Ein Interview zum Thema Homophobie im Profi-Fußball passt auf den ersten Blick vielleicht nicht in ein Reisemagazin. Denn hier geht es doch um Urlaubserfahrungen, Reisenews und Tipps für den nächsten Kurztrip. Ich hatte allerdings das Glück, den Macher und die Schauspieler des Musikvideos „Der Tag wird kommen“ kennen zu lernen und war beeindruckt von der starken Message, die das Video für uns Alle bereithält. Deshalb habe ich mich entschlossen, das Thema aufzugreifen und die Botschaft des Videos und die Beweggründe für die Entstehung herauszufinden. Und natürlich habe ich es auch geschafft, meine Interviewpartnern zu entlocken, wo sie am liebsten ihre freien Tage verbringen.

Marcus Wiebusch hat mit „Der Tag wird kommen“ viel Aufsehen erregt. Der Sänger und Gitarrist von Kettcar ist jetzt auch solo unterwegs und widmet sich dem Thema Homophobie im Fußball auf besondere Art und Weise. Er erzählt die Geschichte eines schwulen Fußballprofis, der nicht die Kraft hat, sich zu outen. Er will den “Mutigsten der Mutigen” hochleben lassen, seinen Song aber nicht als Aufruf oder Ermunterung zu einem voreiligen Outing eines schwulen Fußballers verstanden wissen.

Was er von Zwangsoutings hält und wieso er von Borussia Dortmund enttäuscht ist, erzählt er in einem Interview, das er mir am 22. September 2014 zusammen mit den Hauptdarstellern in seinem Musikvideo gegeben hat. Die Schauspieler Nils Höddinghaus und Stephan Waak erzählen, wie sie zu der Rolle kamen und was sie über das heikle Thema denken.

Schwuler Bruder und das Doppelleben von Profisportlern

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Hallo Marcus! Wie kommt’s dass Du dich in “Der Tag wird kommen” dem Thema Homosexualität im Fußball widmest?
Marcus Wiebusch: Da muss ich etwas ausholen und auf die Entstehungsgeschichte eingehen. Früher habe ich selbst in der Leistungsklasse der A-Jugend gekickt. Seit mehr als 25 Jahren besuche ich die Spiele meines Vereins. Ich bin so etwas wie ein Fußballfan durch und durch. Nach einem Spiel kam ich mit einem Sportjournalisten ins Gespräch, der mir von dem Höllenleben berichtete, das schwule Fußballprofis führen müssen. Und weil mein Bruder selbst homosexuell ist und im Stadion neben mir sitzt, haben wir über das Thema schon ab und zu gesprochen. Ich habe Bücher zu dem Thema gelesen und Dokumentationen angeschaut und als ich den Text zum Song fertig hatte, habe ich ihn Corny Littmann (Anmerkung: Ex-Präsident FC St. Pauli; einer der wenigen schwulen Fußballfunktionäre) gezeigt und als der meinte, dass das Lied den Nagel auf den Kopf trifft, war klar, dass es raus kann.

Stephan, dein Gesicht kommt mir bekannt vor – hast Du nicht mal im Tatort mitgespielt?
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Stephan Waak: Ja, 2010. Ich war die Leiche. Später im Film jedenfalls. Ganz unüblich hatte ich vorher aber noch ein paar Spielszenen.

Stimmt: Da ging’s doch auch irgendwie um die gleichen Themen wie jetzt beim Video von Marcus Wiebusch, oder?
Stephan Waak: “Irgendwie“ schon – letztendlich steht aber im Tatort halt immer die Aufklärung eines Verbrechens im Mittelpunkt. Ich habe da einen Profifußballer gespielt, der im Verdacht stand schwul zu sein, es aber nicht war.

Nils, Stephan, wie seid ihr denn überhaupt an die Rolle gekommen?
Nils Höddinghaus: Bisher habe ich ja nur Theater gespielt. Als der Anruf kam, habe ich mich riesig gefreut und wollte sofort mitmachen. Allein schon, um Erfahrung vor der Kamera zu sammeln. Nach meinem Abschluss an der Hamburger Schauspielschule im September 2013 habe ich nur bei ein paar kleinen Kurzfilmprojekten mitgespielt. Dass “Der Tag wird kommen” jetzt so ein Hype ist, freut mich total.
Stephan Waak: Der emsige Regisseur Björn Lingner, seit einigen Jahren ein Freund von mir, hat mich ins Boot geholt und meine Besetzung wohl von Anfang an zur Bedingung gemacht.

