Erst eine knappe Woche ist es her, seit der HSV den Klassenerhalt klarmachen konnte. Während der aufreibenden Relegationswoche stand ein Mann den Hamburgern immer wieder persönlich zur Seite und feuerte die Spieler am Trainingsplatz an. Die Rede ist nicht von Dino Hermann, dem Maskottchen des HSV, obwohl man ihm echtes Engagement bescheinigen kann. Es waren auch nicht Felix Magath oder Lothar Matthäus, die als Feuerwehrmann den Karren aus dem Dreck zogen. Nein – eigentlich haben die Hanseaten ihre Rettung nur einem Mann zu verdanken. Nämlich dem, der Bälle umkippen kann. Wer das ist, fragt ihr euch?

Natürlich Hans Sarpei, der Mann, der schon während seiner aktiven Karriere als Profifußballer zu einem Internetphänomen geworden ist. Viele von euch werden ihn bereits kennen und wenn ihr ihm vielleicht kein Gesicht zuordnen könnt, dann habt ihr doch zumindest seine lustigen Sprüche schon irgendwann einmal gehört. Hans Sarpei trinkt zum Beispiel aus dem Wasserhahn auf Ex. Ich habe mich mit Hans und seiner beeindruckenden Präsenz bei Facebook und Twitter näher beschäftigt und hatte die Möglichkeit, ihm einige Fragen zu seinem Leben als Social-Media-Phänomen, seinem letzten Urlaub und Wunschzielen für den kommenden Sommer zu stellen.

Ich habe ja am eigenen Leib erfahren, wie schnell eine gute Idee die Leute im Netz anstecken kann. Was eigentlich als kleiner Reiseblog für mich und eine kleine Community gedacht war, hat sich innerhalb von nur zwei Jahren zu einem Blog mit unglaublich vielen Lesern entwickelt. Auf meiner Facebook-Seite haben mittlerweile über 1,2 Millionen User die Möglichkeit, untereinander oder mit mir zu kommunizieren. Ich bin immer wieder erstaunt, wie aktiv und rege das Internet genutzt wird, um eigene Ideen zu verbreiten oder auf die Posts anderer zu reagieren. Am Beispiel von Hans Sarpei lässt sich nachzeichnen, wie ein Tweet und dessen Inhalt innerhalb sehr kurzer Zeit dazu führen kann, dass eine Person zu einer gängigen Formel wird für Dinge die eigentlich nicht machbar sind – für Hans Sarpei allerdings ist nichts unmöglich. Er ist der einzige, dem ich zutrauen würde, dass er genauso günstige Schnäppchen findet wie ich selbst.. ;)

 

Das Phänomen Hans Sarpei

Bevor Hans Sarpei seine eigene Facebookseite mit lustigen Sprüchen zu einer amüsanten Plattform umgestaltete, nutzte der ehemalige ghanaische Nationalspieler Facebook, um seine Fans auf die kommenden Spiele einzuschwören und kleine Ausschnitte seines Lebens mit ihnen zu teilen. Erst im Jahr 2011 änderte sich das schlagartig. Hans erinnert sich: „Ausgelöst wurde das Ganze, so glaub ich jedenfalls, durch einen witzigen Tweet den ich 2011 mit Alexander Baumjohann hatte. Er war im Urlaub als ich ihm aus Spaß über Twitter schrieb, dass ich gehört hätte, dass er zu Felix Magath nach Wolfsburg soll. Der uns Beide bekanntermaßen ja in der Saison zuvor in der 2. Mannschaft kalt gestellt hatte, aber uns dann natürlich zum richtig Zeitpunkt wieder zurückgeholt hatte. Naja, irgendwann ging das halt mit den Sprüchen los und nun stehen wir hier.

