisen aber auf schlechtes Wetter hin, wodurch dies nur eine vage Vermutung ist.

Der Grund unter Wasser
An der Westküste der Bahamas befindet sich unter Wasser die Bimini Road, eine 800 Meter lange Kalkstein Struktur aus großen Steinblöcken. So behaupten manche, dies seien Überreste der versunkenen Stadt Atlantis, während andere die Steine als Naturphänomen bezeichnen. Bis heute ist nicht wirklich geklärt, ob diese „Straße unter Wasser“ nicht doch von Menschenhand erschaffen wurde und im Bermudadreieck ihr Unwesen treibt.

Auch Riesenwellen, welche offiziell existieren, könnten eine Ursache für verschwundene Schiffe sein. Es ist aber nicht erwiesen, dass dieses Gebiet häufig diese Art von Wellen aufweist und das Verschwinden der Flugzeuge wäre damit auch nicht geklärt.

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Eine der wohl logischsten Erklärungen für das Verschwinden aller Wrackteile ist der starke Golfstrom, der durch das Bermudadreieck fließt. Dieser könnte alles mit sich reißen und Teile weiter abtreiben lassen. Außerdem liegt in dem Gebiet auch der Puerto Rico Graben – die tiefste Stelle im Atlantik. Wracks die hier sinken, könnten für immer in den Meerestiefen verschwinden.

Eine häufig genannte Ursache ist das große Methangas-Vorkommen unter der Wasseroberfläche im Bermudadreieck. In einer Tiefe von bis zu 2000 Metern sollen sich Methanhydrate bilden. Entweichen diese plötzlich und in großen Mengen, steigt das Gas an die Wasseroberfläche. Die Oberflächenspannung des Wassers kann sich dadurch verringern – das Schiff hat dann keinen Auftrieb mehr und sinkt.

Und zum Schluss bleiben natürlich noch die guten alten Aliens. Viele Verschwörungstheorien beruhen darauf, dass in diesem Gebiet häufig UFOs und andere seltsame Flugobjekte gesichtet wurden, die für das Verschwinden verantwortlich sind.

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Es gibt viele Geschichten und ebenso viele Theorien, aber genau das ist es, was den Mythos am Leben erhält. Seemänner und deren Erzählungen, seltsame Funksprüche und ein nicht stehenbleiben wollender Kompass machen das Bermudadreieck zu einem der sagenumwobensten Orte und lassen uns erneut wissen, dass unsere Welt groß genug ist, Dinge in der Größe eines Frachtschiffs verschwinden zu lassen.