Im Moment reißen die Hiobsbotschaften nicht ab. Gerade erst haben die Lokführer bis morgen früh ihre Arbeit niedergelegt, da kündigt die Vereinigung Cockpit auch bei Germanwings den nächsten Streik an. Am morgigen Donnerstag werden alle Flüge der Lufthansa-Tochter zwischen 12 Uhr am Mittag und 12 Uhr in der Nacht bestreikt.

Germanwings kündigt auf seiner Webseite bereits an, dass es „zu erheblichen Unregelmäßigkeiten und Verspätungen kommen“ wird. Im Moment werde ein Ersatzflugplan erarbeitet, der ab 18 Uhr verfügbar ist. Natürlich ist Germanwings bemüht, den Fluggästen die Wartezeiten so gering wie möglich zu halten. Selbst wenn, wie bei den letzten Streiks geschehen, Piloten einspringen, die eigentlich im Management arbeiten und nicht mehr regelmäßig fliegen, kann die Airline die Ausfälle nur teilweise kompensieren.

Schließung

Pilotenstreik – das sind eure Rechte

Damit ihr wisst, welche Rechte und Pflichten eure Airline hat, habe ich euch einige wichtige Infos hier einmal zusammengefasst:

Sollte euer Flug wegen des Streiks gestrichen werden, habt ihr das Recht auf eine Alternativbeförderung. Eine Entschädigung oder Ausgleichszahlung steht euch erstmal nicht zu. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden und darauf hingewiesen, dass es sich hier um außergewöhnliche Umstände handelt, die von der Fluggesellschaft nicht kontrolliert werden können. Der gebuchte Flug kann natürlich kostenlos storniert oder auch umgebucht werden.

Jeder Passagier hat ein Recht auf Mahlzeiten und Getränke. Der Zeitpunkt, ab dem sich die Airline kümmern muss, hängt unter anderem von der ursprünglich vorgesehenen Flugzeit ab. Wer also einen Langstreckenflug geplant hatte, wird später versorgt als diejenigen, die nur 1500km weit fliegen sollten. So soll allen Passagieren ähnliche Aufmerksamkeit zuteil werden.

Jeder Passagier hat ein Recht, kostenlos zu telefonieren um seine Verspätung mitzuteilen oder seine folgenden Stunden zu organisieren.

Wenn der vorgesehene Flug auf den nächsten Tag verschoben wird, muss euch die Airline die Hotelunterbringung und den Transfer dorthin und zurück bezahlen. Sollte sich die Fluggesellschaft nicht ausreichend um euch kümmern ist es ratsam, alle Belege der zusätzlichen Ausgaben aufzubewahren und nachträglich in Rechnung zu stellen.

Erst wenn der Passagier nachweisen kann, dass sich die Airline nicht ausreichend um Alternativen seine Fluggäste gekümmert hat, besteht im Einzelfall ein Anspruch auf Entschädigung.

 

Headerbild: © Germanwings