Die haben schon so richtig Ahnung. Lonely Planet ist weltweit der größte Verlag für unabhängige Reise- und Sprachführer. 650 Titel, eine Gesamtauflage von 55 Millionen – ja, auch bei mir stehen bestimmt zehn, vielleicht sogar fünfzehn Lonely Planet Bücher herum. Vor einigen Wochen hat der Verlag nun seine Top-10-Reiseziele für dieses Jahr verraten: Best in Travel 2015. Exotisch, heiß, abenteuerlich – eine sehr gelungene Auswahl, die ihr definitiv mal in Erwägung ziehen solltet.

Lonely Planet Best in Travel 2015: Tipps vom Besten

In den letzten, sagen wir mal, zehn Jahren hat sich der Lonely Planet ganz klar seinen Weg an die Spitze erkämpft. Egal wohin ich reise, überall sehe ich sie, Backpacker, Pauschaltouristen, selbst Rentner, die in ihre Lonely Planet Bücher wälzen. Zum zehnten Mal präsentieren die Reiseexperten von Lonely Planet jetzt das „Best in Travel“, eine Reiseempfehlung für ein ganzes Jahr. Ausgewählt und gerankt werden die Länder entsprechend ihrer Aktualität, ihres einzigartigen Erlebnischarakters und „Wow-Faktors“ – Oftmals sind auch besondere Jahrestage Anlass, in einer „Best in Travel“-Liste geführt zu werden. Genau das trifft auch für den Erstplatzierten in der Liste zu. Aber der Reihe nach…

Platz 10: Marokko
Platz 9: St. Lucia 
Platz 8: Philippinen
Platz 7: Serbien
Platz 6: Republik Kongo
Platz 5: Irland
Platz 4: Nicaragua
Platz 3: Litauen
Platz 2: Namibia
Platz 1: Singapur

10. Marokko – Das Land mit 1001 Definitionen

„Ziegen, die im Souss-Tal auf Argan-Bäume klettern, um Nüsse zu knabbern.“ Wenn das nicht mal ein schlagendes Argument ist, in dieses Land zu reisen :-) Natürlich haben sich die Lonely Planet Redakteure noch ein paar mehr Gründe einfallen lassen, warum Marokko auf Platz 10 der besten Ziele für 2015 bestens aufgehoben ist. Vor allem in den letzten Jahren hat das Interesse an dem nordafrikanischen Land um einiges zugenommen, seine Authentizität hat Marokko zum Glück aber nicht einbüßen müssen. Die Einflüsse kommen aus allen Richtungen. Der arabische Hintergrund bringt die Kultur, die Romantik ins Land, das Feuer, seine Lebendigkeit und exotische Farbe zieht Marokko ganz klar aus seiner geografischen Lage – Mama Afrika. Doch auch immer mehr westlicher Lifestyle schwappt über, Hotels gewinnen an Sauberkeit und Stil, die Restaurants an Burger und die Bars an alkoholischen Getränken. Dieser Mix macht Marokko zu einer ganz besonderes Destination.

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Lonely Planet beschreibt Marokko als schwungvolles Reiseziel für 2015, nicht nur weil es im Januar und Februar die afrikanische Fußballmeisterschaft Africa Cup of Nations austrägt, auch weil die Tourismuspläne des Landes großes vorsehen, und das zu Recht.

Lonely Planet betont den ganz besonderen Flair des Landes. Auf unterschiedlichsten Touren haben Reisende die Möglichkeit die Einheimischen kennenzulernen, die Schönheit des Landes zu entdecken, die wilden Landschaften und Berber-Kulturen. „Lebensverändernde Erfahrungen“ bringt eine Reise nach Marokko, sagt Lonely Planet, wenn ihr euch einfach mal in Medina verlauft, dem Labyrinth aus Altstadtgassen, zwischen Mopeds und Eseln entlang. Ihr sollt den Tizi-n’Test-Pass überqueren, den 2093m hohen berüchtigten kurvigen Gebirgspass. Vielleicht kauft ihr euch danach ja ein Kamel, denn Lonely Planet schreibt, dass ihr auf jeden Fall mit einem Turban tragenden Führer und einem Kamel, alternativ einem kamelfarbenen Jeep (Guru’s Idee), in die Sahara solltet, um in einem Nomadencamp eine Nacht unter den Sternen zu schlummern.

