Leserin und Reisebloggerin Claudia zeigt uns in diesem außergewöhnlichen Post ihre Sicht auf die wunderschöne Stadt Lissabon. Claudia ist hauptberuflich TV-Redakteurin und hält in ihrer Freizeit ihre Sicht auf die Welt auf Fotos fest, die sie anschließend auf ihrem eigenen Blog kleinplanet311.com postet. Bei ihren zahlreichen Reisen nach Spanien und Portugal sind so tolle Bilder entstanden, die sie mit uns teilen will. In diesem Blogpost zeigt sie uns die wunderschöne und einzigartige Stadt Lissabon – und zwar so, wie wir sie garantiert noch nie gesehen haben. Melancholisch und einzigartig sind die Bilder, die uns in eine Stadt entführen, die jeder in seinem Leben einmal besucht haben sollte.

Lissabon – eine Seelenaffäre

Habt Ihr schon mal eine Liebes-Affäre mit einer Stadt gehabt?
Meine heißt Lissabon. Es dauerte genau eine Woche. Bis heute habe ich es nicht vergessen. Und ehrlich gesagt: Das ist sogar noch untertrieben.
Die Wahrheit ist: Ich denke dauernd daran.

Alte Fassade im Zentrum.Baixa

Lissabon schleicht sich in Deine Seele. Ohne, dass Du es mitbekommst, setzt es seine Anker. Und dann lässt es Dich nicht wieder los.

Wie es das macht… wenn ich darüber nachdenke, ist es ganz schön raffiniert. Denn es ist nicht einfach nur Schönheit. Lissabon kann sogar ziemlich abgerockt sein. Und schmutzig. Und lärmend. Es ist morbide. Und wunderschön.

Alfama

Weil es das hat, was man Seele nennt. Weil die Magie überall ist. Manchmal offensichtlich. Und oft auch erst auf den zweiten oder dritten Blick im Detail. Guck genau hin. Öffne Deine Augen, Dein Herz und Deine Seele.
Lissabon ist der gelebte Widerspruch. Vor Leben vibrierend und zugleich entpannt. Klassisch und modern. Reich und arm. Luxus und Straßendreck. Liebevoll und aggressiv. Lebensfreude und Melancholie liegen eng beieinander. Menschen aus vielen Ländern der Erde leben hier. So viele Hautfarben, so viele Kulturen, so viele Sprachen. Lissabon ist schwarz, weiß – und bunt. Lissabon ist Leben.

Alfama-Impression

Wenn Du ankommst, kauf Dir am Flughafen als Erstes eine Lisboa Card für 24, 48 oder 72 Stunden. Damit kommst Du überall hin. Du kannst jeden Bus, jede Metro und jede Tram nehmen. Und bekommst Ermäßigungen oder freien Eintritt an Sehenswürdigkeiten oder in Museen.

Setz Dich als Erstes in die Straßenbahnlinie 28, fahr einmal bis zu jeder Endstation, und dann steig am Miradouro Santa Luzia aus. Atme tief durch, schau Dir die Alfama erst von oben an, und dann lass Dich hangabwärts treiben. Erkunde die kleinen Gassen und verborgenen Plätze zu Fuß, suche kein Ziel, sondern warte, bis etwas Deinen Blick fängt.
Es wird von allein geschehen.

Tram,Treppen, Gässchen und alte Häuser.Typisches Bild in Lissabon

Nimm am Cais do Sodré oder Terreiro do Paço das Schiff und fahr auf dem Tejo nach Belém. Lass Dir den Wind um die Nase wehen, und schau Dir die Stadt vom Fluss aus an.
Fühl Dich am „Padrão dos Descobrimentos“, dem Denkmal der Entdecker, selber wie ein Pionier auf Neuland. Denn Du bist dabei, diese Stadt zu ergründen. Doch eins versprech ich Dir: Vor allem wird sie Dich erobern.

Entdecker-Denkmal Padrão dos Descobrimentos

Sie wird mit Dir rasant hoch und runter fahren. Und zwar nicht nur mit dem Aufzug „Elevador de Santa Justa“, der die Baixa mit dem höher gelegenen Stadtteil Chiado verbindet.

Elevador Santa Justa.Verbindet Zentrum-Baixa mit höherliegendem Chiado und Bairro Alto

Merk Dir den Dienstag und den Samstag, denn dann ist Flohmarkt-Zeit. Feilsche auf dem Campo de Santa Clara auf einem der bekanntesten Flohmärkte der Welt, dem „Feira da Ladra“.

Schau Dir im Gulbenkian-Museum weltbekannte Kunst an oder guck zu, wie im „Museu Nacional do Azulejo“ die schönsten, bemalten Fliesen Lissabons ausgestellt sind und restauriert werden.

Typische Fassade mit Details beim Blick durch die offene Tür

Vor allem jedoch: Mach Dich rechtzeitig vor Sonnenuntergang auf den Weg zum Castelo de São Jorge hoch über der Stadt und freu Dich darauf, die Sonne über der Brücke des 25. April und der Stadt versinken zu sehen.

Blick vom Castelo de São Jorge

Nutze diese magische Stunde, um Kräfte zu sammeln, denn nach Sonnenuntergang erwacht auf den alten Pflastersteinen des Bairro Alto und der Alfama ein anderes Leben. Saudade. Die Welt der Sehnsucht, der Wehmut, der Nostalgie. Die Welt des Fado. Trink einen Portwein, iss gegrillten Fisch, lausche den Klängen der Nacht.
Lass Dich einfangen. Und nicht wieder hergeben.

Fassade eines Fado-Lokals im Bairro Alto

Wenn Du aufwachst, wirst Du Dich fragen, was bloß passiert ist. Du wirst lange rätseln und es doch nie ganz entschlüsseln.
Aber es wird so süß sein wie „Pasteis de Nata“. Du wirst es immer wieder genießen wollen – und nichts bereuen.

Die 3 Damen vom Taubentreff.Alfama

Wenn Du aufwachst, wirst Du Dich fragen, was bloß passiert ist. Du wirst lange rätseln und es doch nie ganz entschlüsseln.
Aber es wird so süß sein wie „Pasteis de Nata“. Du wirst es immer wieder genießen wollen – und nichts bereuen.

Von nun an gibt es kein Entkommen. Die Sehnsucht wird Dich zurückziehen.
Du reihst Dich ein in die Schlange derer, die ein kleines Stück ihres Herzens im Tejo versenkt haben. Saudade. Du bist damit nicht allein.

Typisches Fliesenmuster

Lissabon hat viele Liebhaber. Aber das macht nichts. Es ist genug Platz für alle.
Lissabon … hat ein großes Herz.

Schöner,versteckt gelegener kleiner Platz.Alfama

Hinweis: Wer von euch mehr von diesen faszinierenden Bildern sehen möchte, der kann Claudia gerne auf Twitter oder Instagram folgen. :)