Der Grand Canyon Nationalpark in Arizona ist eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe. Gerade wenn die Sonne untergeht und die Konturen sehr viel schärfer erscheinen, kommt einem der Grand Canyon wie verzaubert vor. Entlang der Schlucht sollen jetzt neue Restaurants und Hotels entstehen. Sogar eine Seilbahn in die Schlucht ist geplant. Dort  unten, wo der Colorado River schon seit Millionen von Jahren fließt, kommen nur die wenigsten Besucher hin, denn Ab- und vor allem Aufstieg sind nur für fitte Wanderer mit viel Zeit zu bewältigen.

Hotels und Seilbahn direkt am Grand Canyon

Die Ankündigung, direkt am Grand Canyon Hotels, Restaurants und Souvenirshops zu bauen, hat die unterschiedlichsten Reaktionen ausgelöst. Am Rande des Reservats der Navajo-Indianer sollen die Pläne der Confluence Partners Ltd. umgesetzt werden. Das Projekt mit dem Namen „Grand Canyon Escalade“ sieht eine Seilbahn und ein Visitors Center vor, ein Amphitheater und natürlich die bereits erwähnten Restaurants und Hotels. Anders jedoch als bei den jetzigen Lodges und Campingplätzen rund um den Canyon dringen diese Pläne noch viel tiefer in den Nationalpark vor. Schließlich soll die geplante Seilbahn bis in die Tiefen der Schlucht reichen und genau in der Einmündung des Colorado River enden. Ein ebener Wanderweg soll das Areal auch für Rollstuhlfahrer begehbar machen.

Havasu Falls, natural paradise in the Grand Canyon

 

 

Gegner der Pläne weisen immer wieder darauf hin, dass die neuen Pläne eine Bebauung auf heiligem Boden der Navajo-Indianer bedeutet. Die Webseite savetheconfluence.com erklärt ausführlich, warum dieser heilige Ort vor der Invasion tausender Besucher geschützt werden muss. Die religiöse Bedeutung des Grand Canyon für die Navajo-Indianer ist enorm.

Doch nicht nur aus ethnischen Gründen werden die Pläne des „Grand Canyon Escalade“ skeptisch betrachtet. Naturschützer sehen durch die Bebauung und die Zulauf vieler tausender Besucher Probleme. Das fragile Ökosystem sei durch den zu erwartenden Müll und den hohen Wasserverbrauch gefährdet.

Der Grand Canyon – eine Kathedrale ohne Dach

Wie auch immer man diese Diskussion betrachten mag, die Schönheit des Grand Canyon wirkt gerade durch seine einzigartige Beschaffenheit. Wer schon einmal in den Canyon hinuntergewandert ist, der weiß, was für ein Naturspektakel die Besucher hier unten erwartet. Auf 450 Kilometern zieht sich die Schlucht durch Arizona und bereitet Besuchern aus der ganzen Welt seit Jahrzehnten eine Gänsehaut. Wie eine Kathedrale ohne Dach erscheint das Monument, das jeden einzelnen von uns angesichts der schieren Größe winzig und unbedeutend erscheinen lässt. Wenn ihr eine Rundreise an der Westküste plant, dann sollte der Grand Canyon National Park unbedingt auf eurer To-Do-Liste stehen. Um einen Eindruck davon zu bekommen, was euch hier erwartet, solltet ihr unbedingt mal einen Blick in meine Serie zum Roadtrip von Andreas und Matthias werfen.

Eine Seilbahn in den Grand Canyon