Traurig aber wahr: Obwohl uns die Kanincheninsel Okunoshima heute so viel Freude bereitet, trägt sie doch eine grausame Vergangenheit mit sich. Was genau es mit dieser Destination auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Wie heißt es doch so schön: Jedes Ende ist ein Neuanfang. Und obwohl die Geschichte, die ich euch nun erzählen will, anfangs sehr grausam und traurig ist, hat sich am Ende doch alles zum Guten gewandt. Bitter ist die Vergangenheit, doch freuen könnt ihr euch auf ein tierisch schönes Happy End. Wisst ihr, was es mit der Kanincheninsel Okunoshima auf sich hat? Ich erzähle es euch.

Die dunkle Vergangenheit von Okunoshima

Gerade mal zwei Kilometer ist die japanische Insel Okunoshima lang und trägt trotzdem eine schwere Last auf den Schultern. War es einst ein dunkles Geheimnis, was sich auf Okunoshima abspielte, kam die Wahrheit erst im Nachhinein ans Licht. Produziert wurden nämlich während der zweiten Weltkrieges Unmengen von Giftgas auf dem Eiland, wovon niemand etwas mitbekommen sollte. Die Projektleiter setzten alles daran, die Produktion geheim zu halten, was ihnen auch gelang. Selbst von der Landkarte wurde das Fleckchen Erde gestrichen, der Verkehr umgeleitet oder abgeschirmt. Um die Wirkung des Giftstoffes zu testen, griff man in grausamer Weise auf Versuchskaninchen zurück.

 

Heute ist Okunoshima als Rabbit Island bekannt

Besucht man die kleine Insel heute, in dem man mit der Fähre von Tadanoumi übersetzt, traut man seinen Augen kaum: Von der einst dunklen Vergangenheit und dem Leid, das auf der Insel produziert wurde, ist heute nichts mehr zu sehen. Einzig die verlassenen Fabrikgebäude erinnern noch an die düstere Vergangenheit. Betritt man heute nämlich Okunoshima, strömen gleich Hunderte von Hasen auf einen zu. Ja, ganz richtig: Über 500 Hasen leben heute auf der Insel und bereiten den Besuchern große Freude. Sie sind sogar der Grund, weshalb Touristen extra einen Tagesausflug hierher planen. Im Gepäck stets eine große Portion Futter, kommen jährlich um die 100.000 Besucher nach Okunoshima, oder wie man heute sagt, zur Kanincheninsel. Die tierischen Bewohner sind inzwischen sogar handzahm und begrüßen die Besucher herzlich mit einem neugierigen Blick auf die Gemüse-Mitbringsel. Zu befürchten haben die Löffler heute nichts mehr: Nicht einmal andere Tiere können ihnen hier zur Gefahr werden, die einzigen Lebewesen, die heute noch auf Rabbit Island wohnen, sind einzig und allein Hasen. Ihr könnt euch ja vorstellen, was die Karnickel somit also den lieben langen Tag tun… ;-)

Spent today living out one of my dreams – being swarmed by seemingly endless bunnies on a little Japanese island 🐰 #japan

Ein von Ellen Burne ✈️🌍📸 (@wwellend) gepostetes Foto am 9. Sep 2016 um 0:19 Uhr

 

Eins fragt man sich jedoch über die Kanincheninsel…

Eine Frage ist bis heute offen geblieben. Obwohl das dunkle Geheimnis der Giftgas-Fabrik gelüftet ist, ist dennoch unklar, wieso auf Okunoshima heute so ein großes Aufkommen von Kaninchen herrscht. Und da man sich der Antwort nicht einig wird, existieren ganz einfach verschiedene Geschichten. Während die grausamere von beiden das Vorkommnis der Giftproduktion mit aufgreift und besagt, dass die Versuchskaninchen nach Kriegsende freigelassen wurden, ist die andere Variante etwas angenehmer. Laut der zweiten Sage sollen nämlich mehrere Hasen bei einem Schulausflug auf die Insel gebracht worden sein, die sich im Laufe der Zeit vermehrten.

Wie dem auch sei: Heute werden auf der japanischen Insel weder Giftgas noch andere gefährliche Substanzen hergestellt. Stattdessen erfreuen sich Einheimische und Touristen gleichermaßen an den tierischen Bewohnern und verleihen der Kanincheninsel einen neuen, besseren Ruf!