Das Horror-Disneyland Dismaland war der wohl trostloseste und zugleich außergewöhnlichste Vergnügungspark der Welt. Am 22. August eröffnete Graffiti-Künstler Banksy den Park als Parodie zu Disneyland®. Verzerrte Meerjungfrau, verrottetes Märchenschloss, Horror-Crash mit Cinderellas Kutsche – ein Familienspaß der etwas anderen Art.

Dismaland – Dystopische Märchenwelt zog Touristenmassen an

Disneyland® war gestern. Heute sind es die depressiven Mickeys, verunglückte Prinzessinnen und gesichtslose Märchenfiguren, die Menschen aus der ganzen Welt anziehen. Bis vor einigen Tagen hatte in der kleinen englischen Küstenstadt Weston-super-Mare bei Bristol auf dem Gelände eines ehemaligen Erlebnisbades die bislang größte Ausstellung des international bekannten Street-Art Künstlers Banksy geöffnet. Schnell wurde klar: Es handelt sich dabei um eine Parodie des berühmten Disneylands®. Viele Elemente, Märchenfiguren, sogar das Logo wurden übernommen und neu formiert und dargestellt. Erst bei näherem Hinschauen konnte man die politischen und sozialkritischen Botschaften erkennen, die Banksy in die Ausstellungsstücke gemogelt hatte. Ihm ging es um die Eventisierung, um die Vergnügungssucht, die heutzutage überhand genommen hat. Die umgekippte Kutsche samt toter Cinderella zeigt wohl am ausdrucksstärksten die Kritik an der Vermarktung der Glamourwelt.

Insgesamt 60 internationale renommierte Künstler hatte Banksy für dieses Projekt zusammengetrommelt. Nicht nur Disney®-Charaktere wurden dabei umgestaltet, sondern es wurden ebenso aktuelle Geschehnisse, Flüchtlingsboote und nicht artgerechte Haltung von Meeressäugern in Vergüngungs-Zoos thematisiert.

Kunst, Satire, Gesellschaftskritik

Banksys Idee kam an. Rund 150.000 Besucher kamen in den Park, mehr als 20 Millionen Pfund nahmen die Verantwortlichen ein. Jetzt sollen viele der Baumaterialien im Flüchtlingscamp „The Jungle“ in Calais weitere Verwendung finden. Das teilte man auf der Webseite des Dismaland mit.

Coming soon: Dismaland Calais. All das Holz und die Befestigungen von Dismaland werden zum „The Jungle“ Flüchtlingslager in der Nähe von Calais geschickt, um Schutzräume zu bauen. Keine Online-Tickets verfügbar.“ Nun dienen die nützlichen Materialien also dazu, Flüchtlingen Unterkünfte zu bauen. Eine tolle Idee.

Hier noch einmal die depressivsten Impressionen des Parks: