Sie kommen nicht zur Ruhe. Schon wieder hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zum Streik aufgerufen. Dieses Mal wird es besonders hart: Gerade morgen, zum Auftakt des Ferienendes in Bayern, soll der Münchner Flughafen bestreikt werden.
Die Fronten scheinen nach wie vor verhärtet, wenn es um den seit Wochen, sogar seit Monaten schwelenden Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Piloten geht. Die einen fühlen sich übergangen, die anderen argumentieren, dem Druck eines immer preisbewussteren Marktes gerecht werden zu müssen. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Wer darunter leidet, ist klar: Seit April fordern die Streikwellen immer wieder Passagier-Opfer, die gestrandet am Flughafen stehen bleiben müssen.

Streik Lufthansa Germanwings München
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Nächster Streik der Lufthansa-Piloten für München angekündigt

Die nächste Streikwelle folgt jetzt. Die Gewerkschaft hat für morgen wieder zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Dieses Mal in der Zeit von 10 bis 18 Uhr am Münchner Flughafen, dem zweitgrößten Drehkreuz der Lufthansa. In der Zeit soll dort kein Flugzeug abheben und das zu dem Zeitpunkt, wo im Bundesland Bayern die Ferien zu Ende gehen. Eine Sprecherin der Lufthansa erklärt, das Unternehmen reagiere auf die Pläne mit „völligem Unverständnis“. Dieser Kampf sei nun gezielt auf das nahende Ferienende in Bayern gerichtet.

Zuletzt wurde vergangene Woche in Frankfurt am Flughafen gestreikt. Sechs Stunden lang ging nichts mehr, 218 Flüge sind ausgefallen. Die Gesellschaften Lufthansa und ihre Tochter Germanwings reagierten bislang mit Notfall-Flugplänen auf die Streiks.

Es geht nach wie vor um den Konflikt um die geplante Änderung, die die Übergangsrente für Piloten betrifft. Derzeit gehen Lufthansa-Kapitäne im Schnitt mit 59 Jahren in einen Vorruhestand, der bislang komplett vom Unternehmen bezahlt wurde. Die Pläne von Lufthansa sehen vor, das Eintrittsalter für diesen Vorruhestand auf 61 zu erhöhen und die Piloten während der Ausführung ihres Berufs an der Finanzierung zu beteiligen.

Eine Einigung scheint also noch lange nicht in Sicht. Hoffen wir, dass nicht so viele Passagiere darunter zu leiden haben!