Kanada ist ein Sehnsuchtsland. Endlose Wälder, tausende Seen und eine unglaubliche Natur machen einen Roadtrip hier zu einem Erlebnis, das man nie wieder vergisst. Auf meiner Tour hatte ich die Chance, Wale, Bären und viele hübsche Orte zu sehen und habe die Gastfreundschaft und gute Küche in Ost Kanada kennengelernt.

Ein Kanada Roadtrip steht schon seit Jahren auf eurer Liste? Aber das Land ist so riesig und ihr wisst gar nicht, wo ihr starten sollt? Westen oder Osten? Norden oder Süden? Ich habe eine Tour durch den Osten gemacht und kann euch sagen, es war ein Traum! Meine Route hat mich von Toronto über Ottawa und Québec City nach Tadoussac geführt. Zurück ging mein Flieger dann in Montreal. 15 Tage, 3000 Kilometer und viele wunderschöne Erlebnisse später kann ich sagen – schwingt euch in den Mietwagen und ab! Es lohnt sich…

Kanada Roadtrip

Vor dem Start | Toronto | Orillia | Ottawa | Québec City | Tadoussac | Sacacomie

First Things First – So könnte euer Kanada Roadtrip aussehen

Kanada ist riesig, allein die Provinz Québec ist mehr als 4 Mal so groß wie Deutschland. Es ist daher wichtig, sich schon im Vorfeld einige Fixpunkte zu überlegen, um einen groben Plan zu haben, welche Region wann bereist werden soll. Sonst kommt man bei der schieren Größe des Landes mal schnell mit den Zeitplan in Verzug. Ich habe mir daher schon im Vorfeld einige Orte ausgesucht und auch schon das eine oder andere Hotel gebucht, um ein wenig Struktur in die Planung zu bringen.

Mir war klar, dass ich in Toronto starten will – 1. weil es dahin zu der Zeit gerade sehr günstige One Way Flüge gab und 2. weil die Metropole für mich zu einem zünftigen Kanada Roadtrip einfach dazu gehört.

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Weiterhin wollte ich nach Ottawa – immerhin ist das die Hauptstadt Kanadas. Wusstet ihr nicht? Ich auch nicht, um ehrlich zu sein, aber ich kann im Nachhinein sagen, dass sich ein Trip hierher unbedingt lohnt.

Nach dieser Station stand für mich fest, dass ich unbedingt in die Region um Québec möchte, weil ich schon im Winter einmal dort war und mir die schönen Städte und die krasse Natur nochmal im Sommer anschauen wollte. Dritter Fixpunkt war also Québec City.

Da im Mai die Whale Whatching Saison losgeht, wollte ich außerdem unbedingt nach Tadoussac, denn hier stehen die Chancen, dass man Wale sieht, extrem gut.

Auf dem Rückweg Richtung Flughafen in Montréal ging es dann in den Nationalpark Mauricie. Dort erlebt man Kanadas Natur in Bestform, seid gespannt.

Doch vorerst musste ich mich erstmal um eine Einreisegenehmigung kümmern. Da ich mit dem Flugzeug anreisen wollte, genügte mir das ETA und ich konnte mir den lästigen Stress mit der Beantragung eines Visums sparen. Stattdessen habe ich meinen ETA-Antrag online ausgefüllt und die Genehmigung innerhalb kürzester Zeit per E-Mail erhalten. Schritt 1 war also geschafft!

Toronto – modern und cool

Hotels im Zentrum von Toronto sind extrem teuer, das kann ich euch direkt sagen. Wer also plant, mehr als nur ein paar Tage hier zu bleiben, sollte sich genau nach günstigen Hotels umschauen. Parken kann ebenfalls teuer werden, aber wen das nicht stört, kann sein Auto ganz enspannt per Valet Parking abgeben und bekommt es dann bei Abreise wieder vor die Hoteltür gestellt. Der kanadische Dollarkurs steht übrigens im Moment extrem gut, für 100€ bekommt ihr derzeit 144 CAD. Ich habe eine Nacht im Renaissance Toronto Downtown Hotel gewohnt. Nicht ganz günstig, aber einmalig, denn aus dem Restaurant hat man einen einmaligen Ausblick ins Rogers Center. Da spielten an dem Abend die Toronto Blue Jays, das heimische Baseball Team. Also konnte ich denen beim Essen quasi aus einer Loge zuschauen. Sehr cool.

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Toronto ist bei Tag und bei Nacht der Hammer, schlendert einfach durch die Straßen und fahrt am besten auf den CN Tower, von dort habt ihr eine unglaubliche Sicht über die Stadt. Es ist sehr sauber hier und insgesamt finde ich die Stadt sehr viel entspannter als alle amerikanischen Großstädte. Absolut empfehlenswert.

TIPP: Fahrt von hier aus unbedingt zu den Niagara Fällen. Egal, wie touristisch und voll es hier teilweise auch sein mag – die Wasserfälle sind auf jeden Fall ein Must See in Kanada. Stellt den Wagen eben ab und schaut euch die tosenden Wassermassen an, die in die Tiefe peitschen. Ein einzigartiges Schauspiel. Von der kanadischen Seite hat man übrigens einen viel besseren Ausblick als von der amerikanischen. Ich finde die Niagara Fälle so faszinierend und imposant, dass ich ihnen sogar einen eigenen Artikel gewidmet habe. Wusstet ihr zum Beispiel, dass sie schon bald für kurze Zeit trockengelegt werden soll?