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Wenn Hollywood das sagt! Das facettenreiche Marokko dient seit Jahren bereits als beliebter Drehort für Hollywood-Filme. Doch auch, und jetzt nicht hysterisch werden, wurde hier die dritte Staffel von Game of Thrones zum Teil gedreht. Die Medina von Essaouira wurde zu Astapor, wo Daenerys ihre Armee rekrutiert und ihre Drachen die grausamen Herrscher abfackeln.

Wer auf jahrtausendealte Kultur steht, auf bunte Märkte, bunte Menschen und Ziegen in Bäumen, für den ist Marokko garantiert die richtige Destination für 2015.

Couchsurfing in Marokko Teil 1-3

9. St. Lucia – Bevor der große Ansturm kommt

Einen „Drive-in-Vulkan“ gibt es hier!!! Ich musste es jetzt hier direkt rausplatzen lassen, weil wie cool ist das denn bitte? Aber erstmal von Anfang…

Seinem Ruf als Insider wird der Lonely Planet mit diesem Geheimtipp definitiv gerecht. St. Lucia ist diese kuschelige Insel in der Karibik, gehört zu den Kleinen Antillen, ist also umgeben von vielen anderen umwerfenden Inseln, wie etwa Martinique, Barbados oder Dominica. Die Karibik wird ja generell immer beliebter und auch erschwinglicher.

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Bislang waren es aber hauptsächlich Destinationen wie die Dominikanische Republik, die ABC-Inseln oder auch Haiti, die uns Deutsche für zehn Stunden in den Flieger kriegten. Saint Lucia, hingegen, kennen die meisten wohl nur von dem Sticker auf der Banane.

Die Insel hat aber so richtig cooles karibisches Feeling zu bieten, goldene Strände, smaragdgrüne Berge und Sonnenschein das ganze Jahr, für ordentlich Lichtschutzfaktor 30 aufwärts. Warum Lonely Planet aber gerade St. Lucia nun zu einem der Trendziele 2015 erkoren hat, liegt an der Unbekanntheit der Insel, an ihrem Paradies, das noch nicht von Touristen belagert ist, noch authentisch ist, doch auch gewissen Luxus für Reisende nicht vorenthält. Richtige Abenteuer erlebt man hier, verspricht der Lonely Planet, erstklassige Tauch- und Schnorchelmöglichkeiten bietet die Insel, Regenwälder können entdeckt werden, mit Flipper kann man schwimmen gehen, Riesenschildkröten beim Eierlegen zusehen… Und auf St.Lucia gibt es einen „Drive-in-Vulkan“! Wtf? In Soufrière, im Westen der Insel, liegen die Sulphur Springs. Hier kann man von einer Plattform aus die aufsteigenden Fontänen und Dämpfe beobachten, die aus dem Vulkan aufsteigen. „Drive-in“ wird das Spektakel genannt, weil beim letzten großen Ausbruch etwa ein Drittel des Berges weggesprengt wurde, sodass man nun nahezu hinein marschieren kann. Auf der anderen Seite bietet die Insel ebenfalls einige stille Örtchen: Verborgene Dörfer im Inselinneren, einsame sandige Buchten an der Ostküste und vor allem noch keine Menschenmassen in unvorteilhaften Bikinis am Strand :-)

Hängematte Karibik

Eine lebensverändernde Erfahrung – ich liebe diese Kategorie beim Lonely Planet – bringt euch die spektakuläre Drahtseilbahntour mitten im Regenwald von St. Lucia. Wie Tarzan gleitet man hier hoch oben über Baumwipfel auf die andere Seite des Waldes. Aber besser Mund zu, so ’ne Fliege zwischen den Zähnen sieht echt nicht cool aus.