Könnt ihr euch denn mit eurer Rolle jeweils identifizieren?
Nils Höddinghaus: Ja, absolut. Ich habe mich schon am ersten Drehtag mit Stephan supergut verstanden und es ist mir deshalb überhaupt nicht schwer gefallen, seinen besten Kumpel zu spielen, der ihm beisteht. Generell ist es, glaube ich, nicht so schwer, einen guten Freund zu spielen.
Stephan Waak: Ja, kann ich. Das ist aber bei jeder Rolle so, die ich annehme.

Was bedeutet euch das Thema Fußball & Schwulenfeindlichkeit für euch, Stephan und Nils?
Stephan Waak: Verdammt, ich liebe Fußball! Auch, wenn es bei Werder in dieser Saison schon wieder nicht so richtig zu laufen scheint, ist das mein Verein. Rufer, Bratseth, Neubarth, Basler, Herzog, Micoud und zuletzt Diego und Özil… der Verein stand für mich immer für das Besondere. Freitags selbst mit den Leuten vom Theater kicken, Samstags, 15:30 Uhr bei meinem Bruder auf die Couch, Beamer an und gröhlen! Naja, zur Zeit mehr nöhlen. Schwulenfeindlichkeit bedeutet mir nichts. Begegnet mir ja auch nicht.
ug-urlaubsguru_der_tag_wird_kommen_nils_hoeddinghausNils Höddinghaus: Ich bin Bayern-Fan. Fußball war immer ein Teil von mir. Bis zu dem Video habe ich über Schwule im Fußball wenig bis gar nicht nachgedacht. Ich habe ja selbst damals in der Jugend von Arminia Bielefeld gespielt. Damals war das nie so ein Thema; aber ich habe jetzt auch von einem Bekannten erfahren, dass einige Profikicker Scheinehen führen – diese Vertuschung kennt echt kaum Grenzen.

Was habt ihr Drei euch denn gedacht, als sich Thomas Hitzlsperger Anfang dieses Jahres dazu entschlossen hat, aus seinem Liebesleben kein Geheimnis mehr zu machen?
Marcus Wiebusch: Ganz klar. Ich habe mich natürlich gefreut. Ich dachte: Jetzt kommt etwas in Bewegung! Vor allem wegen der Tatsache, dass mir immer wieder Leute gesagt haben, dass es im Profifußball keine schwulen Kicker gäbe, habe ich mir gedacht: Seht ihr! Also doch! Unglaublich, mit was für Müll ich damals konfrontiert wurde. Das wäre gar nicht der richtige Sport für Schwule. Das ginge ja gar nicht, das gäbe es nicht. Schön, dass Thomas Hitzlsperger den Mut hatte, denen zu zeigen, dass das doch geht. Aber der Song hat nicht direkt etwas mit Hitzelsperger zu tun. Es geht darum, dass sich kein AKTIVER Profi traut zu outen. Das gut geplante Outing von Hitzelsperger mit anschließendem Abtauchen für Monate in die USA hat sehr wenig mit der Lebenswirklichkeit eines aktiven, schwulen Profis zu tun, der sich jetzt outen würde.
Nils Höddinghaus: Ich habe das damals nur am Rande über die BILD mitgekriegt. Ich fand es bemerkenswert, wie positiv alle Medien darauf reagiert haben. So eine Reaktion kann ja auch Kraft geben und Leute in ihrer Entscheidung bestärken, sich so oder so zu entscheiden. Ich glaube, dass klar wurde, dass die Öffentlichkeit hinter Thomas Hitzlsperger steht.
Stephan Waak: Wo hatte ich das gelesen? In der ZEIT? Hm. Ich glaube so etwas wie: „Aha… wo ist denn das Magazin hier zwischen den Seiten mit dem Rezept?“ Später hab‘ ich den Artikel dann auch gelesen und mich für ihn gefreut. Ist doch toll, dass jemand, egal wer, sich etwas traut, was er vorher nicht geschafft hat.

Außenminister als Vorbild: Zwangsouting, nein danke!

