Es gibt viele Argumente, warum man Finnland einfach lieben muss: Wegen der beeindruckenden Natur, den tollen Menschen, gutem Kaffee, Lakritz-Schnaps, den Nordlichtern, und unendlich vielen Seen. Fünf der wichtigsten Gründe lest ihr hier!

Ich habe mein Herz schon vor vielen Jahren an Finnland verloren. Das wird euch vermutlich auch so gehen, wenn ihr einen Roadtrip in den Norden macht, denn der Stress bleibt zu Hause, das kann ich euch versprechen. Es gibt so viel zu sehen in Suomi – im Land der tausend Seen, in dem ihr den einzig wahren und echten Weihnachtsmann besuchen, Nordlichter jagen und in der Mitternachtssonne auf einem Steg am Wasser sitzen und die Ruhe genießen könnt. Ich möchte euch einen kleinen Einblick geben in das, was einen Urlaub in Finnland so besonders macht.

5 Gründe, warum Finnland das beste Land der Welt ist

1. Wahnsinnsnatur | 2. Tolle Menschen 

 3. Friedliche Städte | 4. Saunakultur 

 5. Guter Geschmack

Lust auf Finnland?

Birken im Sommer Finnland

1. Wahnsinnsnatur in Finnland

Ein perfekter Urlaub in Finnland könnte so aussehen: Ihr fahrt von Deutschland aus mit der Fähre nach Helsinki oder sogar noch lieber nach Turku und startet von da aus einen Roadtrip durch die unterschiedlichen Regionen des Landes, die abwechslungsreicher nicht sein könnten. Eine Fährfahrt ist deshalb so zu empfehlen, weil ihr dann im Idealfall früh morgens durch die Schären in der Ostsee fahrt. Wenn die Sonne langsam aufgeht, ist die Aussicht spektakulär.

Schären, Elche und die Ostsee 

 Im Seengebiet | Lappland

Luftaufnahme einer Hütte mit Sauna in Finnland

Schären, Elche und die Ostsee

Angekommen auf dem Festland, empfängt euch sofort die finnische Ruhe, die sich wie ein Mantel der Entspannung über euch legt und euch nicht mehr loslässt. Fahrt nicht direkt ins Landesinnere, sondern lasst euch die salzige Seeluft der Ostsee um die Nase wehen und genießt die Schärenlandschaft in vollen Zügen. Rund um Turku und Helsinki sind es oft nur wenige Schritte bis zum Meer. Empfehlenswert ist ab Turku zum Beispiel ein Ausflug nach Ruissalo, einer Insel, auf der es ein Spa, einen Botanischen Garten und einen Strand mit Saunahäuschen gibt.

Die roten kleinen Häuschen heißen übrigend Mökki und sind typisch finnische, eher einfach gehaltene Hütten, die in den allermeisten Fällen eine Sauna haben. Dahin ziehen sich die Finnen gerne an ihren Wochenenden zurück.

Ruissalo in Finnland

Ab an den See

Habt ihr euch an diesem Teil des Landes satt gesehen, dann macht euch auf in die Seengebiete nördlich von Lahti und Lappeenranta. Denn im Land der 1.000 Seen muss man sich einfach eine Hütte am See mieten und dort ein paar Tage nichts anderes tun, als zu saunieren und in den Wäldern und um die Seen herumzuspazieren.

In Finnland gilt das Jedermannsrecht, das es euch erlaubt, Pilze und die vielen unterschiedlichen Beeren zu sammeln, die man hier finden kann. Hier im Seengebiet gibt es Blaubeeren, Preiselbeeren und die außergewöhnlichen Moltebeeren, aus denen ihr die leckersten Desserts und Marmeladen zaubern könnt.

Die Seen gelten als die saubersten der Welt und es gibt nichts Cooleres, als mit dem Paddelboot einfach ein paar Meter hinauszufahren, in der Sonne zu liegen und die Fische im klaren Wasser umherhuschen zu sehen. Wenn man ganz still ist, sieht man gelegentlich Elche herantreten, die im seichten Wasser trinken und sich etwas abkühlen.

Elch mit Kalb im Wald in Finnland

Finnisch Lappland

Wollt ihr hingegen lieber ein paar Rentiere, weite Landschaften und eine Gegend sehen, in der die Sonne im Sommer nicht untergeht? Dann fahrt ein paar Stunden in den Norden und erobert den Norden Finnlands. Auch hier ist es wunderschön und doch ganz anders als überall sonst.

Lappland im Sommer

Im Sommer ziehen riesige Rentier-Herden durch das Land, die Flüsse sind voller Schmelzwasser, wochenlang wird es nicht richtig dunkel. Die Stimmung ist im Sommer einzigartig und nirgendwo werdet ihr so zur Ruhe kommen wie in Finnisch Lappland. Geht Angeln, wandert über die mosigen Anhöhen und atmet die feuchte, klare Luft tief ein.

Rentiere in Lappland

Lappland im Winter

Ganz anders, kälter, rauer und vor allem wunderbar zugeschneit ist die Landschaft dann im Winter. Dann liegt eine ganz besondere Stille in der Luft, der Atem gefriert und Tautropfen werden auf den Wimpern zu kleinen Eiskristallen. In der kurzen hellen Phase des Tages könnt ihr mit Huskys durch die Natur streifen oder auf den Spuren der Rentiere und Sami, der Ureinwohner der Region, wandeln und euch ihre wunderbare Kultur näherbringen lassen.

Rund um Saariselkä, einem beliebten finnischen Wintersportort, geht die Sonne Anfang Dezember erst gegen halb 11 richtig auf und dann um halb 3 wieder unter. Beeindruckend sind dann vor allem die unglaublich langen Sonnenauf und -untergänge. Wenn es langsam dunkel wird, solltet ihr mit erfahrenen Guides auf  die Suche nach Polarlichtern gehen. Es gibt nichts Krasseres, als im Tiefschnee zu stehen, mit dem Kopf im Nacken in den Himmel zu schauen und den schimmernden Lichtern zuzuschauen.

Übrigens: Der echte Weihnachtsmann wohnt hier in Nordfinnland, direkt am Polarkreis, im Santa Claus Village. Er ist sehr nett und kann sogar ein bisschen Deutsch.

Eine Hütte im Schnee in Lappland

2. Tolle Menschen

Ich muss sagen, die Finnen sind wirklich etwas Besonderes. Sie sind freundlich und hilfsbereit, aber auch extrem zurückhaltend – außer sie haben ein paar Bier zu viel getrunken, dann tauen sogar die finnischen Männer auf. Wenn ihr etwas verloren an einer Bushaltestelle steht und nicht genau wisst, wie ihr zum Ziel kommt, dann werden euch viele Leute sehr gerne helfen.

Die wichtigsten finnischen Worte

  • Hei Hei – Hallo
  • Hyvää Paivää – Guten Tag
  • Kiitos – Danke
  • Ole Hyvää – Bitte
  • Kippis – Prost
  • Anteeksi – Entschuldigung

Mit Englisch kommt ihr sehr gut weiter und viele können aus ihren alten Schultagen sogar noch ein paar Brocken Deutsch. Das wird euch enorm weiterbringen, denn Finnisch ist eine der schwersten Sprachen überhaupt. So richtig warm werden die Finnen mit euch aber nicht direkt werden, das dauert einfach immer ein paar Wochen. Tauen sie aber erstmal auf, haben sie häufig den trockensten und gleichzeitig witzigsten Humor überhaupt.