Die Insel bietet natürlich auch einiges an kulturellen Highlights und Tradition. So wahnsinnig viel weiß man gar nicht über die Einwohner, die während der Kolonialzeit als Sklaven auf die Insel gebracht wurden. Ein bedeutsames Stück Geschichte findet ihr aber auf Pigeon Island, einem Inselchen, das mit einem künstlichen Damm mit St. Lucia verbunden ist. Dort steht eine verfallene Ruine, die von den Briten im Krieg gegen die Franzosen als Festung genommen wurde. Heute ist sie überwuchert mit Lianen, die Geschichte steckt aber noch tief in den Mauern.

8. „Visit the Philippines Year“ – Ein Land in Touristenstimmung

Wenn die philippinische Regierung 2015 schon als Jahr der Reise in die Philippinen wählt, dann ist natürlich klar, dass das ferne Archipel auch unter den Top 10 der Lonely Planet Best in Travel 2015 ist. Viele Reisende sehen die Philippinen schon längst als das nächste große Reiseziel in Südostasien. Lonely Planet begründet das Ranking mit den vielen Events, den vielen Partys und Shows, die die Filipinos dieses Jahr ausrichten. Das ganze Jahr über werden Umzüge veranstaltet, Food-Festivals, Sport-Events und Live-Musik sollen die Besucher Willkommen heißen. Doch auch neben den ganzen Partys haben die Philippinen mit ihren 7100 Inseln so einiges zu bieten. Längst bekannt sind die paradiesischen Inseln unter Tauchern – einzigartige Korallenriffe und eine Unterwassertierwelt, die es in sich hat.

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Ein geniales Erlebnis, das wirklich jeder in den Philippinen machen muss, ist eine Fahrt mit dem Jeepney. Wenn ihr da seid, wisst ihr sofort wovon ich rede. Das sind teils originale, teils nachempfundene Jeeps der US-Armee, die nach dem Zweiten Weltkrieg dort zurückgelassen wurden. Knallbunt, halb Kunstinstallation, extravagante Chromverzierung, maßgefertigte Polsterung, Hunderte von Abziehbildern und Dutzende Scheinwerfer in alle Richtungen – so in etwa sehen diese langen Dinger aus. Meistens sind die vollgepackt, cruisen durch die überfüllten Straßen von Manila und gewinnen sowie verlieren Passagiere im Sekundentakt. Klammert euch einfach mal hinten an einen Jeepney an – das ist ganz gängig, wenn drinnen kein Platz mehr ist, schwingt man sich halt hinten dran. Laute Musik, viel Huperei – Viel Spaß!

According to tourist destinations on the island of El Nido at sunset. Philippines.

Generell sind die Philippinen ein wahnsinnig vielfältiges Reiseziel. Für absolutes Relaxing fliegt man auf eine der zahllosen Inseln, für Kultur und Authentizität reist man über das Festland.

7. Serbien – Größter Geheimtipp in Europa

Ganz unrecht hat der Lonely Planet da nicht: „Die Leute verwechseln es mit Sibirien“, „Backpacker-Busse durch den Balkan fahren daran vorbei, zu ‚unproblematischeren‘ Nachbarländern wie Kroatien und Bulgarien“. Serbien war zwar schon immer irgendwie da, aber dass das südeuropäische Land jemals als Reiseziel in Erwägung gezogen wird, kam bislang selten vor. Lonely Planet setzt Serbien nun aber auf Platz 7 der Trendziele für 2015. Überzeugender Grund: Party, Leidenschaft und Persönlichkeit. Partyhengste unter euch kennen bestimmt das Exit Festival, eine mehrere Genres umfassende Party in einer mittelalterlichen Festung in Novi Sad. Gerade erst wurde das Festival mit dem Titel „Best Major European Festival“ ausgezeichnet. Auch in den Großstädten Serbiens gibt es jede Menge Lebensgefühl und Party. Belgrad mit seinen schwimmenden Nachtclubs wird schon längst mit Berlin und Ibiza verglichen.

