Ein Blick aus dem Fenster verrät uns, dass der Winter so langsam aber sicher seinen Weg zu uns findet. Während sich die Blätter orange färben und die Bäume ihre goldenen Krone nach und nach ablegen, schleicht sich gleichzeitig eine kalte Front heran, die uns zu Tee und Schal greifen lässt. So schön der Herbst auch sein kann, so müssen wir uns wohl trotzdem auf einige graue und verregnete Tage einstellen. Kein Wunder, dass unser Gemüt ganz schnell Entzugserscheinungen bekommt, was die Schönheit der Natur angeht.

Also kümmere ich mich heute mal wieder ganz besonders um euer Wohlbefinden und nehme euch auf eine Reise mit: Begleitet mich in fernöstliche Welten und lasst euch von den Fuji Five Lakes in Japan beeindrucken – eine Wohltat für die Augen.

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Fuji Five Lakes – am nördlichen Fuße des Fuji

Die Fuji Five Lakes wären nur halb so bekannt, wenn sie nicht am nördlichen Fuße des Fuji, dem Vulkan und zugleich höchsten Berg Japans, liegen würden. Mit seiner enormen Höhe von 3776,24 Metern über dem Meeresspiegel ziert der Mount Fuji eine malerische Landschaft, wie ihr sie sicher noch nicht gesehen habt. Obwohl der Mount Fuji auf der japanischen Halbinsel Honshū steht, ist er bei gutem Wetter sogar aus sehr weiter Entfernung, beispielsweise aus Tokyo, zu sehen. Den nördlichen Fuß des Berges umgeben fünf Seen – die Fuji Five Lakes, die alle jeweils einen atemberaubenden Blick auf den Mount Fuji bieten und jährlich unzählige Besucher nach Japan locken. Über Jahrzehnte wurden die herabprassendeln Niederschläge von der erstarrten Lava des Vulkans gefiltert und als Quellwasser in den See geleitet. Besonders im Frühjahr und Herbst könnt ihr den Berg in seiner vollen Schönheit betrachten – ist der Gipfel nämlich mit Schnee bedeckt, werdet ihr Augenzeuge einer besonders schönen Naturkulisse.

Motosu – so klar und atemberaubend

Am drittgrößten See, dem Motosu, habt ihr einen unglaublichen Blick auf den Mount Fuji. Während es hier in den Herbst- und Wintermonaten etwas trist aussieht, erwartet euch im Sommer ein pinkes Blumenmeer in den Tälern. Der Blick in die Ferne gleicht nahezu einem Postkartenmotiv, so atemberaubend ist die malerische Natur am Motosu. Wer hier nicht ins Träumen kommt, ist selber Schuld, oder was meint ihr? Ich habe mich vor allem in den Anblick des mit Schnee bedeckten Gipfels verliebt.

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Im Sommer erwartet euch hier ein pinkes Meer aus Blumen

Shōji – in der Ruhe liegt die Kraft

Obwohl alle Fuji Five Lakes für ihren großartigen Blick auf den Fuji bekannt sind, unterscheiden sie sich doch in ihrer Natur und den Attraktionen. Als kleinster der fünf Seen überzeugt der Shōji mit seiner idyllischen Landschaft und der Ruhe, die ihn umgibt. Seid ihr nicht wild auf viele Touristen, ist dieser See genau der richtige Ort, um die Stille zu genießen. Kehrt in euch, genießt die kühle Luft und bewundert den Nebel, der sich über den See zieht und den Fuji umschlingt.

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Hier könnt ihr mal so richtig schön die Seele baumeln lassen…

Saiko – von Bäumen umgeben

Besucht ihr den Saiko-See, werdet ihr euch im ersten Moment vielleicht wundern – dieser See ist nämlich von vielen kleinen Bergen umgeben, sodass man keinen direkten Blick auf den Mount Fuji hat. Lediglich im Westen des Sees, könnt ihr den Vulkan erspähen. Trotzdem ist der Saiko-See unglaublich beliebt bei Touristen. An welchem Ort kann man schließlich besser sein Zelt aufschlagen als in einem weitläufigen Wald? Ein Panorama aus Bergen und Bäumen wartet auf euch – ganz egal, ob ihr dem Abenteuer mit der Angelrute oder dem Boot auf der Spur seid: Echte Outdoor-Surviver sind hier definitiv an der richtigen Adresse.

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Dem Abenteuer auf der Spur! Foto: tripadvisor

Kawaguchi – der Touristenmagnet

Geht man nach der Zahl der Touristen, die jährlich den Kawaguchi besuchen, ist dieser See definitiv der bekannteste unter den Fuji Five Lakes. Seid ihr begeisterte Wanderer und würdet gerne während eures Aufenthaltes auch den Fuji besteigen, kann ich euch die Monate Juli und August empfehlen. Da der See nämlich auf 831 Metern liegt, sind die Sommer relativ kühl und eignen sich besonders für anstrengende sportliche Aktivitäten – nicht umsonst wird der Sommer auch als Klettersaison deklariert. Dementsprechend kalt, besser gesagt eisig, ist auch der Winter. Entscheidet ihr euch für einen Besuch im Juli, könnt ihr sogar noch das Lavendelfest miterleben, welches von Ende Juni bis Mitte Juli veranstaltet wird.

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Stellt euch nur mal vor, wie gut der Lavendel hier riechen muss! Foto: tripadvisor

Yamanaka – Action pur

Euch so richtig sportlich auslassen könnt ihr aber auch am Yamanaka-See. Vor allem das Angebot an Wassersportarten ist hier kaum zu übertreffen: Alle, die sich gegen die Ruhe beim Angeln entscheiden, können ihr Adrenalin beim Wakeboard-Fahren in die Höhe schnellen lassen, ihre Balance beim Wasserski zum Besten bringen oder euer Talent als Überlebenskünstler auf dem Bananenboot beweisen. Der Sommer lockt aber nicht nur Extremsportler an, sondern ebenfalls Besucher des Fuji-Hakone-Izu-Nationalparks. Geschmückt ist der Park unter anderem mit einem Meer von Sonnenblumen und lenkt mit seiner Farbenpracht fast vom unglaublichen Blick auf den Fuji Mountain ab.

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Ist diese Aussicht nicht traumhaft? Foto: tripadvisor

Selbst, wenn ich mir jetzt nur die Bilder anschaue, merke ich, wie ich innerlich ganz ruhig werde. Die Fuji Five Lakes sind einfach ein Bilderbuchmotiv der besonderen Art. Wart ihr selbst schon einmal da? Wenn ja, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir von euren Erfahrungen berichtet – schließlich liegen die Seen so weit auseinander, dass man sie nicht alle an einem Tag abklappern kann. Schreibt mir doch in meine Kommentare, welchen der Seen ihr am schönsten fandet. Und natürlich auch, ob ihr den Mount Fuji bestiegen habt ;-)