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Anderer Fall: Rosa von Praunheim hat 1991 im Fernsehen Alfred Biolek und Hape Kerkeling als schwul bezeichnet. Was meint ihr? Braucht es manchmal Druck von außen?
Marcus Wiebusch: Das finde ich überhaupt nicht! Die Aktion von Rosa von Praunheim damals finde ich nicht in Ordnung. Ich möchte den Song auch definitiv nicht als Aufforderung zum Outing verstanden wissen. Ich möchte vielmehr, dass sich das Klima hierzulande verändert. Wir sind im Wandel. Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass Deutschland mal einen schwulen Außenminister haben würde, der dann Länder bereist, in denen Homosexualität unter Strafe steht? Sich zu outen, das muss jeder für sich entscheiden. Ich möchte nur für einen normalen Umgang damit sorgen und jungen Menschen Mut machen, dass der Tag kommen wird, an dem es kein Problem mehr ist, zu lieben wen man möchte.
Stephan Waak:  Äh, nein?! Druck, damit alle Homosexuell-orientierten verlautbaren lassen, dass sie homosexuell sind? Nö, wirklich nicht.
Nils Höddinghaus: Stimmt. Wer sich entschieden hat, dieses Thema als Privatsache zu behandeln, sollte keine Angst davor haben müssen, von jemand anderem geoutet zu werden. Das hat ja viel mit Vertrauen zu tun. Nein, diese Entscheidung liegt bei jedem selbst – das kann und darf einem niemand abnehmen!

Kleiner Ausflug in den Bereich “Sprache”: Immer wieder wird davon gesprochen, dass sich jemand “zu seiner Homosexualität bekennt”. Ist das Bekennen da nicht ein völlig falsches Wort?
Marcus Wiebusch: Interessante Frage! Stimmt, das ist eigentlich ein völlig falscher Terminus. Es sollte normal sein und da muss man sich zu nichts bekennen und beichten.
Stephan Waak:  Nö, völlig falsch nicht. Wenn aber kritische Menschen es im Sinne von „ich bekenne mich schuldig“ interpretieren, vielleicht ungünstig.

Dein Protagonist vertraut sich seinen Freunden an und ihr Fazit ist: “Es war uns allen egal ob er straight oder schwul ist”. Meinst Du echt, dass es auch im realen Leben – gerade abseits der Großstadt – allen im Freundeskreis egal ist oder ist das nur ein Ideal?
Marcus Wiebusch: Klar ist das ein bisschen eine idealistische Vorstellung des Ganzen. Und natürlich wird ein Outing nicht immer und überall von jedem positiv aufgenommen. Für meine Geschichte war es aber wichtig zu zeigen, dass es eine Gemeinschaft gibt, die eben kein Problem damit hat. Gerade im Amateur-Bereich gibt’s ja Spieler die sich geoutet haben und wo es die Mitspieler auch wissen . Und da wird kein großes Aufheben drum gemacht, was in den Schlafzimmern anderer Leute geschieht. Hier und da fehlt es sicher an so einem unterstützenden Umfeld, das ist dann echt schade und da sollte sich jeder mal fragen, wie tolerant er oder sie wirklich ist.
Nils Höddinghaus: Wie Marcus schon sagt… Wenn es ein echter Freund ist, dann hält er zu ihm. Und wenn das ein Problem sein sollte, weiß man, was die “Freundschaft” wert war.

ug-urlaubsguru_der_tag_wird_kommen_artikelbild_fussball Marcus Wiebusch: Ich rede von den Funktionären mit dem gemeinsamen Nenner und glaube schon, dass manche Sätze, die von alten Haudegen gefallen sind, wirklich gar nicht gehen. Da wird einem echt schlecht! Ich glaube auch, dass der DFB in dieser Hinsicht unter Theo Zwanziger deutlich weiter war als jetzt unter Wolfgang Niersbach. Dieser Stillstand oder gar Rückschritt ist enttäuschend. Die Profis haben teilweise ja auch Angst ums Geld, weil ihnen suggeriert wird, dass sie möglicherweise weniger Einkünfte generieren könnten. Da sind Sponsorengelder nur die eine Seite. Es wird ja auch behauptet, dass der Spieler nach einem Outing wohl unter höherem Druck stehe und deshalb weniger gute Leistungen bringt. Da könnte ja sogar etwas dran sein. Dann aber zu sagen, dass es besser ist, sich nicht zu outen, will ich mal ehrlich hinterfragt wissen. Und das hat dann schon viel mit Managern und Funktionären zu tun.

Im Finale des grandiosen Videos sind Fans diverser Bundesligaclubs zu sehen. Ich habe Anhänger des 1. FC Nürnberg, des FC Augsburg, des 1. FC Köln, von Fortuna Düsseldorf, Schalke 04, Bayern München, St. Pauli, Werder Bremen, von Tennis Borussia Berlin, vom HSV und von Mainz 05 gesehen – aber nicht die Rainbowborussen aus Dortmund. Wie kommt’s?
Marcus Wiebusch: Wir haben alle Fanbeauftragten aller Vereine angeschrieben und von manchen kam nichts zurück. Borussia Dortmund hat geantwortet – und es war auch schon alles geklärt. Das Hotel war gebucht, die Termine gemacht. Wir haben dem BVB gesagt, dass 50 bis 80 Leute reichen würden – nach Augsburg sind wir für 26 Leute gefahren – dann kam aber ganz, ganz kurzfristig die Absage. Es kämen zu wenig Leute. Es war uns schon wichtig, die schwarzgelben Fahnen zu zeigen. Leider kam aber aus Dortmund die Absage.

