Schlafen bei minus 2 Grad – was klingt wie ein echtes Abenteuer, ist ein atemberaubendes Erlebnis in Schwedisch Lappland! Wie sich eine Nacht im Iglootel anfühlt, habe ich für euch getestet! Meinen Erfahrungsbericht lest ihr hier.

Wenn die Temperaturen auf dem Thermometer in den Minusbereich rutschen, sich draußen frostiger Nebel auftut und der platt getretene Schnee unter den Schuhen knirscht, lässt der Gedanke an eine wohl gewärmte Hütte nicht lange auf sich warten. Die Vorstellung, nach einer langen Wanderung durch den Schnee abends vor dem Kamin zu sitzen und sich vor dem knisternden Feuer aufzuwärmen, ist einfach traumhaft. Was ist schließlich schöner, als bei einem Blick aus dem Fenster den sanft herabfallenden Schneeflocken zuzusehen und zu beobachten, wie sich langsam aber sicher eine weiße Schneedecke auftut? So kalt es draußen auch sein mag, die Gedanken sind warm. Doch wer auf echte Abenteuer steht, verwirft diesen Gedanken ganz schnell und entscheidet sich für eine Unterkunft, die all diesen romantischen Vorstellungen widerspricht. Stattdessen geht es in einen Iglu – ja, ihr habt richtig gehört. Übernachten in Eis und Schnee – willkommen im Iglootel in Schwedisch Lappland! Wie so eine Nacht im Iglu aussieht, erzähle ich euch jetzt.

Übernachten im Iglootel

Das Iglootel | Vom Iglu zum Hotel | Schlafen bei Minustemperaturen | Persönliche Erfahrung

Iglootel

Das Iglootel in Schwedisch Lappland

Um sich in Schwedisch Lappland zu verlieben, braucht es nicht viel – einmal dort, nimmt euch die wunderschöne Winterlandschaft in Empfang und lässt euch nicht mehr los. Verschneite Dörfer, eine aufregende Safari mit dem Snowmobil und eine Hundeschlitten-Tour mit den Alaskan Huskys lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Wer seinem Urlaub schließlich noch die Krone aufsetzen möchte, entscheidet sich währenddessen für eine Nacht im Iglootel. Schlafen wie die Inuit – dick eingepackt und auf Rentierfellen in schnuckeligen Iglus. Was klingt wie aus dem Bilderbuch, ist in Lappland ein echtes Abenteuer für Besuche, welches dank der Direktflüge mit Flycar nicht einmal weit von uns entfernt ist. Doch seien wir mal ehrlich: Selbst der größte Abenteurer sehnt sich auf seiner Reise irgendwann nach einem gemütlichen Hotelbett, einer Heizung und einem Stromanschluss. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist eine Übernachtung im Iglootel immer mit einem Aufenthalt im dazugehörigen Hotel Kraja verbunden.

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Ein eingemeißelter Lageplan dient zur ersten Orientierung.

Vom Iglu zum Hotel

Seit einigen Jahren wird in Arjeplog jeden Winter für einige Monate ein Hotel aus Eis und Schnee gebaut. Schneefräsen, spezielle Ballons und viel Kraft kommen zum Einsatz, um ein Kunstwerk aus Eis zu schaffen. Ein extravagantes Design wird von Kunststudenten entworfen, ehe es an die mühevolle Arbeit geht, das Iglu Hotel in voller Größe zu erschaffen. Stolze 1.000 Quadratmeter stehen den Gästen zur Verfügung, Jahr für Jahr wird der Aufbau neu konzipiert. Während draußen um die minus 20 Grad herrschen, könnte man fast von muckeligen Temperaturen im Inneren des Iglootels sprechen: Konstante minus 5 Grad herrschen im Eishotel, die Schlaf-Räume sind sogar nur minus 2 Grad kühl.

Um euch nicht zu verlaufen, lasst euch am besten beim Check-In durch den Iglu führen, denn er ist weiß Gott größer als er aussieht! Während ihr von außen salopp gesagt vor einem großen Klumpen Schnee steht, erwarten euch im Inneren verschiedene Gänge, die zu unterschiedlichen Iglus führen. Der Boden ist mit Holzpaletten verkleidet, damit ihr nicht ausrutscht, die Wände sind mit eingemeißelten Kunstwerken verziert, die im ersten Moment an Höhlenmalereien erinnern. Und irgendwie erinnert auch die Atmosphäre an eine Höhle – nur, dass es einem die Sprache verschlägt beim Anblick. Die Gänge sind hell, die Eiswände glatt gebügelt, eine Frage ist durchgehend präsent: Wie konnte dieses Kunstwerk von Menschenhand erschaffen werden? Folgt ihr den Gängen weiter, gelangt ihr in verschiedene Iglus: Event-Räume, eine Eisbar, ja, selbst ein offener Iglu mit Feuerstelle und Blick in den Himmel erwarten euch. Spezielle Lichteffekte sorgen für eine Wohlfühl-Atmosphäre, viele Iglus werden in ein sanftes, farbiges Licht getaucht. Bei genauem Hinsehen fällt auf, dass jede der Wände ein anderes Muster ziert – dieses Jahr wird das Leben der Ureinwohner Lapplands, der Sami, thematisiert.