Orillia – Ungeplantes Highlight

Rund 540 Kilometer sind es von den Wasserfällen bis nach Ottawa – deshalb habe ich am Lake Simcoe in Orillia nördlich von Toronto einen Zwischenstopp eingelegt. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung von diesem kleinen Ort und muss sagen, dass ich wirklich begeistert war. Direkt am Wasser gibt es hier eine lange Promenade, tolle Restaurants und einen kleinen charmanten Ort, der dazu einlädt herumzuschlendern und sich durch die unterschiedlichsten Gerichte in den Restaurants zu probieren.

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Ottawa – Unterschätzte Schönheit

Im Ernst – bis vor ein paar Wochen war mir nicht klar, dass Ottawa Kanadas Hauptstadt ist. Grund genug, mir die Stadt einmal genauer anzuschauen. Alle wichtigen Highlights sind fußläufig erreichbar, auch nachts ist es hier völlig sicher und man kann unbeschwert herumspazieren. Besonders sehenswert ist der Parliament Hill mit seinen riesigen Gebäuden. Es gibt kostenlose englischsprachige Touren durch das Parlament – früh da sein lohnt sich, denn die Tickets sind an Hochtagen schnell vergriffen.

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Wer darauf keine Lust hat, kann zumindest von hier aus den Blick auf die Stadt genießen. Essenstechnisch habt ihr in Ottawa die Qual der Wahl, wer aber wirklich richtig gut essen möchte, sollte ins Café My House in der Wellington Street gehen. Nirgendwo hat es auf diesem Kanada Roadtrip so gut geschmeckt wie hier – und das will was heißen, denn kochen können die Kanadier.

Québec City – historisches Schätzchen

Québec City ist eine Perle. Auch hier kann man den ganzen Tag damit verbringen, durch die altehrwürdigen Straßen zu schlendern, in die alten Kirchen zu schauen und über die Terrasse Dufferin unterhalb des Chateau Frontenac zu flanieren. Gerade die Gassen der Altstadt sind sehenswert, denn hier findet man die ältesten Häuser in ganz Nordamerika. Etwas nördlich der Stadt kann man übrigens einen Blick auf den Montmorency Wasserfall werfen. Der ist mit 83 Metern sogar noch höher als die Niagara Fälle.

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Die Altstadt von Québec ist die älteste in Nordamerika

Tadoussac – Wale und viel Charme

Rund 216 Kilometer ist man von Québec City bis nach Tadoussac unterwegs. Der Weg führt entlang des Sankt Lorenz Stroms durch eine fantastische Natur. Hier ist der Weg definitiv das Ziel und es kann gut passieren, dass man seine Pause mit fantastischen Aussichten machen kann. Einmal in Tadoussac angekommen, war ich überrascht, wie hübsch es hier ist. Hier dreht sich alles um die Wale, denn rund 1000 Belugas und außerdem viele andere Walarten tummeln sich in den Gewässern. Oft kann man vom Wanderweg am Pointe de Islet aus die Belugas durchs Wasser streifen sehen. Ich wollte mich aber nicht nur auf mein Glück verlassen und habe eine Whale Watching Tour gebucht. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn neben vielen Belugas haben wir außerdem Zwergwale entdeckt. Manchmal sollen sogar Buckel- und Blauwale im Sankt Lorenz Strom zu sehen sein.

Sacacomie – Natur in Bestform

Als letztes ging es für mich noch ins wunderschöne Hotel Sacacomie. Das komplett aus Holz gebaute Hotel liegt mitten im Wald am See Sacacomie. Die Aussichten von der Terrasse auf die Umgebung sind einzigartig. Hier kann man stundenlang sitzen und hinausschauen – nachts sieht man ungefähr 100 Mal so viele Sterne wie in der Stadt und außer dem Zirpen der Grillen und dem Rascheln der Eichhörnchen hört und sieht man nicht viel. Das Essen hier ist einmalig, es gibt frischen Fisch aus dem See und tolle, ausgefallene Gerichte für jeden Geschmack. Insgesamt habe ich hier 4 Tage verbracht und habe entweder im hauseigenen Wellnessbereich im Infinity Pool entspannt oder bin auf Bären- und Biber Tour gegangen. Mit unserem Guide sind wir durch den Wald geschlichen und haben nach knapp einer halben Stunden gespannter Wartezeit sogar einen ausgewachsenen Schwarzbären gesehen. Das war eines der schönsten Erlebnisse auf diesem Roadtrip durch Kanada.

Ich habe mal wieder festgestellt, dass mir der Urlaub, in dem die Natur das eigentliche Entertainment ist, immer noch am liebsten ist. Kein Pauschalurlaub kommt gegen so eine Reise an, oder? Mein Kanada Roadtrip war der Hammer und ich kann euch nur empfehlen, euch egal wo ihr auch Urlaub macht, in einen Mietwagen zu schwingen und einfach die Gegend zu erkunden – es lohnt sich immer tausendfach.