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Serbien hat aber natürlich noch viel mehr zu bieten. In Kopaonik gibt es spektakuläre Skiabfahrten, man kann für wenig Kohle 1A Rafting erleben auf der Drina, oder, wer lieber den faulen Lenz raushängen lassen möchte, hüpft mit beim Spa-Hopping in Vrnjak Banja. Absoluter Pluspunkt: euer Geld ist hier noch einiges mehr wert. Spottbillig bezeichnet Lonely Planet die Aktivitäten, die man hier unternehmen kann.

Zugegeben, ich weiß mehr über Australier, als über Serben – das ist schon ein bisschen komisch, oder? Die Serben sollen nämlich ein richtig tolles Völkchen sein. „Geradeheraus, lebensfroh und immer bereit, Besucher mit offenen Armen und einem Gläschen rakija (schwarzgebranntem Schnaps) zu empfangen“, schreibt Lonely Planet. Auf der anderen Seite können die Serben aber auch ganz schön temperamentvoll werden. Es ist wohl nicht unüblich, dass in Pubs oder Tavernen, so genannten kafana, lauthals gestritten wird, und auch mal eine Flasche durch den Raum fliegt. Das alles zählt aber zu „lebensverändernden Erfahrungen“. In dieser Kategorie hat Serbien echt eine Menge zu bieten. Neben streitenden Einheimischen sollte man sich auch auf jeden Fall Serbiens coole Natur anschauen. In den Bergen gibt es ein verschlafenes Schafhirtennest etwa, Mokra Gora, wo es nicht viel mehr zu tun gibt, als wiederzukäuen – schlichtweg: Back to the roots! Oder man überquert mit dem Dampfzug Šargan die gefährlichen Bergpässe.

6. Republik Kongo – Pure Wildnis, echtes Abenteuer

Das hat mich ziemlich überrascht! Mit diesem Trendziel habe ich echt nicht gerechnet. Zum einen, weil man generell viele afrikanische Länder immer in eine Schublade packt und häufig ausschließlich mit Gefahr verbindet, zum anderen weil das Ranking womöglich eine neue Ära für das Land entfachen könnte. Die Republik Kongo liegt im Südwesten des afrikanischen Kontinents, grenzt an die Demokratische Republik Kongo, wo die Verhältnisse jedoch eher instabil sind. Die Republik Kongo könnte das Geburtsland von Tarzan sein. So, wie ihr es euch in euren abenteuerlichsten Träumen vorstellt, so ist es hier wirklich. Dichter Urwald, Gorillas, kilometerlange Flüsse, Pygmäen, die den Waldgöttern huldigen, Elefantenherden und kreischende Schimpansenhorden.

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Für die Republik Kongo beginnt gerade eine neue Ära. Zum einen verfügt das Land über weitreichende Ölvorkommen und Nutzholz, zum anderen wächst das Bewusstsein für gewinnbringenden Tourimus. Vor allem die Natur ist einzigartig spektakulär im Kongo, mit seinen vielen Nationalparks und Schutzgebieten in fast unberührten Urwäldern, sodass Lonely Planet die Republik Kongo sogar als Top-Reiseziel für den Ökotourismus anpreist. Seit einigen Jahren bereits versucht das Land alte Parks aufzuwerten und neue zu erschließen. Auch an der Erweiterung der Tourismus-Infrastruktur sowie Beherbergung wird kräftig gearbeitet. Vor Kurzem erst wurden im Nationalpark Odzala zwei exklusive Safari-Lodges mitten in den von Gorillas bewohnten Wäldern eröffnet.

