Es ist ein Mammutprojekt und eine Meisterleistung der beteiligten Ingenieure. Endlich! Nach 17 Jahren Bauzeit wird der Gotthardtunnel, der mitten durch das Schweizer Gotthardmassiv führt, eröffnet.

Hält man sich die Dimensionen dieses Projekts einmal vor Augen, so fragt man sich, wer nur auf die Idee kam, einen 57 Kilometer langen Eisenbahntunnel mitten durch das Gotthardmassiv in den Schweizer Alpen zu bauen! Allein die Vorstellung, dass man durch einen Tunnel fährt, der von über 1000 Metern Gebirge überdacht wird, ist einfach nur irre! Um euch herum ist nichts als massiver Fels und Finsternis. Wahnsinn! Nach 17 Jahren Bauzeit mit schwerem Gerät, viel Sprengstoff und noch mehr Manpower ist es nun tatsächlich geschafft: Der Schweizer Gotthardtunnel  feiert seine Eröffnung.

 

Der Schweizer Gotthardtunnel – Was für Dimensionen!

Die 17 Jahre Bauzeit lassen es bereits erahnen: der Bau des Gotthardtunnel war alles andere als ein leichtes Unterfangen. Doch es ist tatsächlich nicht das einzige seiner Art, denn die Schweizer hatten schon vor über 100 Jahren die Idee, einen Tunnel durch das Alpenmassiv zu bauen. Zwei kürzere Tunnel aus den Jahren 1882 (15 km Länge) und 1980 (17 km Länge) existieren bereits, als das Großprojekt Gotthard-Basistunnel in Angriff genommen wird. Dass es möglich ist, einen Tunnel durch den massiven Berg zu fräsen, war den Ingenieuren also bereits bekannt. Neu ist die Dimension, denn der neue Gotthardtunnel soll der längste Eisenbahntunnel der Welt sein. Rund 11 Milliarden Euro haben sich die Schweizer dieses Prestigeprojekt kosten lassen, das neben jeder menge Aufsehen auch viele zahlende Kunden anlocken und begeistern soll. Ein Großteil dieser Kosten wurde übrigens vom Steuerzahler getragen.

Gotthardtunnel Baurabeiten
Foto: istock.com/ Edstock

Der Gotthardtunnel verbindet den Ort Erstfeld mit Bodio und ist Teil einer Bahnstrecke, die viele europäische Nachbarländer miteinander verbindet. Auch wirtschaftlich gesehen ist der Tunnel also eine wichtige Errungenschaft für die Schweiz und ganz Europa. Tausende Arbeiter taten alles für den Erfolg des Projekts, monströse Hightech-Bohrgeräte von bis zu 400 Metern Länge waren nötig, um das Gotthardmassiv, das aus Materialien wie Granit und Marmor besteht, zu bezwingen und die Wände so zu stabilisieren, dass der Tunnel dem enormen Druck des über ihm liegenden Gebirges aushält. Jeder, der schon einmal ein Bergbaumuseum besucht, oder in einen Stollen hinabgestiegen ist, kann sich vielleicht vorstellen, welche Bedingungen bei dem Bau geherrscht haben müssen: Hitze, Lärm und die Sorgen, dass doch unerwartete Komplikationen auftreten könnten. Unfälle gab es, wie an vielen Großbaustellen, leider auch am Gotthardtunnel. 17 Menschen verloren während des Baus ihr Leben.

Der Zugverkehr im Gotthardtunnel

Nun ist es tatsächlich geschafft. Gestern feierte der Gotthardtunnel seine große Eröffnung und die Staatsoberhäupter der Nachbarländer, wie Angela Merkel und Francois Hollande, ließen sich nicht lange bitten und wohnten der Feierlichkeit bei. Doch dieser feierliche Akt und die erste Bahnfahrt war vorerst reine Formalität, denn der Gotthardtunnel wird voraussichtlich erst 2017 für den normalen Bahnbetrieb freigegeben. Ab diesem Zeitpunkt habt dann auch ihr die Möglichkeit, das Gotthardmassiv mit den Zügen der Deutschen Bahn zu durchqueren. Pannen und Unfälle braucht ihr übrigens nicht zu fürchten. Der Gotthardtunnel ist das Ergebnis akribischer Planung und eine Meisterleistung der Ingenieure. Diese haben zusätzlich zum Bahntunnel auch einen Flucht- und Sicherheitstunnel gebaut, im Notfall bleibt ihr also nicht einfach mitten in den Alpen stecken. ;-)

Feierliches Spektakel: Längster Tunnel der Welt eingeweiht Es ist ein Bauwerk der Superlative. 17 Jahre hat der Bau gedauert, rund 2.400 Menschen waren beteiligt und 11 Milliarden Euro verschlungen: der Schweizer Gotthard-Tunnel. Mit seiner Eröffnung ist er der längste Eisenbahntunnel der Welt. Zur Feier fuhren zwei Züge mit jeweils 500 Bürgern vom Nord- und Südportal aus durch den insgesamt 57 Kilometer langen Tunnel. Mit diesem europäischen Großprojekt ist es ab sofort möglich, den Güterverkehr über die Alpen vermehrt von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Der Schweizer Bundespräsident Johann Schneider-Ammann nannte den Tunnel ein „Jahrhundertwerk“. Foto: picture alliance/AP Images #rtlaktuell #rtl #switzerland #schweiz #gotthard #gotthardtunnel #gotthardline #gotthardpass #tunnel #2016 #längstertunnelderwelt #gottardo #projekt #european #europa #bahn #railway

Ein von RTL Aktuell (@rtlaktuell) gepostetes Foto am 1. Jun 2016 um 6:41 Uhr