Na ja – immerhin seid ihr beim Videodreh ganz schön rum gekommen in der Republik. Wie reist ihr denn am liebsten?
Marcus Wiebusch: Na, am liebsten mit dem Helikopter oder Privatjet. (lacht) Nein, wir sind fürs Filmen mit einem ganz normalen Transporter gefahren. Wir haben das billigste Hotel genommen und auch sonst gespart, wo es nur ging. Mit Reisen hatte das nicht direkt etwas zu tun. Mit Kettcar und auch solo sind wir ja oft mit Nightlinern unterwegs. Aber auch die können wir nur bei einer einzigen Firma mieten, weil nur die es schafft, extra große Betten zu installieren. Mit über zwei Metern Körpergröße ist das nicht so leicht.

Dänemark, Ostsee und die USA: Urlaub pur!

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Wenn ihr Urlaub macht… Wo geht’s hin?
Marcus Wiebusch: Unser nächster Urlaub geht nach Dänemark. Aber auch Sonne ist drin. Ich habe ja zwei Jungs, die 6 und 10 Jahre alt sind, und da haben wir bis vor kurzem öfter mal in Kroatien Urlaub gemacht. Da gibt es ein richtig gutes Familienhotel, sehr zu empfehlen! Ansonsten haben wir Finca-Urlaub für uns entdeckt.
Nils Höddinghaus: Spiekeroog! Ich liebe es, in Deutschland Urlaub zu machen. Ich habe auch einen Onkel in den Staaten. Den besuche ich auch ab und an. Und Frankreich ist auch ganz nett!
Stephan Waak: Ich mag keine große Hitze. Da kann ich nicht schlafen. Zelten an der Ostsee ist prima. Auf Rügen. Wo, verrate ich aber nicht.

ug-urlaubsguru_der_tag_wird_kommen_marcus_wiebusch_3_copy_Andreas_Hornoff Marcus Wiebusch: Das würde ich mir wünschen. Wenn jemand etwas zu sagen hat und es eine gute Sache ist, ist es doch super, wenn die Unterstützer von Anfang an mit dabei sind. Das ist mal Kulturförderung auf eine coole Art. Man muss nicht zum Bittsteller vor Kommissionen und Behörden werden, sondern kriegt von denen Unterstützung, die etwas sehen wollen. Das ist eine Form der Demokratisierung innerhalb der Kulturproduktion. Viele Supporter waren stolz dabei zu sein. Das habe ich immer wieder gehört, dass ihnen das wirklich wichtig war. Andererseits darf dieses Instrument natürlich nicht missbraucht werden, nur damit Leute, die eigentlich die Kohle haben, kein Risiko eingehen.

Marcus, was hältst Du allgemein vom Netz? Viele Plattenfirmen scheinen ja eine riesige Angst davor zu haben – noch immer…
Marcus Wiebusch: Naja, als wir gerade dachten, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, da kam Spotify. Eigentlich eine gute Idee. Ich nutze Spotify selber. Aber am Ende bleibt für die Kreativen da bisher viel zu wenig über.  Daher kannst Du nicht von mir erwarten, dass ich Lobeshymnen aufs Internet im Bereich der Musikproduktion singe. Es ist echt total brutal geworden. Wenn Künstler, die es eigentlich richtig drauf haben, lieber wieder in ihren gelernten Beruf gehen und Grafiker werden statt Sänger, dann läuft doch irgendetwas falsch! Der Verteilungsschlüssel ist derzeit einfach noch viel zu gering. Wenn wirklich viel mehr Spotify nutzen würden, dann würde es wohl Sinn ergeben. Aber so – bisher – nicht.