Ein See in Finnland mit Steg und Stühlen

3. Friedliche Städte

Helsinki, Turku, Tampere, Oulu, Rovaniemi – jetzt mal ehrlich, bis auf die Hauptstadt kennt man die wenigsten dieser Orte, oder? Dabei gehörten die finnischen Städte zu den saubersten und friedlichsten der Welt. Gerade in Helsinki gibt es eine große Kunstszene, ständig gibt es neue Ausstellungen und Marken wie Marimekko und Iittala sind in der ganzen Welt bekannt und geschätzt. Weltbekannt ist der weiße imposante Dom, der die Skyline der Stadt dominiert und auf fast jeder Postkarte zu finden ist. Gerade an sonnigen Tagen im August lässt es sich hier in Helsinki wunderbar aushalten, alle sitzen draußen in Cafés und saugen jeden Sonnenstrahl in sich auf, dazu gibt es Kaffee und Karjalanpiirakka, ein karelisches Gebäck, das man hier sogar im Lidl kaufen kann.

Bezahlen kann man übrigens fast überall mit EC-oder Kreditkarte. Selbst im kleinen Kiosk auf dem Land gibt es Kartenlesegeräte, also müsst ihr euch keine Sorgen machen, wenn ihr euch ein paar Kaugummis für einen Euro kauft, auch die kann man easy mit der Karte zahlen.

Helsinki in Finnland im Sonnenuntergang

4. Sauna gehört dazu

„Sauna köyhän apteekki“ – Die Sauna ist die Apotheke der Armen! Dieses Sprichwort passt zu keinem Land besser als zu Finnland. Es gibt sie überall, in vielen Privathäusern, in jedem Schwimmbad, öffentlich zugänglich an Seen, aber auch im Studentenwohnheim. Ohne Sauna ist die finnische Kultur nicht vollständig und wenn ihr diese wirklich kennenlernen wollt, dann lasst euch einen Besuch nicht entgehen.

Die Sauna ist die Apotheke der Armen

Hier ist es gar nicht außergewöhnlich, mit seinen Arbeitskollegen und dem Chef eine Runde schwitzen zu gehen, in den See zu springen und danach ein finnisches Bier und eine Makkara, eine würzige Brühwurst, zu genießen.

Saunaequipment am See in Finnland

5. Guter Geschmack

Frisch geräucherter Fisch aus der Ostsee auf einem Roggenbrot, danach ein Elch-Sandwich mit Wildpreiselbeeren, ein paar Krabben im Salat, dampfende Hernekeitto (Erbensuppe) und zum Nachtisch ein großes Stück Blaubeerkuchen und ein kräftiger Kaffee – so könnte euer Sonntagsessen am See aussehen. Gerade der geräucherte Fisch ist ein absolutes Muss, denn den könnt ihr in allen Supermärkten und auch auf dem Wochenmarkt kaufen. Kein Vergleich zu unseren abgepackten Forellen. Streift in den Städten durch die jeweilige Kauppahalli, die traditionelle Kaufhalle und lasst euch von den Gerüchen und Angeboten betören, mal ein paar außergewöhnliche Gerichte auszuprobieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Stück Rentiersalami oder Elch-Eintopf? Probiert euch durch die Auslagen, hier kann man es an kalten Tagen stundenlang aushalten.

Blaubeerkuchen aus Finnland

Süßigkeiten und Desserts

Kaffee und süßes Gebäck wie Korvapuusti (Zimtrollen mit Kardamom), Mustikkapiirakka (Blaubeerkuchen) und andere saisonale Kuchen mit Beeren aus den finnischen Wäldern gehören nachmittags einfach mit dazu. Es gibt überall kleine urige Cafés, meist mit sehr gut funktionierendem WLAN – perfekt für ein kleines Päuschen auf einem Roadtrip.

Wenn euch der Sinn nach anderen Süßigkeiten steht, könnt ihr die finnische Fazer-Schokolade probieren oder typisch salziges Lakritz, Salmiakki – das gibt es übrigens auch in Form von Schnaps. Kippis!

Finnland ist Liebe

So, jetzt wisst ihr Bescheid. Finnland ist groß, sauber, gesegnet mit einer unglaublichen Natur, tollen Menschen und gutem Essen. Lasst das wunderbare Land nicht links liegen, denn dann verpasst ihr was. Finnland ist Liebe, ich verspreche es euch!

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