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Was hier für lebensverändernde Erfahrungen auf euch warten, könnt ihr bloß annähernd erahnen. Lonely Planet Tipp: „Von einem barfüßigen BaAka (Pygmäen) durch den sumpfigen Urwald geführt zu werden, um eine rauflustige Familie westlicher Flachlandgorillas aus der Nähe zu beobachten, kann eine inspirierende Erfahrung sein, aber auch eine, die einen demütig machen kann.“

5. Irland – Du schönes Stück Natur

Irland, du alter Freund. Für mich ist der Inselstaat schon seit Jahren ein absolutes Highlight. Die Natur, die Menschen, das Wetter…. hmm, nee das Wetter doch nicht, aber der Rest! Ein Geheimtipp ist Irland nicht mehr, dennoch kein gern gewähltes deutsches Reiseziel, weil: „Bei dem Wetter kann ich auch Zuhause bleiben!“ Nach Irland fährt man auch nicht wegen des Wetters, nach Irland fährt man zum Wandern, zum aktiv werden, zum Freunde machen. Lonely Planet rankt den Inselstaat auf Platz 5 der Trendziele 2015. In Irland trifft vieles aufeinander, wer denkt nicht an Schafherden auf der Straße, an Cottages mit Strohdächern, an kilometerlange verlassene Landschaften? Doch Irland hat sich, wer mag es glauben, weit entwickelt in den letzten Jahrzehnten, mit modernen Autobahnen, Großstädten. Irland ist der Inbegriff zweier unterschiedlicher Welten, den Mythen und Traditionen, und moderner Industrie.

Night view of Temple Bar Street in Dublin, Ireland

Einer der Gründe, warum Lonely Planet Irland gerade dieses Jahr zum Trendziel wählt, ist der Wild Atlantic Way. Die 1500km lange Küstenstraße Irlands schlängelt sich von Donegal nach Cork die gesamte zerklüftete Küste entlang, hinter jeder Wegbiegung wartet hier ein neues Abenteuer. Lonely Planet bezeichnet 2015 als Jahr des Wild Atlantic Ways – das Gegenstück zum kalifornischen Coast Highway und Australiens Great Ocean Road. Esst Krabben in Inishowen, geräucherten Lachs in Kinsale, entdeckt die Städte Connemara, die Araninseln, geht in die Musikbars von County Clare und erlebt die Szenerie des County Kerry – eine Küstenfahrt, die es in sich hat.

Blarney castle park and bridge

Das Beste an Irland aber, sagt Lonely Planet, und sagt euer Urlaubsguru, sind die Iren selbst. Auch wenn viele mit dem Tourismus ihr Geld verdienen, ihre Landschaften und Traditionen zurecht rücken, hinter all dem steckt immer noch das wahre Irland. Wie die Deutschen halt ganz in Echt auch gerne Bier trinken, gerne Schnitzel futtern und zuverlässig sind, so stehen auch die Iren auf ihre stereotypische Musik, auf ihren Tanz, Whiskey und Bier. Nehmt an einer Musik-Session in einem kleinen Pub in County Clare teil, Blockflöte spielen ist immer erwünscht. Schließt euch einem Wanderverein an und entdeckt die atemberaubenden Landschaften. Geht am Rossnowlagh Beach surfen, oder trinkt einfach ein Bier in der Kneipe und kommt mit den Leuten um euch herum ins Gespräch.

Insidertipps für Dublin

4. Nicaragua – Luxus solang es noch geht

Ein zweites karibisches Land hat es in die Top 10 der Trendziele 2015 geschafft, auch wenn die Gründe nicht nur positiv sind. Nicaragua liegt zwischen Honduras und Costa Rica und hat in den letzten Jahren einen richtigen kleinen Hype erlebt. Viele Touristen waren lange Zeit abgeschreckt von der kriegszerstörten Vergangenheit des Landes, nachdem die Vereinigten Nationen Nicaragua jedoch vor zwei Jahren zum zweitsichersten Land Lateinamerikas erklärten, wurde es zum neuen Top-Ziel für den Luxus-Öko-Tourismus. Feinschmecker sind begeistert von den stilvollen Restaurants, die Managua, eine ehemalige „No-Go-Zone“, wurde in eine kulinarische Kapitale verwandelt. Abgehoben ist das Land aber noch lange nicht. Günstige Preise machen es auch für Backpacker erschwinglich, die eigene Geschichte des Landes, die Kultur und die Abenteuer ziehen Touristen aus allen Portemonnaie-Größen an.