Nochmal zurück zum Song: Du singst, dass es kein Schwuler verdient hat, “von den Dümmsten der Dummen beurteilt zu werden” – und auch verurteilt zu werden. Wie krass findet ihr es, dass der § 175 im Strafgesetzbuch erst 1994 abgeschafft wurde?
Marcus Wiebusch: Fortschritt kann man nicht aufhalten. Manchmal geht’s schneller – manchmal braucht das eben mehr Zeit. Gut, dass er gestrichen wurde – schade, dass das erst in den Neunzigern passierte. Mein Bruder ist vier Jahre jünger. Wenn ich daran denke, dass er damals gegen das Gesetz verstoßen hätte und dafür mit Geld- oder sogar Haftstrafen belangt hätte werden können…

“Für mein Fühlen nie entschieden” ist eine meiner Lieblingsstellen im Lied und im Video. Welche sind eure?
ug-urlaubsguru_der_tag_wird_kommen_07_video Nils Höddinghaus: Ich finde die Stelle, an der ich im Video selber ‘singe’ klasse. Da geht’s so richtig rund…
Marcus Wiebusch: Für mich ist es diese… “‘Du bist dann der Erste, der Homo, der Freak. Es gibt dann keinen, der in dir nur noch den Fußballer sieht. Aber diese Zeilen drücken das Dilemma sehr gut aus, in dem Profifußballer stecken. Niemand will der Erste sein. Vielleicht wäre es gut, wenn sich gleichzeitig vier oder fünf Leute outen würden.

Stimmt! Da am Schluss kommt eine ganz schöne Kampfansage von euch: “All ihr homophoben Vollidioten, all ihr dummen Hater – All ihr Forums-Vollschreibeer, all ihr Schreibtischtäter – All ihr miesen Kleingeister mit Wachstumsschmerzen – All ihr Bibel-Zitierer mit euer’m Hass im Herzen – All ihr Funktionäre mit dem gemeinsamen Nenner – All ihr harten Herdentiere, all ihr echten Männer”… Eine ganz schön große Phalanx von Gegnern, oder?
Marcus Wiebusch: Es kommt ja nicht von ungefähr, dass wir dieses Klima der Unsicherheit haben. Vor allem Gläubige Menschen haben mich für die Bibel-Zitierer mit Hass im Herzen kritisiert. In dem mehr als 2000 Jahre alten Buch steht auch, dass man jeden Samstag ein Lamm opfern soll – tut das einer? Diese Beliebigkeit stört mich. Nur um die Ablehnung einer Sache zu rechtfertigen, beruft man sich auf die Bibel und will damit das Gegenteil dessen legitimieren, was Jesus wollte: Nächstenliebe! Das ist wirklich Hass im Herzen. Hier sind Leute streng, die sich selbst an sonst nichts halten.
ug-urlaubsguru_der_tag_wird_kommen_nils_hoeddinghaus_2 Stephan Waak: Naja, in der Wahrnehmung von Individuen im Einzelnen im öffentlich Raum schon – da sich, die hier gemeinten aber tatsächlich hauptsächlich im Netz rumtreiben, kann ich nicht einschätzen, wie groß die Phalanx ist – Der Hater-Forums-Vollschreiber sitzt an seinem Schreibtisch im Keller in Südbayern unter seinem Kruzifix und hat vielleicht 3 Pseudonyme.

Zum Schluss: Was dürfen wir in Zukunft von Euch erwarten? Was passiert bei euch so?
Nils Höddinghaus: Ich habe mich ein bisschen mit der Kamera angefreundet. Vielleicht ergibt sich dahingehend ja noch etwas. Für Angebote bin ich immer offen. Bis dahin spiele ich am (Hamburg) Harburger Theater jedenfalls noch einige Weihnachtsmärchen. Kommt alle, ich freu mich auf euch!
Stephan Waak: Ich plane ein kleines aber feines Projekt mit Christian Bale und Ryan Gosling. Auf der Bühne sieht man mich im Theater Vorpommern in der Rolle des Samiels im Freischütz.
Marcus Wiebusch: Derzeit bin ich echt ziemlich eingespannt, weil ich viele Termine habe. Das Kreative kommt da ein bisschen zu kurz. Vom 22. Oktober bis zum 4. November bin ich auf Tour. Hierzu kann ich euch alle nur einladen! Würde mich freuen, euch zu sehen! Hier die Tourdaten:

  • 22.10. München, Ampere
  • 23.10. Karlsruhe, Substage
  • 24.10. Schweiz – Aarau, Kiff
  • 25.10. Dortmund, Westfalenhalle
  • 26.10. Stuttgart, LKA Longhorn
  • 28.10. Bielefeld, Forum
  • 29.10. Hamburg, Markthalle
  • 30.10. Hannover, Faust
  • 31.10. Bremen, Schlachthof
  • 01.11. Frankfurt, St. Peter
  • 02.11. Köln, Gloria
  • 03.11. Österreich – Wien, Arena
  • 04.11. Berlin, Postbahnhof

Der Tag wird kommen von Marcus Wiebusch – Das Video!

Fotos: Andreas Hornoff (Bilder von Marcus Wiebusch), PR, Wikipedia (Robbie Rogers)