Um Guatemala schon mal ein kleines Stückchen näher zu kommen, findet ihr hier die wichtigsten Tipps und Tricks, um einen unvergesslichen Aufenthalt vor Ort zu erleben.

Heute nehme ich euch wieder einmal mit auf eine etwas weiter entfernte Reise. Genauer gesagt geht es nach Mittelamerika, denn dort liegt im Süden der Halbinsel Yucatan der Staat Guatemala. Der Name dürfte vielen von euch ein Begriff sein, doch ich könnte mir vorstellen, dass niemand so recht etwas mit dieser Destination anzufangen weiß. Höchste Zeit also, genau dieses Defizit zu beheben und sich diesem verborgenen Reiseziel zu widmen. Ich kann euch verraten: Ihr werdet überrascht sein, wie vielfältig Guatemala ist.

Wunderschönes Guatemala

Guatemala

Das Kleine 1 mal 1 für eine Reise nach Guatemala

Sprache | Klima | Reisezeit | Küche | Erste Hilfe

Bevor ich euch nun aber die interessantesten Regionen des Staates vorstelle, liegt es mir vor allem am Herzen, euch einen kleinen Crash-Kurs zu geben, damit ihr das nötige Know-How für eine Reise nach Guatemala schon mal im Hinterkopf habt. Um Guatemala ganz grob auf der Landkarte zu definieren, könnt ihr euch einfach an den Grenzgebieten orientieren. Diese sind keine anderen als Mexiko im Norden, Belize im Nordosten sowie Honduras und El Salvador im Süden. Nachdem wir die kleine Geografiestunde also abgeschlossen haben, findet ihr nun im Folgenden die wichtigsten Basics, um euch in Guatemala zurecht zu finden.

Sprache

Ohne Spanisch-Kenntnisse geht in Guatemala so gut wie nichts. Da dieser Staat fernab des Massentourismus ist, hat man sich sprachlich auch nicht auf Touristen eingestellt. Nur die wenigsten Einwohner sprechen hier gebrochenes Englisch, sodass selbst die Grundhandlungen wie Auskünfte und Einkaufen während eures Aufenthaltes auf Spanisch zu meistern sind.

Klima

Nicht nur die Landschaft ist in Guatemala vielfältig, auch das Klima passt sich diesen Gegebenheiten an. So ist es im Norden des Staates, der geprägt ist vom Urwald, eher tropisch heiß und schwül. Im Hochland, in denen sich die für Touristen attraktiven Städte befinden, geht es hingegen, was die Temperaturen angeht, eher gemäßigt zu. Die Nächte können sogar verhältnismäßig kühl werden. Ganz anders hingegen sieht es an der Küste aus: Selbst Ventilatoren können bei der brütenden Hitze kaum für Abkühlung sorgen. Je nachdem wo ihr euch also aufhaltet, solltet ihr zu jeder Zeit ein Fläschchen Wasser bei euch haben, um nicht zu dehydrieren.

Guatemala

Reisezeit

Auch, wenn die verschiedenen Regionen unterschiedliche Klima-Bedingungen aufweisen, kann ich euch doch bestimmte Reisezeiten empfehlen. Zum einen wäre das die Zeitspanne zwischen Februar und Mai, zum anderen aber auch die Monate Oktober und November. In der Zeit von Juni bis September herrscht in Guatemala nämlich Regenzeit. Das bedeutet zwar nicht, dass eine Reise innerhalb dieser Zeitperiode ausgeschlossen ist, dennoch dürft ihr euch dann auf den einen oder anderen ungemütlichen Tag einstellen.

Küche

Bevor ich euch verrate, welche Speisen traditionell in Guatemala auf den Tisch kommen, schreibt euch eine Faustregel hinters Ohr: Kocht es, schält es oder vergesst es. Sowohl Früchte als auch Fisch- und Fleischgerichte sollten unbedingt frisch zubereitet, gekocht oder gebraten werden. Auch von Leitungswasser und Eiswürfeln rate ich euch dringend ab, sonst sind Verdauungsprobleme vorprogrammiert. Wasser könnt ihr entweder abkochen oder aber mit speziellen Tabletten aus der Apotheke desinfizieren, danach könnt ihr es problemlos trinken. Um euch nun aber wieder auf guten Geschmack zu bringen, dürft ihr euch vor Ort auf Hühnchen und Reis freuen. Auch pürierte Bohnen sind in Guatemala, abgesehen von ihrem Aussehen, sehr beliebt. Bekommt ihr zu einer Mahlzeit Tortillas gereicht, freut euch nicht zu früh – die schmecken entweder nach so gut wie gar nichts oder aber sogar muffig.