Der Tweet, den Hans Sarpei hier beschreibt, ist erstmal nur ein harmloses Geplänkel unter zwei Fußballkollegen, die in der Sommerpause via Twitter kommunizieren. In Folge dessen aber gründen Fans von Schalke 04 und Sympathisanten des gepflegten Wortspiels immer neue Gruppen bei Facebook, die alle dem selben Zweck dienen – lustige Hans Sarpei Sprüche zu erfinden. Heraus kommen Sätze wie: „Hans Sarpei bringt Zwiebeln zum Weinen“ oder „Hans Sarpei schneidet das Messer mit dem Brot“ und die Frage wo Hans Sarpei aufwuchs, beantworten die Fans mit: „In einem Haus, welches er selbst gebaut hat“. Für die Lichtgestalt Hans Sarpei ist also alles möglich und kein Weg zu weit. Er kann mit zwei Fingern drei Bier bestellen und sogar Drehtüren zuschlagen.

 

 

Ich habe ihn gefragt, ob er von dem Hype um seine Person überrascht war und ob er sich mittlerweile daran gewöhnt hat, dass fast 550.000 Leute ihm ein „Daumen hoch“ gegeben haben. „Ja klar bin ich immer noch überrascht über die vielen Reaktionen. Die Fans und Follower diskutieren und reagieren auf meine Posts und das freut mich natürlich.“

Und Hans Sarpei steht in regem persönlichen Austausch mit seinen Fans. Anders als bei anderen Künstlern und bekannten Persönlichkeiten, hinter deren Facebook- und Twitterprofil eine Agentur steht, kümmert er sich um vieles noch selbst. „Ihr werdet es nicht glauben aber ich lese tatsächlich alle Mails und Kommentare und versuche so viele wie möglich zu beantworten,  was mir bei der Menge leider nicht immer gelingt.“

 

Es heißt, er habe von dem ganzen Hype im Internet gar nichts mitbekommen. Das erscheint zuerst vielleicht unverständlich, denn immerhin schießen innerhalb weniger Wochen nach dem „verhängnisvollen Tweet“ in Richtung Alexander Baumjohann mehr als 700 neue Hans-Sarpei-Gruppen bei Facebook aus dem Boden. Andererseits kann ich es doch verstehen, denn wer googelt sich schon regelmäßig selbst. Insbesondere wenn man den ganzen Tag trainiert. Erst seine Familie machte ihn schließlich darauf aufmerksam, dass all diese Gruppen schon existierten. Als findiger User ist es ihm gelungen, die diversen Gruppen alle unter einen Hut zu bringen – unter seinen nämlich. So kann er die Verbreitung der Sprüche steuern und hat es mittlerweile zu einem gefragten Werbeträger geschafft. Nicht nur die allseits bekannte Bild-Zeitung sprang unter anderem mit dem Spruch: „Hans Sarpei braucht keine Meinung, aber die Meinung braucht Hans Sarpei“ auf den Zug auf. Erst vor ein paar Tagen hat er via Facebook eine Verlosung mit einer bekannten Reisewebseite eingefädelt. Innerhalb von wenigen Stunden hatte der Beitrag 45000 Likes. Das sind mehr „Gefällt mir“-Angaben für einen Beitrag als andere Promintente Fans haben. Ihr seht also, kleine aber feine Posts können je nach Thema zehntausende Menschen dazu verleiten, den Daumen hochzuhalten.

 

Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich nach neuen Sprüchen suche und mich freue, dass so viele Leute mit unserer Sprache spielen und so Facebook mit neuen Sätzen zum Schmunzeln füllen. Nach seinem Liebslingsspruch gefragt, sagt mir Hans Sarpei: „Hans Sarpei – Das L steht für Gefahr“ find ich immer noch gut“.

Und der Spruch ist einer von denen, die vielleicht nicht jeder auf Anhieb versteht. Aber gerade das macht dieses Internetphänomen aus. Gerade auf Twitter ist diese Art des Social-Media-Austauschs ein Erfolg. Denn hier tummeln sich Leute, die innerhalb von 140 Zeichen mit den Worten so jonglieren, dass am Ende etwas Tolles dabei herauskommen kann. Es sind nicht immer ganze Aufsätze, die Eindruck hinterlassen.

 

Bei all der Aufmerksamkeit habe ich mich natürlich gefragt, ob Hans Sarpei sich auch mal ohne Internet und Smartphone entspannen kann. Seine Antwort ist eindeutig: „Es gibt für mich eine Zeit für die Fans und eine Zeit für die Familie. Das kann ich prima trennen.“

Diese Eigenschaft passt zu jemandem, der jahrelang in zwei Welten zu Hause war, denn Fußball und Alltag mit Haushalt und den besten Freunden sind oft so verschieden wie Tag und Nacht. Eine solche Trennung von Job und Freizeit käme für mich natürlich nicht in Frage, denn ich habe den schönsten Job der Welt und deshalb bin ich auch im Urlaub immer auf der Suche nach den heißesten Schnäppchenreisen. ;)

Urlaubserinnerungen und Urlaubspläne

Apropos Urlaub, wo verbringt Hans Sarpei denn wohl seinen Urlaub? Vielleicht in seinem Heimatland Ghana oder doch auf der Partyurlaubsinsel Mallorca? Alles falsch, denn in seinem letzten Urlaub war er in der Weltmetropole New York und  hat mir direkt verraten, wo es ihm am besten gefallen hat: „Meinen letzten Urlaub habe ich in New York verbracht und ganz schön fand ich die Parkanlage „The High Line“ an der West 20th Street. Eine Oase in dieser Wahnsinns Stadt.“

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Danke für den Tipp, den werde ich direkt austesten, wenn ich mal wieder im Big Apple bin. Was mich aber genauso interessiert, ist natürlich, welche Länder Hans in seinem Leben unbedingt noch bereisen will. Und seine drei Wunschziele könnten genauso gut auch meine nächsten Reisen sein: „Ich würde gerne noch nach Australien ins Outback, auf Bali Surfen und mir in Rio die WM anschauen.“

Die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien steht quasi vor der Tür und es würde mich nicht wundern, wenn wir uns in dem Zusammenhang auf viele neue Hans Sarpei-Sprüche freuen können. Und vielleicht treffen wir uns ja in Rio, wenn ich es zur WM an den Zuckerhut schaffe. ;) Ich könnte ihm natürlich ein ganz spontanes Brasilienschnäppchen raussuchen, doch er plant seit der Geburt seiner Tochter viel weiter im Voraus, sodass ein Spontanurlaub für ihn momentan nicht in Frage kommt.

Aber mit meinen Hotelschnäppchen könnte ich ihn reizen, denn er hat klare Favoriten, was die Unterbringung auf Reisen angeht:

„Ehrlich gesagt wohne ich am liebsten im Hotel und in Ferienwohnungen aber gegen eine schöne Reise mit dem Wohnmobil hätte ich auch nicht einzuwenden. Kommt halt immer drauf an wo man hin möchte.“

Da muss ich ihm recht geben, denn mir steht der Sinn manchmal nach einem Hotel in den Alpen und an anderen Tagen wünsche ich mir, Selbstversorger in einem schönen Apartment am Gardasee zu sein. Das passende Urlaubsziel zu finden, dürfte für ihn aber kein Problem sein, denn wer Obst bei Apple und Fenster bei Windows kauft, fliegt vermutlich auch seinen Urlaubsflieger selbst.

Projekte

Wenn ihr Lust bekommen habt, euch Hans Sarpei mal in Action anzuschauen, müsst ihr nur Tele 5 einschalten. Da trainiert er in seiner Sendung „Hans Sarpei – Das T steht für Coach“ Amateurvereine. Die Folge vom 18.5.2014 könnt ihr derzeit online sehen. Es lohnt sich, hier wird echte Fußballkrimi-Geschichte geschrieben. Außerdem schreibt Hans regelmäßig einen Blog von Eurosport/Yahoo. Welche spektakulären Projekte in Zukunft noch warten, wollte er mir nicht verraten. Er sagt nur geheimnisvoll: „Bei dem Rest müsst ihr euch überraschen lassen.“ Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen und unterhalte mich so lange mit den lustigsten Sprüchen. Die findet ihr unter anderem in seinem Buch: „Das „L“ stehr für Gefahr.“

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für mich genommen hast und denk immer daran: Wenn du mal eine echte Schnäppchenreise suchst, kannst du dich vertrauensvoll an mich wenden. ;) Daumen hoch – Hans Sarpei. Dem Urlaubsguru gefällt, was du da machst.