Ein Sabbatjahr in Kanada – was sich für viele wie ein Traum anhört, ist für Jonathan gerade Realität. Begleitet ihn bei seinem Abenteuer und werft einen Blick hinter die Kulissen – Teil 1 lest ihr hier.

Ja, wir alle kennen das Szenario: Das Fernweh plagt, die sieben Sachen sind schnell gepackt und am liebsten würden wir losziehen und die Welt bereisen. Doch nicht selten verlässt uns dann der Mut, unsere Zelte in der Heimat abzubrechen und uns auf eine ungewisse Reise zu begeben. Umso spannender ist es dann, wenn wir die Abenteuer diverser Weltenbummler bei Instagram live mitverfolgen können. Bilder, Videos und persönliche Blogs lassen uns hautnah dabei sein, machen die Reise so real und authentisch. Zwar kommt dann immer mal wieder ein Fünkchen Neid in uns hoch, doch genießen wir es einfach nur, irgendwie Teil dieser Reise zu sein. Damit ihr auch mal einen Blick hinter die Kulissen werfen könnt, möchte ich euch Jonathan vorstellen, der mir einiges über seinen Plan mit dem Camper durch Kanada zu reisen verraten hat.

Von der Idee bis zur Planung: Mit dem Camper durch Kanada

Warum Kanada? | Die ersten Tage | Camper, Kosten und Co. | Der Umbau

 Auf geht’s!

Camper durch Kanada

Vom Sauerland in die weite Welt – das ist Jonathan

Damit ihr euch ein Bild von Jonathan machen könnt, möchte ich ihn euch kurz vorstellen: Jonathan ist 26 Jahre alt und kommt aus einer beschaulichen Kleinstadt am Rande des Sauerlandes. Dass hier das Fernweh mal größer wird, ist ihm nicht zu verübeln und so hat ihn im Laufe seines Lebens das Explorer-Fieber gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen. Seine liebsten Reiseziele sind neben Kanada, Kenia und Schweden all jene Länder, in denen man mit tiefstem Herzen in die Kultur eintauchen kann. Kulinarik, Sprache, Kultur – je entfernter, desto besser! Und dass Kanada dieses Jahr seinen 150. Geburtstag feiert, kommt ihm wie gerufen. Denn zu diesem Jubiläum wird nicht nur der Nationalfeiertag am 1. Juli zelebriert – nein, das ganze Jahr über finden kostenlose Events und Veranstaltungen statt. Und das Allerbeste: Alle Nationalparks öffnen ihre Pforten bis zum Jahresende gratis. Welcher Zeitpunkt wäre also geeigneter für einen Besuch als Kanadas 150. Geburtstag?

Zeit, seinen Traum zu verwirklichen

Anlässlich dessen hat sich Jojo – ihr kennt ihn ja bereits, daher wird es Zeit für seinen Spitznamen – dazu entschlossen, ein Sabbatical einzulegen und Land und Leute kennen zu lernen. Da er diesen Sommer ausschließlich im Camper verbringen möchte, hat er sich bereits letzten Herbst auf den Weg nach Kanada gemacht, um sich nach einem fahrbaren Untersatz umzuschauen und diesen umzubauen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Vancouver bei Freunden hat es ihn schon bald nach Fernie verschlagen, einer Kleinstadt nahe British Columbia, um sich das nötige Kleingeld zu verdienen. Kleingeld ist vielleicht etwas untertrieben, denn nicht nur die Anschaffung eines Vans bringt einige Kosten mit sich – auch die Kosten für den Umbau sowie für alle weiteren Utensilien, die für ein Leben im Camper benötigt werden, sollten vorher bestens kalkuliert sein.

Camper durch Kanada
Foto: Jonathan

Auf der Suche nach einem Van

Um euch mal einen kleinen Einblick zu geben, was für Kosten dabei auf einen zukommen, habe ich Jojo ausgefragt. Für den Kauf des Vans hatte er ursprünglich 1.500 Kanadische Dollar eingeplant, ihn glücklicherweise dann jedoch sogar für 1.100 CAD erstanden. Zwar nicht im allerbesten Zustand – ursprünglich wurde der Van nämlich als Transportmittel einer Fliesenlegerfirma genutzt – aber immerhin etwas günstiger.

Fakten zum Van:

  • Modell: GMC Safari
  • Baujahr: 2001
  • Kilometerstand: 280.000 km
  • Kaufpreis: 1100 CAD
Versicherung und Registrierung haben hingegen ein tiefes Loch ins Reisebudget gerissen, rund 2.400 Kanadische Dollar sind inklusive Kauf auf einen Schlag weg. Rechnet ihr dann noch Materialkosten für den Umbau sowie Gebrauchsgegenstände wie Schlafsack, Campingkocher, Gas etc. dazu, könnt ihr locker noch mal 1000 Kanadische Dollar dazu rechnen. Eine stolze Summe, und das, obwohl das Abenteuer noch nicht einmal begonnen hat!

Vorbereitung ist das A und O – der Umbau

Damit Jojo überhaupt in seinem Camper übernachten kann, musste natürlich als erstes eine Schlafgelegenheit in den Van integriert werden. Dafür hat er sich zusammen mit seinem Freund Robin, der ihn die erste Zeit begleiten wird, eine Liegefläche aus Holz gebaut. Unter der Bettkonstruktion haben die beiden einen Hohlraum als Stauraum gelassen und zusätzlich ein kleines Regal an der Innenseite des Vans angebracht. Queensizematratze, Töpfe, Pfannen, Schneidebretter, Campingkocher, Lebensmittel, Daunenschlafsäcke, riesige Wasserkanister inklusive Wasserhahn sowie das eine oder andere Teil vom Schrottplatz haben bei einer Shoppingtour in der nicht weit entfernten Stadt Calgary ihren Platz im Einkaufswagen gefunden – und somit war auch die erste Tour bereits geschafft!

Das Abenteuer kann beginnen

Nachdem nun Umbau und Einkauf getätigt sind, steht der ersten Nacht im Camper also nichts mehr im Wege und das Abenteuer kann beginnen. Von Calgary soll es vorerst in Richtung Canmore gehen, einer Kleinstadt ca. 20 Kilometer vor Banff. Verraten haben mir die beiden, dass sie gerne auf den Ha Ling Peak wandern wollen – ob sie das trotz eisigem Wind und Schnee tatsächlich gewagt haben und was sie bei ihrem nächsten Stopp in Banff alles erleben, erfahrt ihr schon ganz bald in Teil 2 von Jojos Abenteuer!

Mehr zu Jojo und Kanada