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Nicaragua bietet seinen Touristen das typische Karibik-Feeling, doch auch noch viel mehr: Im Südwesten des Landes, im abgelegenen San Juan del Sur, gibt es fantastische Wellen zum Surfen, auf der Isla de Ometepe, einer Insel mitten in einem riesigen See, kann durch spektakuläre Nebelwälder gewandert werden, oder, das absolute Nonplusultra: man kann einen aktiven Vulkan mit einem Board runterflitzen. All diese wahrlich einzigartigen Aktivitäten gemixt mit der karibischen Sonne, den weißen Stränden und einer traditionellen Küche machen Nicaragua zu einem coolen Reiseziel.

Besteigt den Gipfel des majestätischen Vulkans Mederas auf der Isla de Ometepe. Gerade weil dieses Land noch nicht so vom Tourismus überlaufen ist, könnt ihr hier noch echte Tradition, Authentizität und Kultur erleben. Absolut sehenswert in 2015 ist das Fest von San Jerónimo, eine eigentlich 8-tägige Fiesta, die dieses Jahr auf drei Monate erweitert wurde. In der Stadt Masaya wird unvergessliche Stimmung herrschen, samt Feuerwerk, Marimba-Band, Umzügen, Drag Queens und Rhythmus an jeder Ecke.

Warum es das Land gerade jetzt in den Lonely Planet Best in Travel für 2015 geschafft hat, liegt wohl daran, dass die Zukunft des Landes problematisch gesehen wird. Die Regierung plant einen Kanal, in Konkurrenz zum benachbarten Panamakanal, quer durch das Land zu ziehen. Stark umstritten ist der Plan seit der ersten Erwähnung. „Es gibt also keinen besseren Moment als jetzt, das Land in seiner unberührten (und preisgünstigen!) Schönheit zu genießen“, sagt der Lonely Planet.

3. Litauen – Unbekannte Schönheit mit viel Potential

Wenn das kein Grund zu feiern wäre. Seit dem 1. Januar 2015 gehört Litauen, Platz 3 der Best in Travel 2015, zur Euro-Zone. Bekannt ist den meisten vermutlich nur die wunderschöne Hauptstadt Vilnius, die gerade für Erasmus-Studenten eine tolle und kostengünstige Alternative zu den skandinavischen Trendstädten wie Oslo und Stockholm ist. Inmitten der barocken Altstadt kann man super feiern gehen und tagsüber den ursprünglichen Charme der schiefen Giebelhäuser auf sich wirken lassen. Wer hätte gedacht, dass Vilnius längst zum Weltkulturerbe gehört und dass man hier in der größten Barockstadt nördlich der Alpen residiert?

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Multinational ist die Hauptstadt und nur rund die Hälfte der Bewohner sind tatsächliche Litauer. Auch jede Menge Polen, Russen und Weißrussen leben hier. Es gibt einige wunderschöne Kirchen, die außen wie innen beeindrucken.

Wer mehr sehen will als die Highlights der litauischen Hauptstadt, der sollte unbedingt einen Abstecher an die traumhaften Strände der Ostsee machen. Die Kurische Nehrung mit ihren Wanderdünen ist einfach ein Traum. Immer mehr Urlauber zieht es an die Strände, denn anders als an den deutschen Ostseestränden, kann man hier kilometerweit spazieren, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Auch Lonely Planet weiß diese unberührte Natur zu schätzen und lobt die Nehrung in den höchsten Tönen.