So viele Eindrücke prasseln im ersten Moment auf einen ein – am liebsten würde man einen Moment innehalten, gleichzeitig aber auch vor Freude jauchzend durch den Iglu tanzen. Ein genüsslicher Drink an der Eisbar kommt daher wie gerufen. Ein gemütliches Plätzchen bieten die in Eis gehauenen Chill-Out-Areas, Rentierfelle laden zum Hinsetzen ein, ohne gleich eine Frostbeule am Po zu bekommen. Und tatsächlich: Diese Felle halten erstaunlich warm, binnen Sekunden vergisst man, dass man eigentlich auf einer Eisbank sitzt. Aus dem Nebeniglu ertönt Musik, wer also dem Beat folgen und ein bisschen feiern möchte, hat selbst dazu die Gelegenheit. Tanzen und feiern im Iglu – wie cool ist das denn? Aber nicht nur das macht richtig Laune, sondern gleichermaßen auch das LED betriebene interaktive Spielfeld lädt zum Mitmachen ein. Hättet ihr gedacht, dass inmitten von Schnee und Eis so viel Technik zum Einsatz kommt?

Iglootel

Schlafen bei Minusgraden

Ehe ihr euch nach einem unterhaltsamen Abend in euren Schlafiglu zurückzieht, habe ich noch einige Tipps für die Frostbeulen unter euch. Nehmt ein heißes Bad in den 40°C warmen Hot Tubs und genießt den Blick in den sternenklaren Himmel. Mit ein bisschen Glück könnt ihr dabei sogar die Polarlichter sehen, denn diese Whirlpools befinden sich unter freiem Himmel. Setzt ihr euch danach noch ein paar Minuten in die Sauna, seid ihr bestens aufgewärmt und bereit, euch in euren Polarschlafsack zu muckeln. Dieser spezielle Thermoschlafsack hält bis zu minus 13 Grad warm und interagiert mit eurer Körperwärme, daher empfiehlt es sich, abgesehen von Schal und Mütze, lediglich Skiunterwäsche zu tragen. Zusätzlich könnt ihr euch auch ein Fleece-Inlay ausleihen und ein aufblasbares Kissen sorgt für zusätzlichen Komfort. All das bekommt ihr beim Check-In geliehen – am besten lagert ihr die Sachen den Abend über in den beheizten Umkleideräumen, damit sie nicht auskühlen. Diese sind samt der sanitären Anlagen direkt an das Iglootel angeschlossen, so könnt ihr euch in aller Ruhe (und vor allem im Warmen) bettfertig machen und mit eurem Schlafsack rüber in den Schlafiglu huschen.

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Ein Nachtlicht sorgt für eine gemütliche Atmosphäre.

Habt ihr die Tür eures Nachtquartiers hinter euch zugezogen, erwartet euch erstmal eine ungewohnte Stille – die Eiswände schlucken nämlich jedes noch so kleine Geräusch. Doch keine Sorge, elektrische Kerzen und ein Nachtlicht sorgen für eine stimmungsvolle Atmosphäre und können bei Bedarf die ganze Nacht über angelassen werden. Je nachdem, was ihr gebucht habt, verbringt ihr die Nacht entweder zu zweit in einem Romantik-Iglu oder teilt euch mit bis zu sechs Personen einen Schlafiglu. Über eine kleine Treppe betretet ihr die Liegewiese, die mit weichen Matratzen und wärmenden Rentierfellen ausgelegt ist. Breitet euren Schlafsack aus, macht es euch gemütlich und genießt diesen atemberaubenden Augenblick, ehe ihr in einen tiefen Schlaf fallt.

Persönliche Erfahrung?

Falls ihr euch nun fragt, ob die Nacht nicht zu einem frostigen Erlebnis wird, kann ich euch beruhigen. Der Schlafsack hält unglaublich warm, Mütze und Schal tun ihr Übriges. Lediglich die Nase wird kalt, doch darüber kann man bei diesem Abenteuer wirklich hinwegsehen. Sollte es euch aber doch zu kalt, ungemütlich oder unbehaglich werden, ist es jederzeit möglich, das Iglootel zu verlassen und sein Nachtquartier wieder im Hotel zu beziehen. Mit dieser Gewissheit schläft es sich doch gleich noch viel besser, oder? Am nächsten Morgen könnt ihr euch dann am reichhaltigen Frühstücksbuffet stärken und euer Erlebnis Revue passieren lassen. Wenn das mal keine Story ist, die ihr später euren Enkeln erzählen könnt! Dieses Jahr ist das Iglootel in Arjeplog übrigens noch bis Ende März geöffnet. Seid ihr mutig genug und möchtet dort auch einmal eine Nacht verbringen? Dann beeilt euch und erlebt ein unvergessliches Abenteuer im Iglootel – per Direktflug mit Flycar seid ihr nur wenige Stunden von einem atemberaubenden Wintermärchen entfernt!

 

Beitragsbild: Iglootel

Lust auf wahre Wintermärchen bekommen?