Aus Sorge um einen möglichen Raketenbeschuss haben nun auch die Fluggesellschaften Air Berlin und die Lufthansa-Gesellschaft (einschließlich germanwings, Austrian Airlines, Swiss) ihre Flüge nach Tel Aviv abgesagt. Für zunächst 36 Stunden gelte die Vorsichtsmaßnahme, den internationalen israelischen Flughafen Ben Gurion, die wichtigste Verbindung des Landes zur Außenwelt, nicht weiter anzufliegen. Angesichts der Zuspitzung des Konfliktes zwischen Israel und der radikalen Hamas-Bewegung aus Palästina sahen sich diese Woche schon mehrere internationale Fluggesellschaften aus Sicherheitsgründen dazu gezwungen, ihre Flüge aus und nach Tel Aviv vorübergehend einzustellen.

Nach einem Raketeneinschlag am gestrigen Dienstagmorgen ca. 1,6 km vom Flughafen entfernt, hatten zunächst die amerikanischen Unternehmen Delta Air Lines und United Airlines alle ihre Flüge nach Tel Aviv abgesagt. Wenig später ließ die US-Luftfahrtbehörde FAA verlauten, dass es amerikanischen Fluggesellschaften zunächst für 24 Stunden untersagt sei, den Flughafen anzufliegen. Schnell zogen europäische Fluggesellschaften nach. Unternehmen wie die Lufthansa Group, die normalerweise sieben bis zehn Flüge täglich aus Frankfurt, Berlin, München, Zürich und Wien anbietet, gehen nun ebenfalls auf Nummer Sicher und lassen verlauten, dass sie in den nächsten 36 Stunden keinerlei Flüge von und nach Tel Aviv starten werden. Berichten zufolge drehte eine Lufthansa-Maschine am Dienstag mitten auf dem Weg nach Tel Aviv ab, als die Order kam. Auch andere europäische Fluggesellschaften wie die skandinavische SAS, die italienische Alitalia und die französisch-niederländische Air France/KLM strichen am Dienstag ihre Flüge zum Ben Gurion.

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Derweil reagiert die Regierung Israels auf die Streichungen mit Unverständnis. Das Verkehrsministerium fordert die Fluggesellschaften sowie die amerikanische Luftfahrtbehörde auf, ihre Entscheidungen rückgängig zu machen. Eine Sperrung des Flughafens werde es nicht geben, im Gegenteil, er werde bewacht und sei sicher. Mit einer Reaktion wie den Streichungen der Flüge würde lediglich dem Terror nachgegeben. Angeblich soll sich der israelische Ministerpräsident Netanjahu sogar telefonisch beim amerikanischen Außenminister Kerry beschwert haben, als die offizielle Mitteilung für die Fluggesellschaften rausging. Nach Aussagen der israelischen Polizei sollen bereits mehrere Geschosse, die auf den Flughafen gerichtet waren, von dem israelischen Abwehrsystem abgefangen worden sein.

Nun schon seit Wochen feuert die radikale Hamas-Bewegung aus dem Gazastreifen Raketen auf Ziele in Israel ab. Am 08. Juli reagierte die israelische Armee wiederum zunächst mit Luftangriffen, später dann, ab dem 17. Juli, startete sie ebenfalls eine Bodenoffensive. Ziel sei es, die Hamas-Tunnel zu zerstören. Da sich bei dem Flughafen Ben Gurion ebenfalls eine Militärbasis befindet, wurde auch der Flughafen selbst zu einem Haupt-Raketenziel der Hamas erklärt. Immer wieder war zuvor Luftalarm ausgelöst worden. Von einem Zurückrudern aus amerikanisch-europäischer Sicht kann also keine Rede sein.

Die europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) teilte mit, sie werde spätestens am Mittwoch, sprich im Laufe des heutigen Tages, eine offizielle Empfehlung für alle Fluggesellschaften herausgeben, den Flughafen Tel Avivs nicht mehr anzusteuern. Tatsächlich aber steht es außeramerikanischen Fluggesellschaften frei zu entscheiden, ob sie die Stadt weiter anfliegen oder nicht. Während sich viele dem allgemeinen Trend wohl auch im Hinblick auf den vermeintlichen Abschuss der malaysischen Maschine in der Ostukraine anschließen, hat sich British Airways beispielsweise dazu entschieden, auch weiterhin Flugzeuge nach Tel Aviv zu schicken. Da die Unternehmen sich individuell entscheiden können, solltet ihr euch also unbedingt vorher informieren, sofern ihr vorhabt, nach Israel zu reisen!