Erste Hilfe

Was die Gesundheit angeht, so ist es in jedem Fall ratsam, bei einer Reise nach Guatemala ausreichend vorzubeugen. Eine Reiseapotheke Checkliste habe ich euch bereits zusammengestellt, ob ihr euch prophylaktisch gegen Malaria impfen lassen solltet, kann euch ein Tropenarzt sagen. Auf jeden Fall solltet ihr aber diverse Mittel gegen Moskitos im Gepäck haben und euch bei Sonnenuntergang mit langärmliger Kleidung ausstatten. Die kleinen Biester lauern nämlich überall. Lasst euch nach der Reise am besten auch auf Parasiten untersuchen – so geht ihr definitiv auf Nummer sicher.

Diese Regionen solltet ihr in Guatemala auf keinen Fall verpassen

El Petén | Guatemala-Stadt | Die Pazifikküste | Lago de Izabal

Mit diesen Tipps und Tricks im Gepäck kann eure Reise nach Guatemala nun starten. Wie bereits erwähnt, ist der Staat landschaftlich auf verschiedenste Art und Weise ausgeprägt, sodass ich euch vier Regionen vorstellen möchte, die ihr auf eurer Reise auf keinen Fall auslassen solltet.

Sunrise on Lake Atitlan & volcano, Guatemala

El Petén

Knapp ein Drittel der Gesamtfläche von Guatemala beansprucht das größte Bundesland des Staates, El Petén, für sich. Anders als ihr jedoch wahrscheinlich vermutet, ist dieses Gebiet eher gering besiedelt und vom Regenwald durchzogen. Kein Grund aber, dass sich hier nicht unzählige Touristen hin verirren. Während das Gebiet bis ins 20. Jahrhundert nahezu vollständig einem Regenwald glich, lebten hier die unterschiedlichsten Tierarten: Jaguar, Puma und Tukan teilten sich ihr Zuhause. Erst mit der voranschreitenden Besiedlung wurde ein Großteil des Regenwaldes abgerodet, eine Savannenlandschaft entstand. Doch keine Sorge: Mit Hilfe eines Biosphärenreservates, dem Reserva de la Biósfera Maya, sowie der Errichtung verschiedener Nationalparks wurden Teile des Regenwaldes geschützt und die tierischen Bewohner somit gerettet. Freut euch also auf eine aufregende Entdeckungstour durch den Regenwald und nehmt einen tiefen Atemzug des ursprünglichen Guatemalas. Etwas von der Vergangenheit dieses Staates könnt ihr auch anhand der Besichtigung von mehr als 200 archäologischen Stätten erfahren, oder ihr besucht die antike Mayastadt Tikal und bestaunt die alten Pyramiden und Ruinen.

Guatemala
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Guatemala Stadt

Im Zentrum von Guatemala liegt das Hochland mit wichtigen Städten wie der aktuellen Hauptstadt Guatemala-Stadt und der ehemaligen Hauptstadt Antigua Guatemala. Mehrere Erdbeben haben im Land dazu geführt, dass viele Einwohner anderer Städte nach Guatemala-Stadt geflohen sind, was zur Folge hatte, dass die Stadt heute die größte Metropole und zugleich wirtschaftliches Zentrum des Landes ist. Doch die hohe Dichte der Bevölkerung tut dem Ganzen keinen Abbruch, der Vergangenheit dicht auf der Spur zu sein. Ganz im Gegenteil: Die Vergangenheit ist in Guatemala-Stadt nämlich allgegenwärtig. Zahlreiche Bauten und Ruinen, wie zum Beispiel die Stätte Kaminaljuyú, lassen die Wurzeln wieder aufleben, auch Museen rufen diese Zeit ins Gedächtnis. Als eines der schönsten Bauwerke gilt der Palacio Nacional, der sowohl Stilelemente der spanischen als auch gotischen Architektur vereint. Diese Art von Bauwerk verleiht der Stadt einen ganz besonderen Charme – ebenso wie der Torre del Reformador, das Wahrzeichen der Stadt. Kulturelle Güter findet ihr aber ebenfalls in den zahlreichen Museen. Und um das Bild dieser Stadt wirklich perfekt zu machen und abzurunden, liegt der Kulisse eine wunderschöne Natur aus Regenwäldern und Vulkanen zu Füßen.

