Halloween steht vor der Tür und alle Freizeitparks ziehen an einem Strang, ihren Gästen das volle Programm an Gruselattraktionen und Angstschweiß zu bieten. Ganz vorne mit dabei ist das Grusellabyrinth in Bottrop, NRW, das zwar ganzjährig geöffnet hat, die Dosis an Schreckmomenten im Oktober aber noch mal erhöht.

Es ist ja wohl ganz klar, dass ich mir solch ein cooles Event nicht entgehen lassen habe. Also habe ich mich am Wochenende auf den Weg nach Bottrop gemacht, um in diese faszinierende Fantasiewelt einzutauchen, die es wahrlich in sich hatte. Was mich dort erwartet hat und ob das Grusellabyrinth wirklich für Kinder ab 8 Jahren (zu Halloweenzeiten ab 10 Jahren) geeignet ist, verrate ich euch jetzt.

Grusellabyrinth NRW
Das alte Zechengebäude hat sich in ein Grusellabyrinth verwandelt. Foto: Grusellabyrinth NRW

Ankunft am Grusellabyrinth

Schon als ich den kostenfreien Parkplatz erreicht hatte, war ich vom imposanten Zechengebäude beeindruckt. Im Eingangsbereich tummelten sich bereits einige Besucher vor dem sechs Meter hohen Sensemann-Brunnen, um ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. Noch bevor ich das Gebäude betrat, machte ich bereits Bekanntschaft mit schaurig verkleideten Zauberern und Hexen, die sich hinter mir versteckten und mich unauffällig über den Platz verfolgten. Vom ersten Schrecken erholt, setzte ich meinen Weg zur Kasse fort und traf auf einen grünen Kobold, der in seiner Kabine saß. Wir wechselten ein paar nette Worte und er klärte mich über den Ablauf des Abends auf. Die ganze Zeit fragte ich mich, ob er mit einer etwas schrillen Stimme gesegnet wurde oder voll und ganz in seiner Rolle aufging – doch das wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben. Bis zum Eintritt, der für 18:10 Uhr angesetzt war, hatte ich noch eine gute halbe Stunde, also schaute ich mich in der großen Eingangshalle etwas genauer um – immer mit einem Schulterblick nach hinten, ob auch ja niemand hinter mir steht und mich zu erschrecken versucht. Zu meiner Rechten befand sich ein Souverniershop namens „Finsterladen“, in dem man alles kaufen konnte, was das Halloween-Herz begehrt, zu meiner Linken erspähte ich die Fressbude „Zum klapprigen Kessel“.

Grusellabyrinth NRW
Schaurig schöne Gestalten begrüßen euch schon vor Einlass. Foto: Grusellabyrinth NRW

Abtauchen in eine Fantasiewelt

Nachdem ich mir die Füße etwas vertreten hatte und die Zeit langsam aber sicher voran ging, machte ich Bekanntschaft mit Igor, einem kleinen buckeligen Schauspieler. Gruppe für Gruppe führte er uns über eine Holzbrücke in die geheimnisvolle Geistervilla, die vor unseren Augen zum Leben erwachte. Nachdem es einige Meter durch die Dunkelheit ging, nahmen wir in einer Art Kinosaal Platz und wurden über das Schicksal der Marie Rosentahl, die auf der Suche nach ihrer verstorbenen Mutter in einer Traumwelt verloren gegangen ist, aufgeklärt. Gemeinsam als Gruppe war es nun unsere Aufgabe, die Tochter zu retten. Igor hatte sich in der Zwischenzeit verabschiedet und uns an den Butler des Hauses übergeben, der sich wiederum einen von uns als Anführer aussuchte. Mich hat es zwar nicht getroffen, dafür aber meine Begleitung – Widerstand zwecklos. Wir starteten unsere Reise in die Traumwelt und waren dem Schicksal von Marie dicht auf der Spur. Besser gesagt: Nicht nur Marie war ihrem Schicksal überlassen, sondern auch wir – auf uns wartete nämlich eine Aufgabe nach der anderen, sodass der Hundert-Minuten-Lauf durch das 3000 quadratmetergroße Grusellabyrinth automatisch interaktiv gestaltet wurde.

Grusellabyrinth NRW
Begebt euch auf eine Traumreise und rettet Marie Rosenthal. Foto: Grusellabyrinth NRW

Von fortan wurden wir von einem Raum in den nächsten geleitet – mal erwartete uns ein Labyrinth, mal eine Vorführung mit Schockmomenten. Obwohl wir bei der Suche nach dem Ausgang jeden Raumes stets auf der Hut vor dunklen Gestalten waren, die aus dem Nichts auftauchten, ließen sie uns immer wieder zusammenzucken. Während in einem Moment Schreie der Besucher aus den Nachbarräumen ertönten, war es im nächsten Moment meine eigene Stimme, die meiner Begleitung noch heute in den Ohren klingelt. Ich sag euch, ihr könnt noch so gut aufpassen und euch auf alles gefasst machen – flackert plötzlich ein grelles Licht auf, das eine schaurige Gestalt enthüllt, oder es greifen Hände nach euren Beinen, erschreckt ihr euch automatisch. Besucher für einen kleinen Moment in Angst und Schrecken zu versetzen, haben die Schauspieler des Grusellabyrinth nämlich echt drauf. Nachdem wir uns durch zwei Labyrinths der Dunkelheit gekämpft und alle Aufgaben mit Erfolg erfüllt hatten, gelangten wir schließlich in das von mir langersehnte Spiegellabyrinth, welches als größtes Europas gilt. Entgegen meiner Erwartungen war es doch recht schwierig, da wieder herauszufinden. Ein krächzendes Lachen hier, eine Verfolgungsjagd mit einem Horror-Clown dort – der Zusammenstoß mit einer der Spiegelwände war vorprogrammiert. Letztendlich gelang es uns aber doch, Marie zu befreien.