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Etwas seltsam geht es am Berg der Kreuze in Siauliai zu. Rund 100 000 Kreuze verwittern auf dem Berg dahin und es werden immer mehr. Besucher sollen sich allerdings keinesfalls gruseln, der Ort ist vielmehr ein bekannter und beliebter Wallfahrtsort, der sogar schon von Papst Johannes Paul II. besucht wurde.

2. Namibia –  Umweltbewusst und altbewährt

Lonely Planet hat in seinen Best in Travel 2015-Vorschlägen nicht nur unbekannte Ziele parat, sondern wertet zwischendurch auch immer wieder mit echten Klassikern auf. Auf Platz 2 findet sich deshalb Afrikas Vorzeigeland Namibia wieder. Die Zahlen sind beeindruckend: Rund 2,2 Millionen Einwohner hat das Land und pro Jahr reisen nochmal rund 1,2 Millionen Besucher nach Namibia und machen es somit zu einem der beliebtesten Staaten in Afrika. Gerade 2015 lohnt sich ein Besuch ganz besonders, denn immerhin feiern die Namibier den 25. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit.

Reisebericht Namibia

Bewusstes Reisen wird für viele Urlauber immer wichtiger – da kommt Namibia gerade recht. Denn hier wird dem Umweltschutz so ein großer Wert beigemessen, dass man ihn sogar in der Verfassung verankert findet.

Wer also eine Safari durch den Etosha-Nationalpark plant, kann das vermutlich mit ruhigem Umweltgewissen tun. Highlights in Namibia sind ganz klar die Selbstfahrer-Safaris. Wer sich traut, sollte unbedingt in die ehemalige Diamantenminenstadt Kolmannskop fahren. Bei  Lonely Planet Best in Travel für 2015 wird der Anblick der verlassenen Häuser als seltsam beschreiben – im Dunkeln wird es hier sogar fast gruselig.

Reisebericht Namibia

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1. Singapur – Sehr teuer und sehr schön

Singapur ist Asiens kleinster Staat und allein deshalb schon eine Reise wert. Warum man aber ausgerechnet dieses Jahr ausgerechnet hierher muss, weiß die Lonely Planet Redaktion ziemlich genau. 50 Jahre wird der Kleinstaat alt und allein deshalb gibt es in diesem Jahr viel zu feiern.

Singapurs Skyline kennt jeder, denkt man zumindest. Denn eigentlich ist es doch nur die imposante Fassade des Marina Bay Sands Resorts mit seinem spektakulären Infinity-Pool, das jeder schon mal gesehen hat. Wer aber genauer hinschaut, erkennt eine unglaubliche Vielfalt unterschiedlicher Kulturen, Projekte und Möglichkeiten, die eine Reise nach Asien perfekt machen.

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Besonders sehenswert sind aber nicht nur die schicken Shoppingmeilen auf denen man sein gesamtes Monatsgehalt für einen Füllfederhalter oder ein paar Schuhe investieren kann, sondern auch die vielen Viertel, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein toller halbstündiger Spaziergang  führt durch die bunten Gassen von China Town bis zu den Gardens by the Bay. Dort kommt man dann aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Sonnenbaden kann man entweder am Pool des verteufelt teuren Hotels oder aber etwas außerhalb des Stadtzentrums an den Stränden. Inselhopping auf den 63 Inseln des Kleinstaates kann bei den abwechslungsreichen Stränden zu einer echten Lieblingsbeschäftigung werden. Wer hätte das gedacht? Kein Wunder, dass Singapur im Lonely Planet Best in Travel 2015 Ranking auf Platz 1 landet.

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Jetzt habt ihr alle Reiseziele für 2015 nochmal in der Übersicht. Wenn diese Auswahl mal nicht genug Inspiration für die kommenden Urlaube bietet, dann weiß ich auch nicht weiter.