Nach einigen turbulenten, erlebnisreichen Tagen in Las Vegas ist Mara zum inzwischen – wie sie es selbst sagt – „gefühlt hundertsten Mal“ in einen Flieger gestiegen, der sie dieses Mal nach Los Angeles, die Stadt der Engel, gebracht hat.

Mit Los Angeles hatte ich bis dato nur Hollywood, den Walk of Fame und den berühmten Venice Beach in Verbindung gebracht. Ich dachte, L.A. wäre die Stadt der Reichen und Schönen, in ihr wimmle es nur so von Celebrities. Ich fragte mich innerlich schon ein wenig, was denn eine Normalsterbliche wie ich in solch einer Stadt anfangen solle. Aber auch in L.A. wurde ich wieder einmal eines Besseren belehrt und bin nach meinen zwei Tagen Aufenthalt dort richtiger Fan der Stadt, insbesondere von Venice Beach, geworden.

Venice Beach at night (1)

Airbnb Venice Beach – „Cozy Venice Beach Cabana, Free Bike“

In Los Angeles habe ich diesmal für euch anstatt eines Hotels eine Airbnb Unterkunft getestet. Die Registrierung bei Airbnb ist total einfach und hat mich gerade mal drei Minuten gekostet. Für meine Zeit in Los Angeles habe ich mich für eine Unterkunft, die mit dem Titel „Cozy Venice Beach Cabana, Free Bike à la Burning Man Camp“ inseriert war, entschieden.

Für alle, denen Airbnb noch kein Begriff ist: Airbnb ist eine Webseite, über die man Zimmer, Wohnungen oder ganze Häuser, meist von Privatpersonen, in der ganzen Welt mieten kann.

Dank der ausführlichen Wegbeschreibung war es ein Leichtes, das Haus in Venice Beach zu finden. Als ich ankam, wurde ich prompt freundlich von Quinton, dem Hausmanager, empfangen. Meine „Cabana“ entsprach genau den Abbildungen auf den Fotos: Sie selbst war sehr simpel, klein und spartanisch gehalten, doch das war überhaupt kein Problem für mich, da ich mich schließlich bewusst anhand der Fotos dafür entschieden hatte.

Wenn ich die Wahl zwischen einem riesigen Zimmer mit Kingsize Bett oder einem kleinen Kämmerchen mit einem gemütlichen Chill Out Bereich hätte, würde ich mich immer für Letzteres entscheiden. Meine Unterkunft verfügte gleich über mehrere dieser Bereiche, die auch für alle anderen der bis zu neun Airbnb Gäste frei zugänglich waren. Das Wohnzimmer war urgemütlich und lud abends dazu ein, dass sich alle um den Ofen versammelten. Auch draußen war der kleine Innenhof mit viel Liebe, grünen Pflanzen und Nepal-Gebetsflaggen dekoriert und selbst eine Hängematte – für die ultimative Entspannung – konnte man dort finden. Jeder Gast des Airbnbs bekam für seinen Aufenthalt eines der ultra lässigen Beach Cruiser Bikes zur Verfügung gestellt. Diese waren perfekt, um die Strandpromenade entlang zu cruisen oder abends einfach auf einen Drink schnell nach Santa Monica zu düsen.

Was mir außerordentlich gut an dem Airbnb gefallen hat, waren die familiäre Atmosphäre und die internationalen Gäste aus Schweden, England, Australien, Frankreich und vielen anderen Ländern. Anders als in einem Hotel kam man dort unmittelbar mit anderen netten Leuten in Kontakt. Deshalb würde ich insbesondere Alleinreisenden und jüngeren Leuten Airbnb Unterkünfte wie diese empfehlen. Doch natürlich trifft das nicht auf alle Airbnb Unterkünfte zu. Bei der Mehrheit der Angebote wird oft nur ein Zimmer vermietet, sodass man der einzige Gast ist, was wiederum ideal für alle ist, die eher für sich sein wollen.

Venice Beach

Viel davon gehört, aus verschiedenen Filmszenen bereits einige Bilder im Kopf gehabt und auf einmal befand ich mich selbst dort: am Venice Beach! Mit dem Beach Cruiser Bike bin ich dort gemütlich die Promenade entlang gecruist und kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Rollschuhfahrer- ach was, Fahrer ist völlig untertrieben – Rollerskate Tänzer jeglichen Alters, die Skater an dem gigantischen Skatepark, Musiker, Jongleure und Künstler ließen mich vor Begeisterung sprachlos werden. Beeindruckt hat mich auch, dass die Darstellung des legendären Muscle Beach in sämtlichen Filmen in keiner Weise übertrieben ist. Muskelprotze wohin das Auge reicht, stellenweise sogar die obligatorische Goldkette dazu, enge Tops, Höschen und noch knallengere Leggins, die mit Sicherheit selbst der kleinen Schwester zu knapp gewesen wären. Herrlich!

 … Skater an dem gigantischen Skatepark, Musiker, Jongleure und Künstler ließen mich vor Begeisterung sprachlos werden.

Der Testosteronüberschuss, der den Muscle Beach klar regierte, war gefühlt sogar schon 50 Meter gegen den Wind zu riechen. Kein Witz: Sobald man sich dem Bereich näherte, stieg einem unweigerlich ein strenger Schweißgeruch in die Nase. Puh! Der Venice Beach ist regelrecht eine einzige Zirkusvorstellung – ich hätte dort Stunden verbringen können, ohne mich zu langweilen.

Santa Monica Pier – Acro Yoga

Da ich aber neben dem Venice Beach noch mehr von L.A. sehen wollte, bin ich schließlich mit meinem flotten Bike 15 Minuten weiter nördlich an den Santa Monica Beach gefahren, wo jeden Sonntagnachmittag ein Acro Yoga Jam stattfindet.

Übrigens:
Acro Yoga entstand im Jahr 2004 ursprünglich aus der Kombination von Yoga, Akrobatik und Thai-Massage in den USA. Vereinfacht kann man von einer akrobatischen Version des Yoga sprechen, bei der man zu zweit, zu dritt oder in Gruppen verschiedene akrobatische Tricks und Balance-Kunststücke vorführt.

Das erste Mal hatte ich Acro Yoga vor gut einem Jahr in Thailand ausprobiert und während meiner Zeit in Israel im letzten Sommer war ich schließlich so richtig auf den Geschmack gekommen. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, dass ich in L.A. wieder die Möglichkeit dazu hatte. Ich war keine fünf Minuten dort, da balancierte mich auch schon jemand auf seinen Füßen in der Luft. Auch in L.A. durfte ich die Acro Yoga Gemeinde als sehr offen und freundlich erleben und hatte somit einen wunderbaren, aber auch schweißtreibenden Nachmittag mit Acro Yoga am Strand.

 

High Rooftop Lounge – Hotel Erwin

Ein perfekter Spot, um einen turbulenten Tag in L.A. ausklingen zu lassen, ist beispielsweise die High Rooftop Lounge auf dem Dach des Hotel Erwins. Von dort kann man wunderbar beobachten, wie die feuerrote Sonne ins endlose Meer taucht. Nachts hat man dann einen tollen Ausblick über die mit Lichtern übersäte Stadt. Die Rooftopbar kostet nicht einmal Eintritt, die einzige Voraussetzung ist, dass man bereits 21 Jahre alt ist.

St Monica Pier – TSNY Trapeze School

Obwohl mir vom Acro Yoga am nächsten Morgen noch alle Glieder schmerzten und ich einen gehörigen Muskelkater hatte, beschloss ich, einen „Flying Trapeze“ Kurs in der „TSNY Trapeze School“ in L.A. am Santa Monica Pier zu machen. Innerhalb von zwei Stunden habe ich Schritt für Schritt (oder eher Sprung für Sprung) verschiedene Tricks am Trapez gelernt, sodass ich am Ende sogar in der Lage war, den schwierigsten Trick mit einem fliegenden Wechsel zu vollführen. Das bedeutet, ich bin von der Plattform abgesprungen, habe nach zwei Schwüngen das Trapez losgelassen und wurde noch in der Luft an den Händen von meinem Trapez-Partner gefangen. Die zwei Stunden vergingen im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug und am Ende war der Muskelkater nochmal etwas stärker und ich um ein paar blaue Flecken und den Wunsch, mir so eine riesige Trapezanlage eines Tages in meinen Garten zu bauen, reicher. Ich kann den„Flying Trapeze“ Kurs jedem weiterempfehlen! Auf den Fotos mag das Ganze deutlich schwieriger und abgefahrener aussehen als es tatsächlich ist. Die Trainer dort gehen absolut auf jeden Teilnehmer individuell ein und man muss keine Sportskanone sein, um am Trapez einige Tricks zu lernen. Selbst Leute mit Höhenangst nehmen hin und wieder am Kurs teil und sind begeistert. Außerdem ist man bei allen Kunststücken doppelt durch ein Seil und das große Auffangnetz abgesichert. Ich empfehle euch den Kurs unter der Woche zu machen, da er da nur 47 anstatt der üblichen 65 US Dollar am Wochenende kostet.