Grusellabyrinth NRW
Nehmt euch vor Monti dem Clown in Acht! Foto: Grusellabyrinth NRW

Halloween Special: Totem

Speziell zu Halloween, genauer gesagt vom 3. Oktober bis zum 15. November, haben die Veranstalter des Grusellabyrinths einen zusätzlichen Außenbereich mit einer Gesamtfläche von 1000 Quadratmetern errichtet. Sobald es dunkel wird, öffnen die Pforten zum verfluchten Wald „Totem“, über dessen Bewohner ein grausamer Fluch liegt. Was euch hier erwartet, sind schmale Wege durch ein mit Tannen dicht besiedeltes Feld und jede Menge Schockmomente. Auch auf Wasser und Schmutz solltet ihr euch einstellen – falls ihr also eure Lieblingsklamotten tragt, greift besser auf das Angebot der Regenponchos zurück, die ihr vor dem Eingang für 1€ käuflich erwerben könnt. Da mir auf dem Weg nach Draußen bereits die ersten Mutigen aus dem Wald entgegen kamen, hab ich nicht lang gezögert und mir direkt so einen Plastikschutz gekauft – durchnässt wollte ich den Wald nämlich wirklich nicht verlassen ;-) Da mir der Regenponcho bis zu den Knien ging und sogar eine Kapuze hatte, war er sein Geld auch echt wert. Allerdings solltet ihr viel Geduld und Zeit mitbringen, wenn ihr den Wald passieren möchtet. Obwohl angeblich alle sechs Minuten Gruppen von bis zu sechs Leuten Einlass gewährt wird, stand ich mehr als 1,5 Stunden in der Kälte, bis es endlich losging. Aber ich muss sagen: Das Warten hat sich wirklich gelohnt! Und dass Totem ein Mindestalter von 16 Jahren voraussetzt, ist definitiv auch nicht an den Haaren herbeigezogen. Nun möchte ich euch aber nicht zu viel verraten ;-) Falls ihr also in den nächsten Tagen einen Besuch im Grusellabyrinth plant, besucht auf jeden Fall auch Totem!

Grusellabyrinth NRW
Der Schamane wartet schon auf euch…  Foto: Grusellabyrinth NRW

Erwartungen erfüllt? Ja!

Natürlich ging ich mit einigen Erwartungen in das Grusellabyrinth, schließlich ist es das größte in Deutschland. Bereits wenige Minuten nach der Ankunft war ich aber schon voll und ganz von der Umsetzung überzeugt. Die Walking-Acts, die mich schon vor Beginn der Vorstellung begrüßten, besser gesagt verfolgten, gingen voll und ganz in ihrer Rolle auf. Das gesamte Personal war sehr freundlich und hilfsbereit – sowohl vor, während als auch nach dem Rundgang durch das Labyrinth. Jeder Showraum war bis ins kleinste Detail perfekt dekoriert, sowohl der optische als auch der Geruchssinn wurden in den Bann des Grusels gezogen. Was mir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist, ist die interaktive Gestaltung des doch sehr langen Rundlaufs. Nicht nur die Gruppendynamik wurde bis an ihre Grenzen ausgereift, sondern jeder der Besucher wurde aktiv ins Geschehen mit einbezogen.

Grusellabyrinth
Nicht nur Kronleuchter, sondern auch Spinnenweben hängen von der Decke.. . Foto: Grusellabyrinth NRW

Gruseln für jedermann?

Habt ihr eine längere Anreise nach Bottrop oder kommt in einer größeren Gruppe, ist es von Vorteil, wenn ihr die Karten bereits übers Internet kauft. Reservieren könnt ihr leider keine Karten. Von einem Besuch des Grusellabyrinths mit kleinen Kindern bin ich persönlich jedoch nicht überzeugt – auch wenn der Veranstalter ein „stilvolles Gruselerlebnis ganz ohne Horror und Splatter“ ab 8 Jahren (zu Halloween ab 10 Jahren) verspricht. Zwar wird in den Showräumen auf Blut und andere Horrorrequisiten verzichtet, dennoch sind die Schockmomente nicht zu unterschätzen. Falls ihr bereits auch auf den Spuren Maries gewesen seid, bin ich gespannt, wie euch die Reise gefallen hat – also haut fleißig in die Tasten und schreibt mir eure Erfahrungen in die Kommentare :-)