Guatemala

Die Pazifikküste

Von Guatemala Stadt ist es nicht weit bis zur naturbelassenen und nahezu unberührten Pazifikküste mit samt seiner wunderschönen Strände. Obwohl Guatemala doch eine beliebte Reisedestination für Touristen ist, sind die Strände beinahe unerschlossen. Hotels werdet ihr hier so gut wie keine finden, dafür aber vereinzelt mit Schilf bedeckte Strandhütten. Warum sich der Massentourismus hier nicht ausbreitet und zu einer wahren Geldquelle entwickelt, fragt ihr euch? Das mag zum einen daran liegen, dass der Pazifik leibt und lebt und mit seinen starken Wellen selbst zum Surfen zu gefährlich ist, geschweige denn, um ein paar entspannte Bahnen im Meer zu ziehen. Zum anderen aber vielleicht auch daran, dass die dunklen Vulkanstrände eine unglaubliche Temperatur speichern, dass selbst das Liegen auf einem Handtuch hier unmöglich ist. Einzig die mit Schilf bedeckten Hütten spenden ein wenig Schatten, sodass ihr hier in der Hängematte entspannen könnt. Ein besonderes Highlight am Strand von Guatemala ist die Aufzuchtstation für Wasserschildkröten. Auf dem dunklen Vulkansand verteilt liegen tagtäglich unzählige Eier, die der Gefahr durch Seevögel und der Jagd des Menschen ausgesetzt sind. Touristen können für einen geringen Betrag eine Patenschaft der kleinen Schildkröten übernehmen und sie von der Station aus ins Wasser bzw. in die Freiheit entlassen. Um bei der Freilassung noch ein wenig mitzueifern, wird sie als eine Art Rennen angesehen – wessen Schildkröte als erstes den Weg ins Meer geschafft hat, gewinnt. Auf diese Art und Weise werden jährlich vor Ort mehr als 30.000 Meeresschildkröten gerettet – eine tolle Idee, was meint ihr?

Guatemala

Lago de Izabal

Nahezu in jedem Reiseführer werdet ihr den Lago de Izabal, den Izabal See, als einen der beliebtesten Hotspots für Touristen beschrieben finden. Mit einer Fläche von 590 Quadratkilometern ist er der größte See in Guatemala, doch die Besonderheit liegt ganz klar in der Nähe zum karibischen Meer. Genauer gesagt ist der Lago de Izabal über den Rio dulce direkt mit dem offenen Meer verbunden, was zur Folge hatte, dass er schon immer im Mittelpunkt des Handels und der Schifffahrt stand. Doch das brachte nicht immer nur Vorteile mit sich. Britische Piraten übten immer wieder Überfälle auf die spanischen Kolonialherren aus, sodass diese im 16. Jahrhundert zum Schutz das Castillo San Felipe de Lara errichteten. Einladend wirkt der See aber durchaus auch zum Baden, Schwimmen und Segeln, ganz nebenbei auch zum Beobachten der zahlreichen Fische und Karibik-Seekühe, die sich die Nähe des Sees zur Karibik ebenfalls zur Nutze machen. Zusätzlich wurden rund um den See herum verschiedene Naturschutzgebiete angelegt, in denen ihr nach Herzenslust die wunderschöne Landschaft bestaunen könnt.

Wer nun neugierig geworden ist, diesen ach so vielfältigen Staat zu besuchen, der sollte nun schleunigst seine Spanisch-Skills auffrischen und sich schon mal mit der Urlaubsplanung beschäftigen. Vorab gibt’s wie immer ein paar Tipps von mir: