Viele von euch kennen den bekanntesten Weddingplanner Deutschlands aus der TV-Show „4 Hochzeiten und eine Traumreise“. Heute verrät euch „Froonck“, wohin er gerne eine Traumreise machen würde und wie er seinen Geburtstag verbringt. Zudem gibt er euch tolle Insidertipps für traumhafte Winterhochzeiten.

Froonck war kurz vor unserem Interview in Nizza gelandet und während des Telefonats noch viel offener und fröhlicher, als ich es mir erhofft hatte – ein äußerst sympathischer Gesprächspartner, mit dem die Minuten wie im Flug vergingen.

Frank Matthée, 2014
Hochzeitsplaner Frank „Froonck“ Matthée urteilt als Experte über die Hochzeiten in der Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“. (c) Goldmann; Foto: Erik Weiss

In deiner Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ geht es für die glücklichen Gewinner meistens in ein Strandparadies: Dominikanische Republik, Malediven oder Sansibar. Wie schaltest du denn für ein paar Wochen mal richtig ab? Was wäre deine persönliche Traumreise?
Ich liebe Florida und Miami ganz besonders! Aber auch Südafrika ist wunderschön, vor allem die Weinregionen und die Gegenden um Kapstadt gefallen mir. Außerdem habe ich einen persönlichen Bezug zu Puerto Rico in der Karibik. Bali finde ich ebenfalls sehr schön. Indonesien, beziehungsweise Lombok, liegt ja momentan stark im Trend! Ich gönne mir zwei Mal im Jahr für ungefähr zwei Wochen einen längeren Urlaub und zwischendurch mache ich vielleicht mal den ein oder anderen Städtetrip oder entspanne ein langes Wochenende auf den Balearen!

All Inclusive und all-day-long am Pool liegen oder Abenteuer, Ausflüge und Action? Welcher Urlaubstyp bist du?
All Inclusive mag ich gar nicht. Das ist wirklich überhaupt nicht meine Sache und das habe ich auch noch nie gemacht. Ich bin eher ein Individual-Reisender! Auch am Pool zu liegen mag ich gar nicht: Ich brauche den richtigen Strand und das echte Meer. Im Urlaub muss ich am Strand sein, den Sand unter meinen Füßen spüren, das Meeresrauschen hören und nachts in den Sternenhimmel schauen. Ich kann auch nicht nur im Liegestuhl liegen – es sollte sportliche Aktivitäten geben und wenn möglich, möchte ich auch während der Reise kulturelle Ausflüge mitmachen. In Mexiko habe ich mir zum Beispiel die Pyramiden in Chichén Itzá angeschaut und versucht, Land und Leute kennenzulernen. In meinem Urlaub möchte ich die Einheimischen kennenlernen und tolle Orte entdecken – ich bin da eher der Abenteurer und weniger ein Hängematten-Chiller und Cocktail-Trinker.

Wohin möchtest du unbedingt einmal reisen?
Da gibt es natürlich vieles… Spontan fällt mir ein, dass ich unbedingt mal nach Rio de Janeiro in Brasilien möchte! Auf jeden Fall möchte ich auch mal nach Hawaii sowie die Südsee entdecken, bevor sie komplett untergeht. ;-) Tahiti und Polynesien zu bereisen steht auf jeden Fall auf meiner Liste. Dort fasziniert mich besonders die Kultur: Die unglaubliche Gastfreundschaft und wie die Menschen mit ihrer Natur leben. Alles ist dort so ursprünglich und die Menschen wirken so unfassbar glücklich und zufrieden – das muss ich unbedingt mal live erleben.

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Cristo Redentor – Das berühmte Wahrzeichen von Rio de Janeiro

Und in welches Land zieht es dich überhaupt gar nicht?
Mhm, da fällt mir nichts ein, denn ich würde kein Land kategorisch ausschließen. Überhaupt mag ich es gar nicht, Klischees und Vorurteile zu haben. Das ist bei Ländern genau dasselbe wie bei Menschen. Wenn man bei Menschen darauf hört, wie sie in den Medien dargestellt werden und sie direkt abstempelt ohne sie zu kennen, dann ist das nicht richtig. Ich warte immer ab, bis ich die Menschen kennenlerne und bilde mir dann mein Urteil. Genauso ist es bei verschiedenen Ländern: Man sollte sich sein eigenes Bild machen und muss es erleben – und dafür muss man das Land selbst bereisen.

Wenn du ab jetzt nur noch an einem Ort Urlaub machen könntest, wo wäre das und warum gerade dort?
Puuhhh… das ist wirklich eine schlimme Vorstellung. [Nach langem Hin- und Herüberlegen, entscheidet sich Froonck schließlich.] Ich würde wahrscheinlich in Miami bleiben. Ich liebe die Kombination aus dem aufregenden Stadtleben und dem Strand direkt vor der Haustür. Miami ist sehr abwechslungsreich, die amerikanische Lebensart ist sehr offen und entspannt. An Miami mag ich den Melting Pot, das Zusammentreffen verschiedenster Nationen und Kulturen. Ich spüre dort die Einflüsse der Latino-Kultur sehr stark und fühle mich davon angezogen: Ich liebe die Musik, das Tanzen, das Essen. Das bin ich und das lebt in mir.

Du bist täglich auf VOX in der Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ zu sehen. Kann man dich trotzdem noch als Weddingplanner buchen oder bist du damit komplett ausgelastet?
Nein, na klar! Hochzeiten zu planen war ja schon immer meine Berufung und deshalb habe ich ja auch meine Agentur vor 13 Jahren in Berlin und Nizza mit einigen Angestellten gegründet. Wir organisieren Hochzeiten europaweit und das macht mir immer noch sehr viel Spaß. Das werde ich auch niemals aufgeben! Die Sendung ist nur ein kleiner Teil meiner Arbeit, der mir aber auch sehr viel Freude bereitet.

Frank Matthée, 2014
(c) Goldmann; Foto: Erik Weiss

Ich habe ja das Gefühl, alle möchten immer im Sommer heiraten, wenn es schön warm ist und man am besten nach der eigentlichen Trauung draußen feiern kann. Was hältst du denn von Traumhochzeiten im Winter? Hast du vielleicht ein paar Tipps und Ideen?
Klar, wenn man an Deutschland denkt, ist der Sommer natürlich wettertechnisch wesentlich interessanter als andere Jahreszeiten. Viele ziehen aber auch eine Destination-Wedding in Betracht, bei der man mit der gesamten Hochzeitsgesellschaft in wärmere Gebiete verreist, um bei milden Bedingungen einen unvergesslichen Tag zu erleben. Winterhochzeiten finde ich persönlich aber auch total schön und interessant. Ich habe auch schon einige organisiert; zum Beispiel mal im Januar  im Voralpenland in einer rustikalen, ausgebauten Scheune. Eine Winterhochzeit in den Bergen in einem Chalet kann sehr gemütlich sein! Man kann draußen eine Eis-Cocktailbar aufbauen, ein Iglu aufstellen lassen und dort die Gäste empfangen. Statt einem Auto kann man einen Pferde- oder Hundeschlitten verwenden – das ist schon sehr romantisch. Was gerade im Winter wichtig ist: Man sollte sich eine Gegend aussuchen, die schneesicher ist: Wenn mal kein Schnee fällt, dann ist es direkt sehr ungemütlich, wenn die Gäste durch Schneematsch laufen müssen. Daher: Ab in die Alpen oder in den hohen Norden nach Schweden, Norwegen oder Finnland. Man kann im Winter auch ganz viel mit Dekoration machen: Tolle Eisfiguren, vielleicht eine Eisskulptur des Brautpaares, die Initialen der beiden – das kann man wunderschön gestalten.

Dein erstes Buch „Hochzeitsfieber“ ist seit Anfang des Jahres im Handel. Was können wir erwarten?
Also erst einmal war mir wichtig, dass es kein reiner Ratgeber wird – so etwas gibt es ja schon in tausendfacher Ausführung. Deshalb habe ich bewusst reale Kurzgeschichten gewählt, in denen ich aus 13 Jahren Erfahrung spreche und lustige Anekdoten einbringen konnte. Ich wollte eher die emotionale Seite der Hochzeitsvorbereitungen beleuchten und zeigen, wie verschieden Hochzeiten sein können. Diese Geschichten sind so bunt und unterschiedlich, dass sie allesamt sehr unterhaltsam sind. Manche rühren einen zu Tränen und andere lassen einen lauthals auflachen – auf der Klaviatur der Gefühle ist alles dabei.

Wohin ging deine erste Auslandsreise? Wie alt warst du?
Bei meiner ersten Auslandsreise war ich etwa 3 Jahre alt und da ging es auf die Balearen – das war damals absolut hot und in! Dann habe ich als Jugendlicher einen Schüleraustausch in Paris verbracht und war mit dem Kirchenchor meiner Mutter in die Nähe von London, da war ich 15. Ich habe bei einer Familie gewohnt, die sich wirklich rührend um mich gekümmert hat. Jeden Morgen gab es ein typisch englisches Frühstück mit Spiegelei, Bacon und Baked Beans – und deshalb liebe ich das heute noch und esse das auch regelmäßig. Auch die Tea Time habe ich aus dieser Zeit mitgenommen und trinke noch heute meinen schwarzen Tee mit Milch – das gibt mir ein Home-Feeling. Danach kam dann eine Interrail-Tour: Ich bin mit drei Freunden vier Wochen lang quer durch Europa gereist. Das war meine erste größere Reise – mit Rucksack und vielen Nächten im Zug.

Nächste Woche hast du Geburtstag! Wie ist das so unter Event-Managern: Wird an diesem Tag ein riesiges Event in einer tollen Location geplant oder wird daheim mit Familie und Freunden gefeiert?
Oh, das ist sehr unterschiedlich. Ich organisiere gern selber Partys, habe früher auch einige Mottopartys veranstaltet und vor ein paar Jahren 20 Freunde nach Mallorca eingeladen, wo wir in einem privaten Resort mit Pools und Apartments ein langes Wochenende verbracht haben. Ansonsten mache ich gerne Städtereisen über meinen Geburtstag: Letztes Jahr war ich in Budapest und dieses Jahr werde ich arbeiten. Aber ich werde auch an einem schönen Ort sein: In Amsterdam. Dort drehe ich mit einem Brautpaar ein Video an einem tollen Ort. Ich verstehe mich sehr gut mit dem Paar und mein Team wird auch da sein, von daher macht es mir wirklich gar nichts aus, zu arbeiten.

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Wunderschönes Budapest im Herbst.

Lieber Froonck, ich hoffe, du verbringst einen wunderschönen Tag in Amsterdam! Vielen Dank für das Gespräch, es hat wirklich Spaß gemacht – und du hast mich tatsächlich inspiriert: Ich muss wieder in den Urlaub! :-)