Während ihres New York Trips lässt Mara sich natürlich auch die Leckereien, die es in der Millionenmetropole an nahezu jeder Ecke gibt, nicht entgehen. Ob die Cronuts, Cragels & Co. wirklich so lecker sind, wie sie aussehen, das erfahrt ihr hier.

New York ist eine Stadt, die mit offenen Armen zum Schlemmen einlädt. Und wenn ich von Schlemmen rede, dann meine ich Schlemmen bis zum Gehtnichtmehr. Von den Food-Ständen an jeder Straßenecke, den unzähligen Food-Märkten, kulinarischen Spezialitäten aus allen vorstellbaren Ländern bis hin zur Kreation völlig neuer Gerichte – es ist keinesfalls zu weit ausgeholt, die Stadt als Mekka für kulinarische Trends zu betiteln.

Cronut, Cragel und Bruffin – Is it worth the hype?

Eine meiner ersten Missionen war es, dem Hype um das neue Hybrid-Food (= „Zwittergebäck“) auf den Grund zu gehen. Vor einigen Jahren kam in New York ein Trend auf, verschiedene Gebäckarten zu kreuzen, dem wir neuartige Gebäcksorten wie den Cronut (Croissant + Donut) oder den Cragel (Croissant + Bagel) zu verdanken haben.

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Cronut

Die Geschichte des Hybrid-Food begann im Mai 2013 als der französische Konditor Dominique Ansel beschloss, einen Donut mit einem Croissant zu kreuzen und nach über zwei Monaten Tüfteln, Verbessern und Perfektionieren seiner Kreationen zu dem perfekten Endresultat kam: Dem Cronut! Von außen sieht dieser auf den ersten Blick aus wie ein etwas zu hoch geratener klassisch frittierter Donut. Bei näherem Hinschauen erkennt man allerdings, dass er aus einem luftigen, blättrigen Croissant-Teig besteht und mit einer Creme gefüllt ist, deren Geschmacksrichtung jeden Monat variiert. Im ersten Jahr nach dem Release des Cronuts waren diese Leckerbissen, von denen täglich bis zu 250 produziert wurden, innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Es bildete sich jeden Morgen bereits ab 6.30 Uhr eine lange Schlange, obwohl die Bäckerei erst um 8.00 Uhr öffnete. An extremen Tagen reichte diese bis zu drei Häuserblocks weit. Der Schwarzmarktwert der Cronuts stieg dadurch auf bis zu 40 Dollar pro Stück, während man in der Bäckerei nach erfolgreichem Anstehen nur knapp 5 Dollar dafür zahlte. Eine andere Möglichkeit, an eines der heißbegehrten Gebäckstücke zu gelangen, bestand darin, jemanden für das Anstellen in der Schlange zu bezahlen, wofür der „Schlangensteher“ bis zu 50 Dollar kassiert hat.

CRONUT, Dominique Ansel, F++llung

Auch heute bildet sich nach wie vor bereits vor Öffnung eine Schlange vor der Bäckerei, die allerdings nicht mehr regelmäßig ganz so lange wie zu Beginn ist. Ich habe mich von alledem natürlich nicht abschrecken lassen und mich frühmorgens selbst auf den Weg zu der berühmten Dominique Ansel Bakery gemacht.

Als der große Moment gekommen war und ich meinen ersten Bissen des Cronuts genießen konnte, explodierten sämtliche Geschmacksknospen auf meiner Zunge…

Als ich um circa 8.30 Uhr ankam, sah ich die erwartete Schlange, die zu diesem Zeitpunkt vielleicht 20 – 30 Meter lang war, also verhältnismäßig kurz. Und tatsächlich sollte das mein Glückstag sein, denn die in der Gegend wohnende Dame hinter mir in der Reihe verfolgte dieses Phänomen bereits seit Stunde null und bestätigte mir, dass die Schlange gerade erstaunlich kurz sei. Ich konnte es kaum fassen, meine Chance, DEN legendären Cronut endlich einmal testen zu können, rückte immer mehr in greifbare Nähe.

Und tatsächlich, keine 30 Minuten später war ich an der Reihe. Ich bestellte mir natürlich einen Cronut und dazu noch einen DKA, eine weitere ganz besondere Spezialität der Bäckerei, zu der mir die nette Dame hinter mir geraten hatte. Als der große Moment gekommen war und ich meinen ersten Bissen des Cronuts genießen konnte, explodierten sämtliche Geschmacksknospen auf meiner Zunge und ich muss zugeben, so kritisch ich dem Ganzen anfangs auch gegenüberstand, jetzt waren alle Zweifel beseitigt und ich konnte all diese Bekloppten verstehen, die stundenlang in der Kälte ausharren, nur um einmal einen Cronut zu kosten – für dieses Wundergebäck ist es jede Minute wert, sich anzustellen!

Für alle Ungeduldigen unter euch habe ich zwei Tipps bzw. Alternativen zu dem originalen Cronut bei Dominique Ansel Bakery:

Option 1: DKA statt Cronut
Wenn ihr Pech habt und einen „schlechten“ Tag erwischt, an dem die Schlange eher 60 als „nur“ 20 Meter lang ist, könnt ihr alternativ einfach an der gesamten Schlange vorbeimarschieren, da diese nur für die Cronut-Käufer gedacht ist. Wer ein anderes Gebäckstück kaufen möchte, kann dies tun, ohne sich in die „Cronut-Schlange“ einzureihen. Dann empfehle ich euch, den köstlichen DKA zu probieren, dessen Geschmack ebenfalls einzigartig und kaum zu beschreiben ist. Er ist es absolut würdig, mit Genuss verspeist zu werden.

Dominique Ansel, DKA

Option 2: Dessert Club, ChikaLicious
Nach ausführlicher Recherche und intensiven Fressgelagen von Bäckerei zu Bäckerei, bin ich schließlich auf den „Dessert Club ChikaLicious“ gestoßen. Diese Bäckerei ist auf den Cronut-Zug aufgesprungen und hat ihre eigene Variante des Cronut kreiert, allerdings trägt er dort den Namen “The Doughssant” (= Donut + Croissant). Ich, die ich nach all dem Konsum von Süßwaren bereits sowas von überzuckert war, was meine intensive Recherche eben mit sich brachte, ließ mich nicht von meiner Mission abbringen und testete natürlich – nur für meine treuen Leser – auch den Doughssant, in diesem Fall den mit der Crème Brûlée Füllung! Mein Resultat: KÖSTLICH!
Wenn irgendetwas wenigstens ansatzweise an den wahren Cronut rankommt, dann sind es die Doughssants des Dessert Clubs ChikaLicious! Somit ist das die perfekte Option für alle ungeduldigen Naschkatzen, die New York nicht verlassen wollen, ohne einen Cronut probiert zu haben, aber nun mal nicht die Zeit oder den Nerv haben, bei Dominique Ansel Bakery anzustehen.

Cragel

Scot Rossillo, der Gründer des berühmten „The Bagle Store“ in Brooklyn, sieht sich selbst als Bagle Artist. Bekannt wurde sein Bagle Store durch seine Erfindung des Cragel, eine Kombination aus Croissant und einem Bagle. Da ich im Internet gelesen hatte, dass die Cragel stets schnell ausverkauft sind und man auch dafür häufig lange anstehen muss, habe ich morgens um circa 8.30 Uhr „The Bagle Store“ aufgesucht und war überrascht, dort keine lange Schlange vorzufinden. Nach zweiminütigem Warten kam ich auch schon dran und bestellte mir einen Cragel, wobei ich mich für den Sundried-Tomato-Cream-Cheese entschied, der natürlich hausgemacht ist. Fazit: Vorzüglich! Der Cragel schmeckt tendenziell eher wie ein Bagel als wie ein Croissant und die salzige Variante mit dem Frischkäseaufstrich ist wirklich total empfehlenswert. Dadurch, dass ich nicht lange anstehen musste, der Cragel sehr gut schmeckte und preislich nicht großartig von einem normalen Bagle abweicht, kann ich ihn absolut weiterempfehlen!

Scott Rossillo wäre allerdings nicht Scott Rossillo, wenn er nicht vor einigen Monaten mit einer neuen Idee um die Ecke gekommen wäre: Dem „Rainbow Bagle“, was erneut meterlange Schlangen sowie den kompletten Ausverkauf aller regenbogenfarbenen Bagles binnen Minuten verursacht hatte. Ich ließ es mir nicht nehmen, auch diesen zu testen und muss sagen, er hat Stiftung-Mara-Test nicht standgehalten. Der Rainbow Bagle selbst soll eigentlich nach Cornflakes schmecken, für mich hat er allerdings nur nach einer etwas zäheren Version eines normalen Bagles geschmeckt. Serviert wird er mit einem süßen Frischkäse deiner Wahl – ich entschied mich für Cannelloni. Mit dem Frischkäse hat das Ganze dann schon deutlich besser geschmeckt, aber längst nicht überragend und ist mir persönlich einfach viel zu süß – und das will was heißen! Wenn ich die Wahl hätte, würde ich jedes gewöhnliche Croissant oder jede Nussschnecke dem Rainbow Bagle vorziehen.

So viel zu meinen kulinarischen Exkursionen in New York. Auch wenn es nach diesen Ausführungen vermutlich schwer vorstellbar ist, habe ich in New York außer zu essen tatsächlich noch etwas anderes gemacht, was ihr in meinem ausführlichen Bericht zu New York nachlesen könnt.