Hollywood Sign – Griffith Observatory, Rodeo Drive, Walk of Fame

Wenn man schon einmal in L.A. ist, kann man auch gleich die klassischen Touri-Spots wie die Hollywood Hills, den Rodeo Drive und den Walk of Fame mitnehmen. Wenn ihr einen schönen Ausblick über L.A. genießen und zudem noch einen guten Spot für ein Foto mit der berühmten Hollywood Schrift im Hintergrund schießen wollt, empfiehlt sich das Griffith Observatory. Das liegt hoch oben auf einem Hügel und von dort hat man einen fantastischen Blick über die ganze Stadt. All das kostet weder Eintritt noch Parkgebühren, was absolut Seltenheitswert hat in L.A.. Mir persönlich hat es genügt, einfach einmal den Rodeo Drive entlangzufahren und die ganzen Luxus Boutiquen und teuren Schlitten kurz gesehen zu haben. Sich dort länger aufzuhalten, wäre nicht nur aus zeittechnischen Gründen, sondern auch im Hinblick auf meinen Geldbeutel nicht drin gewesen. ;) Spannender fand ich dagegen den Walk of Fame, der sich kilometerweit den Hollywood Boulevard entlangzieht. Dort war ich ganz klassisch auf Sternenjagd und habe nach meinen Lieblingsschauspielern gesucht. Donald Trump habe ich – zum Glück – nicht gefunden!

 

Weitere Eindrücke von L.A.

Und hier sind meine drei kulinarischen Lieblingsspots in Venice:

  • Café Toms: Dieses Café ist eine Kombination aus einem Laden und einem kleinen schnuckeligen Café. Für jedes Produkt (Schuhe, Taschen, Kleidung, Sonnenbrillen…), das dort erworben wird, spendet Tom einen bestimmten Betrag für einen guten Zweck. Kauft man beispielsweise eine Sonnenbrille, übernimmt er die Kosten für die Augen-OP einer bedürftigen Person. Abgesehen davon, schmecken der Kaffee und die anderen frischgebackenen Leckereien dort vorzüglich. Auch der urgemütliche mit Rasen ausgelegte Innenhof lädt absolut dazu ein, einen gemütlichen Nachmittag in der Sonne zu verbringen.
  • Kreation Café: Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit man das Kreation Café auf der populären Abbot Kinney Road besucht – es werden gleichermaßen kulinarische Köstlichkeiten zum Brunch, Lunch oder Dinner serviert! Dabei wird Wert auf gesunde frische Zutaten aus der Region gelegt.  Mein persönlicher Tipp: Ich hatte den Hummus Garden Salat mit gebratenem Gemüse – ausgezeichnet! Ganz gleich, was ihr bestellt, ihr solltet unbedingt Platz für eines der köstlichen hausgemachten Desserts lassen!

Los Angeles

  • Larry‘sVenice Restaurant: Das Larry’sVenice hat ein kleines einigermaßen überschaubares Menü, dafür bin ich mir aber sicher, dass man ALLES bestellen könnte und alles total lecker wäre! Der gemütliche Außenbereich ist perfekt, um abends draußen ein leckeres Dinner zu genießen. Außerdem sind die Angestellten sehr freundlich. Und wieder mal ein Tipp von mir: Hier müsst ihr unbedingt die Raw Tuna Tacos und die Sweet Potatoe Fries probieren!

Venice Beach, der Part der Stadt, in dem ich mich überwiegend aufgehalten habe, hat mir unerwarteterweise total gut gefallen und wird bei meinem nächsten USA Trip definitiv weit oben auf der Liste stehen! Die freundlichen Leute, der entspannte Lebensstil und natürlich der fantastische Strand sind einmalig!

Die vielen neuen Eindrücke aus L.A. habe ich noch kaum richtig verdaut, nichtsdestotrotz wartet die nächste Destination bereits auf mich. Dieses Mal werde ich allerdings nicht fliegen, sondern mir einen Mietwagen holen und den legendären Highway 1 von L.A. nach San Francisco düsen. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie sehr ich mich darauf freue!